Untauglicher Versuch Totschlag/Mord

27. Dezember 2020 Thema abonnieren
 Von 
Yu Schneider
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)
Untauglicher Versuch Totschlag/Mord

Guten Abend zusammen,

könnten Sie mir hier bitte weiterhelfen?

Ich bedanke mich schonmal im Voraus für Ihre Hilfe bei dem Thema.


A schießt auf eine Vogelscheuche, in der Annahme es handle sich um B. Der Schuss verfehlt das Ziel. A geht davon aus B erschossen zu haben.
Als A mitbekommt, dass B einige Tage später beerdigt wird, bekommt er ein schlechtes Gewissen und gesteht seine Tat der Polizei. B war bereits vor der Tat an einem anderen Ort eines natürlichen Todes gestorben.
1.Womit muss A rechnen?

2. Was ist wenn A nur einen Warnschuss in Richtung Vogelscheuche abgibt?

3. Was ist wenn A B garnicht erschießen will, das Projektil aber trotzdem die Vogelscheue trifft (A geht davon aus B umgebracht zu haben, B ist schon vorher an einem anderen Ort eines natürlichen Todes gestorben)?

4. Was ist, wenn die Reichweite der Verwendeten Waffe garnicht ausreicht, sodass die Vogelscheuche aus der Distanz garnicht getroffen werden kann (A geht davon aus B umgebracht zu haben, B ist schon vorher an einem anderen Ort eines natürlichen Todes gestorben)?

5. Bei den vier obigen Varianten handelt es sich meines Wissens nach um einen untauglichen Versuch. Dieser ist strafbar. Da es sich bei der Tat um ein versuchtes Verbrechen handelt (Totschlag), kann das Strafmaß maximal auf ein Jahr Freiheitsstrafe gemildert werden. Die Freiheitsstrafe könnte gegebenenfalls für den Angeklagten zur Bewährung ausgesetzt werden.
Sehe ich das richtig?

6. Welche maximale Milderung des Strafmaßes wäre bei vergleichbaren untauglichen Versuchen, die auf Mord hinauslaufen würden, zu erwarten?

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2 Antworten
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#1
 Von 
Zuckerberg
Status:
Lehrling
(1909 Beiträge, 1138x hilfreich)

Zitat (von Yu Schneider):
Guten Abend zusammen,

könnten Sie mir hier bitte weiterhelfen?A schießt auf eine Vogelscheuche, in der Annahme es handle sich um B. Der Schuss verfehlt das Ziel. A geht davon aus B erschossen zu haben.
Als A mitbekommt, dass B einige Tage später beerdigt wird, bekommt er ein schlechtes Gewissen und gesteht seine Tat der Polizei. B war bereits vor der Tat an einem anderen Ort eines natürlichen Todes gestorben.
1.Womit muss A rechnen?
Strafbarkeit wegen (untauglichen) Versuchs des Totschlags. Dabei käme statt Totschlag auch Mord in Betracht.

2. Was ist wenn A nur einen Warnschuss in Richtung Vogelscheuche abgibt?
Keine Strafbarkeit. Wobei zum Problem werden könnte, dass Vorsatz auch dann angenommen werden kann, wenn der Täter (knapp) vorbeischießen möchte, es aber durchaus für möglich hält, dass das Opfer doch getroffen wird. Dann wäre es wie bei 1.

3. Was ist wenn A B garnicht erschießen will, das Projektil aber trotzdem die Vogelscheue trifft (A geht davon aus B umgebracht zu haben, B ist schon vorher an einem anderen Ort eines natürlichen Todes gestorben)?
Genau wie bei 2.

4. Was ist, wenn die Reichweite der Verwendeten Waffe garnicht ausreicht, sodass die Vogelscheuche aus der Distanz garnicht getroffen werden kann (A geht davon aus B umgebracht zu haben, B ist schon vorher an einem anderen Ort eines natürlichen Todes gestorben)?
Davon ausgehend, dass A das mit der ungeeigneten Reichweite nicht weiß: Es ändert sich nichts (beim Versuch kommt es allein darauf an, was der Täter weiß/denkt/will).

5. Bei den vier obigen Varianten handelt es sich meines Wissens nach um einen untauglichen Versuch. Dieser ist strafbar. Da es sich bei der Tat um ein versuchtes Verbrechen handelt (Totschlag), kann das Strafmaß maximal auf ein Jahr Freiheitsstrafe gemildert werden. Die Freiheitsstrafe könnte gegebenenfalls für den Angeklagten zur Bewährung ausgesetzt werden.
Sehe ich das richtig?
Das sehe ich anders. Wegen § 23 (2) StGB wird § 49 (1) Nr. 3 StGB angewendet. SIe in § 212 (1) StGB genannte Strafe von mindestens 5 Jahren reduziert sich dann auf 2 Jahre. Dann gelten da noch die § 23 (3) StGB und § 49 (2) StGB.

6. Welche maximale Milderung des Strafmaßes wäre bei vergleichbaren untauglichen Versuchen, die auf Mord hinauslaufen würden, zu erwarten?
Das ist viel zu einzelfallabhängig und liegt ggf. im Ermessen des Gerichts.


-- Editiert von Zuckerberg am 27.12.2020 18:37

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#2
 Von 
Yu Schneider
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Zuckerberg):
Zitat (von Yu Schneider):
Guten Abend zusammen,

könnten Sie mir hier bitte weiterhelfen?A schießt auf eine Vogelscheuche, in der Annahme es handle sich um B. Der Schuss verfehlt das Ziel. A geht davon aus B erschossen zu haben.
Als A mitbekommt, dass B einige Tage später beerdigt wird, bekommt er ein schlechtes Gewissen und gesteht seine Tat der Polizei. B war bereits vor der Tat an einem anderen Ort eines natürlichen Todes gestorben.
1.Womit muss A rechnen?
Strafbarkeit wegen (untauglichen) Versuchs des Totschlags. Dabei käme statt Totschlag auch Mord in Betracht.

2. Was ist wenn A nur einen Warnschuss in Richtung Vogelscheuche abgibt?
Keine Strafbarkeit. Wobei zum Problem werden könnte, dass Vorsatz auch dann angenommen werden kann, wenn der Täter (knapp) vorbeischießen möchte, es aber durchaus für möglich hält, dass das Opfer doch getroffen wird. Dann wäre es wie bei 1.

3. Was ist wenn A B garnicht erschießen will, das Projektil aber trotzdem die Vogelscheue trifft (A geht davon aus B umgebracht zu haben, B ist schon vorher an einem anderen Ort eines natürlichen Todes gestorben)?
Genau wie bei 2.

4. Was ist, wenn die Reichweite der Verwendeten Waffe garnicht ausreicht, sodass die Vogelscheuche aus der Distanz garnicht getroffen werden kann (A geht davon aus B umgebracht zu haben, B ist schon vorher an einem anderen Ort eines natürlichen Todes gestorben)?
Davon ausgehend, dass A das mit der ungeeigneten Reichweite nicht weiß: Es ändert sich nichts (beim Versuch kommt es allein darauf an, was der Täter weiß/denkt/will).

5. Bei den vier obigen Varianten handelt es sich meines Wissens nach um einen untauglichen Versuch. Dieser ist strafbar. Da es sich bei der Tat um ein versuchtes Verbrechen handelt (Totschlag), kann das Strafmaß maximal auf ein Jahr Freiheitsstrafe gemildert werden. Die Freiheitsstrafe könnte gegebenenfalls für den Angeklagten zur Bewährung ausgesetzt werden.
Sehe ich das richtig?
Das sehe ich anders. Wegen § 23 (2) StGB wird § 49 (1) Nr. 3 StGB angewendet. SIe in § 212 (1) StGB genannte Strafe von mindestens 5 Jahren reduziert sich dann auf 2 Jahre. Dann gelten da noch die § 23 (3) StGB und § 49 (2) StGB.

6. Welche maximale Milderung des Strafmaßes wäre bei vergleichbaren untauglichen Versuchen, die auf Mord hinauslaufen würden, zu erwarten?
Das ist viel zu einzelfallabhängig und liegt ggf. im Ermessen des Gerichts.


-- Editiert von Zuckerberg am 27.12.2020 18:37


Ich danke Ihnen vielmals für Ihre Antwort.

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