Verkäufer VERSENDET NICHT

9. Dezember 2023 Thema abonnieren
 Von 
Hurricane95
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Verkäufer VERSENDET NICHT

Hallo ihr Lieben,
ich habe auf einer Internetseite (cardmarket) eine Pokemonkarte für 300€ gekauft. Der Deal fand nicht direkt über die Seite statt (eine Plattform, auf der Menschen Karten verkaufen können), sondern über den privaten Chat von der Seite. Ich war so blöd und habe dem Verkäufer einfach per Onlinebanking und Echtzeit Überweisung das Geld geschickt. Er schrieb, dass Geld sei drauf und bedankte sich. 2 Tage später hat er sie versendet. Nun eine ganze Woche später ist keine Karte gekommen. Auf Fragen antwortet er nicht. Seine anderen Inserate sind aufeinmal weg.
Den Support der Seite anschreiben wird wahrscheinlich nichts bringen, da das kein Kauf über die Seite selber war.
Was kann ich tun?
Danke schonmal

-- Editiert von User am 9. Dezember 2023 19:24

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121889 Beiträge, 40078x hilfreich)

Zitat (von Hurricane95):
Forum > Strafrecht

Ich sehe nichts strafrechtlich relevantes?



Zitat (von Hurricane95):
Verkäufer VERSENDET NICHT

Zitat (von Hurricane95):
2 Tage später hat er sie versendet.

Finde den Widerspruch ...



Zitat (von Hurricane95):
Nun eine ganze Woche später ist keine Karte gekommen

Eventuell hat man Glück und sie kommt noch - ja nach Versandland kann das ja durchaus länger dauern, gerade in Dezember.
Und wenn sie gar nicht kommt, das wäre dann Pech - sofern nicht explizit anders vereinbart, liegt das Versandrisiko hier beim Käufer.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1540 Beiträge, 327x hilfreich)

Nun, also seien wir einmal nicht so.. Nehmen wir an..

Zitat (von Hurricane95):
Der Deal
..also ein rechtsgültiger Kaufvertrag in Form zweier, übereinstimmender Willenserklärungen sei (meinetwegen per Chat) zustande gekommen und der Käufer hätte seine Vertragspflicht (Zahlung) erfüllt. Der geschätzte Vorredner hat wie so häufig trefflich geschildert, dass das Versandrisiko (ohne weitergehende Vereinbarungen) beim Käufer liegt (vgl. 447 Abs. 1 BGB).

Nun habe ich in der Vergangenheit (auch dank dieses Forums) einiges über die Kurzlebigkeit und selbstverständliche Unverbindlichkeit irgendwelcher Chats auf speziellen "Tauschplattformen" dazulernen dürfen. Für mich bleibt dies (ich bin da ganz ehrlich) ein Buch mit sieben Siegeln und die schier unbegrenzte Naivität und gar Bewusstlosigkeit in Bezug auf die reale Welt vieler (späterer) Verletzter macht mich doch immer wieder sprachlos (was selten passiert). Gerade die bewusste Umgehung (halbwegs) formaler Prozesse oder eben des evtl. Käuferschutzes der Plattform durch den Käufer ist m.E. grob fahrlässig. Allein dies macht den Käufer aber immer noch nicht vogelfrei.

Zur Sache: Ich verstehe, dass man sich betrogen fühlt und dieses Thema somit im Strafrecht eingebracht wurde. Sofern (wie oben erwähnt) keine näheren Vereinbarungen getroffen wurden, wäre es m.E. durchaus legitim und nicht (straf-)rechtlich relevant, wenn sich der (Privat-)Verkäufer nach Versendung des Artikels (Erfüllung seiner Vertragspflicht) von der Plattform abmeldet und nicht mehr auf Nachrichten reagiert.

Dazu möchte ich aber von meiner persönlichen Warte erwähnen: Anständig wäre es nicht. Gerade wenn es sich um einzelne Sammlerstücke handelt, deren (ideeller) Wert sich nur einem begrenzten Personenkreis erschließt, würde ich von einem Käufer (egal auf welchen nebulösen Kanälen) erwarten, dass er sich noch zumindest für den erfolgreichen Erhalt des Artikels interessiert. Dies scheint hier nicht der Fall zu sein. Außerdem verstehe ich, dass sämtliche weiteren Inserate herausgenommen wurden, wobei es sich um ein Indiz handeln kann, aber nicht muss.

Zitat (von Hurricane95):
Was kann ich tun?

Nach sorgfältiger Abwägung (und diese hat ausnahmsweise tatsächlich etwas länger gedauert) würde ich zu einer Strafanzeige wg. des Verdachts auf 263 Abs. 3 Nr. 1 StGB tendieren. Diese sollte die genauen Umstände, die Chathistorie (als Ausdruck) sowie die - soweit vorhanden - personenbezogenen Daten des Verdächtigen enthalten (natürlich insbesondere die Bankverbindung).

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

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#3
 Von 
CarstenF
Status:
Praktikant
(997 Beiträge, 169x hilfreich)

Ich bin ja eigentlich kein Fan von zu "schnellen" Anzeigen, beim Privatkauf ist eine Woche doch durchaus okay, wenn nichts Besonderes abgemacht wurde. Allerdings nehme ich an, es ist bei dieser Behauptung

Zitat (von Hurricane95):
2 Tage später hat er sie versendet.

geblieben und es gibt keine Sendungsnummer?

Zudem, dass die Inserate alle weg sind, deutet darauf hin, dass ihn vermutlich mehrere Personen gemeldet haben und das Profil gesperrt wurde. Denn bei einem professionellen Betrüger wären Sie ziemlich sicher nicht sein einziger "Kunde" gewesen.

Auch die Echtzeit-Überweisung wird gerne von Betrügern gefordert und Pokemon-Karten werden gerne also Ware genutzt, denn diese lassen sich (anscheinend) leicht verkaufen, also das wäre eben alles ziemlich typisch.

Daher würde ich auch zu einer Anzeige raten, das Geld wird man aber höchstwahrscheinlich abschreiben können. Das liegt vermutlich bereits schon auf einem anderen Konto, was nicht zwingend in Deutschland sein muss.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Hurricane95
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von CarstenF):
Ich bin ja eigentlich kein Fan von zu "schnellen" Anzeigen, beim Privatkauf ist eine Woche doch durchaus okay, wenn nichts Besonderes abgemacht wurde. Allerdings nehme ich an, es ist bei dieser Behauptung


Ich an sich auch nicht, aber es ist echt komisch. Ich kaufe auch Karten von anderen Händlern, die aus Spanien, Italien und Portugal versenden und da kommt der Artikel meist 1 Tag nach Bestellung. Der Artikel um den es geht, kommt aus der Niederlande.
Dazu kommt halt, dass die Person nicht mehr antwortet und sämtliche andere Inserate rausgenommen hat.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Hurricane95
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von CarstenF):
geblieben und es gibt keine Sendungsnummer


Nein leider nicht. Dieser letzte Funken Vertrauen den man doch in den Menschen hat.. echt traurig. Wenn man noch bedenkt, dass die Karte einen super Zweck hatte..

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Hurricane95
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von CarstenF):
Auch die Echtzeit-Überweisung wird gerne von Betrügern gefordert und Pokemon-Karten werden gerne also Ware genutzt, denn diese lassen sich (anscheinend) leicht verkaufen, also das wäre eben alles ziemlich typisch


Gefordert wurde die Zahlungsmethode nicht, sie fragte erst nach Paypal, habe ich abgelehnt, da nicht vorhanden. Ich habe dann die Echtzeit Überweisung vorgeschlagen. Klar ist das meine Schuld und mein Pech, brauch man mir aber nicht zum 15. mal zu sagen. Hatte echt Vertrauen gehabt..

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
CarstenF
Status:
Praktikant
(997 Beiträge, 169x hilfreich)

Wurde PayPal mit oder ohne Käuferschutz gefordert? Wobei es bei diesen Karten anscheinend auch Tricks gibt, diesen zu umgehen. Überweisung ist natürlich generell riskant.

Bzw. ein Händler der schon Jahre existiert und eventuell noch ein Ladengeschäft besitzt, kann natürlich schwieriger abtauchen als ein anonymes Profil. Diese Plattformen überprüfen ja i.d.R. noch nicht mal, ob die Anmeldetaten korrekt sind, dass macht es Betrügern natürlich einfach.

Vielleicht haben Sie ja noch Glück und der Verkäufer taucht nochmal auf, aber wie geschrieben, das liest sich schon alles sehr typisch.

Zitat (von Hurricane95):
Dieser letzte Funken Vertrauen den man doch in den Menschen hat.. echt traurig. Wenn man noch bedenkt, dass die Karte einen super Zweck hatte..


Diese Pokemon-Karte -sofern sie denn überhaupt existiert - hatte wohl (leider) nur den Zweck Sie und eventuelle noch andere abzuzocken.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Nana71
Status:
Lehrling
(1175 Beiträge, 128x hilfreich)

Zitat (von Hurricane95):
Er schrieb, dass Geld sei drauf und bedankte sich. 2 Tage später hat er sie versendet.


Nachweislich oder nur behauptet?

Zitat (von Hurricane95):
Nein leider nicht.


Da es sich um einen Privatverkauf handelt, muss der Verkäufer m.E. nur nachweisen, dass er die Karte abgeschickt hat.

Das Risiko des Verlustes/der Beschädigung auf dem Versandweg wiederum liegt beim Käufer.

Zitat (von Hurricane95):
Was kann ich tun?


Man könnte auf blauen Dunst Betrugsanzeige erstatten und abwarten, was passiert.

Signatur:

Ich gebe lediglich meine Meinung wieder - Rechtsberatung gibt es gegen Bezahlung beim Anwalt.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1540 Beiträge, 327x hilfreich)

Zitat (von Hurricane95):
Gefordert wurde die Zahlungsmethode nicht, sie fragte erst nach Paypal
Das spricht weiterhin für meine Conclusio aus #2. Es könnte sich also angesichts der Summe gelohnt haben, das (wesentlich aufwändigere) Bankkonto zu verschleißen. Die Zahl an gleichzeitigen Zufällen ist m.E. nach allgemeiner Lebenserfahrung zu hoch: Nichterreichbarkeit des Verkäufers, keine Zustellung des Artikels, Abmeldung von der Plattform nebst Einstellung sämtlicher Inserate, Standort im Ausland (angeblich), Paypal-Präferenz (ggf. noch privat). Ich bleibe bei meiner Ersteinschätzung.

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

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