Terrorverdacht

17. September 2007 Thema abonnieren
 Von 
Saubär
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 0x hilfreich)
Terrorverdacht

Hallo Zusammen,

Ich hab da mal eine hypothetische Frage.
Angenommen, ich erfahre, das ein Mitbürger die Verfassung der Republik nicht akzeptiert (z.B. ein bestehendes Urteil des Verfassungsgerichts) und daraufhin plant, Menschen zu töten oder töten zu lassen, was muss ich tun?
Wenn ich nichts tue, mache ich mich dann in irgendeiner Art und Weise strafbar?
Falls ich etwas tun muss, was muss ich tun?

Vielen Dank schon mal im Voraus!

Gruss Saubär

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31 Antworten
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#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(33130 Beiträge, 17349x hilfreich)

Hi,

wenn jemand einen Mord oder Totschlag plant, ob nun aus terroristischen oder privaten Motiven, sind Sie verpflichtet, dies der Polizei zur Anzeige zu bringen (§ 138 StGB ). Anderenfalls machen Sie sich selbst strafbar.

Gruß vom mümmel

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#2
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9575 Beiträge, 2359x hilfreich)

Selbstverständlich müssen Sie unverzüglich Anzeige erstatten. Tun Sie dies nicht, machen Sie sich wegen Nichtanzeige geplanter Straftaten gem. § 138 StGB selbst strafbar.

Für die Nichtanzeige eines geplanten Mordes steht Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren.

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#3
 Von 
Saubär
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 0x hilfreich)

Oh, das ging ja schnell! Danke.

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#4
 Von 
pedestrian
Status:
Schüler
(168 Beiträge, 34x hilfreich)

Wiejetzt, ich kann 5 Jahre Knast bekommen, wenn ich Verteidigungsminister Franz Josef Jung nicht anzeige??

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#5
 Von 
Lifeguard
Status:
Student
(2910 Beiträge, 1318x hilfreich)

Ja kannst du.

Und wenn du schon dabei bist. Gleich noch den Paranoia Minister Schäuble wg 202c StGB.

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#6
 Von 
DanielB
Status:
Bachelor
(3291 Beiträge, 410x hilfreich)

Wo wir gerade dabei sind: Erfüllt die Jung'sche öffentliche Abschußankündigung nicht den Straftatbestand des §126 StGB ? Ich hoffe doch, dass eine solche Aussage auch in der heutigen BRD noch geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören? Ansonsten: Danke, dass mir ihr mich daran erinnert, dass ich den Jung anzeigen wollte...

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#7
 Von 
Saubär
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich war jetzt gerade mal bei der Polizei und hab versucht, eine Anzeige gegen Herr Jung zu machen. Da wurde ich belehrt, das das ja nur wegen einer geplanten Straftat ginge. Die wage Aussage, es machen zu wollen, würde für die Anzeige nicht reichen. Ausserdem wäre die Behörde (der deutsche Bundestag) ja schon informiert. Deshalb könnte mich auch niemand wegen §138 StGB anzeigen.

Was denkt Ihr dazu? Was bedeutet "geplant"?
Und reicht es aus, §138 StGB zu genügen, wenn man weiss, die "Behörde" ist informiert? Und, wie stellt man sicher, dass es die richtige Behörde (der entsprechende Entscheidungsträger) ist?

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#8
 Von 
Mortinghale
Status:
Master
(4957 Beiträge, 467x hilfreich)

Hat irgendeiner von Euch eigentlich mal den Film 'Firefall' gesehen ?

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#9
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9575 Beiträge, 2359x hilfreich)

quote:
Ich war jetzt gerade mal bei der Polizei und hab versucht, eine Anzeige gegen Herr Jung zu machen.


Ich fall gleich vom Stuhl ! *brüll* Also was sich hier im Forum doch für Leute tummeln, ist echt immer wieder unterhaltsam... :rock:

Dann können die Polizisten, wenn sie heimgehen, ja wieder erzählen: Schatz, heute war vielleicht wieder einer da, das glaubst du nicht...... :grins:






-- Editiert von justice005 am 17.09.2007 23:36:32

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#10
 Von 
Mortinghale
Status:
Master
(4957 Beiträge, 467x hilfreich)

Und wenn sich die Terroristen auch auf irgendwelche Foren beschränken würden, könnte eigentlich garnichts Schlimmes passieren.

Würde viele Probleme lösen bzw. garnicht erst entstehen lassen.

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9575 Beiträge, 2359x hilfreich)

Da ist was dran....


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#12
 Von 
Saubär
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 0x hilfreich)

quote:Ich war jetzt gerade mal bei der Polizei und hab versucht, eine Anzeige gegen Herr Jung zu machen.

Ich fall gleich vom Stuhl ! *brüll* Also was sich hier im Forum doch für Leute tummeln, ist echt immer wieder unterhaltsam...

Dann können die Polizisten, wenn sie heimgehen, ja wieder erzählen: Schatz, heute war vielleicht wieder einer da, das glaubst du nicht......


...
Nun ja, ich bin leider so naiv, den einen oder anderen Forumsbeitrag ernst zu nehmen. Ich freue mich, das ich zu eurer Unterhaltung beitragen konnte.

Trotz allem versuche ich, euch mit Respekt zu begegnen, wenn wir mal über mein Fachgebiet sprechen. :cool:

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#13
 Von 
DanielB
Status:
Bachelor
(3291 Beiträge, 410x hilfreich)

@justice:

quote:<hr size=1 noshade>Ich fall gleich vom Stuhl ! *brüll* Also was sich hier im Forum doch für Leute tummeln, ist echt immer wieder unterhaltsam... <hr size=1 noshade>

Wobei ich schon gerne noch eine Antwort darauf hätte, wieso eine Anzeige nach §126 StGB nicht eventuell gerechtfertigt wäre.

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#14
 Von 
avalon2006
Status:
Praktikant
(801 Beiträge, 100x hilfreich)

Um hier der Sache mal eine Wendung zu geben. Ist es wirklich so abwegig ein Flugzeug abzuschießen, das entführt wurde, um in irgendeine Einrichtung zu fliegen, in der sich tausende oder gar zehntausende Menschen befinden?

Wenn man das alles so hört, denkt man natürlich, das ist Mord an 200 oder noch mehr Menschen. Aber wenn man genauer darüber nachdenkt, stellt sich doch die Frage, was ist das kleinere Übel. Und mal ganz ehrlich, es kommt doch wohl immer auf den Standpunkt an. Hier sogar im Wortwörtlichen Sinne. Wenn ich im Flugzeug sitze, möchte ich nicht abgeschossen werden. Aber Tatsache ist doch wohl, daß es uninteressant ist, ob mich nun ein deutscher Kampfjet tötet, oder die Entführer. Tot ist nun mal Tot.

Wenn ich nun in einem Gebäude, oder z.B. in einem Stadion mit 70.000 anderen Menschen bin, und dieses Flugzeug vorher abgeschossen wird, bevor es uns alle tötet, dann bin ich doch froh, daß es abgeschossen wurde.

Ich denke einfach, wenn es sicher ist, daß die Menschen da oben sterben, dann lasse ich doch nicht zu, daß noch weitere Menschen sterben.

Denkt mal darüber nach.

gruß
avalon 2006

-----------------
"Das Leben ist eines der Härtesten."

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Mortinghale
Status:
Master
(4957 Beiträge, 467x hilfreich)

Tja, Avalon,

dazu wirst Du die großen Theoretiker aber nicht kriegen.

Deren 'Einstellung' wird sich erst ändern, wenn sie merken, daß diese Dinge in der realen Welt tatsächlich passieren und sie sich mittendrin befinden.

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9575 Beiträge, 2359x hilfreich)

Der Abschuß eines mit zivilen Passagieren besetzten Flugzeugs ist rechtswidrig und kann unter gar keinen Umständen durch ein Gesetz legitimiert werden. Die bewußte Tötung von unschuldigen Menschen verstößt gegen Art 1 GG (Menschenwürde). Da dieser Artikel der Ewigkeitsklausel unterliegt (Art 79 GG ) kann selbst eine 2-Drittelmehrheit im Bundestag nichts daran ändern.

Ich selbst verstehe die ganze Diskussion nicht. Schon lange vor dem 11. Septmeber habe ich bereits in meinem ersten Semester auf der Uni einen Fall kennengelernt, der die ganze Diskussion beantwortet.

Dieser Fall ist der berühmte 'Gleisarbeiterfall'. Da ist mal vor ewigen Zeiten ein Zug auf einer Strecke gefahren, auf der 20 Gliearbeiter gearbeitet haben. Diese haben das aber nicht bemerkt und konnten nicht rechtzeitig gewarnt werden. Einer der Arbeiter hat dann eine Weiche betätigt, um den Zug auf ein Nebengleis umzuleiten, von dem er wußte daß nur 5 Personen auf den Schinen arbeiten. Er sagte sich, besser es sterben nur 5 als 20.

Der Arbeiter wurde wegen Totschlag verurteilt. In seiner Begründung führte das Gericht aus, daß Leben gegen Leben nicht aufrechenbar sei. Der Arbeiter wäre verpflichtet gewesen, dem Schicksal seinen Lauf zu lassen.

Wenn ich nun die ganzen reden der Politiker höre und mir auch das (gekippte) Luftsicherheitsgesetz ansehe, dann muß ich feststellen, dass jeder Jurastudent im ersten Semester den Fall besser lösen könnte.

Trotzdem ändert das nichts an der Problematik. Ob die Anzahl von Leben im Verhältnis zueinander aufrechenbar ist oder nicht, kann meiner Ansicht nach nicht juristisch beantwortet werden. Es ist vielmehr eine moralische oder philosophische Debatte, in der man sich nicht eindeutig auf 'richtig' oder 'falsch' festlegen kann.

Die Äußerungen vom Verteidigungsminister finde ich selbst auch im höchsten Maße problematisch. Das Soldatengesetz verbietet es Soldaten Befehle auszuführen, die eine Aufforderung zur Straftat beinhalten. Wenn sie die Befehle trotzdem ausführen, machen Sie sich selbst wegen des Delikts strafbar. Die Piloten, die eine Rakete abschießen, machen sich also ungeachtet des Befehls eines Totschlags strafbar. Daher hat der Bundeswehrverband auch empfohlen, einen entsprechenen Befehl nicht zu befolgen.

Verteidigungsminister Jung sieht das offensichtlich anders, da er meint, sich unter Umständen auf einen 'übergesetzlichen' Notstand berufen zu können, also auf eine Situation, die so extrem ist, daß sie nicht mehr justiziabel ist. Darauf würde ich mich allerdings nicht verlassen.

Das Problem ist, dass dieser Terror noch ziemlich neu in der Geschichte ist. Alle Gesetze und die Verfassung sind allenfalls auf den klassischen 'Verteidigungskrieg' eingestellt. Wenn der Verteidigungsfall nach Art. 115a GG festgestellt ist, darf die Bundeswehr auch den Feind bekämpfen unter Inkaufnahme ziviler Verluste, um das Land zu verteidigen. Das ist laut Völkerrecht durchaus zulässig (Stichwort: Kollateralschaden). Aber diese Vorschriften können eben nicht auf eine kleine Gruppe Terroristen angewendet werden und genau dieses Problem muß jetzt durch die Politik gelöst werden.

Ich denke, die Politiker sollten diese moralische und philosophische Diskussion ernsthaft und ohne parteipolitisches Geklüngel führen. Jeder Politiker sollte in dieser Situation ernsthaft sagen, was er denkt und was er für gerecht erachtet.

Eine strafbare Handlung ist diese Meinungsäußerung aber noch lange nicht. Derartige Äußerungen werden dem großen Problem nicht gerecht. Wer jetzt meint 'Ich zeige den Jung an' hat von der Gesamtdebatte gar nichts verstanden und macht es sich viel zu einfach.








-- Editiert von justice005 am 18.09.2007 09:53:43

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#17
 Von 
Saubär
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die letzten sehr ausführlichen Erläuterungen.

Das mit dem Unterschied zwischen Meinungsäusserung und dem Plan habe ich jetzt verstanden, jetzt interressiert mich hier natürlich die Grenze zwischen beidem.

Ich habe kein Recht studiert und fühle mich eigentlich dem Recht ausgeliefert. Deshalb interressiere ich mich privat dafür.

Die Aktion von Herr Jung empfinde ich als einen "Anschlag" auf unseren Rechtsstaat, weil er einfach weiter macht, obwohl es ein Urteil des BVerfG gibt.

Deshalb wollte ich etwas dagegen tun.

Das hat jedoch nichts damit zu tun, dass ich das Verhalten des Gleisarbeiters moralisch als richtig und "golden" empfinde. (und ebenso die in der realen Notsituation getroffene Entscheidung, lieber 50 Menschen zu opfern für 5000). Und das ich es bedauere, das solche Menschen dann verurteilt werden (müssen). Doch es ist rechtlich einwandfrei...

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9575 Beiträge, 2359x hilfreich)

Von § 126 StGB sind Situationen erfasst, wo z.B. ein Terrorist öffentlich dazu aufruft, Anschläge zu begehen (Hassprediger) oder wenn einer öffentlich aufruft, alle Juden umzubringen (Nazis).

Im vorliegenden Fall geht es aber letztendlich nur um eine rechtliche Debatte, in der Diskutiert wird, was man als zulässig erachten kann und was nicht.

Daher hat sich der Verteidigungsminister auch nicht stzrafbar gemacht.

Dann noch was zu ihrer 'Aktion': Die Nichtanzeige geplanter Straftaten ist logischerweise nur für diesen Fall relevant, dass eine Straftat nur deswegen nicht verhindert werden kann, weil eben die Polizei oder sonstige Behörden nichts davon wußten. Wenn Sie also erfahren, dass ihr Nachbar einen Mord plant, dann müssen Sie das anzeigen, um eben den Behörden die Möglichkeit zu geben, dies zu erfahren und zu verhindern.

Wenn aber ein Politiker im Fernsehen etwas sagt, dann besteht für den einzelnen Bürger offensichtlich keine Notwendigkeit, die Behörden davon In Kenntnis zu setzen, da es ja jeder schon weiß. Es sagt doch eigentlich der gesunde Menschenverstand, daß sich nicht 80 Millionen Bundesbürger strafbar machen, wenn sie sowas nicht anzeigen...

Sollte es tatsächlich zu einem Abschuß kommen, würde sich der Minister ggf tatsächlich wegen Anstiftung zum Totschlag strafbar machen (ggf auch wegen Totschlags in mittelbarer Täterschaft, das müßte man diskutieren).

Aber zum jetzigen Zeitpunkt ist sowohl § 126 als auch § 138 völlig irrelevant.

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
Mortinghale
Status:
Master
(4957 Beiträge, 467x hilfreich)

@Justice

Jeder Politiker sollte in dieser Situation ernsthaft sagen, was er denkt und was er für gerecht erachtet.

Da forderst Du aber ein bißchen zu viel; da würdest Du ja eher die Terroristen zur Aufgabe überreden können.

Auch wenn z.B. in dem Gleisarbeiterfall oder ähnlichen letztendlich alle das Gefühl hatten, etwas Falsches zu tun, muß es wohl ausreichend kompensiert worden sein durch das 'Glücksgefühl', daß dem Gesetz Genüge getan wurde. Und so steht das Gesetz über dem Menschen.

(Ich persönlich halte die Entscheidung übrigens für falsch).

Als am 11.9.2001 hunderte Feuerwehrmänner und Polizeibeamte ins WTC geschickt wurden, war von vorneherein klar, daß Dutzende von ihnen das nicht überleben würden.
Wo liegt da der Unterschied ? Darin, daß ihre exakte Anzahl und ihre Namen vorher nicht bekannt waren ?

Die ganzen Rechtstheoretiker können noch so viel diskutieren und an den Gesetzen feilen, ein Problem werden sie niemals lösen können:
Das Leben hält sich nicht an Gesetze.

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
L.E.W.
Status:
Praktikant
(535 Beiträge, 129x hilfreich)

@ justice:

...respekt justice - für dein Kommentar, was mich beim lesen nur etwas störte ist die Tatsache, daß die meisten Politiker ja Juristen sind?

quote:
Wenn ich nun die ganzen reden der Politiker höre und mir auch das (gekippte) Luftsicherheitsgesetz ansehe, dann muß ich feststellen, dass jeder Jurastudent im ersten Semester den Fall besser lösen könnte.



aus der vitae von Franz Josef Jung:

Nach dem Abitur 1968 leistete Jung zunächst seinen Wehrdienst ab und begann 1970 ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Mainz, das er 1974 mit dem ersten und 1976 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen beendete. 1978 erfolgte seine Promotion zum Dr. jur. an der Universität Mainz mit der Arbeit "Die Regionalplanung in Hessen, dargestellt am Beispiel der Regionalen Planungsgemeinschaft Rhein-Main-Taunus". Jung war Rechtsanwalt und Notar in Eltville. Von August 2000 bis zum 12. Dezember 2005 war er zuerst im Verwaltungsrat und ab Mai 2003 im Aufsichtsrat des Fußball Bundesligisten Eintracht Frankfurt tätig.

Franz Josef Jung ist verheiratet und hat drei Kinder. Das Erbacher Weingut Jakob Jung wird heute von seinem Bruder Ludwig Jung geführt.




-----------------
" "

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9575 Beiträge, 2359x hilfreich)

Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass Jung die Rechtslage bestens kennt. Auch die Grundsatzentscheidung, dass Leben gegen Leben nicht aufrechenbar ist.

Deswegen spricht er ja auch von einem 'übergesetzlichen' Notstand, der außerhalb des Rechtssystem liegt. Diesen Ansatz halte ich allerdings für extrem problematisch.

Abgesehen davon: Viele Politiker sind Juristen und jede Partei von ganz rechts bis ganz links hat Ihre 'Rechtsexperten'. Trotzdem wird unheimlich viel juristischer Dünnpfiff geredet. ;)

Es ist halt so, daß Politiker auch das sagen, was sie glauben, was die Menschen hören wollen, ungeachtet dessen, dass sie möglicherweise selbst die rechtlichen Probleme erkennen, und selbst nicht wissen, wie sie zu lösen sind.

Für einen Juristen muß eigentlich von vorne herein sonnenklar gewesen sein, dass das Luftsicherheitsgesetz gekippt wird. Ich frage mich, was die ganzen 'Experten' da eigentlich in den Beratungen von sich gegeben haben....

Gruß Justice

0x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
Olliminator
Status:
Lehrling
(1353 Beiträge, 328x hilfreich)

Mich wuerde mal eher interessieren, wie man sowas praktisch umsetzen will. Da muss ja jeder Irrtum ausgeschlossen sein, dass a) das Flugzeug entfuehrt b) als Waffe benutzt werden soll und c) die Passagiere die Entfuehrer nicht ueberwaeltigen koennen.
Also sofern nicht die Entfuehrer eine Absichtserklaerung abgeben, ein Flugzeug (mit Angabe der Flugnummer) entfuehren und als Waffe einsetzen zu wollen, die erfolgreiche Uebernahme des Flugzeugs danach bestaetigen und eine von allen Passagieren unterschriebene Erklaerung, das Flugzeug nicht in ihre Gewalt bringen zu wollen gleich mitschicken, ist ein Irrtum und damit ein glasklarer Mord durch die Piloten an Dutzenden Menschen nicht auszuschliessen.
Die Frage ob man Menschen gegen Menschen aufwiegen kann, will ich nicht beantworten muessen. Rein praktisch kann man m.E. solch einen Abschuss erst dann veranlassen, wenn wirklich jeder Zweifel ausgeraeumt ist.

-----------------
" Kopf gut schütteln vor Gebrauch!"

0x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
guest123-2128
Status:
Bachelor
(3817 Beiträge, 1598x hilfreich)

--- editiert vom Admin

0x Hilfreiche Antwort

#24
 Von 
Olliminator
Status:
Lehrling
(1353 Beiträge, 328x hilfreich)

...auch wieder wahr ;)

-----------------
" Kopf gut schütteln vor Gebrauch!"

0x Hilfreiche Antwort

#25
 Von 
spacetime
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Viele der oberen Gedanken sind sehr interessant, auch die von Olliminator bzgl. der Ausräumung des Zweifels für eine juristisch korrekte Beruteilung der Sitaution etc.

Auch ist deutlich das unsere Gesetze den aktuellen Ereignissen nicht gewachsen sind und wir erkennen sollten das die Zeiten sich ändern weil einige den grössten Teil der Welt (alle Ungläubigen) vernichten bzw. unterwerfen wollen. Ich bin sicher das ein Flugzeug auf die Loveparade nur eine Frage der Zeit ist: 1 Million Ungläubiger mit dekadenter gotteslästerlicher Musik und obzöner Kleidung: das ideale Ziel.

Die Schweiz überwacht den Flugraum bei der Streetparade (in Zürich) sehr genau und leitet viele Flugzeuge um. Ich glaube das Kampfflugzeuge in erhöter Alarmbereitschaft sind (weis es jetzt gerade nicht genau - das wäre zu googlen).

Dieses Thema des Abschusses eines Flugzeugs ist seit langem brisant, mehrmals wollten Terroristen im Frankfurter Flughafen eine Aktion starten, die aber verhindert werden konnte.

Mich wundert an der ganzen Diskussion die in den Medien läuft, wieso auf den Herrn Jung so rumgehauen wird. Denn für mich ist sein Vorschlag schon lange die einzig logische und richtige Handlung.

Oben wurden die entscheidenen Kernpunkte gesagt, die sich leider juristisch nicht genau einkreisen lassen (nach meinem laienhaften Verständnis und lesen eurer Beiträge). Es ist wohl tatsächlich eine philosophische Frage.

Die Frage nach dem Standpunkt ist entscheidend:
wo bin ich? Im Flugzeug oder im Fussballstadion, in der Frankfurter City?

Und die zweite (für mich) entscheidende Frage ist:
die 200 Passagiere werden sterben, das ist Fakt. Denn auch diejenigen die das 4. Flugzeug zurückerobert hatten, sind gestorben - sie sind für mich übrigens echte Helden, denn sie haben den Zusammenhang verstanden und wussten dass sie keine Chance haben - aber sie wollten weitere Opfer am Boden vermeiden. Es müssen dort im 4. Flugzeug tragische Sitautionen gewesen sein.

Ich sah ein Nachstellung des Telefonats einer Flugbegleiterin die aus einem der Flugzeuge (die den Tower trafen)... es war grausam... weil sie fassungslos erkannte
A) dass sie alle sterben werden und
B) weil das Flugzeug in die City krachen wird. Sie sagte: "why nobody stop them... stop them.. stop them.." (ich erinnere mich sehr genau an diese nachstellung des authentischen telefonats - weis nicht mehr wann und wo ich die dokumentation gesehen habe - weil ich fast erbrechen musste vor grauen)

Die andere Frage ist wohl das die 200 Passagiere in jedem Fall die Situation beenden können, denn gegen 200 rennende Leute haben die Terroristen keine Chance (kinder und alte mal von der Aktion ausgenommen). Die Terroristen werden schiessen und es wird viele Tote im Flugzeug geben, doch einige kugeln werden die Flugzeugwand durchbrechen und wegen dem Druckabfall das Flugzeug zum Absturz bringen.

Ich hab für mich persönlich schon lange entschieden, dass wenn die Situation glasklar ist, d.h. es geht nicht um eine Entführung (die die Polizei am Boden vielleicht lösen kann), sondern um einen Kamikazeflug, dann würd ich
A) die anderen Passagiere mobilisieren um die Terroristen zum schiessen zu zwingen und den Kamikazepiloten zu überwältigen
B) hoffen dass ein kluger schneller Pilot der Bundeswehr unseren Flieger abschiesst.

Denn wenn mein Tod gewiss ist, so kann durch mein Tod viel Leben gerettet werden.

Das ist nähmlich meiner Meinung nach die einzige humanistische Antwort (sic!) auf die terroristischen Menschenverachter und Menschenhasser:

---> sie wollen durch ihren Tod möglichst viele töten.

---> Ich möchte durch meinen Tod möglichst viele retten.

-- Editiert von spacetime am 22.09.2007 15:39:27

-- Editiert von spacetime am 22.09.2007 15:44:09

0x Hilfreiche Antwort

#26
 Von 
Mortinghale
Status:
Master
(4957 Beiträge, 467x hilfreich)

dann würd ich
A) die anderen Passagiere mobilisieren um die Terroristen zum schiessen zu zwingen


Das wird vermutlich nicht klappen.

0x Hilfreiche Antwort

#27
 Von 
L.E.W.
Status:
Praktikant
(535 Beiträge, 129x hilfreich)

...wenn die Mannschaft tot ist, kann doch eh niemand mehr feststellen ob die Umstände für oder gegen einen Abschuß gewesen wären?


-----------------
" "

0x Hilfreiche Antwort

#28
 Von 
Saubär
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich bin immer etwas skeptisch wegen der "authentisch" nachgestellten Telefonate, weil sich sicher nach so einer "Sache" wie dem 11.09. niemand mehr genau einen Wortlaut während eines Telefongespräches errinnern kann. Die genauen Formulierungen kann nur ein Mitschnitt aufzeigen.
Ausserdem habe ich selbst erlebt, wie man durch gezielten medialen Einsatz bestimmte Aussagen zurechtrücken kann.
Ein weiteres Problem ist, wann ist es Fakt, das die im Flugzeug Sitzenden sterben werden? Erst, wenn es passiert ist...

Beim Gleisarbeiterfall stellt sich zum Beispiel die Frage, was wäre, wenn der "Täter" das Gleis mit den 5 Arbeitern wählt. Die 20 Arbeiter des Nachbargleises haben irgendwie doch erfahren, das eine Gefahr droht und haben sich auf das sichere Nachbargleis zurückgezogen. Es ist das Gleis mit den 5 Gleisarbeitern...

0x Hilfreiche Antwort

#29
 Von 
guest123-2128
Status:
Bachelor
(3817 Beiträge, 1598x hilfreich)

--- editiert vom Admin

0x Hilfreiche Antwort

#30
 Von 
L.E.W.
Status:
Praktikant
(535 Beiträge, 129x hilfreich)

quote:
...Wer so .../... und unserer Verfassung umgehen will, gehört aus seinem Amt entfernt...



...sagen Petra Roth & Co. und deren Berufsoppositionellen auch immer wieder und wieder - Jahr für Jahr aufs neue...

>> G Ä H N <<



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