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falsches Arbeitszeugnis

6.12.2018 Thema abonnieren
 Von 
Sugar42
Status:
Beginner
(115 Beiträge, 69x hilfreich)
falsches Arbeitszeugnis

(Kopie des Posts aus Arbeitsrecht wegen Hinweis auf falschen Teilbereich)

Hallo Forum,

zu einer Bewerbung habe ich die Zeugnisse der Bewerber geprüft. Nach einiger Recherche kam heraus, dass ein Bewerber ein Arbeitszeugnis eines Arbeitgebers vorgelegt hat, bei dem er nie angestellt war. Das Zeugnis selbst wurde von dem GF des Unternehmes erstellt - offensichtlich, weil sich die beiden sehr gut kennen. D.h. der GF hat dem Bewerber wissentlich ein falsches Zeugnis ausgestellt.

Nun möchte ich nicht - wenigstens zunächst - gegen den Bewerber bzw. dem anderen Unternehmen vorgehen, würde aber gern wissen, in welcher Art sich die beiden Beteiligten strafbar gemacht haben und welche Strafen in Frage kommen.

vielen Dank für Hinweise

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
drkabo
Status:
Unparteiischer
(9620 Beiträge, 7142x hilfreich)

Der Bewerber hat versuchten Betrug begangen. (Weil der Bewerber zumindest bislang nicht eingestellt wurde, ist der Berug nur versucht.)

Der GF des anderen Unternehmens hat sich erstmal* gar nicht strafbar gemacht. Eine Urkundenfälschung ist es nämlich nicht. Denn das Arbeitszeugnis an sich ist echt - nur der Inhalt ist gelogen.

* Wenn der GF mit dem Bewerber unter einer Decke steckt, ist natürlich die Beihilfe zum Betrug denkbar. Das ist aber sehr kompliziert.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#2
 Von 
guyfromhamburg
Status:
Schüler
(438 Beiträge, 141x hilfreich)

Grundsätzlich kann ein Arbeitszeugnis auch erstellt werden, wenn es sich nicht um eine Festanstellung handelt.

Die Bewertung hängt stark vom geschriebenen Text ab. Hinweis dazu gebe ich hier nicht.

@TE: Betrifft das Zeugnis Sie selbst?

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#3
 Von 
Sugar42
Status:
Beginner
(115 Beiträge, 69x hilfreich)

Danke für die Informationen.

@guyfromhamburg: Nein

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#4
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(26390 Beiträge, 11304x hilfreich)

Wir haben es hier sehr wahrscheinlich mit einer schriftlichen Lüge zu tun, keiner Urkundenfälschung. Etwas anderes könnte sich allerdings ergeben, wenn hier unter dem Briefkopf des Arbeitgebers das Dokument erstellt worden ist und aufgrund der Umstände "Dokumentenqualität" hat. Abgesehen davon dürfte der versuchte Betrug aber eindeutig vorliegen. Natürlich kann man auch für freie Mitarbeiter Zeugnisse ausstellen. Das sollte dann aber auch aus dem Zeugnis hervorgehen.

Ganz sicherlich strafbar, so was geht ja gar nicht. Ob man da nun eine Strafanzeige macht, das muss man selbst wissen. Ich würde auf jeden Fall die Personalabteilung der Firma, unter deren Briefkopf eben dieses Zeugnis erstellt worden ist, informieren.

Denn so was kann ja extrem rufschädigend sein.

wirdwerden

-- Editiert von wirdwerden am 06.12.2018 17:18

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#5
 Von 
Osmos
Status:
Lehrling
(1241 Beiträge, 468x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Ich würde auf jeden Fall die Personalabteilung der Firma, unter deren Briefkopf eben dieses Zeugnis erstellt worden ist, informieren.

Was nichts bringen wird, allderweil:

Zitat (von Sugar42):
Das Zeugnis selbst wurde von dem GF des Unternehmes erstellt

Womit auch eine Urkundenfälschung vom Tisch wäre, denn das Zeugnis ist echt und auch nicht verfälscht, sondern im Original genau so durch den Geschäftsführer verfasst worden.

Beihilfe zum Betrug wäre allerdings ein Ansatz, wenn auch kein einfacher.

Signatur:Meine persönliche Meinung
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