Was ist Betrug? Komme ich dafür ins Gefängniss?

5. September 2014 Thema abonnieren
 Von 
karosta
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Was ist Betrug? Komme ich dafür ins Gefängniss?

Hallo,


Ich versuche mal meine Methode zu beschreiben ohne irgendwas zu verraten. Mir ist es durch puren Zufall gelungen aus einer Internetseite eine Reihe von extremst gravierenden Fehlern auf Seiten des Betreibers auszunutzen um so mehrere 1000€ pro Monat zu *verdienen*. Die Methode könnte im Prinzip jeder andere Mensch nachvollziehen. bzw ein intelligenter *Sparfuchs* käme womöglich auf die selbe Idee. Gut möglich das anderen Leuten diese Methode ebenfalls bekannt ist. Das Unternehmen erleidet dadurch keinen bemerkbaren schaden, da es ein paar Millionen umsetzt.


Ich habe die besagte Seite weder gehackt noch beschädige ich sie. Ich nutze im Grunde einen normalen Prozess aus den jeder andere normale *user* auch durchläuft, ich wiederhole diesen Prozess nur 10000XX mal. Bei den ersten 1000€ Euros fand ich es unfassbar und konnte nur drüber lachen, es ist mir unbegreiflich wie das Unternehmen solche Fehler zulassen kann. Es ist als wenn da ein Bündel Geld auf der Straße liegt. Wer lässt den liegen? Mittlerweile bin ich bei einer Summe die mir sorgen macht. Ich bin bereit ein gewisses Risiko einzugehen, im Notfall würde ich alles zurückzahlen, ich mache mir nur sorgen ob man dafür in den Knast wandern kann. Ich bin eigentlich ein vernünftiger Mensch und habe noch nie etwas rechtswidriges getan.

Ich schätze ihr könnt mir eh keinen Rat geben, da ich euch nichts konkreteres erzählen kann. Mich interessiert dennoch eure Meinung dazu. Vor allem interessiert mich ob man bei sowas in den Knast wandern kann.




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-- Editiert von Moderator am 05.09.2014 15:48

-- Thema wurde verschoben am 05.09.2014 15:48

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
NinaONina
Status:
Lehrling
(1504 Beiträge, 1226x hilfreich)

Es könnte ein Fall von §263a StGB vorliegen.

Ob das wirklich der Fall ist, wird dir nur ein Anwalt unter genauer Kenntnis aller Fakten (die du hier nicht nennen willst) sagen können, da gibt es einige Grauzonen, in denen man sehr detailliert trennen muß.

Grundsätzlich *kann* schon die Mehrfachverwendung eines Gutscheins, den man lt. Aufdruck nur einmal verwenden kann, einen §263a StGB verwirklichen, wenn man ausnutzt, daß das Computersystem des Anbieters diese Prüfung nicht oder fehlerhaft durchführt.
Denn es findet eindeutig eine Täuschung gegen den erklärten Willen der Gegenseite statt, nur daß nicht - wie beim §263 StGB - eine Person getäuscht, sondern eine Datenverarbeitungsanlage "getäuscht" wird.

Ein analoger Fall wäre "Ein Shop erlaubt negative Mengenangaben, also bestelle ich einen Fernseher und 'minus 200' CDs und bekomme so den Fernseher für 1 EUR und hoffe, daß das beim Rausschicken niemandem auffällt".

-- Editiert NinaONina am 05.09.2014 14:57

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#2
 Von 
Mr.Cool
Status:
Richter
(8429 Beiträge, 3449x hilfreich)

quote:
eine Reihe von extremst gravierenden Fehlern auf Seiten des Betreibers auszunutzen
Daraus könnte man durchaus ableiten einen unberechtigten Vermögensvorteil zu erreichen. Ob das durch Täuschung oder Schwachstellen o.a. geschieht ist nachher eine §-Frage. Jedenfalls besteht bei entsprechender Nutzung eine hohe Gefahr der rechtlichen Verfolgung, sei es straf- als auch zivilrechtlich.

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"Vernunft ist wichtiger als Paragraphen"

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
karosta
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Meint ihr denn Gefängnisstrafe käme prinzipiell dafür auch in Frage?

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0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9531x hilfreich)

"Prinzipiell" kommt bei jeder Straftat eine Gefängnisstrafe in Frage, ... auch beim § 263a StGB .

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"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
NinaONina
Status:
Lehrling
(1504 Beiträge, 1226x hilfreich)

Für Ersttäter in der Regel nicht, dazu müßte man wohl schon in außergewöhnlich großer Höhe einen Vermögensvorteil erlangt (und nicht nur versucht) haben.

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0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
karosta
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Ist eine Summe in höhe von etwa 60.000€ bereits eine außerordentlich hohe Summe? MfG

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0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Hafenlärm
Status:
Lehrling
(1505 Beiträge, 1743x hilfreich)


quote:
Ist eine Summe in höhe von etwa 60.000€ bereits eine außerordentlich hohe Summe?

Meiner Meinung nach schon.
Aber wollen Sie sich bei einer für Sie so heiklen Angelegenheit wirklich auf die Meinungen von anonymen Usern in einem Forum verlassen?
Das halte ich für mutig.

Hier kann man ja nichtmal zielführend über eine Strafbarkeit Ihres Vorgehens spekulieren, da Sie ja leider nichtmal in Grundzügen mitteilen, wie Sie da vorgehen.
Ob Sie das Nachholen oder weiter um eine Verbreitung von diesem "Geschäftsgeheimnis" fürchten, ist natürlich Ihre Sache.
Ich persönlich würde zwar keine "Konkurrenten" fürchten, aber dennoch hier keine Anleitungen zu einem womöglich strafbarem Verhalten breittreten wollen.

Am ehesten und zuverlässigsten können Sie sich natürlich durch eine Beratung bei einem im Strafrecht besonders kompetenten Rechtsanwalt absichern oder eben warnen lassen.
Das kostet natürlich ein Honorar.
Aber mal ehrlich, laut eigener Aussage kommen da ohne viel Aufwand hohe fünfstellige Beträge zusammen, auf der anderen Seite sind hohe Haftstrafen zu befürchten.
Da sollte eine Beratung doch finanzierbar und lohnenswert erscheinen, oder?
Eine entgültige Sicherheit kann Ihnen aber auch eine Beratung nicht bieten.
Ein theoretisches Risiko bleibt immer, die Größe des Risikos hängt zum Beipsiel von der "Ungewöhnlichkeit" Ihres Vorgehens oder der Wahrscheinlichkeit von Gesetzesänderungen ab.
Sehen Sie nur mal hier: Urteil des BGH

Und auch dann, wenn Sie strafrechtlich nichts zu befürchten hätten, stünden Sie nicht viel besser da.
Eines Tages wird der Betreiber der Website vielleicht das Geld von Ihnen zurückfordern, welches Sie aber schon verschleudert haben.
Spätestens dann sollten Sie einen Rechtsanwalt hinzuziehen.

Meiner Meinung nach sollten Sie aber auch mal fragen, warum Sie denn der einzige sind, der den vermeintlich genialen Einfall hatte und der Betreiber davon nichts bemerkt hat.
Kann sowas wirklich legal sein?
Kann schon, ein Irrtum auf Ihrer Seite halte ich aber grundsätzlich für wahrscheinlicher.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
NinaONina
Status:
Lehrling
(1504 Beiträge, 1226x hilfreich)

quote:
Es ist als wenn da ein Bündel Geld auf der Straße liegt. Wer lässt den liegen?


Die Frage wäre eher: Wer begeht Fundunterschlagung und gibt das (!) nicht ab?

Der Unterschied in deinem Fall ist nur, daß man nur in sehr ausgefallenen Situationen bei einer Unterschlagung gefundenen Geldes überführt werden kann, in deinem Fall jedoch ist die Täterschaft ja offenbar leicht beweisbar.



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