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Werde mit Vorstrafe erpresst - Was ist der Bester Weg ?


#91
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(25889 Beiträge, 7247x hilfreich)

Zitat:
Konkret geht es mir um folgendes. Hätte der Richter wieder absolut neuen Ermessensspielraum und könnte theoretisch ohne Rücksicht wegen Härteausgleich etc. wieder bis maximal 2 Jahre zur Bewährung ausurteilen? Zähle ich in dem Verfahren, trotz Tatbegehung vor dem ersten Urteil, als vorbestraft und habe alleine dadurch schlechtere Karten?

Rein theoretisch könnte der Richter auch 3 Jahre (also ohne Bewährung) ausurteilen, trotz Härteausgleich. Untreue hat ja eine Höchststrafe von 5 Jahren, im besonders schweren Fall von 10 Jahren, nicht von 2. Praktisch würde das selbst im Verurteilung Falle aber natürlich kaum passieren.

Was die Vorstrafe angeht, ist sie zwar für den Richter im BZR ersichtlich, darf in diesem Fall aber nicht strafschärfend gewertet werden.

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#92
 Von 
Rats
Status:
Beginner
(77 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke, wie schon so oft, für Deine Meinung.

Also im schrecklichsten Szenario, sofern die Untreuevorwürfe zutreffend wären, Deiner Meinung nach 2 Jahre und dann auf Bewährung realistischer als Gefängnisstrafe... Hieße dann nur, dass trotz der absolvierten Bewährung und absoluten Vorbildlichen Haltung seit 2013 nun 6 Jahre später alles wieder von vorne beginnt und das Führungszeugnis wieder nicht vorzeigbar wird. :-(

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#93
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(25889 Beiträge, 7247x hilfreich)

Bevor du dich wieder verrückt machst, würde ich mal ein paar Euro (60,00 bis 80,00) in Akteneinsicht investieren (onlineangebote) . Dort lässt sich der bisherige Verfahrensverlauf ersehen. Wie schon gesagt halte ich es für halbwegs wahrscheinlich, dass das Verfahren bereits einmal eingestellt war und durch eine Einstellungsbeschwerde des Ex-Partners wieder aufgenommen wurde.

Zum einen kann man der Akte dann die Gründe entnehmen, die die Staatsanwaltschaft bewogen hat das Verfahren einzustellen, sowie zum anderen die Argumente die der Ex-Partner in seiner Einstellungsbeschwerde vorgebracht hat.

Entweder kann man das dann selbst leicht entkräften, oder man beauftragt einen Anwalt damit, so dass es ggf. gar nicht zu einer Anklage oder Verhandlung kommt.

Nicht am falschen Ende sparen.

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#94
 Von 
Rats
Status:
Beginner
(77 Beiträge, 0x hilfreich)

Hauptsache ich muss nicht mit einer Verurteilung mit Gefängnis rechnen.
Nicht das die Staatsanwaltschaft meint einmal Verbrecher immer Verbrecher und deshalb ein Exempel statuieren will.

Habel mal ein wenig gegoogelt.... Falls es wirklich zu einer Verurteilung wegen Untreue kommen sollte ist daß selbst bei einer Summe unter 20.000 ganz schön haarig...

Werde also das Geld in die Verteidigung investieren :-(

Bringt eine Argumentation hinsichtlich der verbüßten Strafe etwas? Also, daß man der Staatsanwaltschaft versucht darzulegen, dass man auf Grund der Vorgeschichte eigentlich schon bestraft genug war / ist und deshalb das Verfahren für die 6 bzw. 7 Jahre alte Straftat, wie soll ich sagen, etwas milder abgehalten wird...

Eine Einstellung des Verfahrens durch Zahlung einer Summe, also nicht Geldstrafe gibt es im Strafrecht bzw. in diesem Verfahren wohl nicht....

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#95
 Von 
Moderator1
Status:
Schüler
(166 Beiträge, 104x hilfreich)

Ich denke Du bist unschuldig?!
.
Dann sollte Ziel sein, dass gar keine Anklage erhoben wird, oder falls doch ein Freispruch ergeht.

Wie gesagt--such Dir einen fähigen Anwalt und lass den machen

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#96
 Von 
Rats
Status:
Beginner
(77 Beiträge, 0x hilfreich)

Aber genau, dass ist doch mein Problem. Ich habe mich der Untreue nicht strafbar gemacht und der frühere Partner kann auch KEINE Gegenteilige Beweise etc. haben.

Trotzdem soll ich als Beschuldigter angehört werden....

Es ist mir ein Rätsel... Normalerweise müsste die Staatsanwalschaft doch schon bei der Anzeige erkennen, dass es keine hinreichende Beweise, sondern wenn überhaupt nur die (gelogene) Aussage des früheren Partners gibt.
Und es dürfte eigentlich keine Vernehmung geben....

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#97
 Von 
Rats
Status:
Beginner
(77 Beiträge, 0x hilfreich)

Mal noch was ganz anderes.
Abgesehen von den Drohungen des Ex-Partners, erfahre ich ja jetzt, am 05.02.2019 erstmalig, dass gegen mich wegen Untreuetaten aus 2012 und 2013 ermittelt wird.

Das sind zum Teil 7 Jahre nach Tat... Gibt es da nicht so etwas wie milde wegen zu länger Ermittlungen, Verjährung o.ä. Anhand der vorausgehenden Konversation mit !Streetworker! wären die Taten eigentlich nach 5 Jahren verjährt. Außer es gäbe eine Verjährungsunterbrechung etc. z.B. durch Aufforderung zur Vernehmung... Aber so lange kann es doch nicht dauern bis man dann was davon erfährt.

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#99
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(25889 Beiträge, 7247x hilfreich)

Zitat:
Aber genau, dass ist doch mein Problem. Ich habe mich der Untreue nicht strafbar gemacht und der frühere Partner kann auch KEINE Gegenteilige Beweise etc. haben.

Deswegen ist es ja relativ unverständlich, dass Du sich schon wieder mit "Gefängnis" und "Höchststrafen" beschäftigst, anstatt davon auszugehen, dass Dir keine Tat nachgewiesen kann, was ja recht naheliegend ist, wenn Du keine begangen hast.

Zitat:
Trotzdem soll ich als Beschuldigter angehört werden....

Ja, was gesetzlich verpflichtend ist, wenn das Verfahren nicht schon anhand der Aktenlage zur Einstellung führen soll (und selbst dann ist eine Anhörung nicht "verboten") - hatten wir aber alles schon mehrmals ;)

Zitat:

Es ist mir ein Rätsel... Normalerweise müsste die Staatsanwalschaft doch schon bei der Anzeige erkennen, dass es keine hinreichende Beweise, sondern wenn überhaupt nur die (gelogene) Aussage des früheren Partners gibt.

Wie soll sie das erkennen? Du kennst doch das Anzeigevorbringen des Ex-Partners überhaupt nicht. Und hellsehen kann bei der StA niemand. Deswegen sollst Du Dir ja via Anwalt Akteneinsicht verschaffen und Dich beraten lassen.

Zitat:
Und es dürfte eigentlich keine Vernehmung geben....

Doch, darf es. Unter anderem ist die dazu da, damit Du Dich von dem Vorwurf entlasten kannst.

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#100
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(25889 Beiträge, 7247x hilfreich)

Zitat:
Gibt es da nicht so etwas wie milde wegen zu länger Ermittlungen,

Ermittelt wird ja offenbar erst seit 2017, wenn die Sache ein xxxxx/17 - Aktenzeichen hat.

Zitat:
Verjährung o.ä.

Verjährung wäre eingetreten, wenn es keine Unterbrechungshandlung gab. Auch das ist etwas, was anhand der Akteneinsichtsnahme mit dem Anwalt zu prüfen wäre.

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#101
 Von 
Rats
Status:
Beginner
(77 Beiträge, 0x hilfreich)

Also gebe es die Möglichkeit, dass wenn man wahrheitsgemäß argumentiert bzw. argumentieren lässt, ich die Kopien der Reisekosten vorlege, dass das Verfahren eingestellt werden könnte ohne das es zu einem Gerichtstermin kommt??

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#102
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(25889 Beiträge, 7247x hilfreich)

Natürlich gibt es die ...

Anklage wird dann erhoben, wenn eine mind. 51%ige Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung besteht. Wenn nicht wird eingestellt.

Und selbst eine Anklage hieße ja auch noch nicht Verurteilung...

Trotzdem würde ich einen Anwalt und Akteneinsicht nehmen, bevor man blind ins Blaue "argumentiert".

Mglw. ist ja tatsächlich schon Verjährung eingetreten, so dass es gar keiner "Argumentation" bedarf, sondern nur dem Hinweis auf Verjährung.

-- Editiert von !!Streetworker!! am 10.02.2019 19:59

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#103
 Von 
Rats
Status:
Beginner
(77 Beiträge, 0x hilfreich)

Okay...
Hoffe dann mal auf das Beste.

Halte Euch auf dem laufenden...

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#104
 Von 
Rats
Status:
Beginner
(77 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo !Streetworker!,

ich habe heute über gelbe Seiten einen Fachanwalt für Wirtschaftsstraf- und Steuerstrafrecht kontaktiert.
Habe für nächsten Donnerstag einen Termin ;-( , sollte aber bereits per eMail eine Vollmacht und das Schreiben der Polizei schicken, der Anwalt wolle dann schon mal den Termin bei der Polizei absagen und Akteneinsicht beantragen.

Könntest Du mit mir zusammen nochmal auf den Punkt mit der Untreue eingehen, bin da trotz lauter Gesetzestexte lesen und Fallbeispielen nicht viel weiter und könnte Deine und die Hilfe, sowie Meinungen der anderen Forumsmitglieder gut gebrauchen ? Wenn ja würde ich die Frage dazu schreiben, wenn Nein - !

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#105
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(25889 Beiträge, 7247x hilfreich)

Schreib die Frage ...

Wenn sie sich halbwegs schnell und einfach beantworten lässt, schreibe ich was dazu. Ich stehe 2 Tage vor 1 Woche Urlaub und hab noch einigen Papierkram aufzuarbeiten der noch vorher erledigt werden muss, weswegen ich nicht ganz soviel Zeit habe aktuell. Aber wie gesagt: Wenn sich Deine Frage(n) ohne große Recherche beantworten lassen, werde ich was dazu sagen.

PS: Am besten schreib auch noch mal die genauen Umstände, zumindest das Wichtigste und was der EX-Partner Dir genau vorgeworfen hat (was er bei der Polizei angegeben hat, ist ja mglw. eh noch mal was anderes, aber gut, dass weiß man jetzt noch nicht, sondern erst nach Akteneinsicht). Dann muss man/ich nicht noch mal den ganzen thread durchforsten.

-- Editiert von !!Streetworker!! am 11.02.2019 15:27

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#106
 Von 
Rats
Status:
Beginner
(77 Beiträge, 0x hilfreich)

Okay. Perfekt. Also:

Der Partner und ich hatten zusammen eine GmbH bzw. UG. Jeder mit 50% Anteilen bei einem Stammkapital von 100€. Der Partner war zusätzlich als Geschäftsführer bestellt.

Wir hatten, mündlich, vereinbart, dass KEINER Gehalt bekommt. Es verhielt sich leider so, dass die gesamten Umsätze und Einkünfte der UG durch meine Händearbeit eingenommen wurden.

Der Partner und gleichzeitige Geschäftsführer hat mir dann erlaubt bzw. haben wir das gemeinsam so, auch wieder nur mündlich, beschlossen, dass ich meine Fahrten mit dem privaten PKW über die Firmenkasse abrechnen darf. Also gegen Vorlage einer Reisekostenabrechnung mit 0,30€ je Kilometer wurde mir dann aus der Firmenbarkasse das Geld gegeben.

Weiter durfte ich mir für ein paar Tausend Euro Waren über den Firmenaccount bei Amazon bestellen und über das verbundene Firmenkonto bezahlen.

Im Sommer 2014 bin ich dann aber trotzdem ausgestiegen weil es einfach nicht mehr ging.

Ende 2015 hatte ich dann nette Post vom, für mich zuständigen, Finanzamt. Der Alte Partner hat bei der Steuererklärung angegeben, dass ich eine verdeckte Gewinnausschüttung erhalten habe. Die Summe war exakt die Beträge aus Reisekosten und Amazonbestellungen zusammenaddiert.

Dies durfte ich dann im Nachgang versteuern.

Im april 2017 wurde dann vom ehemaligen Partner behauptet, dass, wiederum genau die gleichen Beträge wofür ich jetzt sogar schon Steuern bezahlt habe, ich diese Veruntreut habe. Er wollte dass ich Steuerschulden bezahle, sonst würde er diese Straftat anzeigen.

Somit zur Vorgeschichte.

Ich habe auf Grund der nunmehr wahr gewordenen Bedrohung gegoogelt und komme an mehreren Stellen nicht weiter.

1. Es ist fast überall immer nur von Untreue durch den Geschäftsführer die Rede - ich war aber ja nur Gesellschafter.
2.Dann geht es weiterhin immer um den Tatbestand fremdes und/oder anvertrautes Geld (z.B.: vom GmbH) als Geschäftsführer entnommen zu haben. Für mich, als einer von 2 Gesellschaftern, handelt es sich aber eigentlich gar nicht um fremdes Geld.
3. Wird in den Fallbeispielen immer wieder betont, dass man sich im Innenverhältnis über schriftliche Beschlüsse hinweggesetzt hat und sich deswegen der Untreue strafbar gemacht hat. Wir hatten aber leider nur mündliche Absprachen, die ich nicht beweisen kann, und KEINERLEI schriftlichen Vereinbarungen.
4. Habe ich zwar noch die Kopien von den ca. 16 Reisekostenabrechnungen mit den entsprechenden Beträgen, aber nur weil ich die der Staatsanwaltschaft vorlege beweißt das ja nicht, dass ich deswegen auch das Geld genommen habe bzw. sogar nehmen durfte.
5.Wie kann man bzw. kann ich beweisen oder wenigsten glaubwürdig argumentieren, dass der Partner und Geschäftsführer mit allem einverstanden war?
6. Der Partner hat ja Ende 2015 eine Steuererklärung abgegeben und die entsprechenden Beträge als eine Gewinnausschüttung an mich deklariert - wozu ich ja dann auch Steuern entrichten musste. Gibt es hier vielleicht einen Ansatz dem Gericht bzw. der Staatsanwaltschaft glaubhaft zu machen, dass alles mit dem Einverständnis des Partners gelaufen ist, wenn er sogar gegenüber dem Finanzamt 2015 eine Gewinnausschüttung angibt. Mann kann, nach meiner Interpretation, doch 2015 nicht eine Gewinnausschüttung zu meinen Gunsten/Lasten angeben und genau aus dieser dann 2017 eine Untreuetat?
7. Wenn sonst noch jemand eine Idee hat um die Glaubwürdigkeit des Ex-Partners zu schwächen und somit ein Verfahren eventuell zu verhindern - Bin wirklich für alle Gedankenansätze offen.

UND GANZ GROßES DANKE FÜR DEINE / EURE GEDULD !!

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#107
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(25889 Beiträge, 7247x hilfreich)

Zitat:
Der Alte Partner hat bei der Steuererklärung angegeben, dass ich eine verdeckte Gewinnausschüttung erhalten habe. Die Summe war exakt die Beträge aus Reisekosten und Amazonbestellungen zusammenaddiert.

Also bestreitet er die Absprache gar nicht?!

1. Täter einer Untreue kann jeder sein, der für das Vermögen in irgendeiner Form gerade zu stehen hat und erlaubt darauf zugreifen kann. Ein Klientin von mir wurde mal wegen Untreue verurteilt. Die war Sekretärin in der Buchhaltung in einem Theater mit der Befugnis Rechnungen anzuweisen (für Handwerker, Kostüme usw.). Die erstellte damals fingierte Rechnungen und überwies die entsprechenden Beträge auf Konten, die sie sich selbst eingerichtet hatte.

2. Doch, "fremd" in diesem Sinne ist alles, was einem nicht alleine gehört.

3. Es bedarf keiner schriftlichen Beschlüsse. Entscheidend ist, dass man sich über Befugnisse hinwegsetzt.

4. Wie gesagt: Durch die Anzeige in der Steuergeschichte gibt er doch zu, dass die Entnahmen mit seinem Wissen erfolgten.

5, Siehe 4. ... Der Rest ergibt sich aus der Akteneinsicht.

6. Genau

7, Der RA wird welche haben, nachdem er Akteneinsicht hatte.



-- Editiert von !!Streetworker!! am 12.02.2019 01:30

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#108
 Von 
Rats
Status:
Beginner
(77 Beiträge, 0x hilfreich)

Ah okay. Und da ich mich an die mündlichen Beschlüsse gehalten habe ist alles okay? Nur kann ich diese mündlichen Vereinbarungen nicht beweisen, habe lediglich ein paar Indizien, dass es diese mündlichen Absprachen gegeben hat.

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#109
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(25889 Beiträge, 7247x hilfreich)

Nochmal: Durch die Anzeige bzgl. verdeckter Gewinnausschüttung gibt er doch zu, dass die Verfügungen mit seinem Wissen und seinem Einverständnis erfolgten.

Was natürlich möglich ist, ist dass er nun behauptet dass es noch viel mehr Verfügungen gab von denen er nichts wusste und mit denen er nicht einverstanden war.

Das wird man aber erst anhand der Akteneinsicht sehen können. Und dann muss man sich, falls es der Fall ist, überlegen wie man dem entgegnet.

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#110
 Von 
Rats
Status:
Beginner
(77 Beiträge, 0x hilfreich)

Aber streng genommen müßte der Ex-Partner bzw. die Staatsanwaltschaft ja beweisen, dass er von den Entnahmen nichts wußte bzw. diese nicht wollte oder muß ich beweisen, daß er davon was wußte. Da alles mündlich abgestimmt wurde, weiß ich nämlich nicht wie ich das beweisen soll.

Hinterfragt sich die Staatsanwaltschaft nicht auch, warum vermeintliche Taten aus 2013 und 2014 erst 2017 angezeigt werden. Wir waren eine 2 Personengesellschaft und dem Geschäftsführer müßten eigentlich bei der Kontierung der Belege etc. schon 5,-€ Unregelmäßigkeiten auffallen. Ist das vielleicht auch ein Argument gegen seine Glaubwürdigkeit ?

Wünsche Dir schon mal einen schönen Urlaub.

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#111
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(25889 Beiträge, 7247x hilfreich)

Zitat:
Aber streng genommen müßte der Ex-Partner bzw. die Staatsanwaltschaft ja beweisen, dass er von den Entnahmen nichts wußte bzw. diese nicht wollte oder muß ich beweisen, daß er davon was wußte.

Streng genommen liegt die Beweislast natürlich wie immer auf Seiten der Staatsanwaltschaft. Wenn dann einer behauptet es gab 20 Verfügungen ich wusste aber nur von 10 und war auch nur mit 10 einverstanden und der andere sagt nein, er war mit allen 20 einverstanden und wusste von allen 20, ist es am Ende eine Frage der Indizien und der Glaubhaftigkeit. Wobei bei alledem natürlich der Grundsatz "im Zweifel für den Angeklagten" gilt.

Zitat:
Hinterfragt sich die Staatsanwaltschaft nicht auch, warum vermeintliche Taten aus 2013 und 2014 erst 2017 angezeigt werden

Wahrscheinlich wird sie das hinterfragen, auf jeden Fall sollte dein Anwalt es tun.

... Danke...

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#112
 Von 
Rats
Status:
Beginner
(77 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo !Streetworker!,
Hallo Muemmel,
Hallo Harry,
und natürlich auch Hallo an alle anderen die den Beitrag verfolgen und mir hilfreich zur Seite stehen (die drei haben sich halt besonders hervorgetan).

Ich weiß vor allem !Streetworker! kann es nicht mehr hören aber vielleicht darf ich trotzdem noch mal um Eure Meinung bitten ?

Mein Anwalt hat mir heute die Akte zukommen lassen. Termin zur Besprechung habe ich leider erst nächste Woche Freitag um 14:00 bekommen können.

Also der "Kumpel" behauptet ich hätte in 112 Fällen die GmbH um 30.000 € geschädigt bzw. untreue begangen.
Er selber als Geschäftsführender Gesellschafter macht aber nur ca. 20.000€ als Schaden geltend (steht da wirklich so). Als "Beweis" ist eine Exceltabelle angehängt mit 112 Postionen die z.B.: so lautet:

Pos 87 - 23.01.2013 -Lastschrift Konto- Amazon 112,-€
Pos 88 - 27.01.2013 -Lastschrift Konto -Telekom 34,95 €
Pos 89 - 29.01.2013-Überweisung Konto - PayPal 9,95 €

Mehr steht da nicht in der Tabelle..

Wie gesagt, ich kann nerst am Freitag mit dem Anwalt darüber sprechen aber was ist denn bitte für ein Beweis für eine angebliche Untreue oder verstehe ich inzwischen nur Bahnhof?

Ich dachte der "Kumpel" müßte jetzt zum Beispiel Belegen: Pos 87 am 23.01.2013 eine Lastschrift vom Konto durch Amazon in Höhe von 112,-€ laut Anlage X1 Boxershorts in Gr. M geliefert an Xyz in Xyz.

Wenn ich jetzt Boxershorts Gr. M tragen würde und xyz wäre und in xyz wohnen würde- wäre das immerhin ein indizez dafür, dass ich es bekommen haben könnte. Ob ich dann wirklich auf Grund von Vollmachten o-ä. Untreue begangen habe ist ein anderes Thema... Aber ist das wirklich so als Beweislast gegen mich zulässig? Dann mache ich auch eine Tabelle und behaupte das Gegenteil..

!Streetworker! Ich weiß Du kannst es nicht mehr hören aber wenn ich mich nun doch, entgegen unserer Meinung, einem Schaden von 20.000€ geltend gemacht hätte - meinst Du ich könnte noch mal mit einem blauem Auge - sprich Bewährung davon kommen oder muss ich mir doch wieder ernste Sorgen machen ?

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#113
 Von 
Rats
Status:
Beginner
(77 Beiträge, 0x hilfreich)

@!Streetworker!
Noch eine andere Frage. Die Anzeige wurde in der Tat am 01.10.2017 gestellt. Dann gibt es lediglich einen Aktenvermerk aus Juli 2018, dass die Akte an eine andere Polizeibehörde geschickt wurde, dann gibt es ein Schreiben aus Oktober 2018 von der Polizeibehörde an die Staatsanwaltschaft, dann hat der Anzeigenerstatter im Januar 2019 nachgefragt was aus seiner anzeige geworden ist und erst daraufhin gibt es ein Schreiben vom 01.02.2019 von der Staatsanwaltschaft an die zuständige Polizeibehörde, dass um Vernehmung meiner Person als Beschuldigter erfolgen soll.

Habe ich die Chance, dass, weil die Erteilung einer Vernehmung erst am 01.02.2019 ergangen ist und vorher nirgendwo etwas wegen Vernehmung etc. auftaucht, dass Taten bis zum 31.01.2014 verjährt sind?

Oder gilt der Zeitpunkt der Anzeige und Aktenanlegen etc. als sogenannte Verjährungsunterbrechung ?

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#114
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(25889 Beiträge, 7247x hilfreich)

Zitat:
Ich dachte der "Kumpel" müßte jetzt zum Beispiel Belegen: Pos 87 am 23.01.2013 eine Lastschrift vom Konto durch Amazon in Höhe von 112,-€ laut Anlage X1 Boxershorts in Gr. M geliefert an Xyz in Xyz.

"Belegen" muss die Staatsanwaltschaft. Möglicherweise fordert die einen "Accountverlauf" von Amazon an, aus dem die genannte DInge dann ersichtlich sind.

Zitat:
Aber ist das wirklich so als Beweislast gegen mich zulässig?

Es ist ja kein unumstößlicher Schuldbeweis, sondern mehr oder weniger ein "Beweisangebot" auf dem weitere Ermittlungen aufbauen können, die dann eben zu diesem oder jenem führen.

Zitat:
meinst Du ich könnte noch mal mit einem blauem Auge - sprich Bewährung davon kommen oder muss ich mir doch wieder ernste Sorgen machen ?

Das ist reine Spekulation. Ich sehe jedenfalls nichts, was zwingend gegen eine Bewährungsstrafe spräche.

gibt es ein Schreiben vom 01.02.2019 von der Staatsanwaltschaft an die zuständige Polizeibehörde, dass um Vernehmung meiner Person als Beschuldigter erfolgen soll.

Zitat:
Habe ich die Chance, dass, weil die Erteilung einer Vernehmung erst am 01.02.2019 ergangen ist und vorher nirgendwo etwas wegen Vernehmung etc. auftaucht, dass Taten bis zum 31.01.2014 verjährt sind?

Wenn die erste verjährungsunterbrechende Handlung am 01.02.19 stattgefunden hat, wäre jede Tat, die bis zum 31.01.2014 beendet war verjährt.

Zitat:
Oder gilt der Zeitpunkt der Anzeige und Aktenanlegen etc. als sogenannte Verjährungsunterbrechung ?

Immer noch = nein. Genau wie die letzten Male ;)

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#115
 Von 
Rats
Status:
Beginner
(77 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat:
Zitat:
meinst Du ich könnte noch mal mit einem blauem Auge - sprich Bewährung davon kommen oder muss ich mir doch wieder ernste Sorgen machen ?
Das ist reine Spekulation. Ich sehe jedenfalls nichts, was zwingend gegen eine Bewährungsstrafe spräche.

"Sch..." dachte, sofern mein Anwalt doch nicht meine Unschuld beweisen kann, dass bei 20.000 und der Tatsache, dass das alles schon 2013 passiert ist - ich noch mal Glück haben könnte.

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#116
 Von 
!!Streetworker!!
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(25889 Beiträge, 7247x hilfreich)

Kannst Du ja auch. Ich sagte doch: "Ich sehe nichts, was gegen Bewährung spricht"

Ich könnte auch schreiben: "Du bekommst -wenn dann- 100%ig Bewährung". Aber was bringt Dir das? Hellsehen kann ich nicht, die Akte kenne ich nicht, den kommenden Verhandlungsverlauf (falls es zur Anklage käme) kann ich nicht vorhersehen und hinsichtlich Deiner Sozialprognose weiß ich auch nur, dass sie ganz gut zu sein scheint.

Da über die Höhe einer Strafe zu orakeln ist reine Kaffeesatzleserei.

Ich würde an Deiner Stelle mal davon ausgehen, dass überhaupt nichts passiert, alleine schon wegen der Verjährung. Was sagt der Anwalt denn konkret zum Thema Verjährung?

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#117
 Von 
Rats
Status:
Beginner
(77 Beiträge, 0x hilfreich)

Ach so meintest Du das? Eher 100ig Bewährung als keine... sorry- Das Thema macht mich einfach kirre !!

Noch sagt der Anwalt gar nichts - habe ja erst Ende der Woche den Termin bekommen ?

Bin halt nur wieder hin und her und überlege auch die ganze Zeit, dass wenn das alles doch bekannt war /ist - warum dann die Bewährungsstrafe erlassen wurde - Ich meine ich kann wohl froh sein, dass es so ist - aber irgendwie habe ich die Hoffnung (das es laut Akte der gleiche Staatsanwalt ist) dass der selber vielleicht schon meint es kann nicht viel bei rum kommen !! Aber vielleicht mache ich mir da auch wieder nur voreilig Hoffnung

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#118
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(25889 Beiträge, 7247x hilfreich)

Zitat:
warum dann die Bewährungsstrafe erlassen wurde

Weil die Tat nicht innerhalb der Bewährungszeit lag. Außerdem ist auch nicht unbedingt gesagt dass sie bekannt war. Als die Bewährung erlassen wurde, lag die Akte ja anscheinend noch bei der Polizei. So hundertprozentig klappt das auch nicht immer mit der Kommunikation zwischen den Behörden. Eventuell war das Verfahren zwischenzeitlich sogar schon mal eingestellt worden, und ist erst auf Beschwerde/Anfrage des Kollegen hin wieder aufgenommen worden.

Zitat:
der gleiche Staatsanwalt

Der gleiche Staatsanwalt wie wo?

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#119
 Von 
Rats
Status:
Beginner
(77 Beiträge, 0x hilfreich)

Die Akte lag seit März 2018 bei der Staatsanwalschaft. Um genau zu sein bei dem Staatsanwalt, der auch in meine Bewährungsstrafe involviert war.. ( Außer einen Staatsanwalt mit diesem komischen Doppelnamen gib5 es zufällig doppelt.)
Und wenn man die Bewährungsstrafe nicht erlassen hätte gebe es ja eine Gesamtstrafenbildung... da ja die angebliche Untreue im gleichen Zeitraum stattgefunden haben soll, wie die Taten für die Bewährungsstrafe.

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#120
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(25889 Beiträge, 7247x hilfreich)

Zitat:
Und wenn man die Bewährungsstrafe nicht erlassen hätte gebe es ja eine Gesamtstrafenbildung

Das ist für die Entscheidung über den Straferlass nicht entscheidend. Da geht es um Straftaten die innerhalb der Bewährungszeit begangen wurden, oder um Auflagen- und Weisungsverstöße.

Über den Straferlass entscheidet auch nicht die Staatsanwaltschaft, sondern das Gericht. Es ist also sogar möglich dass der Staatsanwalt dem Gericht einen Hinweis auf das laufende Verfahren gegeben hat, das Gericht die Bewährungsstrafe aber trotzdem erlassen hat, weil der Tatzeitpunkt nicht in der Bewährungszeit lag.

Jedenfalls kann man aus dem Erlass der Bewährungsstrafe nicht irgendetwas über den Ausgang des jetzigen Verfahrens schlussfolgern.

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