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Warenkreditbetrug Zeuge


#31
 Von 
guest-12303.07.2019 16:29:14
Status:
Lehrling
(1402 Beiträge, 413x hilfreich)

Zitat (von !!Streetworker!! ):
Und schon haben wir eine Situation wie die jetzt vorliegende. Ein Paket für irgendeinen unbekannten Müller das von Meier angenommen wurde und dessen weiterer Verbleib ungeklärt ist.
Sehe ich anders, denn das würde unterstellen, dass unser TE der Meier ist.
Der Beschreibung nach hätte unser TE "Schmitz" ja ein Paket adressiert an Müller annehmen müssen, jedoch in dem Wissen ("man kennt sich im Haus und nimmt nur für bekannte Nachbarn Pakete an"), dass es diesen Müller so überhaupt nicht gibt.
Andernfalls hätte er nur Pakete an Meier adressiert angenommen.

Ich halte es eher für wahrscheinlich, dass ein Meier was an Meier hat schicken lassen, und dieser jetzt versucht die "Das Paket ist nie angekommen"-Schiene zu fahren. Dann kommt heraus, dass der TE "Schmitz" das Paket angenommen hat (bzw. er Gerät in Verdacht, vielleicht sogar durch Aussage des Meiers "der Schmitz nimmt ja immer die Pakete an") und der Meier jetzt behauptet, er hätte das Paket nie ausgehändigt bekommen.

Sollte dieses Szenario so zutreffen sollte man sich schon mal überlegen, wie man beweist, dem Meier das Paket ausgehändgit zu haben.

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#32
 Von 
elisa35
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 1x hilfreich)

Ich melde mich nochmal zurück da mich wieder ein Brief von der Polizei erreicht hat.
Ich soll morgen als Zeugin zur Wahllichtbildvorlage,ich weiß natürlich überhaupt nicht was mich erwartet und wenn ich da wieder erkennen sollte.
Hat hier jemand eine Antwort darauf wie so etwas abläuft ? Eigentlich dachte ich das nach dem 1.Termin für mich die Sache erledigt wäre.

Danke im voraus

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#33
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(27261 Beiträge, 7932x hilfreich)

Zitat:
denn das würde unterstellen, dass unser TE der Meier ist.

Richtig. Ich sagte ja ausdrücklich, dass das nur eine theo. mögliche Variante von mehreren ist.

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#34
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(27261 Beiträge, 7932x hilfreich)

Zitat (von elisa35):
Ich melde mich nochmal zurück da mich wieder ein Brief von der Polizei erreicht hat.
Ich soll morgen als Zeugin zur Wahllichtbildvorlage,ich weiß natürlich überhaupt nicht was mich erwartet und wenn ich da wieder erkennen sollte.
Hat hier jemand eine Antwort darauf wie so etwas abläuft ? Eigentlich dachte ich das nach dem 1.Termin für mich die Sache erledigt wäre.

Danke im voraus

Wen sie erkennen sollen wissen wir auch nicht. Das wird man Ihnen noch sagen.

Es werden Ihnen mehrere Bilder vorgelegt und sie sollen sagen, ob sie jemand kennen.

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#35
 Von 
reckoner
Status:
Unparteiischer
(9867 Beiträge, 3703x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Ich kann ja nicht für unbekannt Paket angenommen haben. Vielleicht existiert dieses Person überhaupt gar nicht.
Doch, natürlich kannst du es angenommen haben, warum denn nicht? Fraglich ist eher, warum es überhaupt zugestellt wurde.

Zitat:
Ich halte es eher für wahrscheinlich, dass ein Meier was an Meier hat schicken lassen, und dieser jetzt versucht die "Das Paket ist nie angekommen"-Schiene zu fahren. Dann kommt heraus, dass der TE "Schmitz" das Paket angenommen hat (bzw. er Gerät in Verdacht, vielleicht sogar durch Aussage des Meiers "der Schmitz nimmt ja immer die Pakete an") und der Meier jetzt behauptet, er hätte das Paket nie ausgehändigt bekommen.

Sollte dieses Szenario so zutreffen sollte man sich schon mal überlegen, wie man beweist, dem Meier das Paket ausgehändgit zu haben.

Du hast es nicht verstanden. Sie hat kein Paket für diese unbekannte Person angenommen. Daher muss sie auch nicht beweisen, dass sie es ausgehändigt hat.

Zitat:
Ich soll morgen als Zeugin zur Wahllichtbildvorlage,
Irgendwie hab' ich den Verdacht, die Ermittler spielen ein falsches Spiel (und du bist eigentlich schon - mindestens - Verdächtigte).
Du hast doch bei letzten Termin bestimmt schon ausgesagt, dass du das fragliche Paket nicht angenommen hast. Also, wen sollst du dann jetzt identifizieren? Den Paketboten wohl kaum.

Die ultraknappen Termine kommen mir übrigens auch etwas seltsam vor, kenne ich so nicht (es geht hier ja nicht um ein Verbrechen oder so, normalerweise mahlen die Mühlen da langsamer). !!Streetworker!! kann das aber sicher besser einschätzen, vielleicht schreibt er mal was dazu.

Stefan

PS: Bitte berichte doch weiter.

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#36
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(27261 Beiträge, 7932x hilfreich)

Zitat:
Die ultraknappen Termine kommen mir übrigens auch etwas seltsam vor

Sie schreibt ja nur, dass Sie einen Brief bekommen hat, aber nicht wann...

Meiner Erfahrung nach möchten die Sachbearbeiter bei der Polizei die Sachen möglichst schnell vom Tisch haben, deswegen sind kurzfristige Termine nicht so unüblich (auch telefonisch teilweise).

Möglicherweise war die Akte hier auch schon bei der StA und die hat noch mal Nachermittlungen (halt die Wahllichtbildvorlage) angeordnet. Ist aber natürl. nur eine Vermutung.

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#37
 Von 
elisa35
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 1x hilfreich)

Ich habe den Brief am Freitag bekommen.
Meine Nachbarin hatte letzte Woche Mittwoch einen Termin bei der Polizei. Sie wird beschuldigt,Sie weiß aber auch von nichts und vermutet jemanden in ihrer Familie.

Aber warum hat sie erst Wochen später einen Brief von der Polizei bekommen ?

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#38
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(27261 Beiträge, 7932x hilfreich)

Zitat:
Aber warum hat sie erst Wochen später einen Brief von der Polizei bekommen ?

Mutmaßlich weil sich der Tatverdacht gegen sie erst dann soweit verfestigt hat, dass ein Ermittlungsverfahren gegen sie als Beschuldigte eröffnet werden konnte.

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#39
 Von 
reckoner
Status:
Unparteiischer
(9867 Beiträge, 3703x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Sie schreibt ja nur, dass Sie einen Brief bekommen hat, aber nicht wann...
Speziell war mir das gleich im ersten Beitrag aufgefallen: Brief 27.4., Termin 2.5. - das waren nur 3 Werktage, und noch dazu mitten in einem verlängerten Wochenende, zum Urlaub nehmen oder zur Terminverschiebung war da nicht viel Zeit.

Zitat:
Meine Nachbarin hatte letzte Woche Mittwoch einen Termin bei der Polizei.
Auch zum Bilder gucken? Oder nur so wie dein erster Termin?
Ich frage weil mich immer noch interessiert, wer denn identifiziert werden soll. Wie gesagt kann es um den Paketboten ja wohl kaum gehen (der ist den Ermittlern doch bekannt), und um die sonstigen Bewohner des Hauses auch nicht (was soll es bringen, wenn bestätigt wird das Person X in dem Haus wohnt bzw. mal im Haus gesehen wurde etc.).
Wenn du eine Zeugin wärst die die Tat beobachtet hat, ja dann könntest du vielleicht anhand von Fotos sagen wer es war. Aber du hast ja gerade nichts beobachtet, weder Tat noch Täter.

Und immer wenn etwas so unlogisch ist hab' ich gewisse Zweifel - und würde daher die Aussage verweigern.

Stefan

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#40
 Von 
elisa35
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Auch zum Bilder gucken? Oder nur so wie dein erster Termin?

Sie war auch vorgeladen,nur zur Aussage.

Zitat (von reckoner):
Ich frage weil mich immer noch interessiert, wer denn identifiziert werden soll.

Genau das ist es ja. Ich Frage mich wenn ich da wiedererkennen soll und das macht mir Angst.

Soll ich am besten nichts dazu sagen ?
Ich habe nur Angst das ich am Ende beschuldigt werde da ich angeblich das Paket angenommen haben soll.

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#41
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(27261 Beiträge, 7932x hilfreich)

Zitat:
und würde daher die Aussage verweigern.


Was aber, solange sie nur Zeuge ist, nur geht, wenn der Vernehmung kein Auftrag der Staatsanwaltschaft zugrunde liegt. Oder per § 55 StPO

Zitat:
Soll ich am besten nichts dazu sagen ?


Siehe oben.



-- Editiert von !!Streetworker!! am 19.06.2019 09:36

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#42
 Von 
Araval
Status:
Schüler
(165 Beiträge, 38x hilfreich)

Hallo,
eventuell hat der Paketbote bei seiner Wahlichtbildvorlage einen der Hausbewohner als die Person erkannt, die das Paket entgegen genommen hat. Und diese Person soll nun identifiziert werden. Sei es als Mitbewohner oder als Mieter oder Freund oder oder oder....
Damit soll nur der Tatverdacht gegen die Nachbarin erhärtet werden schätze ich.
Sie brauchen nicht nervös sein oder Angst haben. Sie schauen sich einfach nur Fotos an. Wenn sie eine Person identifizieren wird das dokumentiert und sie unterschreiben dafür. Das gleiche gilt auch, wenn sie keine Person wieder erkennen.
Es gibt hierbei kein richtig oder falsch. Sie müssen nur nach bestem Wissen und Gewissen sagen, ob sie jemanden erkennen.

Araval

Signatur:Offizieller Sponsor des Bundesfinanzministeriums
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#43
 Von 
reckoner
Status:
Unparteiischer
(9867 Beiträge, 3703x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Was aber, solange sie nur Zeuge ist, nur geht, wenn der Vernehmung kein Auftrag der Staatsanwaltschaft zugrunde liegt. Oder per § 55 StPO
Richtig. Aber genau das ist ja gegeben, wie soll man denn sicherstellen keinen Angehörigen zu belasten wenn man überhaupt nicht weiß in welche Richtung die Befragung zielen soll?

Einfaches Beispiel: "Wo waren sie gestern um 17:00 Uhr?"
Die Antwort darauf könnte ich verweigern weil ich nicht ausschließen kann ob ich mit einer wahren Antwort vielleicht das Alibi eines Angehörigen zerschieße. Wäre die Frage gewesen "Ist es richtig, dass sie gestern um 17:00 Uhr mit ihrer Frau bei Lidl waren" wäre es klar - aber so wird ja nicht gefragt.
Du weißt doch nur zu gut, dass die Ermittler eher Fangfragen stellen, Rhetorik ist ja schon ein wichtiger Teil der Ausbildung.
Eine Strategie könnte dabei sein, erstmal die befragte Person selbst zu beschuldigen (natürlich nicht direkt, sondern zwischen den Zeilen), und plötzlich werden viele ganz redselig (nein, das kann ich gar nicht gewesen sein, zu diesem Zeitpunkt ist doch mein Mann mit dem Auto gefahren :bang: ).

In dem konkreten Fall kann man das auch schon erkennen, denn ich frage mich ob die Nachbarin nicht viel mehr gesagt hat als sie musste.
Für die TS kann das aber nur gut sein. Sie könnte jetzt sogar selber aussagen, dass die Nachbarin einen Angehörigen in Verdacht hat.

Stefan

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#44
 Von 
reckoner
Status:
Unparteiischer
(9867 Beiträge, 3703x hilfreich)

Hallo nochmal (hatte sich überschnitten),

Zitat:
eventuell hat der Paketbote bei seiner Wahlichtbildvorlage einen der Hausbewohner als die Person erkannt, die das Paket entgegen genommen hat.
Dann wäre sie aber bereits bekannt, was soll die TS dann noch dazu sagen? Oder meinst du, dass es kein Foto sondern ein Phantombild ist? (sehr unglaubwürdig, ein Paketbote hat ja täglich mit zig Personen zu tun, wie will er dann eine davon beschreiben können?)

Zitat:
Damit soll nur der Tatverdacht gegen die Nachbarin erhärtet werden schätze ich.
Was liegt denn gegen die Nachbarin vor (außer sie war es selbst natürlich)? Nichtmal Strafvereitelung käme in Betracht, denn sie hat ja ein Aussageverweigerungsrecht.

Stefan

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#45
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(27261 Beiträge, 7932x hilfreich)

Zitat:
Die Antwort darauf könnte ich verweigern weil ich nicht ausschließen kann ob ich mit einer wahren Antwort vielleicht das Alibi eines Angehörigen zerschieße.


"Nicht ausschliessen können" reicht aber nicht.

[quote=Meyer-Goßer-Schmitt StPO, 61., 243, Rn. 7 zu § 55 StPO ]... nicht ausreichend sind Vermutungen ohne Tatsachengrundlage oder eine bloße theoretische Möglichkeit

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#46
 Von 
reckoner
Status:
Unparteiischer
(9867 Beiträge, 3703x hilfreich)

Hallo,

ja, OK. Ich würde ja auch erst nachfragen, warum ich dazu etwas sagen soll (insbesondere wer verdächtigt wird).
Und wenn dann gar nichts kommt, dann ist es eben gerade keine Vermutung ohne Grundlage, sondern der konkrete Verdacht, dass gegen mich selbst* oder einen Angehörigen ermittelt wird.

*gegen mich selbst in dem Sinne, dass erstmal alle nur Zeugen sind, sich aber eigentlich(!) durch ihre Aussage be- oder entlasten sollen (ob das zulässig ist brauchen wir nicht zu diskutieren, gemacht wird es jedenfalls, da bin ich sicher)

Stefan

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