Ohne Zustimmung Fototgrafiert und bei Facebook gepostet

17. Januar 2017 Thema abonnieren
 Von 
Trizep
Status:
Beginner
(124 Beiträge, 3x hilfreich)
Ohne Zustimmung Fototgrafiert und bei Facebook gepostet

Hallo,

jemand hat mich ohne Zustimmung Fototgrafiert und bei Facebook gepostet.

Ich möchte jetzt eigentlich strafanzeige stellen. Da die selbe Person schonmal versucht hat mich zu fotografieren.

Auf den Foto bin ich von hinten zu sehen. Von Kopf bis Fuß. Mit einer abfälligen bemerkung. Ich gehe aber davon aus das die Person noch mehr Fotos von mir hat.

Ist das ein Problem das mein Gesicht nicht zu sehen ist?

Was wären die strafrechtlichen konsquenzen?

MfG

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122525 Beiträge, 40148x hilfreich)

Zitat (von Trizep):
jemand hat mich ohne Zustimmung Fototgrafiert

Dafür benötigt niemand die Zustimmung des Fotografierten



Zitat (von Trizep):
und bei Facebook gepostet.

Dafür dann unter Umständen schon.

Da gibt es dann aber Ausnahmen (ob man nur "Beiwerk" ist oder überhaupt erkennbar)



Zitat (von Trizep):
Was wären die strafrechtlichen konsquenzen?

Das kommt darauf an, was genau sich aus dem Foto und der alsabfällig empfunden Bemerkung im Gesamtbild ergibt.
Erste Einschätzung: es wird sich wohl zwischen nichts und einer kleinen Geldstrafe bewegen.



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(48071 Beiträge, 16981x hilfreich)

Als strafrechtlicher Konsequenz schwanke ich zwischen Einstellung nach § 170 StPO (Freispruch) und Einstellung nach § 153 StPO (Geringfügigkeit). In beiden Fällen passiert dem Fotografen strafrechtlich nichts.

Zitat:
Ist das ein Problem das mein Gesicht nicht zu sehen ist?


Ja, wenn Du nicht erkennbar bist, dann ist das nicht verboten.

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#3
 Von 
Trizep
Status:
Beginner
(124 Beiträge, 3x hilfreich)

Näturlich darf niemand eine privatperson fotografieren ohne dessen zustimmung.
Außer man ist eine öffentliche Person oder man befindet sich auf einer öffentlichen Veranstaltung.

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122525 Beiträge, 40148x hilfreich)

Zitat (von Trizep):
Näturlich darf niemand eine privatperson fotografieren ohne dessen zustimmung.

Dann benenne doch mal bitte die Gesetzliche Grundlage dafür ...



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Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#5
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16921 Beiträge, 9424x hilfreich)

Zitat:
Näturlich darf niemand eine privatperson fotografieren ohne dessen zustimmung.

Doch. Man darf das Foto nur nicht veröffentlichen.
§22 KunstUrhG spricht nur von "Bildnisse verbreiten und öffentlich zur Schau stellen". Von "Bildnisse erstellen" steht da nichts.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#6
 Von 
Osmos
Status:
Lehrling
(1746 Beiträge, 620x hilfreich)

Zitat (von Trizep):
Näturlich darf niemand eine privatperson fotografieren ohne dessen zustimmung.
Außer man ist eine öffentliche Person oder man befindet sich auf einer öffentlichen Veranstaltung.

Fotografieren darf man durchaus, öffentlich zur Schau stellen jedoch nicht. Lies mal das KunstUrhG. Wenn Du auf dem Foto nicht erkennbar bist ist das eine Sache, ich würde aber mal vermuten daß ein Foto vom Hals abwärts mit Nennung des vollen Namens im Begleittext eben doch für eine Erkennbarkeit sorgt und daher eine Verbreitung unter dem Vorbehalt der Einwilligung steht.

Allerdings gibt es mittlerweile auch eine noch restriktivere Sicht der Dinge, siehe beispielsweise OLG Hamburg, Az 3-14/12 vom 05. April 2012.

Zitat:

Das Herstellen eines Bildes stellt aber nach allgemeiner Ansicht der Rechtsprechung einen Eingriff in das sich aus Art. 1 Abs. 1 und 2 Abs. 1 GG ergebene allgemeine Persönlichkeitsrecht (Recht am eigenen Bild) dar, weil bereits mit der Anfertigung des Bildes in das Selbstdarstellungsrecht des Betroffenen eingegriffen, das Bildnis in der konkreten Form der Kontrolle und Verfügungsgewalt des Abgebildeten entzogen wird (Dreier/Schulze, 2. Aufl. 2006, § 22 KunstUrhG Rn. 13 m.w.N.; Götting in: Schricker/Loewenheim, Urheberrecht, 4. Aufl. 2010, § 22 KunstUrhG Rn. 5 und 35 m.w.N.; OLG Karlsruhe, NJW 1982, 123 ). Weitgehende Einigkeit in Rechtsprechung und Literatur besteht ferner darüber, dass dieser weite Schutz gegen das Anfertigen von Bildnissen im Wege der Abwägung der im Widerstreit liegenden Interessen begrenzt wird, wenn er mit anderen grundgesetzlichen geschützten Interessen kollidiert. Im Ergebnis ist die Anfertigung eines Bildnisses in dem Umfang zulässig, in dem es nach §§ 22 , 23 KunstUrhG verbreitet werden darf (Dreier/Schulze, a.a.O. Rn. 14, OLG Karlsruhe, a.a.O.).


Weiterhin interessant ist die Tatsache, daß das OLG die Abwehr der Aufnahme als notwehrfähig angesehen hat:
Zitat:

War das Fotografieren ein gegenwärtiger rechtswidriger Angriff, dann durfte der Angeklagte die Maßnahmen ergreifen, die geeignet, erforderlich und geboten waren, um den Angriff zu beenden.

Der Schlag gegen die Kamera ist grundsätzlich geeignet, ein rechtswidriges Fotografieren zu beenden. Die bisherigen Feststellungen ergeben auch nicht, dass dem Angeklagten ein milderes Mittel zur Verfügung gestanden haben könnte. Der Angeklagte musste sich nicht darauf beschränken, sein Gesicht zu verdecken, denn der Angriff betraf die Abbildung seiner gesamten Person, nicht nur die seines Gesichts. Er durfte vielmehr die Verteidigung wählen, die den Angriff sofort und endgültig beendete. Die Feststellungen ergeben auch nicht, dass der zur Tatzeit 58-jährige Angeklagte in der Lage gewesen wäre, mit weniger Gewaltanwendung, etwa durch einfaches Wegnehmen der Kamera, den Angriff zu beenden. Eine Abwägung der betroffenen Rechtsgüter, wie sie das Landgericht offenbar mit der Bejahung der „Unverhältnismäßigkeit" vornehmen will, findet bei § 32 StGB grundsätzlich nicht statt (Fischer, § 32 StGB Rn. 31 m.w.N.). Auch eine Einschränkung des Notwehrrechts unter dem Gesichtspunkt der fehlenden Gebotenheit (dazu Fischer, a.a.O., Rn. 36ff) kommt nach den Feststellung ersichtlich nicht in Betracht.


Summa summarum sollte man es daher tunlichst unterlassen, gezielt Personen ohne deren Erlaubnis zu fotografieren. Das ist auch eine Frage des gesunden Menschenverstands, und des Anstands ;-)


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#7
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(17241 Beiträge, 5931x hilfreich)

Zitat (von Trizep):
Näturlich darf niemand eine privatperson fotografieren ohne dessen zustimmung.
Einfach nur falsch.

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#8
 Von 
Autoknacker
Status:
Beginner
(68 Beiträge, 24x hilfreich)

Zitat (von Osmos):
Zitat (von Trizep):


Summa summarum sollte man es daher tunlichst unterlassen, gezielt Personen ohne deren Erlaubnis zu fotografieren. Das ist auch eine Frage des gesunden Menschenverstands, und des Anstands ;-)

Nein, völlig egal. Es ist nicht verboten, also kann es jeder nach Lust und Laune machen.

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#9
 Von 
Osmos
Status:
Lehrling
(1746 Beiträge, 620x hilfreich)

Zitat (von Autoknacker):
Nein, völlig egal. Es ist nicht verboten, also kann es jeder nach Lust und Laune machen.

Das OLG Hamburg sieht das anders bzw deutlich differenzierter. Siehe obigen Auszug aus der Urteilsbegründung. Nochmals ein wesentlicher Punkt, oben bereits hervorgehoben:

Zitat:
Im Ergebnis ist die Anfertigung eines Bildnisses in dem Umfang zulässig, in dem es nach §§ 22 , 23 KunstUrhG verbreitet werden darf

Das heißt im Klartext, das ungefragte Anfertigen von Bildern ist nur in den Fällen zulässig, in denen auch die Veröffentlichung zulässig wäre. Von Lust und Laune steht da nichts, sondern davon, daß es außer den Regularien im KunstUrhG noch weitere Rechtsgüter gibt, die hierbei eine Rolle spielen, und die zu beachten sind.

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#10
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16921 Beiträge, 9424x hilfreich)

Zitat:
Das heißt im Klartext, das ungefragte Anfertigen von Bildern ist nur in den Fällen zulässig, in denen auch die Veröffentlichung zulässig wäre. Von Lust und Laune steht da nichts, sondern davon, daß es außer den Regularien im KunstUrhG noch weitere Rechtsgüter gibt, die hierbei eine Rolle spielen, und die zu beachten sind.

Das heißt aber auch im Klartext, dass man das Anfertigen von Bildern nur verhindern kann, wenn schon bei Anfertigung der Bilder klar ist, dass die Bilder anschließend unzulässig veröffentlich werden.
Das OLG Hamburg hat die Abwehr der Aufnahme unterm Strich ja deshalb als notwehrfähig gesehen, weil es die einzige Möglichkeit war, eine (gegenwärtig drohende) Veröffentlichung der Bilder zu verhindern. (Logik des OLG: Veröffentlichen ist verboten. Wenn das Bild einmal fotografiert ist, hat die fotografierte Person keine realistische Chance, die Veröffentlichung zu verhindern. Also ist die einzige praktische Notwehrmöglichkeit, bereits das Fotografieren zu verhindern.)

Dass das Fotografieren nur dann erlaubt ist, wenn auch die Veröffentlichung erlaubt ist, vermag ich - zumindest so pauschal - aus dem Urteil nicht zu entnehmen.
Ich würde es eher andersherum formulieren: Fotografieren ist erlaubt, Veröffentlichen nicht - aber wenn eine Veröffentlichung zu befürchten ist, kann man bereits das Fotografieren verbieten.


-- Editiert von drkabo am 18.01.2017 16:59

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#11
 Von 
Trizep
Status:
Beginner
(124 Beiträge, 3x hilfreich)

Das Fotografieren von Personen ist nur zulässig wenn diese zufällig auf dem Bild sind.
Wenn man gezielt Personen unerlaubt Fotografiert verletzt man die Persönlichkeitsrechte der Person.

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122525 Beiträge, 40148x hilfreich)

Zitat (von Trizep):
Das Fotografieren von Personen ist nur zulässig wenn diese zufällig auf dem Bild sind.
Wenn man gezielt Personen unerlaubt Fotografiert verletzt man die Persönlichkeitsrechte der Person.

Zitat (von Harry van Sell):
Dann benenne doch mal bitte die Gesetzliche Grundlage dafür ...




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