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gefälschtes Semesterticket wurde eingezogen

 Von 
Clara34
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
gefälschtes Semesterticket wurde eingezogen

Wurde im Bus erwischt und mein gefälschtes Ticket wurde eingezogen, habe behauptet mein 'echtes' verloren zu haben. Soll nun das Original auf der Geschäftsstelle nachzeigen um nicht den vollen Preis zahlen zu müssen. Was mach ich denn nun? Habe ja kein Original. Wenn ich einfach die 60€ bezahle, was passiert dann mit meinem eingezogenen Ticket? Wenn Anzeige erstellt wird, wann bekomme ich Post? Wohne nicht mehr unter der aufgenommenen Adresse und will nicht, dass alles wenn ich nicht direkt auf einen Brief reagieren ein noch viel größeres Problem wird.

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Polizei Anwalt Urkundenfälschung Anzeige


15 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Osmos
Status:
Lehrling
(1505 Beiträge, 540x hilfreich)

Ein gefälschtes Ticket führt praktisch immer zur Anzeige wegen Urkundenfälschung. Wenn es kein bezahltes Original gibt kommt noch Leistungserschleichung hinzu.

Wie lange es bis zur Post von der Polizei dauert kann man nicht zuverlässig vorhersagen, ein paar Wochen oder auch mal Monate. Wenn man dann auch noch eine falsche Anschrift angegeben hat (wollte eigentlich niemand einen Ausweis sehen?) kann es noch ein wenig länger dauern bis die korrekte Anschrift ermittelt ist. Ich hoffe Du hast Dich seinerzeit korrekt umgemeldet, sonst kommt noch ein Bußgeld wegen Verstoß gegen das Meldegesetz hinzu, und möglicherweise eine Ausschreibung zur Fahndung zwecks Aufenthaltsermittlung, aber das nur am Rande.

Und ja, Du wirst nicht um die Zahlung der 60 Euro herumkommen, also erledige das besser pro-aktiv sonst lesen wir uns im Inkasso-Forum wieder. :sweat:

Signatur:Meine persönliche Meinung
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#2
 Von 
Clara34
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Umgemeldet bin ich, zumindest deswegen sollte mir also nichts blühen, hatte halt nur einen alten Perso dabei und dabei gar nicht an die alte Adresse gedacht. Werde dann gleich die 60€ zahlen und weiter grübeln wann und ob ich zu einem Anwalt soll.

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#3
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(10527 Beiträge, 7480x hilfreich)

Zitat:
Soll nun das Original auf der Geschäftsstelle nachzeigen um nicht den vollen Preis zahlen zu müssen. Was mach ich denn nun?

Nicht hingehen und nichts nachzeigen - was anderes bleibt Ihnen ja auch nicht übrig.
Hätten Sie ein Original vorzeigen können, hätten sich die 60€ auf 7€ reduziert. So kommen Sie um die 60€ nicht drumherum.
Dass wegen der Fälschung ein Verfahren wegen Urkundenfälschung wartet, ist davon unabhängig. Das hat nichts mit einem vorzeigbaren Original zu tun. Eine Urkundenfälschung bleibt eine Urkundenfälschung, auch wenn man ein Original gehabt hätte.

Zitat:
und weiter grübeln wann und ob ich zu einem Anwalt soll.

Wenn Sie zu viel Geld haben ...
Grundsätzlich: An klaren Fakten und Beweisen (= das gefälschte Ticket, welches als Beweisstück eingezogen wurde) kann auch ein Anwalt nichts ändern. Außerdem sind bei "Kleinfällen" die Anwaltskosten oft höher als die Strafe. Rein finanziell lohnt sich ein Anwalt also voraussichtlich nicht.
Sollten Sie einen Beruf anstreben, wo es auf eine blütenweiße Weste ankommt (Polizei, Bundeswehr, Flughafen) oder Lebenszeitverbeamtung oder einen Waffenschein anstreben, dann wäre ein Anwalt evtl. sinnvoll. Aber auch dann würde ich mit der beauftragung warten, bis ein Brief von der Polizei kommt.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#4
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(26721 Beiträge, 14632x hilfreich)

Und für alle Fälle - man muß Ihnen nicht beweisen, daß Sie das Ticket selbst gefälscht haben. Um den Tatbestand der Urkundenfälschung zu erfüllen, genügt die Benutzung einer gefälschten Urkunde. Und das ist ja nun völlig unzweifelhaft, weswegen ich auch nicht wüßte, was ein Anwalt da noch reißen soll...

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#5
 Von 
Clara34
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die Antworten! Meine Nerven haben sich nun (vorerst) wieder beruhigt und ich sehe alles etwas entspannter. Habe nun die 60€ überwiesen und werde nun einfach abwarten und mich hier wieder melden bzw. mich um die Anwaltsfrage kümmern wenn Post eingetrudelt ist.

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#6
 Von 
Clara34
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

eine Frage habe ich noch: der Anhörungsbogen der Polizei - steckt dieser in einem auffälligem Umschlag bzw. ist der Absender erkennbar?

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#7
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(10527 Beiträge, 7480x hilfreich)

Zitat:
der Anhörungsbogen der Polizei - steckt dieser in einem auffälligem Umschlag

Nein. Dafür werden ganz normale Umschläge verwendet, wie sie alle anderen Behörden auch verwenden.

Zitat:
bzw. ist der Absender erkennbar?

Wie bei jedem normalen Brief steht natürlich auch ein Absender drauf.
Wenn ich Post vom Finanzamt bekomme, steht als Absender auch "Finanzamt" drauf.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#8
 Von 
Droitteur
Status:
Lehrling
(1165 Beiträge, 333x hilfreich)

Interessant wäre noch, wie gut die Fälschung war. Wenn das bloß eine schlechte Schwarz-Weiß-Kopie war, die man zB anfertigt, um nachzuweisen, dass überhaupt ein echtes Ticket irgendwo existiert, handelt es sich nicht um eine Urkunde.

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#9
 Von 
Clara34
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

war, leider, schon recht gut gemacht

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#10
 Von 
vundaal76
Status:
Student
(2557 Beiträge, 1442x hilfreich)

Zitat:
der Anhörungsbogen der Polizei - steckt dieser in einem auffälligem Umschlag bzw. ist der Absender erkennbar?

Ich glaube nicht, dass Sie einen Anhörungsbogen erhalten.
Eher wird Sie die Polizei auffordern, eine Aussage vor Ort in der Polizeidienststelle zu machen.
Dazu sind Sie aber nicht verpflichtet. Ich würde bei dieser Sachlage lieber schweigen.
Erst wenn ein Strafbefehl kommt (gelber Umschlag), würde ich mir einen Anwalt suchen.

Zitat:
Habe nun die 60€ überwiesen

In meinen Augen war das keine gute Idee, denn damit haben Sie die Beförderung ohne Fahrausweis zugegeben.

-- Editiert von vundaal76 am 02.05.2017 09:37

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#11
 Von 
Clara34
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

aber wie andere hier ja bereits erwähnt haben, die Fälschung liegt als Beweisstück ja vor - was soll ich da noch rumdiskutieren und die 60€ nicht zahlen!?

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#12
 Von 
vundaal76
Status:
Student
(2557 Beiträge, 1442x hilfreich)

Zitat:
aber wie andere hier ja bereits erwähnt haben, die Fälschung liegt als Beweisstück ja vor - was soll ich da noch rumdiskutieren und die 60€ nicht zahlen!?

Der Staat muss Ihnen die Tat zweifelsfrei nachweisen. Das fällt dem Staat eben leichter, wenn das Verkehrsunternehmen aussagt, dass Sie sogar die EUR 60 ohne Vorbehalt bezahlt haben.
Wer sagt denn, dass Sie das überhaupt waren, der da in den Bus eingestiegen ist?

Zitat:
rumdiskutieren
-> Sie sollten auch nicht herumdiskutieren, sondern lieber schweigen.

-- Editiert von vundaal76 am 02.05.2017 13:48

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#13
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(35252 Beiträge, 12634x hilfreich)

Zitat:
Der Staat muss Ihnen die Tat zweifelsfrei nachweisen.


Das kann der Staat doch. Wenn die Beweise in diesem Fall nicht ausreichen würden, dann könnte ja (fast) nie ein Straftäter verurteilt werden.

Zitat:
Wer sagt denn, dass Sie das überhaupt waren, der da in den Bus eingestiegen ist?


Der Kontrolleur zum Beispiel. Außerdem hatte der Fragesteller seinen Personalausweis gezeigt.

Zitat:
wenn das Verkehrsunternehmen aussagt, dass Sie sogar die EUR 60 ohne Vorbehalt bezahlt haben.


Dann gibt es wenigstens noch eine kleine Chance, dass das Verkehrsunternehmen auf eine Anzeige wegen Betrug und Urkundenfälschung verzichtet.

Um das nochmal deutlich zu machen der Hinweis, dass folgende Straftaten begangen wurden:
1. Erschleichen von Leistungen (§ 265a StGB )
2. Urkundenfälschung (§ 267 StGB )
3. Betrug (§ 263 StGB )

Wenn einfach gar kein Ticket hat, dann ist nur 1. erfüllt.

Die 60€ sind übrigens keine Strafe im juristischen Sinn. Vielmehr handelt es sich um ein erhöhtes Beförderungsentgelt, d.h. um eine besonders teure Fahrkarte. Wenn man vom Verkehrsunternehmen angezeigt wird, dann erhält man die Strafe noch zusätzlich.

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#14
 Von 
Droitteur
Status:
Lehrling
(1165 Beiträge, 333x hilfreich)

"Die 60€ sind übrigens keine Strafe im juristischen Sinn. Vielmehr handelt es sich um ein erhöhtes Beförderungsentgelt, d.h. um eine besonders teure Fahrkarte. Wenn man vom Verkehrsunternehmen angezeigt wird, dann erhält man die Strafe noch zusätzlich."

Ich finde, dass sich diese Ansicht - "besonders teure Fahrkarte" - nicht damit verträgt, dass man die Sache immerhin zusätzlich strafrechtlich würdigt. Wenn man das unbedingt so sehen wollte und den Strafcharakter auch von Seiten des Unternehmens verneinen, würde ich nur den regulären Preis für angemessen halten. Umgekehrt würde ich, wenn man die "besonders teure Fahrkarte" als etwas Regelmäßiges betrachtet, die strafrechtliche Relevanz verneinen.

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#15
 Von 
vundaal76
Status:
Student
(2557 Beiträge, 1442x hilfreich)

Zitat:
Das kann der Staat doch. Wenn die Beweise in diesem Fall nicht ausreichen würden, dann könnte ja (fast) nie ein Straftäter verurteilt werden.


Das kommt eben darauf an, wie geschickt sich der Beschuldigte/Angeklagter und sein Anwalt anstellen.

Spätestens wenn es strittig gestellt wird, muss der Staat nachweisen, dass der Beschuldigte auch wirklich das Verkehrsmittel damals bestiegen hat.

Zitat:

Der Kontrolleur zum Beispiel.


Bei normalen Schwarzfahrern kann sich ein Kontrolleur doch nicht ein Jahr später an den genauen Schwarzfahrer erinnern.
Von der Schwarzfahrt bis zu einem Verfahren vergeht schon einmal ein Jahr.
Ein guter Verteidiger wird da mal nachfragen, wie viele Schwarzfahrer der Kontrolleur in den letzten 12 Monaten erwischt hat.

Zitat:
Außerdem hatte der Fragesteller seinen Personalausweis gezeigt.


Dieser kann geklaut worden sein.

i.d.R. haben Staatsanwaltschaften kein großes Interesse daran, komplexe Strafverfahren zum (Erschleichen von Leistungen § 265a StGB ) zu führen. Wenn es kompliziert wird, ist die Motivation für eine schnelle Einigung mit der Verteidigung sehr hoch.

Zitat:
1. Erschleichen von Leistungen (§ 265a StGB )
2. Urkundenfälschung (§ 267 StGB )
3. Betrug (§ 263 StGB )


Bei dieser Konstellation ist es aber sehr wahrscheinlich, dass das Verkehrsunternehmen und die Staatsanwaltschaft durchgreifen werden - unabhängig davon, ob die EUR 60 bezahlt wurden oder nicht.
Der Rat "Schweigen" ist guter Tip.
"Schweigen" heisst auch, dass man zunächst erst einmal keine Zahlungen vornimmt.

-- Editiert von vundaal76 am 03.05.2017 11:18

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