Vorladung wegen "Unterschlagung sonstiger Güter/Sachen" -> Weiteres Vorgehen

18. Februar 2024 Thema abonnieren
 Von 
Destino30
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 0x hilfreich)
Vorladung wegen "Unterschlagung sonstiger Güter/Sachen" -> Weiteres Vorgehen

Guten Tag,

kurz zur Rollenverteilung:
Person A = Opfer/Beschuldigte (Alter: 55 Jahre)
Person B = Person, um dessen Sachgüter es sich handelt (Alter: 80 Jahre)
Person C = "befreundete" Nachbarn von Person B und sehr gutes Verhältnis zu Person D
Person D = Schwager von Person B (Einsicht ins Online Banking auf Wunsch von Person B)

Person A und B sind sehr gut befreundet.
Person B und C pflegen ein (inzwischen) eher distanziertes, zweckmäßiges Verhältnis, weil Nachbarn
Person B und D = Verhältnis seit einigen Monaten eher schlecht
Person C und D = gutes Verhältnis

Person B war in den letzten Monaten gesundheitlich sehr angeschlagen. Teilweise mit langem Krankenhausaufenthalt und einer Unsicherheit, ob Person B diese Gesundheitlichen Beschwerden überhaupt überlebt. Teilweise war Person B gesundheitlich auch über Wochen in einem Zustand, wo er nicht zurechnungsfähig / ansprechbar war.
Durch das hohe Alter und der gesundheitlichen Ungewissheit, hat Person B Person A schriftlich mit Unterschrift die Erlaubnis ereilt, über sein Geldguthaben bei der Bank zu verfügen. Person B hat somit die Bankkarte inkl. PIN an Person A übergeben.
Person C war dieses freundschaftliche Verhältnis schon immer ein Dorn im Auge, da Person C darauf spekulierten, wieder ein gutes Verhältnis zu Person B aufzubauen und somit (für den Todesfall) an alle Vermögenswerte von Person B zu kommen (Sachgüter, Geldbestände, Auto)

Dadurch war Person A bei Person C schon immer ein Dorn im Auge und sahen das Risiko, "leer" auszugehen.

Person D hat Einblick in die Kontoauszüge von Person A. Person D hat festgestellt, dass im Zeitraum des Krankenhausaufenthaltes von Person B (und seiner Unzurechnungsfähigkeit im September 2023) "hohe" Geldbeträge entnommen wurden (5000€). Aus Sicht von Person D konnte schlussfolgernd nur durch Person A das Geld entnommen werden. (Person D hat keine Kenntnis über die schriftliche Vereinbarung zwischen Person A und B)
Person D hat dieses Person C erzählt, Person C sehen ihre Chance "Schaden anzurichten" und haben nun bei der Polizei eine Vorladung erwirkt aufgrund von "Unterschlagung sonstiger Güter/Sachen".

Person B ist allerdings inzwischen wieder zu Hause und aufnahmefähig. Das Verhältnis von Person A und B ist unverändert gut und Person B hat auch bei Person C - nach Eingang der Vorladung bei Person A - klargestellt, dass Person A die Erlaubnis über die Verfügung des Geldguthabens hatte.

Jetzt ist die Frage - wie sollte Person A am besten vorgehen?
Vorladung wahrnehmen, Schriftstück vorzeigen und die Sache bei der Polizei klarstellen?
Vorladung mit Person B wahrnehmen?
Anwalt einschalten?

Person A denkt darüber nach, Person C eine Whatsapp -Nachricht zu schreiben mit dem Inhalt, dass sie ja nun Wisse das Person B Erlaubnis erteilt über das Geld zu verfügen, mit der Bitte die Anzeige zurückzuziehen, ansonsten werden wir eine Gegenklage nach §164 StGB "Falsche Verdächtigung" in Erwägung ziehen. <- kann man das taktisch machen?

Vielen Dank !!


-- Editiert von User am 18. Februar 2024 08:25

-- Editiert von User am 18. Februar 2024 08:32

Notfall oder generelle Fragen?

Notfall oder generelle Fragen?

Ein erfahrener Anwalt gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16806 Beiträge, 9397x hilfreich)

Zitat (von Destino30):
kann man das taktisch machen?

Kann man schon - ist aber nicht geschickt.
Zum einen begibt man sich an den Rand einer strafbaren Nötigung.
Zum anderen wird eine §164-Anzeige sowieso im Sand verlaufen, weil nie beweisbar ist, dass C absichtlich falsch verdächtigt hat (C konnte nicht wissen, dass B mit der Geldentnahme einverstanden war -> keine falsche Verdächtigung)
Und zum Dritten kann man eine Anzeige gar nicht zurück ziehen ...

Zitat (von Destino30):
Jetzt ist die Frage - wie sollte Person A am besten vorgehen?
Vorladung wahrnehmen, Schriftstück vorzeigen und die Sache bei der Polizei klarstellen?

Ja.
Allerdings ist eine schriftliche Erlaubnis, über das Konto von B zu verfügen, nicht automatisch ein Freibrief, sich selbst zu bedienen. Es wird also wahrscheinlich trotzdem ermittelt werden, ob B konkret mit der Entnahme von 5k€ einverstanden war.

Zitat (von Destino30):
Anwalt einschalten?
auf den Anwaltskosten wird man sitzen bleiben.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47962 Beiträge, 16945x hilfreich)

Zitat (von Destino30):
Vorladung wahrnehmen, Schriftstück vorzeigen und die Sache bei der Polizei klarstellen?


Was will man denn da klarstellen? Dass es sich in Wirklichkeit nicht um Unterschlagung, sondern vielmehr um Untreue (§ 266 StGB) gehandelt hat?

Zitat (von Dedtino30):
Vorladung mit Person B wahrnehmen?


Kann man machen, wenn B dann bestätigt, dass A sich nach eigenem Ermessen und zu eigenen Gunsten am Kontoguthaben bedienen durfte.

Zitat (von Destino30):
Bitte die Anzeige zurückzuziehen, ansonsten werden wir eine Gegenklage nach §164 StGB "Falsche Verdächtigung" in Erwägung ziehen. <- kann man das taktisch machen?


Das halte ich für sinnlos, da ich aus der Darstellung des Sachverhaltes nicht ansatzweise eine Falsche Verdächtigung erkennen kann.

Vielmehr deuten die Umstände sehr stark darauf hin, dass A sich strafbar gemacht hat.

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 271.830 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
109.817 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen