Schwarzfahren das 1. Mal erwischt

11. Dezember 2003 Thema abonnieren
 Von 
Simone_A
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Schwarzfahren das 1. Mal erwischt

Hallo,

Ich wurde im September mit dem Sem. Ticket meiner Schwester erwischt. Ich hatte damals zwar ein anderes Sozialticket dabei, konnte es zunächst nicht finden, habe daher zunächst behauptet, dass dieses Sem. Ticket mir gehört, konnte/ wollte aber keinen Personalausweis zeigen. Worauf die Kontroleure mir mit Polizei gedroht haben und ich letzendlich zugab, dass es nicht meins ist. Dann habe ich aber auch das andere gültige Ticket gefunden und es vorgezeigt, aber der Kontroleur wollte es nicht mehr berücksichtigen. Er hat das Ticket meiner Schwester behalten.

Ich habe dann die 40,- € bezahlt, weil ich keine Lust hatte auf weiteren Terz.

Und nun habe ein Schreiben von der Polizei bekommen, in dem u.a. steht:
..."in einem hier anhängigen Ermittlungsverfahren wird Ihnen die Begehung/ Teilnahme an folgender Straftat vorgeworfen:

Erschleichen von Leistungen Par.265a StGB

Schadenshöhe €

Geschädigte Institution ....."

Meine Fragen:
1) die Schadenshöhe wurde nicht benannt, warum?

2) bekommt meine Schwester auch eine Anzeige, weil ich ihr Ticket benutzt habe?

3) im Anhang ist auch meine Meinung gefragt. Soll ich denen den Vorfall aus meiner Sicht schildern oder einfach sagen, ich wüßte gar nicht worum es geht, da ich das Strafgeld ja schon längs bezahlt habe?

4) unter Punkt 2 bei Hinweise zum Strafbefehlsverfahren ist gefragt:
Wird das Verfahren nicht eingestellt, so bin ich mit der Anwendung des Strafbefehlsverfahrens durch Staatsanwaltschaft und Gericht - einverstanden
- nicht einverstanden

Muss ich hier "einverstanden" ankreuzen"?

4a) Unter Hinweise zum Strafbefehlsverfahren, steht, dass es bei einfachen Straftaten ohne Anhörung nur aufgrund des Schriftlichen zu einer Verurteilung kommt.
Trifft das in meinem Fall zu?

5) ich bin 29 und weder vorbestraft noch habe ich jemals mit der polizei zu tun gehabt, wie hoch kann die strafe eventuell sein?

6) gibt es einen eintrag ins polizeiliche Führungszeugnis? Wäre schlimm, weil ich Gedenke wieder im Finanzbereich zu arbeiten und die verlangen immer ein Führungszeugnis.

Ich danke euch für eure Hilfe

Schöne Grüße
Simone








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"Simone"

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
JuR
Status:
Unparteiischer
(9878 Beiträge, 1432x hilfreich)

Sehr geehrte Frau Simone A.,

um Ihnen auf Ihre Fragen zu antworten:

1) die Schadenshöhe wurde nicht benannt, warum?

Das kann ich Ihnen nicht sicher sagen. Vielleicht weil es ungewiss ist, wie oft Sie das SemTicket angewandt haben.


2) bekommt meine Schwester auch eine Anzeige, weil ich ihr Ticket benutzt habe?

Nein, es sei denn, dass sich herausstellt, dass Ihre Schwester Ihnen vorsätzlich beim Erschleichen der Leistungen durch das SemTicket geholfen hat.


3) im Anhang ist auch meine Meinung gefragt. Soll ich denen den Vorfall aus meiner Sicht schildern oder einfach sagen, ich wüßte gar nicht worum es geht, da ich das Strafgeld ja schon längs bezahlt habe?

Schildern Sie Ihre Meinung und Ihre Sicht der Dinge und der Tat.


4) unter Punkt 2 bei Hinweise zum Strafbefehlsverfahren ist gefragt:
Wird das Verfahren nicht eingestellt, so bin ich mit der Anwendung des Strafbefehlsverfahrens durch Staatsanwaltschaft und Gericht - einverstanden - nicht einverstanden


In Strafverfahren wegen Vergehen vor dem Amtsgerichten ist auf Antrag der Staatsanwaltschaft der Erlass eines Strafbefehls möglich. (vergl. §§ 407ff StPO ) Der Strafbefehlsantrag der Staatsanwaltschaft ist damit eine besondere Form der Erhebung der öffentlichen Klage. Ein Strafbefehlsantrag wird durch die Staatsanwaltschaft immer dann gestellt, wenn nach dem Ergebnis der Ermittlungen eine Hauptverhandlung nicht erforderlich erscheint. Der dann vom Richter erlassene Strafbefehl steht in seiner Rechtskraft einem Urteil gleich. In einem Strafbefehl können nur Geldstrafe, Fahrverbot oder Freiheitsstrafe mit Bewährung angeordnet werden. Der Angeklagte gegen den ein Strafbefehl erlassen wird, kann diesen durch nichtanfechtung rechtskräftig werden lassen oder durch rechtzeitige Einspruchseinlegung die Durchführung einer Hauptverhandlung erzwingen. In Jugendstrafsachen kann ein Strafbefehl nicht erlassen werden.

Mit anderen Worten ist ein Strafbefehlsverfahren ein schriftliches Verfahren, d.h. Sie müssen nicht vor Gericht. Sie können hier "einverstanden" ankreuzen.


4a) Unter Hinweise zum Strafbefehlsverfahren, steht, dass es bei einfachen Straftaten ohne Anhörung nur aufgrund des Schriftlichen zu einer Verurteilung kommt.
Trifft das in meinem Fall zu?


Ja. Die Staatsanwaltschaft wertet also nur das Schriftliche aus. Eine Verhandlung vor Gericht ist nicht vorgesehen.


5) ich bin 29 und weder vorbestraft noch habe ich jemals mit der polizei zu tun gehabt, wie hoch kann die strafe eventuell sein?

Sie können mE mit einer Einstellung des Verfahrens rechnen, sofern Sie Ersttäterin sind. Dieses ist hier der Fall. Andernfalls wäre eine geringe Geldstrafe hier angemessen.


6) gibt es einen eintrag ins polizeiliche Führungszeugnis? Wäre schlimm, weil ich Gedenke wieder im Finanzbereich zu arbeiten und die verlangen immer ein Führungszeugnis.

Nein, einen Eintrag in Ihr Persönliches Führungszeugnis werden Sie nicht bekommen, wenn die verhängte Geldstrafe unter 90 Tagessätzen bleibt. Dieses sehe ich als sehr wahrscheinlich an. Bei einer Verurteilung zu einer geringen Geldstrafe bekommen Sie jedoch einen Eintrag in Ihr Bundeszentralregister.

Wird das Verfahren eingestellt, so wird es in kein Führungszeugnis eingetragen.


Mit freundlichen Grüßen,

- J. Roenner -


1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Simone_A
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Sehr geehrter Herr Roener,

ich danke Ihnen herzlichst für Ihre ausführlichen Antworten. Es hilft mir weiter.

Das Ergebnis werde ich hier - zwecks Information für alle - gerne nochmal veröffentlichen.

Schöne Grüße

Simone

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"Simone"

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
JuR
Status:
Unparteiischer
(9878 Beiträge, 1432x hilfreich)

Sehr geehrte Frau Simone A.,

wir freuen uns über ein Feedback.

Gern geschehen.


Mit freundlichen Grüßen,

- J. Roenner -


0x Hilfreiche Antwort

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