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Strafanzeige wegen Warenkreditbetrug

 Von 
DerDietriccch
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Strafanzeige wegen Warenkreditbetrug

Guten Morgen zusammen,

ich hoffe, hier eine erste Information zu erhalten. Ich versuche, den Sachverhalt knapp zu formulieren.
Ich hatte vor einiger Zeit einen Artikel bei einem Onlineversand bestellt. Nachdem der Artikel nach einer Wochen immer noch nicht eintraf, kontaktierte ich den Kundenservice mit der Bitte, das Paket ausfindig zu machen. Einige Tage später erhielt ich den Hinweis, dass das Paket bei einem Nachbarn abgegeben wurde (Name angeblich unbekannt). Da meine Aufforderung, den bereits bezahlten Betrag zurückzuerstatten nicht von Erfolg gekrönt war, habe ich eine Rückbuchung der Lastschrift in Auftrag gegeben. Weiteres in Stichpunkten:

-Es wurde gegen mich geklagt. Es geht um keine 20€.
-Der Sachverhalt wurde von mir so erklärt, wie er vonstatten ging. Ich habe mich bereit erklärt, der Firma die Gebühr der Rücklastschrift zu erstatten.
-Die Klage wurde zurück genommen (ist etwa ein halbes Jahr her)
-Heute im Briefkasten: Vorladung zur Anhörung/ Strafanzeige wegen Warenkreditbetrugs der oben erwähnten Firma.

Ich bin gerade mit meinem Latein am Ende. Was hat es damit auf sich und wie kann/ soll ich vorgehen?

Ich bedanke mich schon einmal für eventuelle Antworten und wünsche einen gute Rutsch ins neue Jahr.


-- Editiert von Moderator am 28.12.2017 09:22

-- Thema wurde verschoben am 28.12.2017 09:22

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Strafantrag Akteneinsicht Klage angeblich


8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23945 Beiträge, 15579x hilfreich)

Kommt die Anhörung von der Polizei oder von der Staatsanwaltschaft? Bist du als Beschuldigter oder als Zeuge geladen?
Ich würde hier folgendes machen: Akteneinsicht beantragen. Und dann erst mal schauen, ob dort bei Erstattung der Strafanzeige gelogen wurde.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#2
 Von 
DerDietriccch
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich wurde als Beschuldigter geladen, von der Polizei.

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#3
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(28299 Beiträge, 15400x hilfreich)

Ich würde hier folgendes machen: Akteneinsicht beantragen. Wofür man einen Anwalt braucht. Ein Verfahren wegen 20 Euro wird ohnehin eingestellt, wenn keine Vorbelastungen da sind - da würde ich mir das gut überlegen...

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#4
 Von 
Hobbyjurist203
Status:
Beginner
(97 Beiträge, 15x hilfreich)

Sie schreiben, dass die Anzeige angeblich zurückgenommen wurde. Soweit ich weiß ist Betrug bei Geringwertigkeit, was hier wohl vorliegt, ein Antragsdelikt. Hätte nicht eigentlich eingestellt werden müssen, wenn der Strafantrag zurückgenommen wurde?

Ich persönlich denke, dass sich ein Anwalt, auch wenn er nur Akteneinsicht beantragt, hier nicht lohnen würde. Wie Mümmel schon sagte, wird höchstwahrscheinlich eh eingestellt, sofern sie noch nicht wegen ähnlicher Delikte vorbestraft wurden.

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#5
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(28299 Beiträge, 15400x hilfreich)

Hätte nicht eigentlich eingestellt werden müssen, wenn der Strafantrag zurückgenommen wurde? Wenn die Staatsanwaltschaft kein "öffentliches Interesse" an der Sache hat - ja. Nur weiß er von der Rücknahme des Strafantrages ja auch nichts Offizielles - es kann also gelogen sein, wurde vergessen, der Brief ist verschwunden etc.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#6
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(28156 Beiträge, 8393x hilfreich)

Zitat:
Sie schreiben, dass die Anzeige angeblich zurückgenommen wurde.

Er schreibt, dass die "Klage" zurückgenommen wurde. Wobei man wissen müßte, was er genau damit meint. Wurde tatsächlich eine zivilrechtliche Klage erhoben, wegen 20,00 EUR??

Zitat:
Soweit ich weiß ist Betrug bei Geringwertigkeit, was hier wohl vorliegt, ein Antragsdelikt.

Ja, aber kein absolutes. Nur relatives.

Zitat:
Hätte nicht eigentlich eingestellt werden müssen, wenn der Strafantrag zurückgenommen wurde?

Nur bei absoluten Antragsdelikten. Bei relativen kann per öffentlichem Interesse weiterverfolgt werden.

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#7
 Von 
DerDietriccch
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von !!Streetworker!! ):
Er schreibt, dass die "Klage" zurückgenommen wurde. Wobei man wissen müßte, was er genau damit meint. Wurde tatsächlich eine zivilrechtliche Klage erhoben, wegen 20,00 EUR??

Von der Anzeige habe ich erst gestern erfahren. Es wurde seitens des Klägers ein Inkassobüro beauftragt. Der Warenwert war knapp unter 20€, allerdings kamen dann noch 70€ Inkassogebühren hinzu. Es liegt also eine Gesamtforderung von knapp 90€ vor. Es war dann so, dass ich zugestanden habe, für die Gebühr der Rücklastschrift (und nur dafür) aufzukommen (~6€ ) . Der Kläger teilte dann dem zuständigen Amtsgericht die Bitte mit, das Verfahren einzuleiten. Das Amtsgericht teilte dem Kläger danach mit, dass eine Klage nach den vorliegenden Informationen keine Aussicht auf Erfolg hat. Der Kläger hat daraufhin dem Amtsgericht mitgeteilt, die Klage zurückzunehmen (im Wortlaut: "...nehmen wir die Klage zurück."). Vorbestraft bin ich nicht. Deshalb die Fragezeichen über meinem Kopf. Ich würde nun zu dem Termin gehen und dazu Stellung nehmen, oder würdet ihr mir Anderes empfehlen? Die Sachlage ist eindeutig und wird durch die schriftliche Mitteilung des Amtsgericht in Richtung Kläger unterstrichen. Soll ich diesen Schriftverkehr mitnehmen? Oder hat die Polizei Zugriff darauf?

-- Editiert von DerDietriccch am 28.12.2017 15:20

-- Editiert von DerDietriccch am 28.12.2017 15:21

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#8
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(28156 Beiträge, 8393x hilfreich)

Zitat:
Der Kläger hat daraufhin dem Amtsgericht mitgeteilt, die Klage zurückzunehmen (im Wortlaut: "...nehmen wir die Klage zurück.").

O.K.

Zitat:

Die Sachlage ist eindeutig und wird durch die schriftliche Mitteilung des Amtsgericht in Richtung Kläger unterstrichen. Soll ich diesen Schriftverkehr mitnehmen? Oder hat die Polizei Zugriff darauf?

Nein, hat sie nicht. Und dass eine Sachlage zivilrechtlich eindeutig ist, heißt nicht automatisch, dass das auch strafrechtlich der Fall ist. Gleichwohl dürfte auch das Strafverfahren hier zieml. sicher eingestellt werden.

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