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Zum vorherigen Fall. Unfall mit Vorsatzt. Das Urteil. Ist eine Berufung zu empfehlen?

 Von 
auge1
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 67x hilfreich)
Zum vorherigen Fall. Unfall mit Vorsatzt. Das Urteil. Ist eine Berufung zu empfehlen?

[b]Bezugnehmend auf den Vorfall https://www.123recht.de/forum/strafrecht/Wie-kann-man-einen-Unfall-von-einer-Sachbeschaedigung-unterscheiden-__f553153.html hier das Urteil.[/b]

Die Tipps im Forum waren richtig. Der Angeklagte hätte sich einen Anwalt nehmen sollen. Punkt.

Er wurde angeklagt wegen eines Auffahrens aus ein anderes Auto mit Vorsatzl, um den Vordermann zum Fahren zu zwingen. Dieser Punkt wurde fallen gelassen da der Richter keinen Vorsatz erkennen konnte. Der Punkt Nötigung lief unter u.a.. Der Angeklagte dachte jedoch, das dieser Punkt von der Anklage gestrichen worden sei den er hatte den Hinweis u.a. übersehen oder überlesen. Ein Fehler denn wegen diesem Anklagepunkt wurde er verurtelt. Ein Anwalt hätte die Anklageschrift natürlich richtig gelesen.

Nachdem der Unfall passiert ist (ein touchieren bei ca. 5 kmh das der Angeklagte nicht gemerkt hat) stieg der Kläger aus dem Auto um Fotos vom Nummernschild den Ankerlagen zu machen. Danach stieg er wieder in sein Auto. Jede Kommunikation vermied er mit der Begründung "er wollte nicht in einen emotionalen Dialog treten." So sagte er es vor Gericht. Nachdem er bei der kommenden Grünphase weiterhin steht, ist der Angeklagte zu seinem Auto gegangen, um zu fragen, was los ist. Dabei drehte er sich weg und verschloss sein Auto aus Angst vor dem Angeklagten. Für den Angeklagten eine nicht zu verstehende Reaktion.

Hierbei soll der Spruch gefallen sein "ich haue Ihnen auf die Fresse."
Der Angeklagte bestreitet diesen Ausspruch.

Da er davon ausgegangen ist, das es in der Verhandlung nur um die Sachbeschädigung geht ist er darauf nicht weiter eingegangen außer zu sagen, dass er so etwas nicht gesagt hat. Der Angeklagte ist 60 und Gehbehindert. Er humpelt nach einer Knie OP und hat seitdem keinen festen Gang. Zu dieser zeit lief er an Krücken die er im Auto hatte aber Aufgrund der kurzen Wegspanne zum Auto nicht herausgeholt hat.

Es gab zum Unfall einen weiteren Zeugen (neben dem Kläger) der am Unfallort stand. Dieser hat die Drohung nicht gehört, obwohl der Kläger ihn durch ein geschlossenes Auto neben Autolärm gehört haben will. Er gab vor Gericht auch an das der Spruch geschriehen wurde. Der 2. Zeuge konnt das nicht bestätigen.

Der Angeklagte wurde nun zu 20 Tagessätzen und 1 Monat Fahrentzug verurteilt, weil der Richter keinen Grund darin sieht, warum der Kläger die Unwahrheit sprechen soll. Zugute gelegt wurde dem Angeklagten, das er noch nie verurteilt worden ist und keine Punkte hat.

Jetzt wird alles mindestens 4 stellig teurer, wenn der Angeklagte Berufung einlegt. Selbst, wenn das Verfahren eingestellt würde müsste er um die 1300 € für den Anwalt zahlen. Zudem hat der Richter mitgeteilt das, wenn der Angeklagte in Berufung geht, eventuell die Sachbeschädigung mit Vorsatz erneut verhandelt wird.

Nachdem der Kläger erfolglos versuchte mit dem Kläger zu kommunizieren hat er zu sich selbst gesagt "Meine Fresse" als lauter Gedanke über die absurde Situation. Das hat der Angeklagte vor Gericht nicht erwähnt, da er wie bereits geschildert davon ausging, dass es hier nur um einen vorsätzlich verursachten Unfall also Sachbeschädigung geht.

Der Vollständigkeit erwähne ich noch das im Stau mehrmals gehupt worden ist. Der Kläger ortet das Hupen ausschließlich dem Kläger zu. Dieser sagt aus gar nicht gehupt zu haben. Er teilt mit, der Fahrer hinter ihm hat gehupt und vielleicht andere Fahrer im Stau. Der Kläger gibt an definitiv gehört zu haben, das es das Auto hinter ihm ist, von dem das hupen ausging. Der Grund weil es so laut war.
Der Richter hat den Angeklagten nicht geglaubt das er nicht gehupt hat und Ihm mitgeteilt das er nicht gerne belogen wird..

Mein Tipp an alle. Geht vorher zum Anwalt.

Darf ist trotzdem die Frage äußers. Würden sie im Forum in Berufung gehen?


-- Editiert von auge1 am 15.05.2019 11:58

-- Editiert von auge1 am 15.05.2019 11:59

-- Editiert von auge1 am 15.05.2019 12:00

-- Editiert von auge1 am 15.05.2019 12:01

-- Editiert von auge1 am 15.05.2019 12:06

-- Editiert von auge1 am 15.05.2019 12:11

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Auto Berufung gehen Forum


18 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(25978 Beiträge, 14281x hilfreich)

Nachdem der Kläger erfolglos versuchte mit dem Kläger zu kommunizieren ???

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#2
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(10254 Beiträge, 7378x hilfreich)

Zitat:
weil der Richter keinen Grund darin sieht, warum der Kläger die Unwahrheit sprechen soll.

Das ist der springende Punkt.
Wenn man kein Grund / Motiv nennen kann, warum der Geschädigte ("Kläger" ist der Staatsanwalt, nicht der Geschädigte) gelogen hat, wird eine Berufung wenig Erfolgsaussichten haben.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#3
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(25779 Beiträge, 7190x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Nachdem der Kläger erfolglos versuchte mit dem Kläger zu kommunizieren ???

Damit meint er... am Tattag... ;)

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#4
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(25779 Beiträge, 7190x hilfreich)

Zitat:
Würden sie im Forum in Berufung gehen?

Tendenziell nein. Eine Berufung würde sich hier nur lohnen, wenn an deren Ende ein Freispruch stünde.

20 Tagessätze sind am untersten Bereich der Strafmaßskala. Billiger wird es nicht werden, wenn es bei einem Schuldspruch in der Berufung bleibt. 1 Monat ist ebenfalls das geringstmögliche Fahrverbot, das vom Gericht verhängt werden kann.

Wie hoch wurde denn der einzelne Tagessatz bemessen, in Euro? Entspricht das in etwa 1/30 des monatlichen Nettoeinkommens des Angeklagten?

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#5
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(34091 Beiträge, 12215x hilfreich)

Was hat denn der Zeuge geschildert?

Im Übrigen gehe ich nicht davon aus, dass die Verurteilung wegen Nötigung alleine aufgrund des angeblichen Spruches erfolgt ist. Der Geschädigte war ja offenbar bereits von dem vorherigen Verhalten des Angeklagten erheblich eingeschüchtert.

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#6
 Von 
Zuckerberg
Status:
Schüler
(267 Beiträge, 462x hilfreich)

Zitat:
Der Punkt Nötigung lief unter u.a.. Der Angeklagte dachte jedoch, das dieser Punkt von der Anklage gestrichen worden sei den er hatte den Hinweis u.a. übersehen oder überlesen. Ein Fehler denn wegen diesem Anklagepunkt wurde er verurtelt.
Im anderen Thread hat Streetworker doch genau darauf gleich in der ersten Anwtort (und im ersten Absatz) hingewiesen!?!?

Im Übrigen würde ich doch meinen, dass zu Beginn die Angklage (zumindest teilweise) verlesen wurde. Recht zum Ende hin dürfte da das Wort "Nötigung" gefallen sein.

Zitat:
Die Tipps im Forum waren richtig. Der Angeklagte hätte sich einen Anwalt nehmen sollen.
Das hatte ich zwar geraten. Aber ausdrücklich nicht, um die Verurteilungswahrscheinlichkeit zu senken. Vielmehr hatte ich befürchtet, dass der Angeklagte (mit oder ohne Anwalt) verurteilt werden könnte.

Zitat:
Würden sie im Forum in Berufung gehen?
Das kann man hier auch weiterhin nicht beurteilen.

Bereits im letzten Thread wurden mehrfach (allein schon von mir) darauf hingewiesen, dass eine seriöse Einschätzung auf keinen Fall möglich ist, ohne sich sämtliche Dokumente selber angesehen und möglichst sogar die Zeugenaussagen gehört zu haben. Daran ändert sich in der Berufungssituation nichts. Für mich sind die Äußerungen des Angeklagten nun nicht wirklich weniger wirr als zuvor. In der Berufungssituation kommt nur noch hinzu, dass man zusätzlich das Urteil des Strafrichters (genau!) kennen sollte, bevor man eine Einschätzung abgibt.

Mit Blick auf die allgemeinen, zahlenmäßigen Erfolgschancen in einer Berufung (wobei die natürlich nichts aussagen müssen), sollte man sich von Berufungsverfahren im Allgemeinen nicht zu viel versprechen. Ich konnte mich schon anhand Ihrer Schilderungen im letzten Thread nicht ganz davon überzeugen, dass der Angeklagte unschuldig sein müsse. Wie dort erwähnt, hielt und halte ich einige seiner Einlassungen für wenig überzeugend. Nun kommen weitere hinzu, wie etwa eine (zunächst verschwiegene) Gehbehinderung oder ein vermeintliches (akustisches) Missverständnis. Ich halte es für alles andere als Gewiss, dass diese zusätzlichen Aspekte die Berufungskammer vom Hocker hauen würden. Und dass das Hupen unmöglich von dem eigenen Auto stammen kann, hat schon der erste Richter nicht geglaubt. Warum sollte der nächste Richter das anders sehen? Möglich ist das (vermutlich), aber doch wohl nicht gerade gewiss.

Vielmehr würde ich die Chancen als tendenziell verschlechtert ansehen. Nun hat man (endlich) eine erste seriöse Einschätzung eines Juristen (wenn man nicht schon zuvor die Entscheidung der StA dazu gezählt hat). DIeser aht alle Beteiligten gehört. Dieser war von der Schuld des Angeklagten überzeugt. Vorsichtig formuliert, ist das mit der angeblichen Unschuld des Angeklagten jedenfalls keine so "klare Sache", wie der Angeklagte das selber zu meinen scheint.

Un ganz ehrlich: Da ich einige der (von Ihnen wiedergegebenen) Argumente für die Unschuld des Angeklagten eher etwas grübelnd zur Kenntnis genommen habe, würde ich (wenn ich denn raten müsste) am Ende wohl auch ganz einfach annehmen, dass der Vorwurf tatsächlich zutrifft. Das gilt umso mehr, wenn nun anscheinend nicht mehr streitig ist, dass es tatsächlich einen Zusammenstoß gegeben hatte.

Der Angeklagte sollte sich vor allem fragen, ob er mit den (minimalen) Folgen der Verurteilung nicht einfach leben kann. Er hat es offenbar sein Leben lang ohne straf- oder verkerhsrechtliche Probleme geschafft. Wenn er das jetzt auch wieder schafft, dann sind die Folgen des Urteils doch sehr überschaubar. Zumal er offenbar schon etwas älter ist.


Zum Abschluss möchte ich folgende Passage aus Ihrem letzten Thread zitieren, die mich wiederum stutzig werden lässt:

Zitat:
die Verhandlung ist in Juni.

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#7
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(25779 Beiträge, 7190x hilfreich)

Zitat:
Im anderen Thread hat Streetworker doch genau darauf gleich in der ersten Anwtort (und im ersten Absatz) hingewiesen!?!?

Und der TE selbst ist noch auf den Hinweis eingegangen, weswegen das mit dem übersehen nicht so recht glaubhaft ist.

Zitat:
die Verhandlung ist in Juni

Damit wären wir wieder an dem Punkt den ich glaube, auch schon mal ins Spiel gebracht hatte, als es um den angeblich nicht zugestellten Eröffnungsbeschluss ging. Dort hatte ich gemutmaßt, dass die Anklageschrift gar keine Anklageschrift ist, sondern ein Strafbefehl, gegen den Einspruch eingelegt wurde. Möglicherweise lautet dieser Strafbefehl auf 20 Tagessätze und 1 Monat Fahrverbot. Und je näher die Einspruchs Hauptverhandlung rückt desto mehr überlegt man sich vielleicht nun den Einspruch zurückzunehmen.

In jedem Fall wird die ganze Sache von mal zu mal wirrer, als klarer.

Es sollte einem jeden Fragesteller klar sein, dass er hier nicht mit zielführenden Antworten rechnen kann, wenn er mit der halben Geschichte hinter dem Berg hält, bzw. die Geschichte so modifiziert, dass sie nur halb der Wahrheit entspricht.

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#8
 Von 
Sir Berry
Status:
Senior-Partner
(6681 Beiträge, 2437x hilfreich)

Zitat (von auge1):
Würden sie in Berufung gehen?

Klar, wenn es Anhaltspunkte dafür gibt, dass das Ersturteil falsch ist, bzw. dass wesentliche Punkte, die in erster Instanz vorgetragen wurden, beim Urteil nicht berücksichtigt wurden.

Sonst nicht, denn das Urteil passt ja doch zum Sachverhalt.

Berry

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#9
 Von 
auge1
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 67x hilfreich)

Vielen Dank für Ihre Einschätzung. Die letzen Worte dazu.
Die Strafe beläuft sich auf rund 800 €. Der verurteilte Fahrer ist aufgrund einer Knie OP und einer weiteren Erkrankung derzeit arbeitsunfähig und seit 3 Monaten auf Zuzahlungen angewiesen.

Er hat gestern einen Anwalt aufgesucht . Dort teilt ihm der Anwalt mit das er mit Kosten um 1400€ rechnen muss, wenn der Fall erneut vor Gericht geht. Deshalb hat der Verklagte mit dem Anwalt abgemacht das sich dieser Akteneinsicht verschafft und er sich dann nach einer Beurteilung entscheidet, ob er vor Gericht gehen will oder das ganze akzeptiert.

Der Grund überhaupt zum Anwalt zu gehen war wohl dieser das er definitiv den Satz "Ich haue Ihnen auf die Fresse" niemals gesagt hat. Er hat zu sich den Satz gesagt "Meine Fresse" aufgrund der ganzen Situation und den Schmerzen als er zum Auto des Klägers ging. Das der Kläger Schmerzen beim Gehen hat und humpelt ist sogar auf einem Video zu sehen das 3 Wochen vor dem Unfall gedreht worden ist. Das ist Fakt und mit Arztbesuchen MRT etc. zu belegen aber sicher hier nicht wichtig. Der Grund des Klägers nicht zu erwähnen das er angefahren worden ist liegt nach seiner Begründung darin, das er .."nicht n einen emotionalen Dialog treten" wollte. Die Richterin hat erwähnt das der Kläger froh sein kann das er nicht wegen Fahrerflucht angezeigt worden ist.

Schade das überhaupt nicht geprüft worden ist ob der Schaden überhaupt vom Kläger stammen kann und das die Fotos die direkt am Unfallort vom Kläger gemacht worden sind bis heute nicht vorgelegt werden und es auch niemanden interesseirt. Die einzigen Fotos entstanden 8 Tage nach dem Unfall und sie zeigen deutliche Beschädigungen bei einem aufrollen von 5 kmh (?) und beim Angeklagten nicht den Hauch eines Kratzers. Das hatte aber bereits bei der Gerichtsverhandlung niemanden interessiert. Selbst die Versicherung teilte mit das Ihnen die Scahdenshöhe von unter 400€ zu geringe ist um einen Sachverständigen zur Prüfung zu beauftragen.

Ich denke jedoch das der Richter auch das Hupen einbezogen hat, obwohl der Angeklagte nicht wegen des Hupens verurteilt worden ist. Der Richter jedoch erwähnt, dass er nicht glaubt, dass der Angeklagte nicht gehupt hat und sogar erwähnte, dass er sich deshalb angelogen fühlt.

Ich sehe es nach Ihren Kommentaren ähnlich. Der Angeklagte sollte das Urteil akzeptieren und mit dem Gericht eine Ratenzahlung vereinbaren, wenn dies möglich ist. Ansonsten wirde sicher alles schlimmer.

Damit bedanke ich mich bei Ihnen und werde durch den Verlauf der Verurteilung selber einen Anwalt nehmen sollte ich jemals in eine ähnliche Situation kommen.



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#10
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(25779 Beiträge, 7190x hilfreich)

Zitat:
Schade das überhaupt nicht geprüft worden ist ob der Schaden überhaupt vom Kläger stammen kann und das die Fotos die direkt am Unfallort vom Kläger gemacht worden sind

Da der Anklagepunkt der Sachbeschädigung eingestellt wurde, war eine solche Prüfung unnötig.

Zitat:
Die Strafe beläuft sich auf rund 800 €.

Somit beläuft sich der Tagessatz auf 40,00 EUR und das Nettoeinkommen müsste bei min. 1200,00 Euro liegen...

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#11
 Von 
auge1
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 67x hilfreich)

Der Angeklagte lebt seit 2 Monaten Aufgrund seiner Krankheit von ALG Aufstockung. Das hatte er auch vor Gericht angegeben. Er ist Selbstständig und eingeschränkt Arbeitsfähig.

-- Editiert von auge1 am 16.05.2019 17:04

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#12
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(25779 Beiträge, 7190x hilfreich)

Das sagt so nichts aus. ... Maßgeblich ist die Gesamthöhe des Einkommens (incl. aufstockendes ALG II, welches bedingt durch die unterschiedlichen Unterkunftskosten überall in Deutschland verschieden hoch ist)

Also:

Arbeitseinkommen (oder ggf. Krankengeld) plus realer Zahlbetrag ALG II (incl. der Leistungen für Miete)

Wurde denn ein Tagessatz von 40,00 EUR verhängt (also 20 Tagessätze á 40,00 EUR = 800,00 EUR) oder haben Sie in die 800,00 EUR schon die Verfahrenskosten (140 "plus ein paar" € ;) eingerechnet und die eigentl. Strafe lautet auf 20 Tagessätze á 35,00 EUR ( = 700) oder 20 Tagessätze á 30,00 EUR ( = 600) ?



-- Editiert von !!Streetworker!! am 16.05.2019 17:03

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#13
 Von 
auge1
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 67x hilfreich)

Es sind 20 Tagessätze a 40€. Kommen dazu dann noch die Gerichtskosten? Der Verklagte geht von 800€ Gesammtkosten aus.

Den Rest kann ich nicht beantworten. Der Geschädigte bekommt kein Krankengeld da er Stelbstständig ist und hat derzeit Einnahmen von ca. 200€. Der Rest ist eine Aufstockung vom Amt. Da er demnächst in eine Reha geht ist dieser Betrag eine Zeitlang auch nicht höher. Ich weiss nicht wie hoch der ALG Satz ist. Mehr erhält der Angeklagte derzeit nicht. Das war wohl auch der Hauptgrund dafür auf einen Anwalt zu verzichten.

Ich muss noch erwähnen das sich der Kläger bis heute vom Hupen verfolgt fühlt und davon ein Trauma (eigene Angaben) davon getragen hat. Ich habe jetzt auch die Entscheidung vom Angeklagten. Er verzichtet definitiv auf eine Berufung und nimmt sie zurück. Das Risiko noch mehr Geld zahlen zu müssen und die eigene Gesundheit sind die Gründe dafür.

-- Editiert von auge1 am 16.05.2019 17:27

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#14
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(25779 Beiträge, 7190x hilfreich)

Zitat:
Kommen dazu dann noch die Gerichtskosten?

Ja, rund 150,00 EUR Gerichtskosten zzgl. die Auslagen der Zeugen (Fahrtkosten und Verdienstausfall) in realer Höhe.

Zitat:
Der Rest ist eine Aufstockung vom Amt

Und darüber muss es ja einen Leistungsbescheid vom Amt geben, in dem ein Zahlbetrag genannt ist.

Aber auch ohne den muss der Betreffende ja wissen, wie viel Geld vom Amt jeden Monat auf seinem Konto ankommt. Dieser Betrag plus die 200 € aus der Selbständigkeit machen das Netto Gesamteinkommen aus, dass für die Berechnung des Tagessatzes maßgeblich ist.

-- Editiert von !!Streetworker!! am 16.05.2019 18:30

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#15
 Von 
auge1
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 67x hilfreich)

Beide Zeugen habe Verdienstausfall eingefordert. Dann wird es ja jetzt schon wahrscheinlich um ca. 1200€ gehen. Und das weil ein Satz gesagt worden sein soll der nie gefallen ist und den nur die Zeugin/Klägerin gehört hat. So ist es dann wohl.
Wenn der Angeklagte wenigstens ein Handy zur Hand gehabt hätte. Dann hätte er alles filmen können. Doch sein Akku war nach seiner Ausslage leider leer.

Was ich bei der Fallbeschreibung dazu gelernt habe. Niemals bei so einem Vorfall/Verkehrsangelegenheit aussteigen und sich den folgenden Satz merken "ich spreche nicht mit Ihnen weil ich in keinen Emotionalen Dialog gehen will" und dann das ganze filmen (falls zulässig.) Danke.


-- Editiert von auge1 am 16.05.2019 18:57

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#16
 Von 
auge1
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 67x hilfreich)

Gestern Abend habe ich das Urteil vom Angeklagten mitgeteilt bekommen. Es handelt sich doch um 20 Tagessätze a 30 €. Hinzu kommen ca. 150 € Gerichtskosten und beide Zeugen haben Fahrkosten und Verdienstausfall geltend gemacht.
Das Urteil Nötigung u. a. . (Wahrscheinlich Hupen und den Satz)
Das Protokoll hat 7 Seiten. Die werden wir jetzt in Ruhe durchgehen und bis Ende kommender Woche entscheiden, ob wir die Berufung zurücknehmen.

Wie lange hat man Zeit eine Berufung zurückzunehmen ohne das noch zusätzliche Kosten entstehen?
Danke.

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#17
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(25779 Beiträge, 7190x hilfreich)

Kommt drauf an...

Gerichtskosten nach KV-GKG fallen nur an, wenn das Rechtsmittel erst nach Ablauf der Rechtsmittelbegründungsfrist [§ 317 StPO] zurückgenommen wird. Diese beträgt 1 Woche ab Ende der Berufungsfrist nach § 314, also max. 2 Wochen ab mündlicher Urteilsverkündung.

Ausnahme (bzw. in der Praxis eher der Regelfall) : Wenn das schriftliche Urteil nicht binnen 1 Woche nach der mündlichen Urteilsverkündung zugestellt war, beginnt die 1wöchige Frist mit der Zustellung des Urteils.

Wenn -wie es ja hier der Fall zu sein scheint- das schriftliche Urteil dem Angeklagten bereits vorliegt, beträgt die Frist also 1 Woche ab Zustellung des Urteils.

Andere Kosten (Auslagen der Staatskasse oder von Nebenbeteiligten) werden dem Angeklagten auferlegt, wenn sie zum Zeitpunkt der Rechtsmittelrücknahme bereits real entstanden waren.

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#18
 Von 
fb367463-2
Status:
Junior-Partner
(5897 Beiträge, 2591x hilfreich)

Zitat (von auge1):
das sich der Kläger bis heute vom Hupen verfolgt fühlt und davon ein Trauma (eigene Angaben) davon getragen hat.

Meine Fresse..... :bang:

-- Editiert von fb367463-2 am 17.05.2019 14:07

Signatur:Wenn mein Beitrag hilfreich ist, freue ich mich über einen Klick auf "hilfreich" unten. Danke :)
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