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Wie kann man einen Unfall von einer Sachbeschädigung unterscheiden?

 Von 
auge1
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 70x hilfreich)
Wie kann man einen Unfall von einer Sachbeschädigung unterscheiden?

Hallo,
nach Einsicht der Akten möchte ich nun Präzise einen Fall beschreiben. Danke für eine Antwort.

Auffahrunfall während eines Staus. Der Angeklagte soll leicht auf ein Auto aufgerollt sein. 320 € Schaden. Der Kläger hatte das Doppelt verlangt. Da er sich die Summe hat Ausszahlen lassen wurden u.a. die MWSt abgezogen. Die Versicherung hat 55 % der Forderungen ausgezahlt.

Nun folgt eine Vorladung vor Gericht wegen Sachbeschädigung.
Der PKW soll absichtlich aufgerollt sein, um den PKW vor Ihm an einer grünen Ampel zum An/Fahren zu drängen.

Es liegt eine Zeugenaussage/Auszug vor die besagt:
(Der Zeuge)...sah ein Auffahren und bemerkte dann ein Hupen.

Der Schaden: Eine Schramme an der Stoßstange. Der Beschädigte ist ausgestiegen und hat das Kennzeichen des Verursachers fotografiert. Danach ist er wieder in sein Auto gestiegen. Nachdem der Fahrer bei der nächsten Grünphase weiterhin stand ging der Verursacher zum Auto des Geschädigten um sich zu informieren warum er nicht fährt. Der Geschädigte ignorierte Ihn erneut und ist dann davon gefahren. Er teilt jetzt mit Angst vor dem Fahrer gehabt zu haben. Das alles Geschah während eines Staus auf einem Stadtring.

Der Verursacher hat seinen Führerschein seit 30 Jahren. Er hat keine Punkte und ist nicht vorbestraft. Warum der Geschädigte aus dem Auto ausgestiegen ist, um sein Kennzeichen zu fotografieren hat der Fahrer für sich damit erklärt, dass der Fahrer wütend über das Hupen gewesen ist und ihn deshalb anzeigen wollte. Bei Fotografieren hat er eine Kommunikation verweigert. Dem Fahrer war gar nicht bewusst, dass er einen Schaden verursacht hat. Gehupt habe in der Situation mehrere Autofahrer da es zu einem Stillstand an einer grünen Ampel kam, obwohl die Fahrbahn frei war.

Schreiben vom Gerincht in folgender Reihenfolge:

1. Anklageschrift wegen
"..einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt zu einer Handlung zu nötigen." (Aufrollen mit dem PKW)
und eine fremde Sache beschädigt zu haben. (PK)

2. Ladung in einer Strafsache wegen Sachbeschädigung. (nur deswegen)

3. Antrag auf Pflichtverteidiger wird abgelehnt (was hier sicher niemanden wundert) aus folgenden Gründen
..die vorgeworfene Taten sind nicht so schwerwiegend, dass eine Freiheitsstrafe von über einem Jahr zu erwarten wäre.
Die Sachlage ist nicht schwierig. (Besonders diesen Punkt beunruhigt der Angeklagte denn es scheint ihm durch diese Wortwahl schon sicher, dass er verurteilt wird.

Kann jemand einschätzen wie die Chancen für den Angeklagten vor Gericht liegen?
Sollte er verurteilt werden ist er dann Vorbestraft?
Muss er sämtliche Gerichtskosten zahlen?
Wie hoch wären sie ca.?

Der Angeklagte will sich selber verteidigen. Er bestreitet nicht einen Unfall verursacht zu haben sondern teilt mit Ihn nicht gemerkt zu haben. Er bestreitet das er absichtlich einen Unfall verursacht hat.
Danke

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Gericht vorbestraft Auto anzeigen


30 Antworten
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#1
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(26537 Beiträge, 7586x hilfreich)

Zitat:
2. Ladung in einer Strafsache wegen Sachbeschädigung. (nur deswegen)


Das ist einigermaßen unwahrscheinlich, denn dann hätte es einen die Anklage abändernden Eröffnungsbeschluß des Gerichts geben müssen. Da davon aber keine Rede ist, ist davon auszugehen. dass weiterhin Nötigung und Sachbeschädigung angeklagt sind und auch verhandelt werden. Was in der Ladung zum Termin steht ist nicht verbindlich. Möglicherweise wurde auch einfach ein u.a. ("und anderes") hinter "Sachbeschädigung" übersehen oder vergessen.

Zitat:
3. Antrag auf Pflichtverteidiger wird abgelehnt (was hier sicher niemanden wundert) aus folgenden Gründen
..die vorgeworfene Taten sind nicht so schwerwiegend, dass eine Freiheitsstrafe von über einem Jahr zu erwarten wäre.
Die Sachlage ist nicht schwierig. (Besonders diesen Punkt beunruhigt der Angeklagte denn es scheint ihm durch diese Wortwahl schon sicher, dass er verurteilt wird.


Nein, die Wortwahl entspringt dem § 140, Abs. 2 StPO der eine Pflichtverteidigerbestellung bei schwieriger Sach- oder Rechtslage vorsieht. Beides ist hier nicht gegeben. Daher ist kein PV zu bestellen. Mit Vorverurteilung hat das nichts zu tun.

Zitat:
Kann jemand einschätzen wie die Chancen für den Angeklagten vor Gericht liegen?


Aktuell nach Aktenlage min 51% zu 49% gegen ihn.

Zitat:
Sollte er verurteilt werden ist er dann Vorbestraft?


Im eng juristischen Sinn ja. Ob er auch einen EIntrag ins Führungszeugnis bekommt hängt von der Höhe der Strafe ab und/oder davon, ob er in den letzten paar Jahren schon mal wegen irgendwas verurteilt wurde

Zitat:
Muss er sämtliche Gerichtskosten zahlen?


Wenn er nicht freigesprochen wird, ja.

Zitat:
Wie hoch wären sie ca.?


Die reinen Gerichtskosten bei der hier zu erwartenden Strafe sind 140,00 €

Dazu kommen noch Auslagen für die Zeugen (und ggf. Sachverständige) in tatsächlicher Höhe (z.B. Verdienstausfall, Fahrkosten). Ob die anfallen und wenn ja, in welcher Höhe, kann hier niemand wissen.

Zitat:
Der Angeklagte will sich selber verteidigen. Er bestreitet nicht einen Unfall verursacht zu haben sondern teilt mit Ihn nicht gemerkt zu haben. Er bestreitet das er absichtlich einen Unfall verursacht hat.


Das mag er tun. Selbst wenn ihm das geglaubt wird und die Sachbeschädigung entfällt, bekommt er damit nicht die Nötigung wegargumentiert.

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#2
 Von 
auge1
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 70x hilfreich)

Eine sehr hilfreiche Antwort. Danke.

Was in der Ladung zum Termin steht ist nicht verbindlich - Das war mir neu.
Der Auffahrer ist so nie für ein Vergehen Verurteilt worden.

Selbst wenn ihm das geglaubt wird und die Sachbeschädigung entfällt, bekommt er damit nicht die Nötigung wegargumentiert. - Da haben Sie wahrscheinlich Recht. Er kann ja nur sagen das er nicht absichtlich Aufgefahren ist. Beweisen kann er es nicht.

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#3
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(26537 Beiträge, 7586x hilfreich)

Zitat:
Das war mir neu.

Man muss ja nur einen Blick in den Eröffnungsbeschluss werfen. Der kam zeitlich gesehen irgendwann zwischen Anklageschrift und Ladung.

Dort steht, verbindlich, wegen welcher Delikte das Verfahren eröffnet ist.

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#4
 Von 
auge1
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 70x hilfreich)

Die o.g. Schreiben sind die einzigen die eingegengen sind. Es wird jedoch sicher möglich sein den "Eröffnungsbeschluss" noch vor dem Verfahren beim Amtsgericht einzusehen. Danke auch für diesen Hinweiss.

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#5
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(26537 Beiträge, 7586x hilfreich)

Merkwürdig... die "Anklageschrift" ist auch ganz sicher eine Anklageschrift, und nicht ein die Anklageschrift ersetzender Strafbefehlsantrag? In dem Fall gäbe es nämlich keinen Eröffnungsbeschluss.

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#6
 Von 
Zuckerberg
Status:
Schüler
(268 Beiträge, 464x hilfreich)

Zitat:
die "Anklageschrift" ist auch ganz sicher eine Anklageschrift, und nicht ein die Anklageschrift ersetzender Strafbefehlsantrag?
Tatsächlich hätte ich bei diesem Vorwurf nun auch eher mit einem STrafbefehl gerechnet als mit einer Anklageschrift.

Zitat:
Selbst wenn ihm das geglaubt wird und die Sachbeschädigung entfällt, bekommt er damit nicht die Nötigung wegargumentiert.
Ich sehe es (wenn denn ein Schaden vorliegt) eher so, dass Sachbeschädigung und Nötigung zusammen "stehen und fallen". Nötigungshandlung ist nicht etwa das Hupen, sondern das "Anschieben" mit dem eigenen Auto. WIll man dem Angeklagten (?) vorwerfen, dass er (absichtlich) das vor ihm stehende Auto wegschieben wollte, dann wir man wohl auch vermuten wollen, dass dem Angeklagten klar gewesen ist, dass dabei zumindest mit geringfügigen (Lack-)Schäden am vorderen Auto zu rechnen ist. Die Frage ist hier nur, ob er absichtlich aufgefahren ist oder nicht.

Zitat:
Kann jemand einschätzen wie die Chancen für den Angeklagten vor Gericht liegen?
Mir ist der genaue Vorwurf überhaupt nicht klar. Beziehungsweise nicht, was die Staatsanwaltschaft dazu veranlasst hat, hier von Absicht auszugehen. Ihrer Darstellung hier entnehme ich aber auch keine (objektiven nachvollziehbaren) Anhaltspunkte dafür, dass es ein Versehen gewesen sein könnte.

Sie sprechen von einem "Stau". Sollte das nicht bedeuten, dass auch das Auto des Angeklagten gestanden hat? Wenn es dann Zusammenstoß kommt (obwohl das Auto des Geschädigten steht), dann muss sich doch das Auto des Angeklagten bewegt haben. Das will der Angeklagte nicht bemerkt haben?

Zitat:
Dem Fahrer war gar nicht bewusst, dass er einen Schaden verursacht hat.
Aber die Bewegung seines Autos schon? Und den Zusammenstoß?

Hier dürfte viel von der Aussage des Zeugen abhängen, die uns leider nichtmals ansatzweise in dem notwendigen Maß bekannt ist.

Übrigens ist auch vor Gericht noch eine Einstellung des Verfahren möglich. Mit einer Schilderung, die mit einer (glaubhaft vorgetragenen) Aussage eines unbeteiligten Zeugen überhaupt nicht zu vereinbaren ist, aber eher nicht.

Zitat:
Nachdem der Fahrer bei der nächsten Grünphase weiterhin stand ging der Verursacher zum Auto des Geschädigten um sich zu informieren warum er nicht fährt. Der Geschädigte ignorierte Ihn erneut und ist dann davon gefahren. Er teilt jetzt mit Angst vor dem Fahrer gehabt zu haben.
Das halte ich alles für irrelevant. Das hat sich ja erst nach der Tat ereignet. Dass der Geschädigte dann nicht sofort weiterfährt (sondern sich zB erst das Kennzeichen oder die Uhrzeit notiert oder ähnliches), halte ich für nachvollziehbar. Dass er auf den inzwischen ausgestiegenen Täter nicht reagiert (sondern wegfährt), ist zumindest sein gutes Recht (wenn nicht sogar seine Pflicht).

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#7
 Von 
auge1
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 70x hilfreich)

Wenn es dann Zusammenstoß kommt (obwohl das Auto des Geschädigten steht), dann muss sich doch das Auto des Angeklagten bewegt haben. Das will der Angeklagte nicht bemerkt haben?

Das hat er natürlich bemerkt. Sie haben vollkommen recht. Der Angeklagte hätte sich nicht bewegen dürfen. Punkt. Er teilt mit angerollt zu sein, weil hinter ihm gehupt wurde. Die Situation hat ihn überfordert. Darum sei er ein wenig gerollt dabei aber nie die Absicht gehabt den PKW des Vordermannes zu beschädigen und auch sein eigenes Auto nicht.

Meines Wissens sind heutige Stoßstangen flexibel. Da er mit einer Geschwindigkeit von ca. 4 km aufgerollt ist, kann die Berührung eventuell nicht gespürt worden sein? Die Anklage ist nicht Fahrerflucht. Überforderung als Grund für das anrollen zu nennen hilft wahrscheinlich nicht den Vorwurf der Sachbeschädigung zu entkräften.

Mehr Argumente kann der Angeklagte nicht nennen ausser, das er seit einigen Monaten eine Brille trägt da er weitsichtig ist und er in 33 Jahren Fahrpraxis noch nie einen Auffahrunfall verursacht hat.
Vor Gericht will er sich bei dem Angeklagt für den Kratzer entschuldigen.

Die Zeugenaussage wird der Angeklagte morgen einsehen können. Dann berichte ich noch einmal kurz davon.

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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71271 Beiträge, 32410x hilfreich)

Zitat (von auge1):
Die Situation hat ihn überfordert.

Zitat (von auge1):
ausser, das er seit einigen Monaten eine Brille trägt da er weitsichtig ist

Beide Argumente sollte der Angeklagte recht schnell vergessen ... die sind eher kontraproduktiv ...


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#9
 Von 
auge1
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 70x hilfreich)

.. die sind eher kontraproduktiv ...

Danke sehr für den Hinweis. Können Sie mir ein Argument nennen das Ihm helfen könnte? Er kann nur immer bestätigen, dass er angerollt ist, es aber keine Absicht war einen Schaden zu verursachen.
Es geht nicht darum eine Geschichte zu erfinden. Es geht darum, das dies die einzigen Argumente sind, die er nenne könnte. Sollten Ihn diese Schaden ist es dann besser, er sagt gar nichts dazu aus?

Ich warte, bis morgen die Zeugenaussage ab und stelle dann eventuell noch eine Frage.
Danke bisher.

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#10
 Von 
auge1
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 70x hilfreich)

Ich möchte erwähnen. Der Angeklagte hat, bis heute bedenken, ob die kleine Schramme überhaupt von Ihm stammt, da er kein Auffahren bemerkt hat. Ist es sinnvoll dieses vor Gericht zu erwähnen?

Dazu Umstände auf die dafür sprechen "könnten".
1. Er hat kein aufrollen bemerkt
2. Die Klägerin hat ihn den Schaden nicht mitgeteilt
3. Im Unfallbericht steht, das kein Schaden vorhanden ist
4. Der Gutachter hat den Fall anhand von Fotos einer Werkstatt entschieden. Auf diesen Fotos sieht man Lichtreflexe auf schwarzen Lack. Einer davon die Schramme. Selbst der Mitarbeiter von der Versicherung konnte auf den Fotos nichts erkennen da es undeutlich ist.
5. Die Werkstatt hat nicht geprüft, ob der Schaden alt ist. Sie wurde nicht darüber informiert, dass es sich um einen Unfallschaden handelt. Sie hat nur einen Kostenvoranschlag erstellt.
6. Der Wagen hat eine Zulassung von 2010. In dieser Zeit hätte die Stoßstange z. B. durch das Einladen von Gegenständen in den Kofferraum beschädigt werden können.
7. Am Auto des Angeklagten finden sich keine Beschädigung. Nur ein älterer Schaden aus dem Jahr 2015, dem man ansieht, dass er alt ist. Der Angeklagte hat dazu die Rechnung der Werkstatt aus dem Jahr 2015 als Kopie.
8. Die Klägerin steigt nach dem Aufrollen aus und fotografiert von oben das Nummernschild des Angeklagten. Kann man dieses Fotografieren, wenn man aufgerollt ist?

Macht es einen Unterschied die Zweifel auszusprechen oder ist es besser die Zweifel nicht zu erwähnen?

Es bleiben noch die Zeugenaussagen die am Freitag eingesehen werden können.

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#11
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(10519 Beiträge, 7477x hilfreich)

Es erscheint mit durchaus sinnvoll, zu bestreiten, dass man überhaupt einen Schaden verursacht hat.

Die spannende Frage ist allerdings, was auf dem ominösen Foto zu sehen ist, das vom Geschädigten erstellt wurde. Wenn da drauf zu sehen ist, dass sich die Autos berühren, sieht es nicht so gut aus.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#12
 Von 
Zuckerberg
Status:
Schüler
(268 Beiträge, 464x hilfreich)

Zitat:
kann die Berührung eventuell nicht gespürt worden sein?
Ist das nun eine Frage an das Forum? Der Angeklagte wird wissen müssen, ob ere es gespührt hat. Zwar ist es tatsächlich denkbar, dass man einen Zusammenstoß selber nicht bemerkt. Solche Erzählungen hört man an deutschen Amtsgerichten aber oft. Nicht immer glaubt man diesen.

Hier im Fall zB: Warum ist das Auto des Angeklagten denn dann doch wieder zum Stehen gekommen, wenn nicht aufgrund des Widerstandes des vorstehenden Autos?

Behauptet eigentlich der Geschädigte selber, dass es einen Zusammenstoß gab bzw. er diesen gespührt hat? Vielleicht wollte er ja auch nur den geringen Abstand zwischen den Auto fotografieren.

Zitat:
Der Angeklagte hat, bis heute bedenken, ob die kleine Schramme überhaupt von Ihm stammt, da er kein Auffahren bemerkt hat. Ist es sinnvoll dieses vor Gericht zu erwähnen?
Es gibt Sachverständige, die prüfen können, von welchem Auto der Lackschaden stammt bzw. ob er mit dem vom zeugen geschilderten Vorgang vereinbar ist. Das machen die Sachverständigen aber nur gegen viel Geld.

Der Sachverständige könnte dann vor allem aber auch etwas dazu sagen, wie genau sich der Unfall ereignet haben müsste, also bei welcher Geschwindigkeit oder ob zB ein anduerndes "Anschieben" notwendig gewesen ist. Davon dürfte dann auch abhängen, ob man dem Angeklagten glaubt, dass er den Unfall nicht bemerkt hat.

Bei genauem Hinsehen ist es übrigens gar nicht so wichtig, ob der Angeklagte den Unfall nun bemerkt hat oder nicht. Unterstellt man ihm (so wie offenbar die StA), dass er zumindest ursprünglich die Absicht hatte, das vordere Auto "anzuschieben", dann dürfte das schon für den Vorsatz ausreichen. Der Angeklagte muss nicht realisiert haben, dass er und seine Schädigungsabsicht auch erfolgreich waren.

Die Nötigung übrigens dürfte sowieso nur als Versuch angeklagt worden sein. Ist das der Fall?

Zitat:
Die Anklage ist nicht Fahrerflucht.
Ja, weil der Geschädigte zuerst weggefahren ist. Aber nicht, weil man davon ausgeht, dass der Angeklagte den Unfall nicht bemerkt haben könnte.

Zitat:
Überforderung als Grund für das anrollen zu nennen hilft wahrscheinlich nicht den Vorwurf der Sachbeschädigung zu entkräften.
Um ein mögliches Missverständnis auszuräumen: Unterstellt, dass der Angeklagte den Schaden verursacht hat, handelt es sich hier um ein reines Vorsatzproblem. Daher kommt es darauf an, was (nach Überzeugung des Richters) bei der Tat im Kopf des Angeklagten für Vorstellungen herrschten. Die "Überforderung" kann gegen Vorsatz sprechen, aber auch dafür. Es kommt darauf an, wie ein Richter die Situation einschätzen wird.

Zitat:
Können Sie mir ein Argument nennen das Ihm helfen könnte?
Nein. Der Angeklagte soll (wenn er denn aussagen will) die Wahrheit erzählen. Eine Lügengeschichte wird dieses Forum ihm nicht zusammenbasteln. Und sämtliche juristischen Argumente werden dem Richter bestens bekannt sein. Diese muss der Angeklagte (in der Idealvorstellung) nicht gesondert anführen.

Zitat:
Die Klägerin steigt nach dem Aufrollen aus und fotografiert von oben das Nummernschild des Angeklagten. Kann man dieses Fotografieren, wenn man aufgerollt ist?
Keine Ahnung. Um das herauszufinden, gibt es aber eine ganz einfache Möglichkeit: Man schaut sich dieses Foto an. Dieses beweist nun entweder das Aufrollen oder nicht. Aber selbst dann, wenn auf dem Foto das Aufrollen nicht erkennbar ist, bedeutet das ja noch nicht, dass es nicht doch einen Zusammenstoß gab.

Ohne die Fotos und die Zeugenaussage zu kennen, kann man hierzu nichts weiter sagen.

Allgemein gilt aber: Wenn die StA, die all diese Dokumente gesichtet und Zeugen gehört hat diesen Fall wirklich angeklagt haben sollte, dann sollte man davon ausgehen können, dass dafür auch wirklich Grund genug bestanden hat. Entsprechend schlecht sieht es dann für den Angeklagten aus.

Hatte der Angeklagte sich eigentlich während des Ermittlungsverfahrens zu dem Vorfall geäußert? Was hatte er gesagt?

Und stht nun auch wirklich fest, dass diese Schreiben vom Gericht stammen und dass das Gericht das Hauptverfahren eröffnet hat?

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#13
 Von 
auge1
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 70x hilfreich)

Die spannende Frage ist allerdings, was auf dem ominösen Foto zu sehen ist, das vom Geschädigten erstellt wurde.

Das ist ein weiterer Grund der dem Angeklagten aufgestoßen ist. Die vor Ort gemachten Fotos liegen weder der Polizei noch der Versicherung vor. Warum hat die Versicherung diese Fotos nicht? Das ist eine Frage die der Angeklagte sehr gerne beantwortet bekommen möchte. Bisher ohne Erfolg.
Vielleicht ist der Grund das sie keinen Zusammenstoß zeigen?

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#14
 Von 
auge1
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 70x hilfreich)

Behauptet eigentlich der Geschädigte selber, dass es einen Zusammenstoß gab bzw. er diesen gespührt hat?
Er behauptet das absichtlich aufgefahren worden ist, um Ihn zum Anfahren zu zwingen.

Vielleicht wollte er ja auch nur den geringen Abstand zwischen den Auto fotografieren.
Genau das denkt der Angeklagte auch oder das er das Nummernschild fotografiert, um Ihn wegen Hupens anzuzeigen. Ansonsten sagt man doch ein Wort, wenn man sowieso schon am Auto steht?

Frage: Kann der Kläger neben der Versicherungssumme eigentlich auch noch weitere finanziellen Nutzen durch die Anklage ziehen?

Unterstellt man ihm (so wie offenbar die StA), dass er zumindest ursprünglich die Absicht hatte, das vordere Auto "anzuschieben", dann dürfte das schon für den Vorsatz ausreichen.

Genau das Unterstellt die Klägerin. Absichtlich das andere Auto anzuschieben.

Dazu sagt der Angeklagt nein, da durch ein auffahren ein anderes Auto auch niemals Anfahren würde. Aber wie soll er das beweisen? Er gibt an nah aufgefahren zu sein durch Hupen hinter Ihm und, weil er dachte, es geht weiter. Als er merke, es geht nicht weiter, hielt er an. Nicht durch ein Aufrollen, sondern, weil er gestoppt hat. Dabei ist es nicht zu einen Zusammenstoss gekommen.

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#15
 Von 
auge1
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 70x hilfreich)

Hatte der Angeklagte sich eigentlich während des Ermittlungsverfahrens zu dem Vorfall geäußert? Was hatte er gesagt?
Ja er hat sich geäußert und mitgeteilt das auf der Straße gehupt worden ist, da der Fahrer an der Ampel nicht losfuhr, obwohl vor ihm ca. 8 Autolängen freie Fahrt waren. Er gibt zu angerollt zu sein, aber er bestreitet aufgefahren zu sein.

Und stht nun auch wirklich fest, dass diese Schreiben vom Gericht stammen und dass das Gericht das Hauptverfahren eröffnet hat?
Ja die Verhandlung ist in Juni.

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#16
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(10519 Beiträge, 7477x hilfreich)

Zitat:
Frage: Kann der Kläger neben der Versicherungssumme eigentlich auch noch weitere finanziellen Nutzen durch die Anklage ziehen?

Eigentlich nicht, aber das reicht ja vielleicht schon:
https://www.allianz.de/auto/kfz-versicherung/versicherungsbetrug/

Allerdings legen soche Betrüger keinen wert darauf, dass es zu einem Strafverfahren kommt - dadurch steigt ja das Entdeckungsrisiko.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#17
 Von 
auge1
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 70x hilfreich)

Allerdings legen soche Betrüger keinen wert darauf, dass es zu einem Strafverfahren kommt - dadurch steigt ja das Entdeckungsrisiko.

Das stimmt sicher. Einen Betrug zu unterstellen ohne Beweise würde ich mich selber z. B. nicht trauen. Ich nehme eher an das so stark aufgefahren worden ist das der Geschädigte gedacht hat das Aufgefahren worden ist. Wir sind alle so enttäuscht das es nicht möglich ist die Fotos zu sehen die der Kläger vor Ort gemacht hat. Niemand hat sie. Kann man deren Vorlegen einklagen?

Ansonsten glaube ich auch nicht das, das, wenn es überhaupt um einen Betrug geht, Geld der Motivator ist, sondern das sich der Kläger so sehr darüber geärgert hat, das Gehupt worden ist. Die Motivation sehe ich dann eher darin dem Angeklagten vor Gericht "eins mitzugeben".

Das ist auch der Grund warum der Angeklagt nicht weiß wie er sich vor Gericht verhalten soll. Diese Vorwürfe zu thematisieren oder sie fallen zu lassen da sie ansonsten wirken wie eine Ausrede. Er hat ja keine Zeugen oder Beweise für seine These. Außer den genannten Punkten die gegen einen Unfallschaden sprechen.

Morgen mehr wenn die Zeugenaussagen eingesehen werden könnten.
Danke für Ihre Hilfe.

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#18
 Von 
Zuckerberg
Status:
Schüler
(268 Beiträge, 464x hilfreich)

Zitat:
Ich nehme eher an das so stark aufgefahren worden ist das der Geschädigte gedacht hat das Aufgefahren worden ist.
Für mich setzt "stark aufgefahren" einen Zusammenstoß voraus.

Zitat:
Die vor Ort gemachten Fotos liegen weder der Polizei noch der Versicherung vor. Warum hat die Versicherung diese Fotos nicht?
Aber StA und Gericht schon? Der Angeklagte wurde vor der Eröffnung des Hauptverfahrens und nach/bei Zustellung der Anklageschrift doch vermutlich darauf hingewiesen, dass er gerade die Heranziehung solcher Beweise beantragen kann. Die Versicherung benötigt diese Fotos nicht. Wozu auch? Und warum sollte der Geschädigte sie sort vorlegen wollen?

Hat die Versicherung eigentlich das Geld an den Geschädigten ausgezahlt? Wurde der Schaden behoben? SIe sprachen nur von einem Kostenvoranschlag.

Zitat:
Wir sind alle so enttäuscht das es nicht möglich ist die Fotos zu sehen die der Kläger vor Ort gemacht hat. Niemand hat sie. Kann man deren Vorlegen einklagen?
Mir bleibt völlig schleierhaft, warum Sie das angebliche Fehlen der Fotos immer wieder betonen. DIe Fotos würden dem Angeklagten wohl kaumetwas nutzen. Ich wüsste nicht, was die Fotos zeigen sollen, das seine Unschuld beweisen könnte. Allenfalls sind die Fotos dazu geeignet, die Schilderung des Zeugen bzw. des Geschädigten zu stützen. Aber nicht umgekehrt.

Wer ist eigentlich der "Zeuge"? Ist es der Geschädigte selber? Oder jemand Unbeteiligtes?

Waren Täter und Geschädigter jeweils alleine im Auto? Was sagt der Geschädigte dazu, warum er nicht losgefahren ist?

Man kann hier eigentlich nur im Dunkeln tappen. Insbesondere kann hier vermutlich (mangels Informationen) noch niemand so recht nachvollziehen, warum die StA diesen Fall überhaupt angeklagt hat. Mir ist auch noch nichtmals ansatzweise klar, welche "Wendungen" das Ermittlungsverfahren genommen hatte.

Die Verurteilungswahrscheinlichkeit liegt hier irgendwo zwischen 0 und 100%. Je nach Verlauf der Hauptverhandlung kann das schnell eine "klare Sache" werden, und zwar in beide Richtungen.

Ohne die Schilderung des Zeugen/Geschädigten (die Sie anscheinend selber nicht genau kennen bzw. die erst vor Gericht in der dann relevanten Form erfolgen wird) gehört zu haben, bringt das alles nichts. Ich muss leider auch sagen, dass mir Ihre Schilderung etwas "wirr" oder einfach unvollständig vorkommt. Jedenfalls scheinen Sie sich meinem Eindruck nach auf die "falschen" Aspekte zu stürzen. Ich kann es aber nachvollziehen, dass die "Selektierung" der (ir-)relevanten Aspekte für jemanden, der noch nie mit dieser Thematik zu tun hatte.

Vielleicht sollte der Angeklagte sich bei der Verhandlung zunächst die genaue Zeugenschiderung anhören?

Um ein paar Ihrer Fragen nun einedeutig zu beantworten:

1) Das Gericht wird, soweit es ihm mit sachverständiger Hilfe möglich ist, sich ein eigenes Bild davon machen, von welchem Auto der Kratzer wohl stammt, wie alt dieser ist oder wie der entstanden sein könnte.

2) Der Angeklagte kann die Hinzuziehung von Dokumenten (Fotos usw.) anregen/verlangen.

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#19
 Von 
fb367463-2
Status:
Senior-Partner
(6641 Beiträge, 2740x hilfreich)

Zitat (von auge1):
Ich nehme eher an das so stark aufgefahren worden ist das der Geschädigte gedacht hat das Aufgefahren worden ist.
:???:

Signatur:Wenn mein Beitrag hilfreich ist, freue ich mich über einen Klick auf "hilfreich" unten. Danke :)
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#20
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(10519 Beiträge, 7477x hilfreich)

Zitat:
Mir bleibt völlig schleierhaft, warum Sie das angebliche Fehlen der Fotos immer wieder betonen. DIe Fotos würden dem Angeklagten wohl kaumetwas nutzen. Ich wüsste nicht, was die Fotos zeigen sollen, das seine Unschuld beweisen könnte.

Naja, die Fotos könnten zeigen
-- ob es überhaupt eine Berührung gab
-- wo genau die Berührung stattfand
-- ob die abgerechneten Schäden zur Berührung passen
Kurzum:
-- Ob die Sachbeschädigung überhaupt so stattfand, wie angeklagt

Und wenn die Sachbeschädigung wackelt, wackelt auch die Nötigung.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#21
 Von 
auge1
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 70x hilfreich)

Kurz zu Ihren Fragen
Aber StA und Gericht (haben die Fotos) schon gesehen?
Nein. Und in der Zeugenaussage des Geschädigten steht " ...ich bin nach dem anfahren ausgestiegen und habe Fotos von Auto und Kennzeichen gemacht."
Jetzt wurde der Antrag gestellt das die Klägerin diese Fotos bitte vorlegen soll denn wir glauben das dort kein Schäden zu sehen ist. Die Fotos wurden laut der ersten Aussage nach gemacht um sich das Nummerschild zu merken.
Wenn ich jemanden wegen vorsätzlicher Sachbeschädigung anzeige dann lege ich dem Gericht doch die Unfallfots vor. die ich vor Ort gemacht habe. Aber das Vorlegen wurde jetzt beantragt.

Hat die Versicherung eigentlich das Geld an den Geschädigten ausgezahlt? Ja.
Der Sachverständige hat beide Autos nicht gesehen. Es lagen Ihm undeutliche Fotos der Werkstatt vor. Die mangelnde Quaität der Fotos hat der Versicherungsmitarbeite bestätigt. Dazu die Zeugenaussage der Klägerin. Diese beiden Beweise reichten der Versicherung aus. Man ist an weiteren Recherchen nicht interessiert. Vielelicht liegt es an der Scahdenssumme unter 400€. Zudem teilte man mit das Daten von jedem Autotyp vorliegen anhand deren man berechnen kann ob der Schaden Fahrzeugt Größenmäßig paßt (?) Wir haben das nicht genau verstanden.

Jetzt zum Wichtigen.
Nach dem Angeblichen auffahren hat die Klägerin mit 2 anderen Menschen (Passanten?) um das beschädigte Auto herum gestanden Nach 20 minuten kam die Polizei. Es waren dann 5 Personen am Auto und im Polizeibericht steht "...kein Sichtbarer Schaden festzustellen. Eventuell befindet sich ein Schaden hinter der Stossstange."
8 Tage später befinden sich an der Stoßstange "...links und rechts neben dem Nummernschild ein 12 cm grosser Kratzer "...der eher einem Riss gleicht." Wortlaut Polizeibericht. 8 Tage nach dem Unfall als die Klägerin Ihre Aussage bei der Polizei abgibt. Ich kann mir vorstellen das ein Polizist den Schaden übersieht aber eine Autobesitzerin die 20 min auf die Polizei wartet? Wie kann man so etwas übersehen?

-- Editiert von auge1 am 05.05.2019 09:12

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#22
 Von 
auge1
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 70x hilfreich)

Wer ist eigentlich der "Zeuge"?

Der Zeuge ist die Geschädigte und ein anderer Autofahrer der weiter hinten stand.
[b]Waren Täter und Geschädigter jeweils alleine im Auto? [/b]
Ja

Was sagt der Geschädigte dazu, warum er nicht losgefahren ist?
Weil Schienen auf der Strecke lagen und er im Stau nicht auf den Schienen stehen wollte. Die Schienen lagen ca 8 Autolängen vor Ihm. Darum geht es aber nicht. Selbst wenn er nicht gefahren ist weil er keine Lust hatte. Ein anfahren eines anderen Autos hat noch nie dazu geführt das derjenige dann weiterfährt.
Der Zeuge sagte aus. Das absichtlich auffahren hatte den Grund Ihn zum fahren zu zwingen.

[b]Ihre Schilderung etwas "wirr" oder einfach unvollständig vorkommt. Jedenfalls scheinen Sie sich meinem Eindruck nach auf die "falschen" Aspekte zu stürzen.[/b]
Genau das ist der Punkt! Der Angeklagte argumentiert durcheinander und hat Angst vor Gericht ein schlechtes Bild abzugeben, da er sehr unsicher ist und er nicht weiß was er erzählen soll und was er weglassen soll. Er will es genauso erzählen, wie es ist und dabei wird er sich sicher verfranzen. Nicht, weil er eine Geschichte erzählt, sondern weil er nicht weiß was wichtig ist. Er weiß noch nicht einmal, ob er thematisieren soll, dass er nicht glaubt, dass ein Schaden entstanden ist. Er nimmt an das, dann alle davon ausgehen, dass er nur ablenken will. Darum überlegt er einfach stehenzulassen, dass ein Schaden entstanden ist, und sich darauf zu fokussieren, dass er nicht absichtlich aufgerollt ist. Er ist sich trotzdem sicher, dass er keinen Scahden verursacht hat. Er ist mit ca. 5 kmh etwas in die Richtung des Vordermannes gerollt und hat dann gebremst. Er kann sich auch nicht vorstellen das man bei so einer geringen Geschwindigkeit rechts und links neben dem Kennzeichen der Klägerin 2 Risse entstanden sein können und bei Ihm nicht das geringste zu sehen ist. Sollte er den Vordermann wirklich beschädigt haben dann ohne absicht.


1) Das Gericht wird, soweit es ihm mit sachverständiger Hilfe möglich ist, sich ein eigenes Bild davon machen, von welchem Auto der Kratzer wohl stammt, wie alt dieser ist oder wie der entstanden sein könnte.

Aber das Gericht hat doch aussen den Schlechten Fotos aus der Werkstatt keine Fotos vorliegen. in der Aktenmappe waren nur diese.

2) Der Angeklagte kann die Hinzuziehung von Dokumenten (Fotos usw.) anregen/verlangen.
Das hat er jetzt gemacht. Er hat vor Gericht Einsicht in die Fotos verlangt die von der Klägerin am "Unfallort" gemacht worden sind.
Zudem wurde Ihm geraden einen eigenen Sachverständigen zu beauftragen. Das ist allerdings eine Kostenintensive Angelegenheit.

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#23
 Von 
auge1
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 70x hilfreich)

Neues nachdem uns die Fotos vorliegen die 8 Tage später bei der Polizei vom Fahrzeug der Klägerin gemacht worden sind. Mit den starken Beschädigungen an der Stoßstange.
Auffällig Kratzer die sofort ins Auge fallen.

Freitag haben wir bei der Polizei denjenigen Polizisten aufgesucht der das Unfallprotokoll geschrieben hat. Auf unsere Frage, ob er so einen auffälligen Schaden (wie dem auf den Fotos 8 Tage später) hätte übersehen können entgegnete er wenn ich einen Schaden gesehen hätte dann hätte ich ihn auch notiert.
Was immer das heißen mag. Dann sagte er noch, wir würden ihn mit den Fragen nerven und wenn seine Meinung wichtig wäre hätte man Ihn Vorgeladen.

Wenn wir die Fotos eher gesehen hätte dann hätten wir einen Antrag gestellt den Polizisten, als Zeugen vorzuladen. Dann hätte man Ihn vor Ort die Fotos zeigen können, um Ihn die Frage zu stellen ob der so offensichtliche Beschädigungen übersehen würde.

Ich teile noch mit, wie das Verfahren zu Ende gegangen ist. Bis dahin vielen Dank für Ihre Kommentare.

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#24
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(26537 Beiträge, 7586x hilfreich)

Zitat:
Wenn wir die Fotos eher gesehen hätte dann hätten wir einen Antrag gestellt den Polizisten, als Zeugen vorzuladen.

Das kann man immer noch tun.

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#25
 Von 
Zuckerberg
Status:
Schüler
(268 Beiträge, 464x hilfreich)

Zitat:
Naja, die Fotos könnten zeigen
-- ob es überhaupt eine Berührung gab
-- wo genau die Berührung stattfand
-- ob die abgerechneten Schäden zur Berührung passen
Das sehe ich etwas anders. Die Fotos könnten nur zeigen, dass eine Berührung gab. Etwa indem diese Berührung noch auf den Fotos zu sehen ist. Ist dort keine Beührung (mehr?) zu sehen, bedeutet das aber nicht, dass esdie nicht zuvor gegeben hat.

Wie die Autos sich dann berührt haben müssten und ob der Schaden dazu passt, kann und müsste meiner Vermutung nach ein Sachverständiger notfalls ohne die Fotos einschätzen. Kann er das nicht, fehlt es am Belastungsbeweis.


Zitat:
Nach dem Angeblichen auffahren hat die Klägerin mit 2 anderen Menschen (Passanten?) um das beschädigte Auto herum gestanden Nach 20 minuten kam die Polizei.
Hieß es nicht zunächst, dass der Geschädigte weggefahren wäre? Das hatte ich so interpretiert, dass diese Person die Szene gänzlich verlassen hat. Das mit dem Polizeibericht erwähnen Sie nun entweder erstmals oder ich hatte es überlesen.

Zitat:
Dann sagte er noch, wir würden ihn mit den Fragen nerven und wenn seine Meinung wichtig wäre hätte man Ihn Vorgeladen.
Ich halte es tatsächlich für "unüblich", hier eigene "Ermittlungen" in diesem Umfang anzustellen. Dass der Poliziest genervt war, halte ich für nachvollziehbar. Wenn der Angeklagte der Meinung ist, dass das Aussage des Polizisten zur Aufklärung beitragen könnte, dann sollte er das (siehe Antwort von Streetworker) demjenigen mitteilen, der von jetzt an für die Aufklärung verantwortlich ist. Das ist das Amtsgericht.

Ich habe es bisher so verstanden, dass sich die Angelegenheit für den Angeklagten wie folgt darstellt:

1.
Er hatte nicht die Absicht, den Vordermann zur Weiterfahrt zu veranlassen.

2.
Er wollte auf keinen Fall einen Zusammenstoß der Autos herbeiführen.

3.
Er selber hat keinen Zusammenstoß bemerkt und hält diesen eher für ausgeschlossen.

4.
Er würde sich wundern, wenn er einen Schaden verursacht haben sollte. Sollte dem aber so sein, dann würde er das natürlich sehr bedauern.

5.
Für ihn gibt es den einen oder anderen Hinweis darauf, dass der Schaden am Auto des Geschädigten erst nach diesem fraglichen Vorfall entstanden ist.


Vielleicht sollte er das so dem Gericht dan einfach mitteilen und abwarten, was der Richter daraus macht? Dieser ist (in der Theorie) zur Aufklärung und zur Objektivität verpflichtet.

Was davon das Gericht dem Angeklagten dann auch glaubt oder was davon mit den übrigen Ermittlungsergebnissen in Übereinstimmung zu bringen ist, sei mal dahingestellt. Das kann hier vermutlich niemand näher einschätzen, da man sich hierfür ein eigenes Bild vom Sach- und Ermittlungsstand machen müsste. Ganz vorsichtig möchte ich aber mal anmerken, dass zumindest einige Teile Ihrer Ausführungen hier mich weniger überzeugen.

Nur beispielsweise:

a)
Sie wollen anscheinend andeuten, dass der Schaden erst bis zu 8 Tage später entstanden wäre. Solange eines der Argumente darin bestehen soll, dass der Geschädigte (!) den Kratzer schon am Unfallort hätte bemerken müssen, bleibe ich skeptisch.

b)
Sie wollen offenbar die These vertreten, dass ein "Anschieben" des vordern Autos völlig ungeeignet wäre, um den Vordermann zur Weiterfahrt zur veranlassen. Entsprechend soll das auch dem Angeklagten bewusst gewesen sein und soll dieser das "Anschieben" daher unmöglich als Nötigungsmittel gewählt haben können. Unabhängig davon, dass dann (zumindest theoretisch) noch immer eine Sachbeschädigung in Betracht kommt, würde ich schon Ihrer ersten These widersprechen.

c)
Sie betonen weiterhin, dass die Fotos von so schlechter Qualität seien bzw. gar nicht vorgelegen hätten usw. Das halte ich weiterhin für unbedeutend. Die Vorlage hat der Geschädigte ganz einfach (bisher?) nicht geschuldet. Und da alles bisher ganz nach den Vorstellung des Geschädigten verlief, hatte er auch ganz einfach keinen Anlass zur Vorlage gehabt. Sowieso gilt: Er war gar nicht dazu verpflichtet, hier Fotos zu machen. Daher kann man ihm auch nicht die mangelhafte ualität zum Vorwurf machen (zumal die Fotos ursprünglich offenbar gar nicht der Schadensdokumentation dienen sollten). Ob da nun ein Schaden war und wie dieser entstanden sein könnte, wird das Gericht meiner Vermutung nach auch weiterhin eher anhand von sachverständiger Untersuchung des Autos selber feststellen. Ersatzweise durch sachverständige Auswertung der Fotos. Dafür (!) müssten dann die Fotos vorgelegt werden. Und ob diese ausreichend sind, beurteilt dann (zunächst) der Sachverständige. Hält er die Fotos selber für unzureichend, dann kann der Angeklagte eigentlich aufatmen: Immerhin taugen die Fotos dann nicht als Beweis für seine Schuld. Dass die Fotos meienr Meinung nach sowieso kaum als Entlastungsbeweis taugen könnte, hatte ich schon erwähnt.


Vielleicht habe ich es überlesen: Wurde der Schaden an dem Auto inzwischen behoben/repariert?

Vielleicht sollte der ANgeklagte doch darüber nachdenken, sich einen Anwalt zu nehmen. Der kostet zwar ein paar Hundert Euro. Möglicherweise bekommt er das Geld aber sogar zurück (damit sollte er nur nicht rechnen). Wenn der Angeklagte sich jetzt wochenlang verrückt macht, nicht ruhig schlafen kann und der halbe Bekanntenkreis hier in die Überlegungen eingespannt wird, dann wäre das Geld vielleicht ganz gut in einen Profi investiert. Selbst wenn man sich damit keine besseren Chancen vor Gericht erkauft, erkauft man sich damit vielleicht zumindest etwas Beruhigung.

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#26
 Von 
auge1
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 70x hilfreich)

Zur Zeugenaussage des Anklägers im Unfallbericht:
Dort steht, dass der Kläger Hupen also Nötigung und Bedrohung anzeigen will. Dann wurde über das Wort Nötigung nachträglich in klein noch das Wort aufgefahren notiert. Vor Gericht ist nun Sachbeschädigung der einzige Anklagepunkt.

Im selben Unfallbericht schreibt der Polizist. "Kein sichtbarer Schaden am Auto sichtbar eventuell ein versteckter Schaden hinter der Stoßstange." Nun haben wir Schadenfotos gesehen, die besser sind. Diese hat ein Polizist 8 Tage nach dem Unfall von Auto des Klägers gemacht. Auf diesen Fotos sieht man deutliche Kratzer oder besser Schleifspuren rechts und links neben dem Nummernschild und unter dem Nummernschild. Diese sind so offensichtlichen, das man sie nicht übersehen kann.
Darum haben wir den Polizisten aufgesucht der den Unfallbericht gefertigt hat und ihm die Fotos gezeigt. Wir fragen Ihn, ob er diese Spuren übersehen hätte. Dazu sagte er aber nur" Wenn er einen Schaden gesehen hätte dann hätter er ihm notiert."

Dann haben wir gestern noch erfahren. Die Versicherung hat überhaupt keinen Sachverständigen beauftragt den Schaden zu untersuchen. Der Sachverständige hat einzig und allein die Rechnung der Werkstatt kontrolliert und diese dann heruntergerechnet, weil eine Referenz Werkstatt günstiger gewesen wäre.

Dann haben wir noch erfahren. Der Fahrzeughalter ist ein anderer als der Fahrer. Eventuell ein Bruder oder Vater. Es ist derselbe Nachname.

Der Versicherung sind unsere Bedenkten egal. Sie ist nicht bereit einen Sachverständigen zu bezahlen der sich das Auto ansieht und sie gibt an das ihnen die ersten (undeutlichen) Fotos des Schadens und die Zeugenaussage des Klägers ausreichen. Für uns unverständlich da die Begleichung eines Versicherungsschaden ja quasi einen Unfall bestätigt. Das war dem Versicherungsmitarbeiter um es in geschönten Worten auszufrücken egal.

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#27
 Von 
auge1
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 70x hilfreich)

Neben dem Kläger gibt es einen Zeugen (also außer dem Fahrers) der auch Stau stand. Wir wissen nicht wo. Auszuschließen ist nur das er vor oder hinter den Tat Autos stand. Der hat einen Unfall gesehen. Genauer gesagt hat der zuständige Polizist, der die Zeugenaussage notiert hat ihn mit dem Satz zitiert. "Er (der Zeuge) bemerkte ein Anrollen und dann ein Hupen."
Mehr hat uns der Polizist nicht mitgeteilt. Die Zeugenaussage ist in den Unterlagen leider nicht vorhanden und der Polizist teilte uns gestern mit, dass er diese vor einiger zeit bereits zur Staatsanwaltschaft weitergeleitet hat. Dort haben wir dazu leider nichts in den Akten nicht gefunden.

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#28
 Von 
auge1
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 70x hilfreich)

An Zuckerberg
Sie haben vollkommen recht! Wir warten jetzt alles ab
Uns teilte die Mitarbeiterin der Staatsanwlatschaft bei der wir Akteneinsicht beantragt haben auch mit, dass in den letzten 2 Monaten nicht eine einzige Person Akteneinsicht beantragt hat. Wahrscheinlich sind damit Privatpersonen gemeint.
Dann sagte sie noch wir sollen uns im Vorfeld nicht so einen Kopf machen.
Recht haben sie wohl beide.
Danke für diesen Rat. Wir werden das Ergebnis nach Urteilsverkündigung mitteilen.

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#29
 Von 
auge1
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 70x hilfreich)

An Streetworker

Wenn wir die Fotos eher gesehen hätte dann hätten wir einen Antrag gestellt den Polizisten, als Zeugen vorzuladen.

Das kann man immer noch tun.

An Streetworker

Wenn wir die Fotos eher gesehen hätte dann hätten wir einen Antrag gestellt den Polizisten, als Zeugen vorzuladen.

Das kann man immer noch tun.

Das treuen wir uns jetzt nicht mehr. Als wir den Polizisten auf der Wache aufgesucht haben um ihn zu fragen,, ob er so einen Schaden übersehen könnte antwortete er nur "Wenn eine Schaden dagewesen wäre hätte er ihn aufgeschrieben."
Dann haben wir ihn noch etwas gefragt woraufhin er entgegnete Zitat: "Ich bin genervgt von Ihren Fragen."
Es wäre auch zu lange her. Er konnte sich aber noch an den Fall erinnern.

Darum trauen wir uns jetzt nicht mehr Ihn, als Zeugen aufzurufen. Wir haben Angst das er dann so "genervt" ist das es eher kontraproduktiv für uns ist.

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#30
 Von 
auge1
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 70x hilfreich)

Danke
Wir werden uns vor Gericht nun auf folgende Aussage beschränken und damit Danke für alle Hinweise.

1.
Er hatte nicht die Absicht, den Vordermann zur Weiterfahrt zu veranlassen. Stimmt

2.
Er wollte auf keinen Fall einen Zusammenstoß der Autos herbeiführen. Stimmt

3.
Er selber hat keinen Zusammenstoß bemerkt und hält diesen eher für
ausgeschlossen. Stimmt

4.
Er würde sich wundern, wenn er einen Schaden verursacht haben sollte.
Sollte dem aber so sein, dann würde er das natürlich sehr bedauern. Das stimmt besondern und er würde sich dann auch für einen Schaden entschuldigen. Da der Wagen bis heute nicht repariert worden ist würde er höchstens gerne den Scahden einmal selber ansehen.

5.
Für ihn gibt es den einen oder anderen Hinweis darauf, dass der Schaden
am Auto des Geschädigten erst nach diesem fraglichen Vorfall entstanden ist. Diese ganzen Punkte würde der Verklagte dann eventuell kurz in 5-6 Punkten aufführen. Jeweils mit höchstens 2-3 Sätzen.

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