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Vor der Polizei weglaufen Verboten????

 Von 
peterpan
Status:
Schüler
(164 Beiträge, 40x hilfreich)
Vor der Polizei weglaufen Verboten????

hallo
ist es verboten vor der polizei wegzulaufen ist das den Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte??? oder gibt es einen anderen §§§ dafür.

Wenn zb. ich über rot gehe und der Polizist sagt kommen sie mal her und ich lauf weg ist das verboten??

und wenn der polizist sagt kommen sie her und ich geh hin und er hält mich fest und ich reiß mich los ist das dann
Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte??? und noch irgend ein §§§

mfg

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Kommen Polizei Polizist


24 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29715 Beiträge, 9171x hilfreich)

Wenn zb. ich über rot gehe und der Polizist sagt kommen sie mal her und ich lauf weg ist das verboten??

Das weglaufen nicht, daß "über rot gehen" ist eine OWi.

und wenn der polizist sagt kommen sie her und ich geh hin und er hält mich fest und ich reiß mich los ist das dann
Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte???


Ja, § 113 StGB

-----------------
"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#2
 Von 
Bob.Vila
Status:
Student
(2646 Beiträge, 420x hilfreich)

Ja, so würde ich das auch sehen!

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"fiat justitia et pereat mundus..."

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#3
 Von 
peterpan
Status:
Schüler
(164 Beiträge, 40x hilfreich)

aber nur das reine weglaufen ist nicht strafbar??
das müsste doch aber schlimmer sein bei einer bestrafung das man wegläuft
was ist das gegenteil von strafmildernd??
denn das gegenteil müsste es doch sein weil man sich vor der strafe "drücken" will

zb bei einer Verkehrskontrolle man reißt die tür auf und läuft weg ;)

bekomme man wenn man erwischt wird nicht noch einen aufgedrückt wenn man wegelaufen ist???
der polizist ist am laufen es werden mehrer besatzungen um hilfe gebeten und der reine zeit aufwand für die polizisten ist auch da

mfg

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#4
 Von 
Cyberfahnder
Status:
Schüler
(224 Beiträge, 19x hilfreich)

Das "einfach weglaufen" ist eine Ordnungswidrigkeit - kann also auch verfolgt werden.

-----------------
"Grüße vom
CyberFahnder
www.cyberfahnder.de"

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#5
 Von 
Bob.Vila
Status:
Student
(2646 Beiträge, 420x hilfreich)

Das Gegenteil von "strafmildernd" ist "strafschärfend". Allerdings kann das "Weglaufen" mE nicht strafschärfend gewertet werden, da der Gesetzgeber an mehreren Stellen (zB §§ 55 , 136 StPO ) im Gesetz deutlich macht, dass niemand verpflichtet ist, an seiner eigenen Überführung "mitzuwirken".

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"fiat justitia et pereat mundus..."

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#6
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29715 Beiträge, 9171x hilfreich)

Hallo Cyberfahnder.

Welcher OwiG-§ ist denn da tangiert? § 111 ?

Ist der tatsächlich schon durch bloßes weglaufen erfüllt, oder erst, wenn dazu aufgefordert wurde stehenzubleiben?

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"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#7
 Von 
Cyberfahnder
Status:
Schüler
(224 Beiträge, 19x hilfreich)

Ja, Bob, ich meine den § 111 OWiG .
"Stehenbleiben" oder "Halt" dürfte ausreichen.

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"Grüße vom
CyberFahnder
www.cyberfahnder.de"

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#8
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29715 Beiträge, 9171x hilfreich)

Danke für die Aufklärung. :)

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"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#9
 Von 
Cyberfahnder
Status:
Schüler
(224 Beiträge, 19x hilfreich)

Gern geschehen.

Im Übrigen:
Das "Weglaufen" kann sich durchaus bei der Strafzumessung zum Nachteil des Angeklagten auswirken (Verhalten nach der Tat) - auch wenn ich einiges Verständnis dafür habe, wenn der Täter stiften geht.

-----------------
"Grüße vom
CyberFahnder
www.cyberfahnder.de"

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#10
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29715 Beiträge, 9171x hilfreich)

und im Zweifelsfall(!) könnte er wohl auch mit dem Einwand, daß er die Polizei nicht als solche erkannt hat, durchkommen, oder ? ("ich dachte das wären welche die mich berauben wollten" o.ä.)

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"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#11
 Von 
JuR
Status:
Unparteiischer
(9879 Beiträge, 1400x hilfreich)

Hallo Bob,

Mmh...
Ich denke, um mit so einem Einwand aus der Sache herauszukommen, müssen besondere Umstände vorliegen.

Viele Grüße!

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#12
 Von 
Hank
Status:
Praktikant
(920 Beiträge, 229x hilfreich)

Ich meine, mich an eine Strafvollzugsvorlesung zu erinnern. Dort wurde gesagt, dass es einem Straftäter nicht negativ ausgelegt werden kann, wenn er aus dem Gefängnis entbüchsen will oder es tatsächlich tut. Da Freiheitsdrang blabla ?
Wenn er dadurch schon keine längere Strafe bekommt, müsste doch für den Fall, dass er eine Strafe von vorneherein (durch Weglaufen) unterbinden will, auch keine Strafschärfung eintreten?

<img src="http://www.smiliemania.de/smilie.php?smile_ID=113">

Liege ich falsch? Ich erinnere mich aber auch nur wage an diese Vorlesung... ;)

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#13
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29715 Beiträge, 9171x hilfreich)

Hi Hank,

Das hast Du richtig in Erinnerung: Wenn beim entweichen keine z.B. Sachbeschädigung oder eine andere Straftat begangen wird, ist das entweichen an sich nicht mit Strafe bedroht.

Ansonsten hat Cyberfahnder schon recht: Das sog. "Nachtatverhalten" spielt mit in die Strafzumessung rein. Wenn der Richter das "weglaufen" also mit in das Nachtatverhalten einbezieht, kann er zu einem höheren Strafmaß kommen. Es ist also IMHO eine in-in-inoffizielle Strafverschärfung. Erlebt habe ich in der Praxis noch nicht, daß ein Richter eine Flucht nach der Tat als strafverschärfend gewertet hat (jedenfalls nicht offiziell).

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"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#14
 Von 
Hank
Status:
Praktikant
(920 Beiträge, 229x hilfreich)

Hi Bob,

alles klar, Danke!

Ich wusste doch, da war so was mit dem Ausbruch aus dem Gefängnis...

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#15
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29715 Beiträge, 9171x hilfreich)

Nachtrag:

Erlebt habe ich in der Praxis noch nicht, daß ein Richter eine Flucht nach der Tat als strafverschärfend gewertet hat (jedenfalls nicht offiziell).

Wobei mir gerade eine Ausnahme einfällt. 2 Einbrecher werden vom Hauseigentümer überrascht und schlagen ihn nieder. Entgegen Ihrer Absicht verletzen sie ihn relativ schwer. Der eine Täter haut ab, der andere kümmert sich um den Verletzen und wird dadurch von der Polizei erwischt.

Der "Kümmerer" hat ein deutlich geringeres Strafmaß erhalten, als derjenige, der abgehauen ist.

In diesem Fall hatte der Vorsitzende die Milderung des einen Täters mit dem "kümmern" begründet.

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#16
 Von 
peterpan
Status:
Schüler
(164 Beiträge, 40x hilfreich)

hi
meint ihr wirklich das OWiG § 111 (Falsche Namensangabe) erfüllt ist??
den der "beamte" oder wer auch immer
hat sich ja noch nicht erkentlich gezeigt sprich ausgewiesen
den jeder könnte ja Halt stop rufen oder??

verweigere ich schon die angaben wenn ich weglaufe?? ;)

und wie soll man mir beweisen das ich fahrlässig den "beamten" "Person" "Behörde" nicht anerkenne
wenn ich ein ahnungsloser Bürger bin und um die Polizei bitte zwecks aufklärung da mir das sicherer erscheint??

mfg

OWiG § 111 besagt
--------------------------------------------------------------------------------

(1) Ordnungswidrig handelt, wer einer zuständigen Behörde, einem zuständigen Amtsträger oder einem zuständigen Soldaten der Bundeswehr über seinen Vor-, Familien- oder Geburtsnamen, den Ort oder Tag seiner Geburt, seinen Familienstand, seinen Beruf, seinen Wohnort, seine Wohnung oder seine Staatsangehörigkeit eine unrichtige Angabe macht oder die Angabe verweigert.

(2) Ordnungswidrig handelt auch der Täter, der fahrlässig nicht erkennt, daß die Behörde, der Amtsträger oder der Soldat zuständig ist.

(3) Die Ordnungswidrigkeit kann, wenn die Handlung nicht nach anderen Vorschriften geahndet werden kann, in den Fällen des Absatzes 1 mit einer Geldbuße bis zu eintausend Euro, in den Fällen des Absatzes 2 mit einer Geldbuße bis zu fünfhundert Euro geahndet werden.

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#17
 Von 
peterpan
Status:
Schüler
(164 Beiträge, 40x hilfreich)

ausserdem finde ich es als Quatsch das das reine weglaufen keine Straftat darstellt
den der Wegläufer hat ja nichts zu verlieren endweder schaft er es oder nicht
und die gefahr und die reine gewalt bereitschaft die dabei enstehen kann wenn man den jenigen doch noch bekommt sehr schnell ausser kontrolle geraten
gruß

-- Editiert von peterpan am 22.06.2004 17:04:39

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#18
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29715 Beiträge, 9171x hilfreich)

...den jeder könnte ja Halt stop rufen oder??

Das ist ja der Punkt den ich auch anmerkte:

Wenn einem nicht nachgeweisen werden kann, daß man sich bewußt war, daß es sich um die Polizei handelt, die da "Halt" schreit, sollte bei gegenteiliger Aussage des Flüchtigen eingentl. in dubio... zum tragen kommen. Wäre ich ein Täter, würde ich mich immer damit versuchen "rauszureden". Einem Bekannten von mir ist es auch schon so gelungen (allerdings waren es da Zivilfahnder)

Anderseits war mir auch neu, daß -selbst wenn es unstreitig ist, daß es sich um die Polizei handelt- eine reine Flucht nach Aufforderung stehenzubleiben den § 111 OWiG erfüllt. Aber wenn Cyberfahnder (und er ist ja nun mal StA) das so sagt, wird es stimmen, und ich glaube es ihm.



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Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#19
 Von 
Miniway
Status:
Praktikant
(540 Beiträge, 64x hilfreich)

Cyberfahnder = StA

es fällt mir wie Schuppen von den Augen ;)

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#20
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29715 Beiträge, 9171x hilfreich)

Wußtest Du das noch nicht ;) Er postet doch seine URL immer als footer unter seinen Beiträgen.

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"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#21
 Von 
Miniway
Status:
Praktikant
(540 Beiträge, 64x hilfreich)

ohje, wenn ich die auch noch alle lesen würde...... :( aber jetzt gehe ich doch glatt mal schauen.

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#22
 Von 
Cyberfahnder
Status:
Schüler
(224 Beiträge, 19x hilfreich)

Machen Sie das, Miniway. Viel Spaß!
Rückmeldungen höre ich immer wieder gerne.

-----------------
"Grüße vom
CyberFahnder
www.cyberfahnder.de"

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#23
 Von 
Bliff
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 4x hilfreich)

Mich würde mal interessieren was für eine Strafe ich bekomme, wenn ich mit dem Auto unterwegs bin und in eine Polizeikontrolle gerate und zu viel Alkohol getrunken habe. Die Polizei hält mich an und lässt mich aussteigen und ich renne weg. Die Polizei hat zwar mein Auto und weiß somit auch wo ich wohne aber kann die blutprobe erst am nächsten Tag machen, wenn ich mich dann freiwillig stelle. Ist die Strafe schlimmer wenn ich weggrenne oder wenn ich mit 1,4 Promille von der Polizei einkassiert werde, meinen Führerschein verliere, MPU machen muss und eine hohe Geldstrafe zahlen muss?

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#24
 Von 
TimeTrial
Status:
Praktikant
(901 Beiträge, 295x hilfreich)

Erstens: Glückwunsch, daß du einen 6 (!) Jahre alten Thread wieder hochholst, tolle Leistung. :-/

Zweitens: hättest du dann wenigstens den Thread auch *gelesen*, hättest du schon gewußt, daß Flucht nicht verboten ist und sich somit deine Strafe jedenfalls nicht verschlimmert hätte.

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