Strafanzeige - Strafbefehl - Wie sind die Erfolgsaussichten?

19. Dezember 2023 Thema abonnieren
 Von 
go653179-74
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Strafanzeige - Strafbefehl - Wie sind die Erfolgsaussichten?

Hallo,

eine Bekannte erstattete Strafanzeige gegen eine Person, weil diese ihre Telefonnr. im Internet veröffentlicht hat. Es wurde bekannt, dass der Beschuldigte sich nicht zur Sache geäußert und später einen Strafbefehl erhalten hat. Diesem Strafbefehl hat der Beschuldigte widersprochen. Als Beweis liegt keine IP-Adressenkennung vor, lediglich wurde wohl eine Handynummer verwendet, die einem Verwandten des Beschuldigten gehört. Rein theoretisch kann jeder andere aus dem Haushalt oder sonst wo die Tat begannen haben.

Meine Frage: Wenn der Beschuldigte die Tat abstreitet, reicht das dennoch für eine Verurteilung aus? Ist dieser eine Beweis ausreichend?

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(33073 Beiträge, 17330x hilfreich)

Wenn der Beschuldigte die Tat abstreitet, reicht das dennoch für eine Verurteilung aus? Durchaus möglich. Im Übrigen bezweifle ich, dass die Story vollständig ist.
Ist dieser eine Beweis ausreichend? Es gibt doch offenbar bereits ein Urteil, welches genau auf diesem Beweis basiert - da sollte die Frage doch überflüssig sein. Ob das dann nach Verhandlung des Einspruchs immer noch so gesehen wird, wird sich zeigen...

-- Editiert von User am 19. Dezember 2023 17:51

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121768 Beiträge, 40061x hilfreich)

Zitat (von go653179-74):
eine Bekannte erstattete Strafanzeige gegen eine Person, weil diese ihre Telefonnr. im Internet veröffentlicht hat.

Da das veröffentlichen von Telefonnummern im Internet gar kein Straftatbestand darstellt, dürfte das wichtigste an der Geschichte wohl fehlen ...



Zitat (von go653179-74):
Wenn der Beschuldigte die Tat abstreitet, reicht das dennoch für eine Verurteilung aus? Ist dieser eine Beweis ausreichend?

Aufgrund der Vielzahl unbekannter Faktoren / zahlreicher Unwägbarkeiten ist das in Ermangelung hellseherischer Fähigkeiten nicht seriös zu beantworten.

Jedenfalls ist das Gericht in seiner Würdigung der Beweise frei. Es wurden auch schon Leute wegen Mordes verurteilt, obwohl es gar keine Leiche gab.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#3
 Von 
go653179-74
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Es gibt (noch) kein Urteil, sondern einen Strafbefehl. Ich kenne es so, dass so ein Strafbefehl teilweise auch zurückgezogen oder gegen eine Auflage eingestellt wird. Die Story ist an sich vollständig, was fehlt Ihrer Meinung nach? Meine Vermutung ist, dass der Strafbefehl nur erteilt wurde, weil der Beschuldigte nicht reagiert hat.

Mir ging es eigentlich eher um die Beweiskraft mit der Telefonnummer.

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#4
 Von 
cirius32832
Status:
Schlichter
(7533 Beiträge, 1566x hilfreich)

Zitat (von go653179-74):
Die Story ist an sich vollständig, was fehlt Ihrer Meinung nach?


lesen Sie doch einfach, was andere schreiben:

Zitat (von Harry van Sell):
Da das veröffentlichen von Telefonnummern im Internet gar kein Straftatbestand darstellt, dürfte das wichtigste an der Geschichte wohl fehlen ...

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

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#5
 Von 
go653179-74
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Achso, sorry! Den Beitrag von Harry van Sell habe ich gar nicht gesehen, weil dieser Post anscheinend dann geschah, während ich meinen Beitrag getippt habe.

Die Veröffentlichung der Telefonnummer sorgte für zahlreiche Anrufe, sodass der Strafbestand Fälschung beweiserhebl. Daten erfüllt wurde (laut Staatsanwaltschaft).

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#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38860 Beiträge, 14069x hilfreich)

Wo hast Du denn diese Kenntnis her? Ein Strafbefehl ist ein Urteil, welches eben nur im rein schriftlichen Verfahren ergeht. Der Rest ist jetzt, wie sich aus der beigefügten Belehrung ergibt, nach Einlegung des Rechtsbehelfs - hier Einspruch - zu klären. Der Einspruch kann auf die Höhe des Betrages, der pro Tag zu zahlen ist, beschränkt werden. Und warum sollte der Staatsanwalt eigentlich was teilweise zurückziehen? Geht doch gar nicht. Eine Schwangerschaft kann man ja auch nicht ein Bissele oder halb zurück ziehen.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
go653179-74
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich kenne es aus dem Bekanntenkreis so, dass ein Strafbefehl gegen eine Auflage (Zahlung an eine Organisation usw.) eingestellt werden kann, wenn Gericht + Staatsanwaltschaft + Beschuldigter dem zustimmen. Als Geschädigte hat man kein Vetorecht dafür. Es geht um § 238 Abs. 1 Nr. 3b und 269 Abs. 1 Strafge.buch.

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#8
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(33073 Beiträge, 17330x hilfreich)

Ein Strafbefehl ist ein Urteil und Urteile werden nicht "eingestellt". Und ob man aussagt oder nichts, hat mit dem Strafbefehl auch nichts zu tun. Eingestellt wird allenfalls das Verfahren - das kann aber mit und ohne Strafbefehl passieren. Im Übrigen ist es nervig, dass Sie unbedingt hören wollen, das Verfahren würde eingestellt - das ist hier nicht das Forum für Wunschantworten...

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38860 Beiträge, 14069x hilfreich)

Und diese Zustimmung von allen erfolgt in der Regel in der mündlichen Verhandlung. Warum sollte das vorher geschehen und für was? Der mutmaßliche Täter sagt gar nichts, bisher. Aus was für Gründen sollte man dann irgend etwas außerhalb der mündlichen Verhandlung anstoßen? Er kann den Rechtsbehelf einlegen, Beweisanträge stellen, es kommt zur mündlichen Verhandlung und alles wird geklärt. Man hat möglicherweise die Weichen vorher falsch gestellt. Aber das interessiert jetzt nicht.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47919 Beiträge, 16935x hilfreich)

Zitat (von go653179-74):
Es geht um § 238 Abs. 1 Nr. 3b und 269 Abs. 1 Strafge.buch.

Was denn jetzt?
Es geht wohl in erster Linie um Nachstellung (§ 238 StGB).

Und dann fehlen natürlich ganz wesentliche Dinge in der Geschichte, nämlich mindestens der Kontext in dem die Telefonnummer veröffentlicht wurde.

Wenn ich hier in diesem Thread Deine Telefonnummer nennen würde, dann wäre das auch eine Veröffentlichung, würde aber weder den Straftatbestand des § 238 StGB noch den des § 269 StGB erfüllen.

Zitat (von go653179-74):
Meine Vermutung ist, dass der Strafbefehl nur erteilt wurde, weil der Beschuldigte nicht reagiert hat.


Handynummer passt, Motiv ist vorhanden und es gibt keinen Hinweis darauf, dass er es nicht gewesen ist. Ob eine Reaktion des Bekannten zu einem anderen Ergebnis geführt hätte, können wir nicht wissen.

Zitat (von go653179-74):
lediglich wurde wohl eine Handynummer verwendet, die einem Verwandten des Beschuldigten gehört. Rein theoretisch kann jeder andere aus dem Haushalt oder sonst wo die Tat begannen haben.


Und wer könnte noch ein Motiv gehabt haben? Wenn der Bekannte selbst ein Motiv hatte, dann muss schon mehr kommen, als dass noch jemand Anderes theoretisch Zugriff auf das Handy gehabt haben könnte.

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#11
 Von 
vacantum
Status:
Lehrling
(1190 Beiträge, 204x hilfreich)

Zitat (von go653179-74):
Es gibt (noch) kein Urteil, sondern einen Strafbefehl.
Der Strafbefehl IST ein Urteil.

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1540 Beiträge, 326x hilfreich)

So ein Unfug gehört m.E. geschlossen.

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

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