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Straftat?

17.11.2007 Thema abonnieren Zum Thema: Anzeige Geld Gericht
 Von 
Michael Schultze
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Straftat?

Guten Tag,

ersteinmal großes Lob an dieses Forum find ich ene Super idee :) .

Jetzt meinem Problem:


In einem Finanzforum habe ich an einem Projekt teilgenommen das wie folgt lautet:

Ich bin Trader am Forex Markt seit 4 Jahren mit großem erfolg.
Sie überweisen mir 1000€ ich trade mit diesem Geld und zahle Ihnen dann nach einer bestimmten Zeit sagen wir mal 14 Tage 1300€ retur. Die Absicherung der Investition ist zu 100% gegeben.

Ich habe bei dem Projekt teilgenommen, wie es dann so kam hat er meine Einlage verloren weil er einen Stop nicht gesetzt hat und sein geld im freienfall flöten ging.

er sagt er kan daher nicht zurück zahlen aber er hat doch eine 100% absicherung gegeben?
Des weiteren hat er das nichtangemeldet das er für andere Leute so geld macht hat es also schwarz gemacht und ich wusste das auch.

Wie ist hier die Rechtslage? SOll ich sofort Anzeige erstatten oder bin ich selber schuld? Hab ich überhaupt eine chance mein geld wiederzubekommen?

BItte um rat bin echt ratlos.

MfG

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Anzeige Geld Gericht


8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Michael Schultze
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

keiner der mir helfen kann?

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#2
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29066 Beiträge, 8809x hilfreich)

Nunja, Sie können natürl. Anzeige wegen Betrug erstatten. Ihr Geld haben Sie dadurch aber nicht wieder. Das Geld können Sie versuchen zivilrechtlich einzuklagen. Dazu können Sie einen Anwalt nehmen, den Sie aber vorfinanzieren müssen.

Es ist allerdings auch relativ naiv, zu denken, dass eine Einlage '100%ig abgesichert ist' nur weil jemand diesen Satz in ein Internetforum schreibt. Wenn jemand die Einlagen absichern könnte, bräuchte er kein Fremdgeld für seine Spekulationen, sondern könnte eigenes nehmen.

Hier hat mal wieder -sorry, ist nicht böse gemeint- die Gier alle Vorsicht dahinschmelzen lassen.

-----------------
"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#3
 Von 
Michael Schultze
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Hmm, würde er denn bestraft werden?
ich meine er hat das ja sozusagen auch schwarz gemacht ich wusste das zwar aber kann man ihn da nicht irgendwie für bestrafen? Und muss er das geld nicht trotzdem zurück zahlen? er sagte ja das geld 100% agesichert.

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#4
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29066 Beiträge, 8809x hilfreich)

Wie schon gesagt, natürlich können Sie ihn anzeigen, und ggf. wird er dann auch verurteilt (eben z.B. wegen Steuerhinterziehung, oder auch wegen Betruges Ihnen gegenüber. Kommt drauf an, ob ein Gericht einen Satz in einem Internetforum: 'Die Einlage ist 100% sicher' als Vortäuschung einer falschen Tatsache ansieht - kann sein - kommt wohl auf den Gesamtzusammenhang an.)

Nur - selbst wenn er verurteilt wird, bekommt er halt eine Freiheitsstrafe oder muß eine Geldstrafe an die Staatskasse zahlen. Sie haben finanziell nichts von einer strafrechtlichen Verurteilung.

Um an Ihr Geld zu kommen, müssen Sie -wie schon gesagt- zivilrechtlich gegen ihn vorgehen. Das ist eine vom Strafrecht unabhängige Sache. Zum einen müßten Sie dann den Prozess gewinnen, was z.B. schwierig werden könnte, wenn das Gericht zu der Überzeugnung käme, dass anhand der Aufmachung des Angebots hätte erkannt werden müssen, dass der Verlust der Einlage droht. Oder das Gericht müßte das Geschäft als von Anfang an nichtig erklären. Beides kann man von hier aus nicht beurteilen.

Wie auch immer, müßten Sie den Prozess so oder so vorfinanzieren (es sei denn, Sie sind rechtsschutzversichert), also Gerichtskosten vorschiessen und ggf. auch einen Anwalt beauftragen. Das Risiko liegt darin, dass Ihr Gegner dann am Ende nicht zahlungsfähig ist (diese Vermutung liegt bei diesem Sachverhalt ja nicht allzu fern). In diesem Fall kann es halt passieren, dass Sie zwar den Prozess gewinnen (also am Ende ein 30 Jahre lang vollstreckbares Urteil / einen Titel haben), dies(en) aber real nicht erfolgreich vollstrecken können, weil Ihr Gegner -wie gesagt- zahlungsunfähig im Sinne §§ 850 ff. ZPO ist, also kein pfändbares Vermögen hat und auch kein Einkommen, dass oberhalb der Pfändungsfreigrenzen liegt, in das insoweit also auch nicht vollstreckt werden kann. In diesem Fall würden Sie nicht nur Ihren 1000er nicht wieder bekommen, sondern würden auch noch auf den Anwalts und Gerichtskosten sitzen bleiben.

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#5
 Von 
Michael Schultze
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

gut okay, das verstehe ich, ich bin im rechtsschutz, das wäre daher kein Problem.

Aber der Herr durfte dasja garnicht weil er dafür keine Genehmigung hat un dich wusste das. Jetzt schreibt er mir nämlich das die Behörden auf ihn aufmerksam geworden sind und sein Trading konto geschlossen haben und de Gelder die noch druaf waren vorerst beschlagnahmt haben.

Was passiert jetzt?
Ich mein Ich wusste es ja das er es nciht angemeldet hat.

Was soll ich nurmachen?

Lohntsich eine Anzeige?

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#6
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29066 Beiträge, 8809x hilfreich)

Lohntsich eine Anzeige?

Ich habe Ihnen doch nun mehrfach gesagt und erklärt, dass sich eine strafrechtliche Anzeige finanziell nicht für Sie lohnt.

Was soll ich nurmachen?

Habe ich Ihnen auch bereits gesagt: Gehen Sie zu einem Rechtsanwalt und beauftragen Sie den damit, zivilrechtlich gegen den Mann vorzugehen und das Geld zurückzufordern. Ob Sie das Geld am Ende wiederbekommen, kann man im Voraus nicht wissen. Entweder es klappt, oder es klappt (aus den o.g. Gründen = Zahlungsunfähigkeit) nicht. Wenn das Gericht das Geschäft als 'von anfang an nichtig' erklärt [§§ 134 , 138 BGB ], kommt § 817, Satz 2 BGB ins Spiel:

§ 817 BGB
[Verstoß gegen Gesetz oder gute Sitten]

War der Zweck einer Leistung in der Art bestimmt, dass der Empfänger durch die Annahme gegen ein gesetzliches Verbot oder gegen die guten Sitten verstoßen hat, so ist der Empfänger zur Herausgabe verpflichtet.

Die Rückforderung ist ausgeschlossen, wenn dem Leistenden gleichfalls ein solcher Verstoß zur Last fällt, es sei denn, dass die Leistung in der Eingehung einer Verbindlichkeit bestand; das zur Erfüllung einer solchen Verbindlichkeit Geleistete kann nicht zurückgefordert werden.


Das Gericht könnte also entscheiden, dass Ihnen hätte klar sein müssen, dass das Geschäft 'nichtig' im Sinne der §§ 134 , 138 BGB ist und Ihnen Ihren Rückzahlungsanspruch aberkennen.

Ob es das tun wird (oder überhaupt ein Ergebnis), kann Ihnen nur ein Hellseher voraussagen. Das werden Sie nur erfahren, indem Sie es versuchen. Ein finanzielles Prozessrisiko haben Sie ja nicht durch Ihre RSV, insoweit diese für solche Fälle eine Deckungszusage erteilt. Aber das läßt sich ja problemlos im Voraus erfragen.

Größer als das Risiko vor Gericht zu unterliegen, ist m.E. das Risiko, dass Ihr Gegner nicht zahlungsfähig ist und Sie insoweit keine rechtliche Möglichkeit haben, Ihre Forderung real durchzusetzen.



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#7
 Von 
Michael Schultze
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Ist das hier z.B. ein nichtiges Geschäft:

Hallo Liebe Gemeinde,

Ich beschäftige mich jetzt schon seit mehreren Jahren mit dem Forex und dem Aktien markt. Deshalb möchte ich euch ein Angebot vorschlagen für diejenigen die nur kurz geld einsetzten möchten.

mein Vorschlag sieht wie folgt aus:

1000€ nach einem Monat 1300e retur

einzahlen per Banküberweisung.


Für die obengenannten Beträge gebe ich eine 100% absicherung.

Ich handele in den Währungen:

Euro zu US Dollar
Euro zu Japanischen Yen

Bitte beurteilen

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#8
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29066 Beiträge, 8809x hilfreich)

Nein, im Prinzip erst mal nicht, da kein 'Verstoß gegen Gesetz oder gute Sitten' zwingend auf der Hand liegt.

Sie werden eine 100%ige Antwort auf Ihre Frage/Ihr Problem in einem Forum jedoch nicht bekommen können. Jura ist keine exacte Wissenschaft, wie z.B. Mathematik wo 2+2 immer und überall auf der Welt = 4 ist. Für die juristische Bewertung einer Sache bedarf es einer umfassenden Gesamtschau, wie Sie in einem Forum nicht möglich ist. Auch Anwälte (selbst wenn Sie denen in der Kanzlei 'live' gegenübersitzen) geben in aller Regel erst eine Beurteilung ab, nachdem sie (soweit vorhanden) Akteneinsicht genommen haben, Papiere gesichtet haben usw.

Letztendlich kommt es auch tagtäglich vor, dass Gericht X-Stadt in ein und der selben Sache ein anderes Urteil fällt, als Gericht Y-Stadt, weil das eine Gericht Beweise/indizien anders bewertet als das andere oder andere Umstände anders gewichtet als das andere Gericht. Ein Gericht könnte z.B. entscheiden, dass man Sie über den Tisch gezogen hat, und Sie einen Rückzahlungsanspruch haben, ein anderes Gericht könnte sagen, dass Ihnen bei derartigen Geschäften hätte klar sein müssen, dass Ihre Einlage flöten gehen kann (von der fehlenden Erlaubnis desjenigen mal abgesehen), oder Ihnen hätte klar sein müssen, dass das Geschäft nicht sauber ist.

Wie ein Gericht dann am Ende entscheiden würde, kann man unmöglich vorher sehen.

Wenn Sie eine Chance haben wollen, Ihr Geld zurück zu bekommen müssen Sie sich schon die Mühe machen, sich zu einem Anwalt zu begeben und den zunächst mit der Einholung einer Deckungszusage von Ihrer Rechtsschutzversicherung und dann -wenn diese da ist- mit der Vertretung Ihrer Interessen zu beauftragen. Zu verlieren haben Sie dann ja -so gesehen- nichts mehr. Selbst wenn Sie vor Gericht mit Pauken und Trompeten untergehen würden, würde die Versicherung die Kosten tragen. In dem Fall kann es also entweder nur besser werden, oder gleich schlecht bleiben.

Wie aber auch schon mehrfach gesagt, sollten Sie sich -selbst im Fall, dass Sie vor Gericht gewinnen- keine allzu großen Hoffnungen machen, Ihr Geld zeitnah wiederzusehen, denn wer solche Inserate aufgibt, ist in aller Regel finanziell am Ende. Somit könnten Sie -ich wiederhole mich- selbst ein für Sie positives Urteil real nicht durchsetzen. Allerdings hat so ein Urteil (Titel) eine Gültigkeit von 30 Jahren. Wenn Ihr Gegner also in den nä. 30 Jahren noch mal zu Geld kommt, könnten Sie ihn dann pfänden.

-----------------
"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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