Verurteilung Betrug aus Selbstständigkeit / Was passiert bei erneuter Anzeige

13. Juli 2016 Thema abonnieren
 Von 
Ralleonius
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Verurteilung Betrug aus Selbstständigkeit / Was passiert bei erneuter Anzeige

Guten Abend,

kurz zu meiner Vorgeschichte:

Ich war zwischen dem 14.11.14 und 31.05.16 selbstständig im Bereich Gartenbau. Seit dem 06.06.16 wieder als Angestellter tätig.

Persönliche Situation:

Verheiratet, einen Sohn, Berufstätig und positive Sozialprognose, ca. 1100€ Netto plus 240€ aufstockendes ALG2

Vorstrafen:

2006: Fahren ohne Führerschein, fahrlässige Rauschtat und gefährdung des Strassenverkehrs (Verwarnung, Führerscheinsperre, Arbeitsstunden)
2007: Betrug ( 50 Tagessätze)
2011: Fahren unter Alkoholeinfluss, fahrlässige Rauschtat und gefährundung des Strassenverkehrs ( 60 Tagessätze, Führerscheinsperre)
2012: Fahren ohne Führerschein, fahrlässige Rauschtat und gefährdung des Strassenverkehrs ( 6 Monate Freiheitsstrafe, 3 Jahre auf Bewährung ausgesetzt, 1000€ Geldstrafe und Sperre)

Ich weiß dass es alles Mist war, was ich begangen habe und weiß auch selbst dass ich diese Strafen absolut verdient habe. Habe eine Therapie gemacht, Trinke seit 4 Jahren nicht mehr.



So nun zum eigentlichen:

Die Firma lief die ersten Monate gut und die Projekte wurden immer größer. Irgendwann habe ich den Überblick verloren, mich verkalkuliert und den Karren so richtig in den Sand gesetzt. Ich habe über ein Jahr lang versucht ein Loch zu Stopfen und habe dadurch 2 neue gerissen. Post habe ich nicht mehr aufgemacht und auch bei allem anderen den Kopf in den Sand gesteckt. Ende des Liedes war, dass ich bei ca. 70 Gläubigern mit 80.000€ in der Kreide stehe. Insolvenzverfahren ist derzeit in Vorbereitung.


Nun kam es dazu, das mich 4 Gläubiger wegen Betrugs in 7 Fällen angezeigt haben. Hauptverhandlung war am Freitag. Die Richterin und der Staatsanwalt haben mir zugestimmt, dass es nicht aus boswilligkeit oder gar aus Vorsatz passiert ist. Jedoch stellt es trotzdem einen Betrug dar. In Form eines Täter - Opfer Ausgleichs wurden 3 der 7 Fälle sofort vor Gericht gezahlt.

Verurteilt wurde ich zu 10 Monaten Haft, 4 Jahre auf Bewährung ausgesetzt.




Meine Frage ist nun, was passiert wenn mich einer dieser 70 Gläubiger jetzt anzeigt. Würde dies die Strafe die ich bei der letzten Verhandlung erhalten habe erhöhen? Müsste ich mit Haft rechnen?


Um es nochmal ganz klar zu sagen. Ich weiß sehr genau wieviel Mist ich gebaut habe, das ich mit dem Leben und der Existenz anderer Menschen gespielt habe. Ich habe alles getan und werde auch in Zukunft alles dafür tun, dass mir so etwas nie wieder passiert.


Vielen Dank schonmal für eure Mühe

Notfall oder generelle Fragen?

Notfall oder generelle Fragen?

Ein erfahrener Anwalt gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32671 Beiträge, 17205x hilfreich)

Meine Frage ist nun, was passiert wenn mich einer dieser 70 Gläubiger jetzt anzeigt. Ich denke, das ist schon passiert? Oder sollte die Frage lauten, was passiert, wenn weitere Gläubiger Sie anzeigen, zusätzlich zu den 4, die das schon getan haben? In dem Fall wird eine neue Gesamtstrafe gebildet, die dann höher als 10 Monate ausfällt. Solange die 2 Jahre aber nicht "geknackt" werden, wird es wohl eher bei einer Bewährung bleiben.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9514x hilfreich)

Entweder das, oder alternativ -wenn jetzt z.B. nur 1-2 weitere Anzeigen mit realtiv geringem Schaden kommen- eine Verfahrenseinstellung nach § 154 StPO .

Es kommt drauf an, wie die "neuen Taten" (also die neu angezeigten) in Relation zu den alten (bereits verurteilten) stehen. Wenn die zu erwartende Strafe für die neuen, gegenüber der bereits verhängten Strafe nicht erheblich ins Gewicht fallen würde (was bei ohnehin zwingender Gesamtstrafenbildung oft so ist) wird meist eingestellt.

Anders wäre es, wenn -um ein deutliches Beispiel zu bringen- die 4 bereits verurteilten Fälle z.B. 4.000 € Schaden betreffen und nun würden noch 50 Gläubiger mit einem Gesamtschaden von 50.000 € Anzeige erstatten. Das würde dann garantiert nicht eingestellt, sondern es würde eine nachträgliche Gesamtstrafe [§ 55 StGB ] gebildet --> siehe mümmel.

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 264.345 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
106.970 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen