Zum dritten Mal bzgl. Cannabis erwischt

25. Juni 2023 Thema abonnieren
 Von 
snrse
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Zum dritten Mal bzgl. Cannabis erwischt

Hallo,

ich wurde 2019 mal mit einer geringen Menge Cannabis (0,3g) erwischt. Das Verfahren wurde gegen eine Spende (250€) an eine wohltätige Organisation nicht weiter verfolgt.
Vor einigen Monaten wurde ich am Steuer positiv auf THC getestet. Ergebnis vom Bluttest - geschwindend geringe Menge (Zitat Polizist am Telefon „so einen geringen Wert habe ich noch nie erlebt". Verfahren eingestellt.

Heute wurde ich mit einer geringen Menge (Max 0.5G) zu Fuß erwischt.

Was drohen für Konsequenzen erfahrungsgemäß?
Ich wohne in Bayern und bin 24 Jahre alt.
Keine Vorstrafen bzw. Verurteilungen.

Notfall oder generelle Fragen?

Notfall oder generelle Fragen?

Ein erfahrener Anwalt gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1358 Beiträge, 272x hilfreich)

Theoretische Antwort:

Zitat (von 29 BtMG):
(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer
3. Betäubungsmittel besitzt, ohne zugleich im Besitz einer schriftlichen Erlaubnis für den Erwerb zu sein
[..]
(5) Das Gericht kann von einer Bestrafung nach den Absätzen 1, 2 und 4 absehen, wenn der Täter die Betäubungsmittel lediglich zum Eigenverbrauch in geringer Menge anbaut, herstellt, einführt, ausführt, durchführt, erwirbt, sich in sonstiger Weise verschafft oder besitzt.



Praktische Antwort:
Selbst in Oberbayern ist mittlerweile angekommen, dass der aktuelle Koalitionsvertrag der Bundesregierung nach wie vor eine Legalisierung des (privaten) Cannabiskonsums vorsieht, um endlich Polizei und Justiz zu entlasten (wenn sie denn nicht besser ausgestattet werden können - Wunschdenken). Darauf würde in der Verteidigung sicherlich hingewiesen. StAe haben keine Lust auf diese kleinen Fälle bei geringen Mengen, Gerichte haben noch (viel) weniger Lust darauf. Trotzdem müssen sie nun einmal nach Recht und Gesetz handeln. Je nachdem auf welchen Sta/R man stößt: erneute Einstellung bis 20 TS.

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
snrse
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von DeusExMachina):
erneute Einstellung bis 20 TS.


Was meinst du mit "bis 20 TS"?

Vielen Dank für die ausführliche Antwort!

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16827 Beiträge, 5864x hilfreich)

Eine Geldstrafe in Höhe von 20 TagesSätzen.

Signatur:

Folgende Nutzer werden blockiert, ich kann deren Beiträge nicht lesen: AR377, Xipolis, Jule28

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32715 Beiträge, 17216x hilfreich)

Je nachdem auf welchen Sta/R man stößt: erneute Einstellung bis 20 TS. Wobei der aktuelle Gesetzentwurf vorsieht, dass derlei Strafen nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes aus dem Bundeszentralregister entfernt werden.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1358 Beiträge, 272x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Wobei der aktuelle Gesetzentwurf vorsieht, dass derlei Strafen nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes aus dem Bundeszentralregister entfernt werden.
Gute Ergänzung! Zur Amnestie wollte ich eigentlich gar nichts schreiben, ebenso wenig gerne äußere ich mich zu politischen Umständen oder Zusammenhängen, aber irgendetwas hat mich jetzt getriggered zu ein paar Zeilen, die niemanden interessieren:

- Viele Jugendliche kiffen.
- Kiffen ist in etwa genauso ungesund wie Rauchen, nur dass man noch viel bessere Laune hat nebst einem Süßigkeiten-Fressflash (eigene Erfahrung).
- Die Legalisierung führt zu einem deutlich vermehrten, wenn auch kontrollierten (und natürlich besteuerten) Konsum.
- Entlastet das Polizei und Justiz? Ja. Außer die Bekifften bewegen sich bspw. im Straßenverkehr.
- Fände ich es gut, dass zum bereits derzeitigen Zustand unseres Bildungssystems 16+-Jährige legal bekifft die Schulbank drücken? Nein.
- Ist die Legalisierung Wählerwille? Jain, aber zumindest steht sie im Koalitionsvertrag.
- Sollte man sich bis zum Inkrafttreten an die gültigen Gesetze halte? Ja.

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16314 Beiträge, 9237x hilfreich)

Zitat (von DeusExMachina):
- Die Legalisierung führt zu einem deutlich vermehrten, wenn auch kontrollierten (und natürlich besteuerten) Konsum.

Im aktuellen Entwurf ist von einer Besteuerung nicht mehr die Rede.
Von der ursprünglichen Idee, dass die Cannabisfreigabe zu einer Gewinnsituation für Steuerzahler und Sozialkassen führt, ist nichts mehr übrig geblieben.
Das ärgert mich. Mir persönlich kann jeder kiffen wie er lustig ist, das ist mir völlig egal. Nicht mehr egal ist es, wenn "der Steuerzahler" (also ich) Kosten hat (Marktüberwachung, Prävention, Gesundheitskosten), denen keine Einnahmen gegenüber stehen.

Zitat (von DeusExMachina):
Außer die Bekifften bewegen sich bspw. im Straßenverkehr.

Ich hatte inständig gehofft, dass der Gesetzgeber die Cannabisfreigabe nutzt, das Thema "Cannabis im Straßenverkehr" grundsätzlich anzugehen und klare, eindeutige Regelungen zu schaffen - analog zu Alkohol. Das ist nicht passiert.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1358 Beiträge, 272x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Das ärgert mich.
Keine Sorge. Wenn der Gesetzgeber selbst nikotinfreie Glycerinmischungen (für Dampfer) bis ins Unerschwingliche besteuert, wird die Cannabissteuer garantiert nicht lange auf sich warten lassen. Die Conclusio wäre ansonsten, mitunter Ex-Raucher vom Dampfen zurück zum Rauchen zu motivieren (in diesem Fall Cannabis). Das halte ich für sehr unwahrscheinlich. Noch weniger wahrscheinlich wird es bis zur nächsten Bundestagswahl eine Umsetzung dieses Vorhabens geben und dann ist das Kind ohnehin in den Brunnen gefallen.

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 264.930 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
107.194 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen