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Strafe bei Gegenseitiger Körperverletzung

 Von 
Mike444
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Strafe bei Gegenseitiger Körperverletzung

Hallo,

Da ich in letzter Zeit immer nervöser werde, wollte ich mich informieren mit welchen Folgen ich bei meinem Fall von gegenseitiger Körperverletzung ich rechnen muss.

An Karneval begab ich (Männlich, 19 Jahre) mich auf einer öffentlichen Veranstaltung in einem abgesperrten Bereich auf einen Toilettenwagen, zu welchem mir der Eintritt verwehrt blieb, da zwei Personen (Männlich, etwa 20 Jahre) den Wagen blockierten. Als ich sie zunächst bat zur Seite zu treten, waren sie dazu nicht bereit. Auf weitere Aufforderungen, forderte mich der Beschuldigte auf den Wagen zu verlassen und hinter mir kam es schon zu Drängeleien. Es kam nun zu einer verbalen Auseinandersetzung, in der ich unter Anderem als "Hurensohn" beschuldigt wurde, worauf hin ich einen Fehler beging und demjenigen mit der Faust in sein Gesicht schlug, jedoch ohne erkenntlich Schäden.
Daraufhin habe ich den Toilettenwagen sofort verlassen und wollte mich draußen meiner Gruppe wieder anschließen.
Fünf Minuten nachdem ich den Wagen verlassen hatte erhielt ich wie aus dem Nichts einen starken Schlag auf meine linke Gesichtshälfte, bei dem ich direkt zu Boden ging.
Daraufhin rappelte ich mich schwindelnd wieder auf und taumelte zu meiner Gruppe.
Den Beschuldigten haben wir anschließend gesucht und gefunden und vor der Polizei angezeigt. - Er mich selbstverständlich auch.
Bei ihm waren jedoch keine Schäden im Gesicht zu sehen.
Auf der anderen Seite ist mein Jochbein zweimal gebrochen und musste operiert werden. Dazu kommt noch eine leichte Prellung am Kinn, durch den Sturz. Außerdem muss ich mich in einem halben Jahr noch einmal operieren lassen, um die eingesetzten Platte am Jochbein wieder zu entfernen. Schmerzen beim Essen habe ich auch heute noch.

Nach fünf Tagen Krankenhausaufenthalt wurde ich entlassen und habe mich direkt mit einem Anwalt zusammen gesetzt und noch eine zusätzliche <a class="gaethema" title="Anzeige Themenseite" href="https://www.123recht.de/thema/anzeige.html">Anzeige</a><!--crawlerok--> geschrieben.
Heute habe ich Post bekommen, in der ich als Beschuldigter eine Aussage machen soll. Dafür habe ich mit meinem Anwalt bereits einen Gesprächstermin ausgemacht.
Da ich jedoch nicht bestreiten kann, dass ich ebenfalls eine Schuld trage, wollte ich einmal nachfragen, ob ich ebenfalls mit einer "größeren Strafe" zu rechnen habe und mir auch wirklich ein Anspruch auf Schmerzenzgeld zusteht. Mein Anwalt meint unter Anderem durch die zeitliche Verzögerung zwischen den Vorfällen, gäbe es für den Beschuldigten keine Möglichkeit die Strafe für ihn zu verhindern (z.B. durch Darstellung als Notwehr).
Ich habe Zeugen die gehört haben wie der Beschuldigte die Tat vor mir gestanden hat und ihn eindeutig identifizieren können.

Danke falls ihr bis hier her durchgehalten habt. Ich hoffe ihr könnt mir sagen, was mich erwarten wird.

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Anwalt Notwehr Rechnen Schlag


4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wastl
Status:
Richter
(8321 Beiträge, 1462x hilfreich)

Ihr Schlag war nun ebensowenig durch Notwehr gerechtfertigt wie der des "Gegners". Allerdings sind auch die jeweiligen Tatfolgen zu berücksichtigen. Wenn Sie also nicht vorbestraft sind, dürfte Ihnen nicht viel passieren - eher gar nichts, weil der, der Sie geschlagen hat, auf den Privatklageweg verwiesen werden kann, während er angesichts der Folgen für Sie eher mit einer Strafe zu rechnen hat. Der Anwalt hat recht, dass eine Notwehrlage nicht ersichtlich ist.
Für Sie besteht also kein Grund zur Sorge. Das haben Sie allerdings Ihrer geringen Schlagkraft zu verdanken ;)

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#2
 Von 
Khryztynna
Status:
Lehrling
(1052 Beiträge, 486x hilfreich)

quote:
Ihr Schlag war nun ebensowenig durch Notwehr gerechtfertigt


Kommt drauf an. Der TE beschreibt immerhin "da zwei Personen [...] den Wagen blockierten. Als ich sie zunächst bat zur Seite zu treten, waren sie dazu nicht bereit ". Es könnte also eine Nötigung vorliegen; ob der Schlag als Mittel "geeignet" war, diese zu beseitigen, wird man unter genauerer Betrachtung der Umstände bewerten müssen.

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#3
 Von 
wastl
Status:
Richter
(8321 Beiträge, 1462x hilfreich)

in der ich unter Anderem als "Hurensohn" beschuldigt wurde, worauf hin ich einen Fehler beging und demjenigen mit der Faust in sein Gesicht schlug
Die Umstände hat er doch geschildert. Der Schlag war die Antwort auf die Beleidigung.

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#4
 Von 
Khryztynna
Status:
Lehrling
(1052 Beiträge, 486x hilfreich)

quote:
Der Schlag war die Antwort auf die Beleidigung.


Die Nötigung war da aber auch noch "ongoing ". Es wäre mir neu, daß man sein Notwehrrecht verwirkt, wenn man es nicht schon in den ersten n Sekunden ausübt.

Alternativ könnte man auch die Diskussion wiederholen, die wir hier schon mal zum Thema "Notwehr gegen Beleidigungen" und deren mannigfache Aspekte hatten. ;)

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