Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
591.199
Registrierte
Nutzer

Vorladung zu Gericht ohne pol. Vernehmung?

 Von 
Cybermarkus
Status:
Schüler
(259 Beiträge, 22x hilfreich)
Vorladung zu Gericht ohne pol. Vernehmung?

Hallo!

Ist es möglich, vom Landgericht ein Schreiben zugestellt zu bekommen, in dem man erstmals durch eine Vorladung über den Vorwurf einer Straftat erfährt? Oder ist es so, dass man generell im Vorfeld polizeilich vernommen wird oder durch andere Ermittlungsmaßnahmen von solchen Verfahren Kenntnis erlangt (gerade auch in Anbetracht der Schwere der Delikte, die vor Landgerichten verhandelt werden)?

Meine Fragestellung im Forum "Verfahrensrecht" gab Anlass zur Frage hier im Strafrecht.

Grüße
Markus

Verstoß melden

Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
beschuldigt Kenntnis Landgericht Strafrecht


14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29677 Beiträge, 9153x hilfreich)

Ich gehe mal davon aus, daß es sich um Strafrecht handelt:

Wenn man selber Beschuldigter ist, hätte man schon vorher davon erfahren.

Wenn jemand anderes einen in einer lfd. Verhandlung als "Überraschungszeugen" angegeben hat, könnte es schon so passieren.

-----------------
"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
Cybermarkus
Status:
Schüler
(259 Beiträge, 22x hilfreich)

Also Beschuldigter zu sein, kann ich mir auch absolut nicht vorstellen. Man wird doch von sowas nicht dermaßen überrascht. Habe da auch ein völlig reines Gewissen.

Bob, hast du auch meinen Beitrag im Verfahrensrecht gelesen? Mein Vorname stimmte ja gar nicht auf dem Anschreiben, so dass ich es habe zurückgehen lassen.

Vor ca. 1 1/2 Jahren wurde gegen mich vor dem selben Landgericht zivilrechtlich verhandelt. Es ging um einen schweren Verkehrsunfall. LG hat die Klage abgewiesen, OLG hat den Entscheid aufgehoben und mich bzw. meine Versicherung einen Großteil der Sache zahlen lassen. Nun habe ich überlegt, ob vielleicht in dieser Sache nochmals Klage vor dem LG erhoben wurde, weil neue Kosten durch die Todesfolge des Unfallgegners entstanden sind.... aber dann wäre das sicher mit dem korrekten Namen erfolgt.

An eine Zeugenvorladung im Strafrecht glaube ich im Gegensatz zu dir allerdings gar nicht. Ich bin zwar an dem Ort mit Erstwohnsitz gemeldet, halte mich aber dort fast nie auf und habe so ziemlich nur zur eigenen Familie Kontakt.

Kommt mir alles irgendwie sehr komisch vor.

Ich werde wohl mal morgen telefonisch oder per Mail Kontakt aufnehmen.

Grüße
Markus

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29677 Beiträge, 9153x hilfreich)

Also Beschuldigter zu sein, kann ich mir auch absolut nicht vorstellen. Man wird doch von sowas nicht dermaßen überrascht. Habe da auch ein völlig reines Gewissen

Eben

An eine Zeugenvorladung im Strafrecht glaube ich im Gegensatz zu dir allerdings gar nicht.

Gut, ich wußte ja nicht, daß da schon mal was zivilrechliches anstand. Dann wird es wohl darum gehen. Die Dame (oder der Herr) von der GeschSt. wird sich schlichtweg beim Vornamen getäuscht oder vertippt haben. Ist so selten nicht. Ich bekam auch schon ein Schreiben, in dem ich einen Monat "älter gemacht" wurde, also ein falsches geb.datum angegeben wurde.

-----------------
"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#4
 Von 
Cybermarkus
Status:
Schüler
(259 Beiträge, 22x hilfreich)

Kann das eigentlich sein, dass die Witwe nun wieder vor dem LG klagt? Das LG hatte damals ja meine Schuld verneint und erst das OLG hat dieses Urteil aufgehoben? Ist es der richtige Weg, dann wieder beim LG in der gleichen Sache zu klagen?

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#5
 Von 
Mareike123
Status:
Unparteiischer
(9596 Beiträge, 1697x hilfreich)

Freie Gerichtswahl gibt es in Deutschland nicht. ;)

Wenn also das LG zuständig ist (örtlich und sachlich), so kann man nur dort klagen.

Außerdem ist ja nicht gesagt, daß wieder dieselbe Kammer in derselben Besetzung über den Fall entscheidet.

Und selbst wenn, muß man trotzdem erst mal "durch" und danach ggfs. Rechtsmittel einlegen.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#6
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29677 Beiträge, 9153x hilfreich)

Hat denn das OLG nach der Aufhebung des Urteils selber entschieden, oder an eine andere Kammer des LG zurückverwiesen? Falls letzteres könnte das ja jetzt die Verhandlung sein

-----------------
"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#7
 Von 
Cybermarkus
Status:
Schüler
(259 Beiträge, 22x hilfreich)

@Bob:

Nein, das OLG hat damals ein eigenes Urteil gefällt und die entsprechenden Zahlungsmodalitäten sind auch schon längst abgeschlossen. Allerdings hat es nicht die volle Forderung der Witwe erfüllt, sondern nur ca. 2/3.

An das LG ging damals nichts zurück. Seit der Urteilsverkündung damals habe ich auch nichts mehr von der Sache gehört.

Grüße
Markus

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#8
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29677 Beiträge, 9153x hilfreich)

Tja, dann bin ich vorerst auch ratlos :)

-----------------
"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#9
 Von 
Cybermarkus
Status:
Schüler
(259 Beiträge, 22x hilfreich)

D. h., die Frau kann nicht nochmal wegen der gleichen Sache vor dem LG klagen?

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#10
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29677 Beiträge, 9153x hilfreich)

Meines Erachtens schon, wenn weitere Kosten angefallen sind. Ich habe durch Zufall vor einigen Tagen einen Prozess einer Zivilkammer des hiesigen Landgerichts verfolgt. Da gings es um was ähnliches. Dem Geschädigten war rechtskräftig Schadenersatz zuerkannt worden (war auch gezahlt worden). Er hat dann auf weiteres Schmerzensgeld geklagt, da sich das Leiden unvorhersehbar verschlimmert hatte.

-----------------
"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#11
 Von 
Cybermarkus
Status:
Schüler
(259 Beiträge, 22x hilfreich)

Das ist gut. Denn mal ehrlich.... man wird doch - auch nicht von einer Zivilklage - einfach so überrascht. Man weiß doch in aller Regel, wann etwas kommt. Deshalb hat mich die Sache schon irgendwo beunruhigt. Aber dass es noch um den Unfall geht, halte ich ebenfalls für plausibel, auch wenn der Vorname nicht stimmt.

Grüße
Markus

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#12
 Von 
Cybermarkus
Status:
Schüler
(259 Beiträge, 22x hilfreich)

Nochmal ein kleiner Nachtrag. :)

Wenn die Gegenpartei aus der alten Sache heraus neue Ansprüche stellen möchte, ist es dann nicht Formsache, mich bzw. meinen Anwalt zunächst einmal durch den eigenen Anwalt schriftlich zu kontaktieren und die Forderungen zu artikulieren? So wurde es doch vor dem Prozess auch gemacht. Es wurde eine Forderung gestellt, wir haben abgelehnt und erst dann kam es zum Prozess. Meiner Meinung nach müsste es doch jetzt wieder so ablaufen, dass man uns erst einmal über Forderungen in Kenntnis setzt, bevor man klagt oder sehe ich das falsch? Wir könnten uns ja z. B. ohne Gerichtsverfahren dazu bereiterklären unter der damals festgesetzten Quote die Kosten zu übernehmen.

Gibt es keine generelle Pflicht des Anspruchstellers vor einer Klage außergerichtlich zu versuchen, seine Ansprüche zu befriedigen? Selbst wenn diese Pflicht nur in einem einzigen (Anwalts-)Schreiben liegt... ich finde, es muss doch einem Anspruchsgegner auch die Möglichkeit gegeben werden, vor der Einschaltung der Gerichte etwaige Forderungen zu begleichen. Wofür die Justiz einschalten, wenn man sich evtl. schon vorher einig wird? Verlangt das Landgericht bei Einreichung einer solchen Klage nicht vorab einen solchen Schritt?

Aus eben diesen Gedankengängen heraus wunderte es mich, von so einem Schreiben derart überrascht zu werden.

Grüße
Markus

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#13
 Von 
tinawittko
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 1x hilfreich)

hi
nein das gibt es nicht.du wirst von der polizei vorgeladen.wenn anklage erhoben wird dann zuerst beim zuständigen amtsgericht.in außnahmefällen sofort beim landgericht mord,vergewaltigung etc.bist du mit dem urteil unzufrieden und erhebst einspruch dann geht es zum landgericht.geh mit dem schreiben zum anwalt er fordert die akte an dann weißt du was los ist.erst vorladung!!!!denn je nach deiner aussage kann es ja schon im vorfeld eingestellt werden wenn du eventuell unschuldig bist tina

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#14
 Von 
DanielB
Status:
Bachelor
(3291 Beiträge, 394x hilfreich)

@tinawittko: es geht hier trotz der Einstellung in das Forum Strafrecht um Zivilrecht. Damit hat die Polizei nichts zu tun und die Zuständigkeit des Landgerichts ergibt sich meines Wissens aus dem Streitwert. Ich glaube, dass zivilrechtliche Forderungen vor einer Klage vor Gericht in der Regel auch beim Gegner eingefordert werden müssen.

Für das Strafrecht muß dagegen nach §163a der Beschuldigte, vor Eröffnung einer Hauptverhandlung oder einem Strafbefehl von Polizei oder Staatsanwaltschaft vernommen werden oder zumindest die Möglichkeit einer schriftlichen Stellungnahme erhalten.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 217.871 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 25
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
90.337 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. Zzgl. 2€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen