Statistik Strafzumessung

15. September 2011 Thema abonnieren
 Von 
Gutmensch
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 44x hilfreich)
Statistik Strafzumessung

Ich wollte fragen, ob jemand weiß, wo man Statistiken zur Strafzumessung einzelner Tatbestände finden kann (bspw. das es im Jahr X 1000 verurteilte Vergewaltiger gab die im Schnitt zu 5,7 Jahren Haft verurteilt wurden). Oder vielleicht Tabellen, die, basierend auf der tatsächlichen Rechtsprechung, eine Orientierung bei der Strafzumessung für einzelne Tatbestände geben... Irgendeine solide Grundlage für Diskussionen über die Schärfe des deutschen Strafrechts nicht nur von den abstrakten Strafandrohungen, sondern gerade von den Schuldsprüchen her.

-- Editiert Gutmensch am 15.09.2011 00:41

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
meri
Status:
Master
(4821 Beiträge, 1821x hilfreich)



Statistisches Bundesamt
http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Navigation/Statistiken/Rechtspflege/Strafverfolgung/Strafverfolgung.psml

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#2
 Von 
Ilsa1939
Status:
Bachelor
(3728 Beiträge, 1170x hilfreich)

Eine Statistik über die durchschnittliche Strafzumessung bei bestimmten Tatbeständen ist VÖLLIG UNGEEIGNET um über die Schärfe des Strafrechtes zu diskutieren. Viele Laien gehen davon aus, dass sich die durchschnittliche Strafzumessung in etwa in der Mitte des möglichen Strafrahmens einpendeln müsse und stellen dann fest, dass die Mehrzahl der Urteile dann deutlich unterhalb der Mitte des möglichen Strafrahmens liegt, woraus der Schluss gezogen wird, dass unser Strafrecht zu lasch sei oder die Gerichte zu lasch urteilen.

Diese Schlüsse sind VÖLLIG FALSCH, denn sie übersehen, das die weit überwiegende Mehrzahl der angezeigten und verhandelten Delikte sich im untersten Bereich des Strafrahmens abspielen.

Beispiele:
Einfacher Diebstahl (§ 242 StGB ) hat einen Strafrahmen von bis zu fünf Jahren. Es wäre nun aber unzutreffend, wenn man der Ansicht ist, dass Diebe im Durchschnitt 2 bis 3 Jahre Freiheitsstrafe erhalten, denn die Mehrzahl der Diebstähle sind ja Bagatellen, wo Leute (meisten auch noch Kinder und Jugendliche) irgendwelchen Krimskram von geringem Wert stehlen. Wenn Frau X sich bei dm einen Eyeliner einsteckt, Herr Y ’ne Flasche Frühstückskorn bei Aldi, und Jungspunt Z die neue Bravo-Hits bei Saturn, dann wird’s für keinen von den Gestalten eine Freiheitsstrafe geben. So oder so ähnlich ist die Mehrzahl aller Diebstähle und deshalb wird die durchschnittliche Strafzumessung immer deutlich unter der Mitte des möglichen Strafrahmens liegen

Diese Überlegung gilt auch für alle anderen Delikte und deshalb sollte man stets vorsichtig sein, wenn „Statistiker" irgendwelche Skandale aufdecken oder fordern, dass die Gerichte „endlich mal den Strafrahmen ausschöpfen sollen".


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#3
 Von 
Gutmensch
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 44x hilfreich)

Das müsste dann bei der Betrachtung solcher Statistiken natürlich beachtet werden. Mit ausgeschaltetem Hirn sollte man sich ja nicht unbedingt in die Diskussion begeben...

Die Statistiken des Bundesamtes enthalten - wenn ich nichts übersehen habe - leider nichts über die Strafzumessung...

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#4
 Von 
wastl
Status:
Richter
(8350 Beiträge, 1492x hilfreich)

Das mag daran liegen, dass so eine Statistik völlig sinnlos wäre.

Und da ja vom TE ein unverschämter Umgangston anscheinend geschätzt wird:
Mit ausgeschaltetem Hirn sollte man sich ja nicht unbedingt in die Diskussion begeben...

sei angemerkt, dass man, um die Sinnlosigkeit so einer Statistik zu erkennen, nicht mal das Hirn einschalten muss. Es ist nämlich gerade keine "solide" Grundlage für eine Diskussion über die Schärfe des deutschen Strafrechts.

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"Der Mensch sehnt sich so lange nach der Stimme der Vernunft, bis sie anfängt zu sprechen." (ZEIT)"

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#5
 Von 
Ilsa1939
Status:
Bachelor
(3728 Beiträge, 1170x hilfreich)

quote:
Die Statistiken des Bundesamtes enthalten - wenn ich nichts übersehen habe - leider nichts über die Strafzumessung...

... aus eben diesem Grund.
quote:
Das müsste dann bei der Betrachtung solcher Statistiken natürlich beachtet werden.

Das ist seriös gar nicht möglich.

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