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Sachbeschädigung an nicht frei zugänglichen Orten

10.11.2014 Thema abonnieren
 Von 
lenni123
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 6x hilfreich)
Sachbeschädigung an nicht frei zugänglichen Orten

Hallo zusammen,

ich bitte um ein wenig Mithilfe und Meinung zu folgendem Vorfall:

Hintergrund:

Ein paar Freunde und ich waren im September zu Besuch in einer Diskothek. Der Fahrer von uns hat in einem Parkhaus geparkt welches ziemlich nah war. Da wir alle im Auto (bis auf den Fahrer natürlich) alle ein wenig Alkohol getrunken hatten, mussten wir nach dem Aussteigen im Parkhaus alle dringend Wasser lassen(ausser der Fahrer), da leider kein WC im Parkhaus vorhanden war , haben wir uns in eine Ecke gestellt und gegen die Wand uriniert...

Ein paar Wochen später erhält der Fahrer von uns Post mit der Einladung als Zeuge zu einem Vorsprechen bei der ansässigen Polizeibehörde. Anscheinend haben Kameras das Nummernschild des Fahrers erfasst... Ermittlungssache "Sachbeschädigung an nicht frei zugänglichen Orten - ohne KFZ
Er nennt dann wohl oder übel unsere Namen.

Einige Zeit später erhielten wir dann alle Post von der Polizei mit o.g. Vorwurf -> Vorwurf Straftat als Beschuldigter.


Muss ganz ehrlich sagen das ich damit ein wenig überfordert bin...

Danke für eure Antworten im Voraus !

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Hafenlärm
Status:
Lehrling
(1505 Beiträge, 1728x hilfreich)

quote:
Er nennt dann wohl oder übel unsere Namen.

Oder er geht gar nicht hin. Zumindest bei der Polizei muss er das ja nicht. Wahrscheinlich ist die Ladung zur Staatsanwaltschaft dann aber nur eine Frage der Zeit. Dieser müsste er dann folgen.
Denkbar wäre natürlich auch, dass er gar nichts sagen muss. Das hängt vom Inhalt des Videos ab. Wer sagt denn, dass der Fahrer nur Zeuge ist und nicht auch selber als Beschuldigter in Frage käme?
Aber so wie ich das jetzt verstehe, ist das sowieso schon lange zu spät, oder?

Dann gilt jedenfalls jetzt für Sie, dass Sie als Beschuldigter gar nichts sagen müssen. Wenn aber ein Video, die Aussage des Fahrers und wahrscheinlich auch die Aussagen der anderen Beteiligten vorliegt, ist das natürlich sowieso ziemlich egal.
Ein Geständnis, ein Entschuldigungsschreiben und ein Ersatz für mögliche Reinigungskosten an den Parkhausbetreiber könnten jetzt Wunder bewirken.

Zu erwartende Strafen sind aber sowieso nicht sonderlich hoch. Das Verfahren wird wahrscheinlich eingestellt werden oder mit einer kleinen Geldstrafe enden. Zumindest für Sie als offenbar nicht irgendwie Vorbelasteten, der uns jetzt bestimmt noch gerne sein Alter nennt.
Der Hauptzweck dieses Verfahrens dürfte sowieso die Ermittlung Ihrer Identität zur Geltendmachung von Ersatzforderungen sein.

-- Editiert Hafendame am 10.11.2014 22:16

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#2
 Von 
lenni123
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 6x hilfreich)

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Ist denn "Urinieren" im Parkhaus Sachbeschädigung an nicht frei zugänglichen Orten ? Ich mein das Parkhaus steht noch. Nicht frei zugänglich heisst für mich das wir ein Zaun z.b. überwunden hätten. Wir haben ganz normal ein Parkticket eingelöst...

Bin vor kurzem 25 Jahre alt geworden und bin bisher nie auffällig geworden ;)

Keiner von uns hat das Video gesehen und keiner weiß was drauf zu sehen ist.

Auf dem Schreiben wäre die Möglichkeit anzukreuzen :

- mit der Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldbuße wäre ich einverstanden

oder

- ich gebe die Straftat nicht zu mit der bitte mir zu sagen was genau beschädigt worden ist.

Welche wäre das die sinnvollste Lösung ? Und wie hoch wäre die Geldbuße circa ?


Danke + Gruß

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#3
 Von 
Hafenlärm
Status:
Lehrling
(1505 Beiträge, 1728x hilfreich)


quote:
Ist denn "Urinieren" im Parkhaus Sachbeschädigung an nicht frei zugänglichen Orten ? Ich mein das Parkhaus steht noch.

Es kommt meiner Meinung nach aber weder auf die Zugänglichkeit an noch auf das Parkhaus als ganzes. Ob ein "Urinieren" (= oberflächliche Beschmutzung) jetzt eine Sachbeschädigung ist, war meines Wissens zumindest früher mal umstritten. Allerdings gab es da mal Änderungen und man könnte sowieso einbringen, dass Urin gerne leicht ätzend wirkt und sichtbare Schäden an Mauern hinterlassen kann.

Sie können natürlich um Einsicht in das Video bitten.
Ich vermute aber mal, dass Ihre Täterschaft durch diese Video, spätestens durch die anderen Aussagen auch anders festgestellt werden kann als durch Ihr Geständnis.
Wenn Sie da aber zocken und auf Unschuld plädieren wollen, will ich Ihnen diese Entscheidung nicht abnehmen. Ich weise nur darauf hin, dass eventuelle Strafmilderungen/Einstellungen dann weniger wahrscheinlich werden.

Wie hoch Strafe oder Geldauflage werden, kann man ohne Kenntnisse Ihres Nettoeinkommens nicht schätzen. Aber auch mit dieser Kenntnis wären zumindest die Einschätzungen zur Auflage reine Spekulation.

Wie gesagt gehe ich aber sowieso davon aus, dass da hauptsächlich eine Forderung für die Reinigungskosten kommen wird. Die kann das Parkaus übrigens auch jetzt schon an Sie senden, selbst wenn aus dem Strafverfahren nichts wird.
Wenn Sie die Berechtigung dieser Forderung dann bestreiten wollen, muss das eben vor einem Zivilgericht passieren.

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#4
 Von 
lenni123
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 6x hilfreich)

Blöderweise haben die anderen den Brief schon zurück gesendet. Diese haben "mit Geldbuße wäre ich einverstanden..." angekreuzt, ich werde wohl mitziehen müssen. Auch wenn ich zu erst einmal das Video gerne gesehen hätte. (Sofern es eins gibt)

Ich denke das ist dann wohl jetzt die beste und sauberste Lösung.

Vielen Dank für Ihre Zeit und Bemühungen.

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(72047 Beiträge, 32526x hilfreich)

quote:
Ob ein "Urinieren" (= oberflächliche Beschmutzung) jetzt eine Sachbeschädigung ist, war meines Wissens zumindest früher mal umstritten. Allerdings gab es da mal Änderungen und man könnte sowieso einbringen, dass Urin gerne leicht ätzend wirkt und sichtbare Schäden an Mauern hinterlassen kann.

Auch das Entfernen zur Verhinderung weitere Schäden kann Schadenersatz auslösen.





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

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