Wo liegt der Unterschied

13. Juni 2004 Thema abonnieren
 Von 
meria
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 0x hilfreich)
Wo liegt der Unterschied

Hallo,
kann jemand erklären, warum der Wert einer Sache gleichgültig ist bei der Beantwortung der Frage, ob es sich um Diebstahl handelt oder nicht; beim Betrug hingegen spielt der wirtschaftliche Wert einer Sache eine bedutende Rolle.

Hat da jemand eine einleuchtende Erklärung ?

Gruß meria


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"meria"

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5 Antworten
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#1
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

Wie kommst Du darauf ?

Es gibt lediglich die Einschränkung "Diebstahl geringwertiger Sachen" [§ 248 StGB ], wobei die Gerichte diesen § bei einem Diebstahlswert von bis zu ca. 50,-€ anwenden, alles darüber ist "normaler" Diebstahl nach § 242 StGB .

Unterschiede sind aber auch nur, daß § 248 ein Antragsdelikt ist, und § 242 nicht, und das es verschiedene Höchststrafen gibt.

Außerdem gilt beim "Betrug" nach § 263 StGB diese Einschränkung genausso. [vgl. § 264 (4) StGB ]



§ 263
Betrug
(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) - (3) [...]


(4) § 243 Abs. 2 sowie die §§ 247 und 248a gelten entsprechend.



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"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#2
 Von 
meria
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,
eine Schlussfestellung und gleichzeitig Schlussfrage eines Strafrechtsvortrags sollte anregen darüber nachzudenken und die Antwort zu finden. Aber ich habe hier definitv Verständprobleme. Vielleicht sollte ich die Sache nicht aus der Sicht der Strafbarkeit sehen, sondern eher
unter dem Gesichtspunkt faktischer Beurteilung aufrollen. Äusserst Problematisch.

Ich sehe keinen Weg
Gruß und danke meria

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"meria"

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#3
 Von 
guest123-57
Status:
Lehrling
(1131 Beiträge, 272x hilfreich)

Die Frage ist an sich falsch gestellt, denn auch beim Betrug ist der wirtschaftliche Wert nicht entscheidend.
Richtig ist, daß es kaum Bagatelle-Delikte beim Betrug gibt und die es gibt, eher rückläufig sind (Zechprellerei).
Aber es ist schon klar, klaut einer eine Schachtel Zigaretten, ist es Diebstahl. Erschleicht sich jemand die Herausgabe einer Schachtel Zigaretten mit dem Versprechen, das Geld morgen vorbeizubringen, ist es noch lange kein Betrug, denn hier scheitert es am Vorsatz.
Und daß die Beurteilung als Eingehungsbetrug erst dann infrage kommen kann, wenn der Wert in einer Dimension ist, wo der Betroffene wußte, daß er (u.U. unter Einbeziehung von dol. evt.) nicht bezahlen kann, führt zu der (falschen) Schlußfolgerung, daß insgesamt beim Betrug eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung erforderlich ist.

Wolfgang

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"Wirtschafts-Consult Gesundheitsberufe "

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#4
 Von 
Bob.Vila
Status:
Student
(2644 Beiträge, 437x hilfreich)

"Die Frage ist an sich falsch gestellt,"

@ Wolfgang:

...kann man denn überhaupt "falsche" Fragen stellen? Ich glaube nicht... (Wie war das mit "...es gibt keine dummen Fragen, nur..."?)

"Erschleicht sich jemand die Herausgabe einer Schachtel Zigaretten mit dem Versprechen, das Geld morgen vorbeizubringen, ist es noch lange kein Betrug, denn hier scheitert es am Vorsatz."

Die letzte Aussage stimmt so nicht - auch hier kann der Täter ja über seine Zahlungswilligkeit oder Zahlungsfähigkeit täuschen, so dass sowohl der obj. als auch der subj. TB des § 263 StGB erfüllt wären.

"Und daß die Beurteilung als Eingehungsbetrug erst dann infrage kommen kann, wenn der Wert in einer Dimension ist, wo der Betroffene wußte, daß er (u.U. unter Einbeziehung von dol. evt.) nicht bezahlen kann,"

Auch das ist mE nicht korrekt - schließlich kann der Täter (s.o.) nicht nur über seine ZahlungsFÄHIGkeit, sondern auch über seine ZahlungsWILLIGkeit täuschen - und das kommt auch bei einer Schachtel Zigaretten bereits in Betracht.

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"fiat justitia et pereat mundus..."

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#5
 Von 
Cyberfahnder
Status:
Schüler
(220 Beiträge, 20x hilfreich)

Der wirtschaftliche Wert des Erlangten ist eines der wesentlichen Kriterien bei der Bemessung der individuellen Schuld und mithin bei der Strafzumessung. Dies gilt gleichermaßen für Eigentums- wie für Vermögensdelikte.

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"Grüße vom
CyberFahnder
www.cyberfahnder.de"

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