Schlechte Bewertung bei Yelp abgegeben

16. Oktober 2014 Thema abonnieren
 Von 
Goldi1234
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Schlechte Bewertung bei Yelp abgegeben

Hallo,

ich habe eine negative Bewertung im Internet mit folgendem Text abgegeben: Nicht zu empfehlen!

Betreiber halten sich nicht an im Vorgespräch besprochene Vereinbarungen und streiten im nachinein ab, diese Vereinbarungen getroffen zu haben. 21- Monate alte Kinder werden mit 27,00 € berechnet, obwohl diese fast nichts essen und in jedem anderen Restaurant umsonst mitessen dürfen (im Vorgespräch wurde auch besprochen, dass die Kinder umsonst mitessen dürfen). Berechnet Getränke, die im Pauschalpreis enthalten waren einzelnd. Berechnen Gema-Gebühren obwohl Sie gar keine Gema-Gebühren abführen müssen. Betreiber sind nicht gesprächsbereit, hören einem nicht zu und streiten alles ab. Das Landhaus hat uns als Stammkunden auf jeden Fall verloren!!! Ich rate jedem, alles schriftlich festzuhalten was besprochen wird, dann kann die gute Frau sich später nicht rausreden. In diesem Haus wird Profitgier ganz groß geschrieben!!!!!!



Nun bekam ich Post vom Anwalt, bezogen auf den letzten Satz: In diesem Haus wird Profitgier ganz groß geschrieben!!!!!!

Ich soll mich nun verbindlich Erklären solche Äußerungen nicht mehr vorzunehmen und ich soll die Rechtsanwaltskosten übernehmen. Rund 500,00 € und eine Strafbewehrte Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung unterschreiben. Komm ich da irgendwie raus?

Für schnelle Antwort wäre ich sehr dankbar.



Ich habe die Bewertung jetzt bei Yelp löschen lassen

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-- Editiert Goldi1234 am 16.10.2014 14:22

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12 Antworten
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#1
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9531x hilfreich)

quote:
Ich habe die Bewertung jetzt bei Yelp löschen lassen


Dafür waren Sie so geschickt den Klarnamen des Restaurants hier wieder zu nennen :bang: Wollen Sie gleich die nächste Anwaltspost?

Witzigerweise kenne ich den Laden -glaube ich-. Kann es sein dass dort (ist allerdings gut 15 Jahre her) am Wochenende immer "Disco" im Festsaal gab?

Ob der letzte Satz noch von der freien Meinungsäußerung gedekeckt ist oder als Beleidigung einzustufen, werden wir hier nicht klären können. Zumal Sie wohl die Absprachen auch nicht beweisen können, oder?

Ich sehe die Chancen da eher als 50:50 bis "schlecht" an

Bleibt also nur zahlen, oder es auf einen Prozess ankommen lassen, der die Sache -im Unterliegensfalle- noch teurer macht. Incl. eigenem Anwalt wären Sie da mit mind. 1500,00 € dabei.

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"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

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#2
 Von 
Goldi1234
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

"Zumal Sie wohl die Absprachen auch nicht beweisen können, oder?" Doch das kann ich, ich habe hierfür noch 3 weitere Zeugen, die beim Vorgespräch dabei waren.

Aber es geht in dem Schreiben auch mehr um die Bewertung bei Yelp. Kann ich nicht evtl. abstreiten diesen Eintrag gemacht zu haben?

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0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122896 Beiträge, 40173x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Kann ich nicht evtl. abstreiten diesen Eintrag gemacht zu haben? <hr size=1 noshade>

Klar.

Nur sollte man sich fragen wie glaubwürdig es in der Realtät wäre das ein Fremder so etwas machen sollte und noch dazu diese Fülle an Details wissen könnte ...





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
metttwurstkneckebrot
Status:
Praktikant
(605 Beiträge, 297x hilfreich)

quote:
Kann ich nicht evtl. abstreiten diesen Eintrag gemacht zu haben?

Das wäre absolut nicht glaubwürdig, und von da her nicht zu empfehlen. Überlegen Sie mal folgende Situation:

Auf der Bewertungsplattform Jelb veröffentlicht ein Robert K. eine ehrenrührige Rezension des Dienstleisters D. Nach Durchsicht seiner Unterlagen findet D einen Kunden namens Robert Kutschera, zu dem der auf Yelb behauptete Vorfall passen würde, und mahnt ihn ab. Kurz nach Versenden der Abmahnung von D ist der Eintrag auf Jelb verschwunden, der auf Jelb registrierte Robert K. hat seinen Vornamen umgedreht und sich in Trebor L. umbenannt.

Preisfrage: Wieviele unterschiedliche Gründe könnte ein Richter haben, einem Bestreiten des Robert Kutschera keinen Glauben zu schenken?

Ich nenne auszugsweise mal nur einen einzigen: Weshalb hätte der geheimnisvolle Trebor L. denn nach der Abmahnung den Eintrag auf Jelb ändern sollen? Trebor L. hätte doch von der an Robert Kutschera gesendeten Abmahnung gar nichts erfahren, wenn die beiden nichts miteinander zu tun hätten?


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"Grüße vom metttwurstkneckebrot :) "

-- Editiert metttwurstkneckebrot am 16.10.2014 14:56

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#5
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14075 Beiträge, 4410x hilfreich)

Hallo,

quote:
In diesem Haus wird Profitgier ganz groß geschrieben!!!!!!
Das passt auf so gut wie jedes Unternehmen, irgendetwas verbotenes kann ich da nicht erkennen. Und wenn die Punkte davor zutreffen, dann ist dieses Fazit sogar völlig angemessen.

quote:
Kann ich nicht evtl. abstreiten diesen Eintrag gemacht zu haben?
Vor Gericht wäre das dann Prozessbetrug, willst du das?
Aber warum stehst du nicht zu deiner Aussage?

Mein grundsätzlicher Rat (in diesem Fall): Nicht reagieren, insbesondere keine Unterlassungserklärung abgeben (hättest du das bereits getan, so könnte dieser Thread hier bei 123recht schon das Eigentor gewesen sein). Sollen die doch klagen (zu der - öffentlichen - Verhandlung würde ich dann übrigens die Presse einladen;-).
Hast du eine Rechtschutzversicherung? Wenn ja, dann gilt das gesagte um so mehr.

quote:
Ich habe die Bewertung jetzt bei Yelp löschen lassen
Warum eigentlich? Entsprach es doch nicht so ganz der Wahrheit? Ein Richter könnte das imho so werten.

Stefan

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
metttwurstkneckebrot
Status:
Praktikant
(605 Beiträge, 297x hilfreich)

quote:
Das passt auf so gut wie jedes Unternehmen

Das sehe ich nicht. Ich verstehe das Wort "Profitgier" als Ausdruck für "rücksichtsloses Gewinnstreben in einem sozial nicht tolerierten Ausmaß", und ich vermute, dass diese Interpretation weit verbreitet ist.

Im übrigen würde ich allerdings ebenso wie Du dazu tendieren, es drauf ankommen zu lassen. Aber das sollte man nur tun, wenn man sich einen verlorenen Prozess auch leisten kann. Ein Prozessrisiko ungleich Null sehe ich durchaus.

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"Grüße vom metttwurstkneckebrot :) "

-- Editiert metttwurstkneckebrot am 16.10.2014 17:37

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#7
 Von 
NinaONina
Status:
Lehrling
(1504 Beiträge, 1226x hilfreich)

quote:
Ob der letzte Satz noch von der freien Meinungsäußerung gedekeckt ist oder als Beleidigung einzustufen, werden wir hier nicht klären können.


Für eine Beleidigung wäre es wohl noch zu unbestimmt mit der Zielgruppe (es wird ja nicht gesagt "alle Mitarbeiter von ... sind ...").

Ich halte das auch noch für eine zulässige Meinungsäußerung, zumal hier ja gerade kein Straftatsvorwurf erhoben wird. Eine Schmähkritik, die von keiner sachlichen Grundlage gerechtfertigt ist, kann ich auch nicht erkennen.

Sofern man die Tatsachenbehauptungen im Streitfall also beweisen kann, sehe ich keinen Grund, die Bewertung entfernen oder abändern zu müssen.

quote:
Aber das sollte man nur tun, wenn man sich einen verlorenen Prozess auch leisten kann.


Das ist natürlich wieder die Crux, da Unterlassungsforderungen in diesem Bereich schnell Streitwerte vom mittleren vier- bis unteren fünfstelligen Bereich nach sich ziehen, entsprechend hoch sind dann die Prozeßkosten. Ohne RSV muß man sich das leider gut überlegen.

Kommt man umgekehrt der Unterlassungsforderung nach (Entfernung des Satzes plus Abgabe einer - ggfs. modifizierten! - Unterlassungserklärung), könnte die Gegenseite "nur" noch auf die Anwaltskosten klagen, da ist das Kostenrisiko deutlich geringer bei einem Streitwert um 500 EUR.

Ich könnte mir vorstellen, wenn man die UE geschickt formuliert, könnte man es auch so drehen, daß man dann, wenn man den evtl. Prozeß wegen der Anwaltskosten gewinnt (weil die Unterlassungsforderung gar nicht berechtigt war), auch die UE anfechten und den Satz wieder hinzufügen könnte. Dazu sollte man dann ggfs. mal einen Anwalt befragen.

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0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
metttwurstkneckebrot
Status:
Praktikant
(605 Beiträge, 297x hilfreich)

quote:
Abgabe einer - ggfs. modifizierten! - Unterlassungserklärung


"... Hiermit erkläre ich, ohne Anerkennung einer Rechtspflicht aber gleichwohl rechtsverbindlich, dass ich nie wieder, weder im privaten Gespräch noch in der Öffentlichkeit, Ihrer Mandantin irgendwelche Kenntnisse der deutschen Rechtschreibung unterstellen werde..."


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"Grüße vom metttwurstkneckebrot :) "

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Goldi1234
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Ne Rechtsschutzversicherung habe ich leider nicht.

Allerdings habe ich mit einer Anwältin telefoniert und nochmal Abgeklärt, ob es zulässig war von uns die Gema Gebühren einzuziehen und diese bestätigte uns, genau wie die Gema, dass dies nicht zulässig war.

Darauf würde ich das Landhaus gerne festnageln. Da unsere Familie Stammkunden waren, haben wir für mindestens 4 Familienfeiern Gema-Gebühren gezahlt (insgesamt 200,00 €). Ich würde der guten Frau gerne erst einmal ohne Anwalt zurück schreiben.
Und zwar sinngemäß, dass wir die Gema Gebühren zurück gezahlt bekommen wollen, und das Sie das Schreiben vom Anwalt zurück ziehen soll, inkl. der Forderung von 500,00 €.
Wenn Sie sich damit nicht einverstanden erklärt würden wir die Presse einschalten und dann würden sich ja sicher noch viel mehr Leute melden, die die Gema-Gebühr zurück haben wollen.
Wie kann ich das Schreiben formulieren, ohne dass der Anwalt mir aus irgendeiner Aussage wieder einen Strick drehen kann?

Und zu meiner Aussage stehe ich natürlich, alles war ich im ersten Post geschrieben habe entspricht 100 % der Wahrheit. Aber wenn da ein Schreiben vom Anwalt ins Haus flattert bekommt man natürlich erstmal einen Schrecken und deshalb hab ichs schnell rausgenommen.

Lieben Gruß

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0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14075 Beiträge, 4410x hilfreich)

Hallo,

quote:
Allerdings habe ich mit einer Anwältin telefoniert und nochmal Abgeklärt, ob es zulässig war von uns die Gema Gebühren einzuziehen und diese bestätigte uns, genau wie die Gema, dass dies nicht zulässig war.
Begründung, warum das unzulässig sein soll? Es herrscht schließlich Vertragsfreiheit.

quote:
Wie kann ich das Schreiben formulieren, ohne dass der Anwalt mir aus irgendeiner Aussage wieder einen Strick drehen kann?
Rechtssicher geht das natürlich gar nicht.

Irgendwie habe ich mal wieder das Gefühl, hier sollen Nebenkriegsschauplätze eröffnet werden.

Stefan

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122896 Beiträge, 40173x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Begründung, warum das unzulässig sein soll? Es herrscht schließlich Vertragsfreiheit. <hr size=1 noshade>

Vertragsfreiheit endet in der Regel wenn der § 263 StGB ins Spiel kommt ...





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14075 Beiträge, 4410x hilfreich)

Hallo,

quote:<hr size=1 noshade>Vertragsfreiheit endet in der Regel wenn der § 263 StGB ins Spiel kommt ... <hr size=1 noshade>
Ja, ich muss mich korrigieren, ich hatte nur GEMA-Gebühren im Kopf, nicht aber, dass diese angeblich gar nicht gezahlt werden mussten.
Ich bin in dem Thema nicht so drin, aber warum müssen denn eigentlich keine Gebühren gezahlt werden? Es war doch eine gewerbliche Verwendung der Musik.

Auch bleibt noch die Frage, ob wirklich keine Gebühren gezahlt wurden (das hat der TE wohl noch gar nicht ergründet). Nur dann könnte es Betrug sein.

Stefan

0x Hilfreiche Antwort

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