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Vorladung Polizei als Zeuge

 Von 
Dittmar
Status:
Beginner
(74 Beiträge, 14x hilfreich)
Vorladung Polizei als Zeuge

Mal eine Frage:

Jemand bekommt eine Vorladung von der Polizei...."Ermittlung wg. vorsätzliche leichte Körperverletzung..bla bla bla". Natürlich als Zeuge, da zufällig an dem Tag anwesend und Tathergang gesehen...

Zeuge hat nun Angst zu diesem Termin zu erscheinen, da er denkt der Täter wurde auch zur Vernehmung dort einbestellt. Er will ihm nicht über den Weg laufen, da besagter Täter ihn bereits ein paar Tage vorher sehr bedroht hat und handgreiflich werden wollte, was aber zum Glück nicht passierte.
( sollte man das an dem Termin der Polizei auch mitteilen? ).

Was passiert, wenn es zu einer Gerichtsverhandlung kommt? Klar, man muss dort erscheinen, aber die besagte Person ( Täter ) läuft immer noch frei herum und ist sehr gefährlich...hatte wohl schon öfter mit dem Gesetz zu tun und macht auch keinen Hehl daraus weitere Straftaten zu vollziehen ( Menschen krankenhausreif zu schlagen, Gegenstände zu benutzen um andere Menschen zu schädigen etc. ).

Zeuge hat deswegen schon Schlafstörungen etc., weil er ihn auch weiterhin bedroht hat.


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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Polizei Aussage Gerichtsverhandlung Angst


7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(29775 Beiträge, 16158x hilfreich)

Hi,

zur Polizei müssen Sie nicht, zum Gericht schon. Ob Sie der Polizei von den Drohungen des Täters berichten oder nicht, müssen Sie selbst entscheiden. Wenn er Sie dahingehend bedroht hat, Sie sollten falsch oder gar nicht aussagen, sonst passiere Ihnen Schlimmes, wäre das ein U-Haft-Grund (Verdunkelungsgefahr).

Gruß vom mümmel

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#2
 Von 
c_konert
Status:
Schüler
(474 Beiträge, 188x hilfreich)

Also Sie brauchen in soweit keine Angst haben, als das der Verdächtige an der Vernehmung teilnehmen wird. Ich glaube auch nicht, dass der Verdächtige am selben Tag wie Sie vernommen wird.

Wenn Sie vom Verdächtigten bedroht worden sind, bzw. bedroht werden, so müssen Sie dies unbedingt der Polizei mitteilen. In einem solchen Fall kann der Tatverdächtige nämlich in Untersuchungshaft genommen werden, was Ihnen dann ja auch das Leben etwas erleichtern dürfte.

Abgesehen von dem oben ausgeführten bleibt es Ihnen natürlich unbenommen bei der Polizei nicht zu erscheinen, verpflichtet sind Sie dazu nicht. Sollte die Polizei Ihre Aussage für erforderlich halten kann es sein, dass Sie von der Staatsanwaltschaft vorgeladen werden. Dieser Ladung hätten Sie dann auch nachzukommen.

Wie Sie schon richtig erkannt haben müßten Sie ebenfalls einer gerichtlichen Vorladung Folge leisten.

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"Cand. Iur. C.Konert
MLU Halle-Wittenberg
Wissenschaftliche Hilfskraft"

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#3
 Von 
Dittmar
Status:
Beginner
(74 Beiträge, 14x hilfreich)

Selbstverständlich werde ich auch der Volradung von der Polizei folge leisten. Ich habe ja nichts zu verbergen. Ausserdem hat dieser Täter vom Hausvermieter Hausverbot ( dies wurden den Mietern sogar schriftlich vom Vermieter mitgeteilt ). Aber diese Person wohnt weiterhin im Haus. Nun geht das auch zum Gericht - vom Vermieter aus.
Ich denke mal es werden alle froh sein, wenn dieser Mensch endlich weg ist. Hochgradig gefährlich, so dass nichtmal mehr Kinder vorm Haus spielen! Das kann es doch nicht sein?! Es haben halt nur alle weiterhin große Angst, weil keiner weiß ob der nicht doch, nach seinem hoffentlich baldige Auszug - noch irgendetwas "anstellt". Mündlich angedroht hatte er das, aber dafür gibt es leider keine Zeugen.

Kann es denn bei einer "vorsätzlich leichten Körperverletzung" auch zu einer Gerichtsverhandlung kommen? Oder kommt da "nur" z.B. per Strafbefehl eine Geldstrafe heraus? ( Zahlen kann er eh nicht - Ämter zahlen Wohnung etc. ).

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#4
 Von 
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 16x hilfreich)

Eine "leichte" Körperverletzung gibt es als Straftatbestand nicht. Vielmehr ist von einer Körperverletzung gem. § 223 StGB auszugehen. Es wäre sinnvoll, bei der Polizei zu erscheinen. Zwar sind Sie nicht verpflichtet, eine Aussage bei der Polizei zu machen, aber Sie sollten bedenken, dass ohne Ihre Aussage möglicherweise der Staatsanwalt nicht genaug Beweise für eine Anklage hat. Ich gehe mal davon aus, dass das nicht in Ihrem Interesse ist.

Ob es schließlich einen Strafbefehl oder eine Anklage nebst Hauptverhandlung gibt, kann so nicht beurteilt werden.

Bzgl. der Drohungen gibt es auch zivilrechtliche Möglichkeiten. In Betracht kommt beispielsweise eine einstweilige Verfügung, welche ein Annäherungs- oder Kontaktverbot beinhaltet. Ein Verstoß gegen eine solche Verfügung hätte ggf. eine hohe Geldbuße oder Haft zur Folge.



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#5
 Von 
Dittmar
Status:
Beginner
(74 Beiträge, 14x hilfreich)

Vielen Dank für die Antworten!

Der Vorladung werde ich auf jeden Fall nachkommen. Das ist selbstverständlich.

Im Schreiben von der Polizei steht ( wörtlich ): in der Ermittlungssache gegen.....wegen vorsätzliche leichte Körperverletzung am......ist Ihre Vernehmung als Zeuge erforderlich....

Ja, das mit der einstweiligen Verfügung werde ich auch machen...ich möchte ja auch meine Kider schützen, die haben nämlich mittlerweile panische Angst vor dem und müssen zur Schule. Die wollen gar nicht mehr alleine durchs Treppenhaus. Da muss auf jeden Fall etwas gemacht werden. So kann das nicht weiter gehen.

Leider kann die Polizei ja erst eingreifen, wenn irgendwas passiert ist, aber soweit muss es ja nicht kommen.

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#7
 Von 
Dittmar
Status:
Beginner
(74 Beiträge, 14x hilfreich)

Vielen Dank!

Selbstverständlich wird die Wahrheit erzählt.
Ausserdem zieht der Vermieter nun auch mit diesem Mann vor Gericht. Hausverbot und wohnt trotzdem noch dort....und das ist noch harmlos...
"Leichte" Körperverletzung wohl, weil dieser Mann mit etwas geworfen hatte was in der unmittelbaren Nähe einer anderen Person "explodierte". Es gab kein Blut oder körperliche Gewalt. Ich habe dies halt zufällig gesehen.
Ich kann allerdings nur hoffen, dass es zunächst auf einen Strafbefehl hinaus läuft. Auf eine Gerichtsverhandlung kann ich in dem Fall gut verzichten. Wer weiß welche "Verwandten" von dem da noch herumlaufen?! Und wer weiß was dann noch passiert?! Man hat ja nicht nur Angst um seine Kinder, sondern um sich selber auch. Ach ja, und in seinem Heimatland gilt er wohl als vorbstraft ( darauf ist er sehr stolz und erzählt es jeden - auch denjenigen, welche es nicht hören wollen ).

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