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Schwarzfahren Betrug Urkundenfälschung

13.7.2019 Thema abonnieren
 Von 
Hisoka44
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Schwarzfahren Betrug Urkundenfälschung

Ich habe Fragen zu 2 Fällen/Personen

Vorgeschichte :
Person A(16) und B(17) wollen ihren totkranken Vater im Hospiz besuchen. A und B sind noch Schüler und die alleinerziehende Mutter, die finanzielle Hilfe vom Staat bekommt, gibt A und B kein Geld für Zugfahrkarten. Mutter und Vater der beiden sind lange geschieden und leben getrennt. Der Vater bekommt keine Rente da er nicht gemeldet ist aufgrund des Wohnungsverlustes.
Person A und B kaufen sich eine Mehrfartenkarte die man per Automat oder per Hand entwerten kann. A und B schreiben auf das Ticket mit einem wegradierbaren Stift und ändern das Datum am nächsten Tag und so weiter... um Geld zu sparen. A und B müssen um ihren Vater zu besuchen ein anderes Bundesland besuchen weshalb deren Jahreskarte nicht gilt.

Fall 1 : Person A (16)
Person A wird dummerweise erwischt und der Kontrolleur sagt, dass A 60 Euro bezahlen muss und dass er angezeigt wird wegen Betrug Erschleichen von Leistungen und Urkundenfälschung.
A ist ausserdem Ersttäter

Fall 2 : Person B (17)
Bei Person B passierte das Gleiche nur dass 4 weitere manipulierte Karten bei Person B gefunden wurde. Womit bei Person B 5 gefälschte Karten festgestellt wurden.
Person B ist Ersttäter

Anmerkung : Ich weiß das mit dem totkranken Vater rechtfertigt in Keinster Weise die Taten jedoch wollte ich das nur mal gesagt haben

Zukünftiger Plan :
Person A und B werden das erhöhte Beförderuggsentgelt zahlen insg 120€ zusammen.
Sie werden gestehen, also nichts verneinen und alles wahrheitsgemäß schildern zur Tat sowie die Motive die sie zur Tat gebracht haben.

Meine Frage :
Was sind die Konsequenzen die Folgen könnten. Ich hab mich informiert und es kann zur Freiheitstrafe kommen von bis zu 5 Jahren kommen sogar und bei Person B kommt es denke ich zu härteren Maßnahmen da ein schwerer Fall von Urkundenfälschung vorliegt ( Erwischt mit 5 manipulierten Zugfahrkarten)
Es gibt zwar viele Beiträge zu sowas aber meistens nur zu Personen die über 18 Jahre sind. Ich bedanke mich schonmal im Vorraus für die Antworten

Mit freundlichen Grüßen
Hisoka



-- Editiert von Hisoka44 am 13.07.2019 21:02

-- Editiert von Hisoka44 am 13.07.2019 21:04

-- Editiert von Moderator am 14.07.2019 16:10

-- Thema wurde verschoben am 14.07.2019 16:10

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(73313 Beiträge, 32736x hilfreich)

Arbeiten die beiden bei der Bahn oder wo ist der Bezug zum Thema "Arbeitsrecht"?


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
Spejbl
Status:
Praktikant
(824 Beiträge, 137x hilfreich)

Kann man ja in das richtige Unterforum verschieben. Da es sich nach wie vor um eine "Straftat" handelt, könne das Unterforum Strafrecht relevant sein.

Aber nun ja, es ist der Tatbestand für das "Schwarzfahren" erfüllt. Also das Erschleichen von Leistungen. Daß dabei der Fahrschein immer mal wieder versucht wurde zu fälschen, stellt lediglich die Art und Weise dar, wie das gemacht wurde.

Das wird mit einem erhöhtem Beförderungsentgeld und mit einer Strafanzeige gewürdigt. Das Alter spielt lediglich eine Rolle hinsichtlich des anzuwendenden Strrafrechtes. Hier greift sicher das Jugendstrafrecht.

Auch das Motiv, den totkranken Vater zu besuchen kann u.U. sich auf das Strafmaß auswirken. Daß die Mutter hierfür kein Geld gab, mag zwar moralisch verwerflich sein, spielt aber bestenfalls im Kontext hinsichtlich zur Beurteilung der Tat eine Rolle. Auch die Bereitschaft zur Mitarbeit der Sünder findet sicher Beachtung.

Ich denke mal, gerade auch in Bezug zur Verhältnismäßigkeit, 5 Jahre Haft sind da nicht relevant. Sicher wird es zur gemeinnützigen Arbeit kommen. Das wäre angemessen. Und man muß wissen, auch der "Knast" kostet. Der sollte aber für wirkliche Straftäter "reserviert" bleiben.

Signatur:Jeder für sich allein, ist nichts. Zusammen aber, sind wir ein unschlagbares Team!
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#3
 Von 
Anami
Status:
Unparteiischer
(9326 Beiträge, 1563x hilfreich)

Zitat (von Hisoka44):
und es kann zur Freiheitstrafe kommen von bis zu 5 Jahren kommen
Woher hast du diese Information? Und noch härtere Maßnahmen für B ? Evtl. 10 Jahre Freiheitsstrafe?
Zitat (von Hisoka44):
aber meistens nur zu Personen die über 18 Jahre sind.
Die kriegen dann evtl. noch härtere Strafen?
Manchmal glaubt man nicht, was man liest.

Zitat (von Hisoka44):
Person A und B werden das erhöhte Beförderuggsentgelt zahlen insg 120€ zusammen.
Wer gibt ihnen dieses?

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#4
 Von 
RrKOrtmann
Status:
Praktikant
(716 Beiträge, 509x hilfreich)

Zitat (von Hisoka44):
IMutter gibt A und B kein Geld für Zugfahrkarten.

Der minderjährige A [hat keinen gültigen Fahrausweis ] und der Kontrolleur sagt, dass A 60 Euro bezahlen muss


Die vom Minderjährigen B eingegangene vertragliche(!) Verpflichtung zur Leistung einer Zahlung von 60€ bei Nichtvorzeigen einer Fahrkarte ist an § 107 BGB zu messen:

"Der Minderjährige bedarf zu einer Willenserklärung, durch die er nicht lediglich einen rechtlichen Vorteil erlangt, der Einwilligung seines gesetzlichen Vertreters."

Haben ihm seine Eltern erlaubt, ohne Fahrkarte Zug zu fahren??

Wenn sie ausdrücklich NICHT damit einverstanden waren, dann fehlte dem B die Zustimmung, sich mit der für ihn nachteiligen 60€-Regelungen einverstanden zu erklären - der Vertragspartner des Minderjährigen hätte also keine Möglichkeit, den Minderjährigen an seiner zugestandenen 60€-Zusage festhalten und von ihm einfordern zu können.

Zitat:
und dass er angezeigt wird wegen
- Betrug
- Erschleichen von Leistungen und
- Urkundenfälschung.


Die Strafverfolgungsbehörden können sich dann Gedanken machen, ob sie bei einem Gericht die Verurteilung des B beantragen wollen.

Zitat:
A ist ausserdem Ersttäter
Person A(16) und B(17) wollen ihren totkranken Vater im Hospiz besuchen. A und B sind noch Schüler und die alleinerziehende Mutter, die finanzielle Hilfe vom Staat bekommt, gibt A und B kein Geld für Zugfahrkarten.


Wenn schließlich vom Gericht bei der Zumessung einer Bestrafung erwogen wird, wie schwer ihre Schuld wiegt, könnten diese Umstände eine Rolle spielen. As Schuld (und Bestrafung) müßte dann wohl deutlich niedriger ausfallen als bei einem professionell beratenen, eigennützig geldgierigem, wohlsituierten Vielfahrer.

Zitat:
Person A und B werden das erhöhte Beförderuggsentgelt zahlen insg 120€ zusammen.


Es gibt genaugenommen so gut wie kein ziviles Gericht, das jemals Minderjährige zur Zahlung einer ohne elterliche Zustimmung zugesagten "Vertragsstrafe" verurteilt hätte - eben weil Minderjährige bis zum 18. Lebensjahr durch das Gesetz vor ihnen nachteiligen Verpflichtungen geschützt sind, die sie OHNE elterliche Zustimmung eingegangen sind.

Zitat:
Sie werden gestehen, also nichts verneinen und alles wahrheitsgemäß schildern zur Tat sowie die Motive die sie zur Tat gebracht haben.


Dagegen sind die beiden schon seit dem 14. Lebensjahr strafmündig und können deshalb (in Grenzen) bestraft werden für Unrecht, soweit sie es schon einsehen können.

RK

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#5
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(27034 Beiträge, 14792x hilfreich)

Was sind die Konsequenzen die Folgen könnten. Sozialstunden - wie immer bei minderjährigen Ersttätern (jetzt mal von wirklich schweren Straftaten wie Raub etc. abgesehen).

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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