iPhone geklaut, Hausdurchsuchung, Handy zurück gegeben

29. Oktober 2015 Thema abonnieren
 Von 
HannelorePetersen
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
iPhone geklaut, Hausdurchsuchung, Handy zurück gegeben

Hallo alle zusammen,

ich habe eine wahnisinnige Dummheit angestellt.. ich bereue es, keine Frage und ich habe höllischen Schiss vor meiner Strafe.

Nun zum Thema: Ich 21 (zur Tatzeit noch 20) habe ein iPhone aus einer Tasche, die an einem öffentlichen Ort rumstand, geklaut. Dann habe ich meine eigene Simkarte Zuhause reingelegt und 4 Wochen später hatte ich zurecht eine Anzeige im Briefkasten. In dem Brief stand ich solle zur Polizei gehen und Stellung nehmen. Hätte ich gemacht, wenn das Datum des Versands nicht nach dem eigentlichen Anhörungstermin gewesen wäre. Ich hätte mich gestellt! Dann habe ich bei der Polizei angerufen und eine Frau am Hörer meinte ich solle auf einen nächsten Brief warten. (Ich hatte ihr nicht die komplette Situation geschildert, weil es mir unangenehm war darüber zu sprechen. Aber ich hatte ihr gesagt, dass ich angeklagt worden sei und der Anhörungtermin schon längst abgelaufen sei, bevor der Brief überhaupt bei mir ankommen konnte.) Nun ja, ich habe gewartet und gewartet.. Was dann kam, hat mich völlig aus dem Ruder geworfen. Mein Freund hat mich während einer Dienstreise angerufen und mir gesagt, dass die Polizei da sei und einen Durchsuchungsbeschluss hätte. Er reichte mich weiter und ich gestand die Tat noch am Telefon. Ich deligierte meinen Freund übers Telefon, das gestohlene Handy herauszusuchen und zu übergeben. Der Polizist riet mir mir einen Anwalt zuzulegen und dass ich aufgrund der entstandenen Kosten eine überzeugende und ehrliche Aussage ablegen müsse (wozu ich gewillt bin!). Nun warte ich auf eine Antwort.

Allgemeines: Ich habe mir vorher nie etwas zu Schulden kommen lassen. Ich war wie gesagt 20 zur Tatzeit. Es gibt Überwachungsvideos davon und meine Simkarte wurde geortet. Ich wohne gemeinsam mit meinem Freund in einer Wohnung und bin Azubi.

Meine Fragen:
1. Geht das Ganze vor Gericht?
2. Wird es nach Jugendstrafrecht gehandhabt? Oder kann ich das beeinflussen, dass meine Eltern nichts davon erfahren?
3. Welche Strafe erwartet mich, da der Wert des Gegenstands deutlich über 50€ liegt?
4. Muss ich mit Tagessätzen über 90 Tagen rechnen falls der Fall nach Erwachsenenstrafrecht beurteilt wird?
5. Oder im schlimmsten Fall mit einer Freiheitsstrafe?
6. Wie läuft das ganze ab?
7. Die Polizei hat versucht mich telefonisch zu erreichen, da ich aber einen längeren Diensteinsatz im Ausland habe, habe ich nicht reagiert. Ich komme erst in 1,5 Monaten zurück. Soll ich warten oder nicht?

VG und danke schonmal
Hanny


-- Editier von HannelorePetersen am 29.10.2015 01:46

Notfall oder generelle Fragen?

Notfall oder generelle Fragen?

Ein erfahrener Anwalt gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12309.03.2016 21:32:27
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 32x hilfreich)

1. Kommt drauf an, wenn der Staatsanwalt grade schlecht gelaunt ist oder seine Lieblingsmanschaft grade ein Bundesligaspiel verloren hat evtl. Wenn er in Guter Laune ist, dann wird er ggf. einen Strafbefehl beantragen oder gegen eine Geldauflage das Verfahren einstellen.
Wenn er in sehr guter Laune ist, gibs vilt. sogar eine Verfahrenseinstellung, da Sie ja auch Ersttäter sind. Da muss die Laune in diesem Fall aber wirklich sehr gut sein, da es ja in diesem Fall ja auch so einiger Aufwand nötig war um Sie als Täter zu ermitteln. Wenn es etwas gibt, was die Behörden so garnicht mögen, dann ist es Arbeit.

2. Sollte es zu einem Gerichtsverfahren kommen, kann die Strafe nach dem Jugendrecht abgeurteilt werden, da Sie zum Tatzeitpunkt noch Heranwachsend waren, muss aber nicht zwingend. Wenn Sie sich z.b. im Gericht dann als jemand präsentieren, der noch nicht alle wichtigen Dinge im Leben selbstständig regeln kann und wo viele Sachen noch durch die Eltern geregelt werden, dann stehen die Chancen darauf allerdings sehr gut.

3. Falls es keine Verfahrenseinstellung gibt, tendiere ich auf eine Geldstrafe von 30-60 Tagessätzen (Oder auch Sozialstunden wenn Sie glück haben).

4. Nein, wohl Kaum. Das wärs ja noch, wenn man in der BRD wegen des Diebstahls eines billigen Appleprodukts gleich über 90 Tagessätze bekommt, und dadurch gleich das Ganze Leben versaut ist, weil man dann einen Führungszegniseintrag bekommt und somit erstmal für mehrere Jahre keine Arbeit mehr findet und dem Staat dadurch auf der Tasche liegt. Ausserdem wurde das IPhone ja an den Rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben.

5. Nein, zu 99,9999999% nicht. Nicht bei Ersttätern und nicht wegen des oben genannten Sachverhalts. Außer Sie sagen, vor Gericht, dass Sie es bereuen, dass Sie erwischt wurden und es beim nächsten mal geschickter anstellen werden. Dann könnte der Richter ggf. mit einem Solchen Warnschuss versuchen.

6. Das Hängt davon ab ob:

- Verfahrenseinstellung
- Strafbefehl: https://de.wikipedia.org/wiki/Strafbefehl
- Gerichtsverhandlung: https://de.wikipedia.org/wiki/Strafverfahrensrecht_%28Deutschland%29

7. Solange Ihr Freund für Sie die Post öffnet, damit Sie gewarnt werden können, sollte es zu einer Geldauflage mit einer bestimmten Frist kommen oder eines Strafbefehls, dann können Sie beruhigt im Ausland bleiben. Sorgen Sie nur dafür, dass jemand regelmäßig Ihre Post öffnet und Sie informiert.


Unabhängig den den Punkten 1-7 kann es jedoch noch sein, dass Ihnen die Ermittlungskosten in Rechnung gestellt werden. Je nach tatsächlichen Aufwand der Ortung und den drum herum kann es sich um Peanuts handeln oder um Horrende Summen. Wenn Sie Glück haben geht's in der Verwaltung aber auch einfach unter.....das muss man abwarten.


-- Editiert von blatt235 am 29.10.2015 10:33

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
JenAn
Status:
Student
(2517 Beiträge, 2552x hilfreich)

Zitat:
Diensteinsatz im Ausland


Freie Wirtschaft oder Behörde? In der Beamtenlaufbahn sind Straftaten kritischer (in Sicherheitsbereichen sogar Karriereende).

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
guest-12309.03.2016 21:32:27
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 32x hilfreich)

Wobei man auch hier den Kopf noch nicht in den Sand stecken muss!

Falls der Threaderöffner noch nicht bei der Polizei war und auch noch nicht schriftlich ausgesagt hat (Wo er ja dann auch nach Arbeitgeber und Einkommen gefragt wird) ist noch nichts verloren.

Da es in diesem Forum nicht erlaubt ist direkte Tipps für unerlaubte Sachen zu geben drücke ich mich mal wie folgt aus:

"Viele Menschen die im Öffentlichen Dienst arbeiten oder auch in einer Beamtenlaufbahn sind, eine Straftat begannen haben und schlau genug waren vor einer Vorladung sich von einem Anwalt beraten zu lassen (In der auch ausführlich über die Berufliche Situation gesprochen wurde):

- gehen gemütlich zur Vorladung
- Gestehen den kompletten Sachverhalt damit die Strafe recht schnell und gering ausgesprochen wird (Sei es ein Strafbefehl, Geldauflage oder Bewährung vorm Gericht)
- Lügen, wenn Sie nach dem Beruf bzw. Arbeitgeber gefragt werden und nennen einfach irgendeinen Arbeitgeber aus der Freien Wirtschaft (Bei dem Gehalt nennen die Leute allerdings ungefähr das Gehalt was Sie tatsächlich bekommen)

.....und freuen sich am Ende, über eine Moderate Strafe und darüber, dass Ihr Arbeitgeber nichts von dem Gesamten Vorfall erfahren hat, was er sonst mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit erfahren hätte."


Es ist kein Geheimnis, dass die Polizei und Staatsanwaltschaften keinerlei Ermittlungen anstellen, bei welchen Arbeitgeber man beschäftigt ist. Man richtet sich in wirklich den meisten Fällen bei der Bemessung einer möglichen Geldstrafe nach den Angaben die der Beschuldigte bei der Vernehmung angegeben hat (Monatliches Netto + Arbeitgeber).
Solche Ermittlungen werden in der Regel nur dann angestellt, wenn der Beschuldigte offensichtlich beim Gehalt lügt, z.b. Wenn er als Metallarbeiter nur 80 Euro meint monatlich zu verdienen.


- Es sind keine Fälle öffentlich bekannt bei dem Man beim Gericht oder der Staatsanwaltschaft z.b. Seine Kontoauszüge nachweisen musste, damit diese die Strafe bemessen.

Es haben schon etliche Leute auf diese Art und Weise eine Mitteilung an den Arbeitgeber (Wenn es der Öffentliche Dienst war) verhindern können - Welche nach der MISTRA-Verwaltungsvorschrift eigentlich hätten stattfinden müssen. Es ist ohnehin Unsinn neben der eigentlichen Bestrafung durch das Gericht auch noch um seine Arbeit fürchten zu müssen, wenn man die Straftat nicht auf der Arbeit begannen hat

Es gibt sehr wenige Beamtenverhältnisse z.b. Beim Staatssicherheitsdienst und Ähnlichem, da wird allerdings regelmäßig in gewissen Zeitabständen eine Abfrage über die Beschäftigten gemacht, ob Straftaten im BZR und sonstigen Verzeichnissen bekannt sind. In diesem Beamtenlaufbahnen gibt es natürlich kaum Wege sich aus der Schlinge zu ziehen.


Aber wie gesagt, da es nicht erlaubt ist hier direkte Tipps zu unerlaubten Sachen zu geben, weise ich nochmals darauf hin, das dieser Weg zu lügen an sich natürlich nicht erlaubt ist (Wenns auffällt, dann blüht einen eine minimal höhere Strafe, wegen falscher Angaben zur Person), bei sehr vielen Menschen allerdings zum Erfolg geführt hat *Zwinker*



-- Editiert von blatt235 am 29.10.2015 19:47

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
guest-12331.10.2017 22:18:45
Status:
Praktikant
(696 Beiträge, 309x hilfreich)

1. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Polizei ein Brief mit einem Termin zur Beschuldigtevernehmung versendet, dieser nach üblichem Postlauf 2 Tage ankommt, der oder die den Brief öffnet und -tata- der Termin schon "verstrichen" ist.

2. Wenn das der Fall sein sollte, ruft man nicht irgendein Polizeiposten an, sondern stellt sich samt gestohlenem Handy vor Ort und gibt das Diebesgut ab! Klärt dann die Vernehmungssache. Ganz einfach.
Außerdem hätte man sich dann eine Hausdurchsuchung erspart!

3. Möchte ich dem Beitrag vor mir widersprechen und vor dem "Tipp/Anleitung" zum Lügen warnen! 1. Stellt dies eine Ordnungswidrigkeit gem . Paragraph 111 OwiG dar, 2ens, jeder Justizinspektor u.a. kennen das, zur Strafzumessung können auch Belege über Gehälter usw. angefordert werden.
Außerdem wird man vom Richter höchstpersönlich belehrt über Angaben zur Person, siehe oben. 3. MiStra.

Also solche Anleitungen nicht beachten, ist -mein- Tipp.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
guest-12331.10.2017 22:18:45
Status:
Praktikant
(696 Beiträge, 309x hilfreich)

Zitat (von blatt235):
Es ist ohnehin Unsinn neben der eigentlichen Bestrafung durch das Gericht auch noch um seine Arbeit fürchten zu müssen, wenn man die Straftat nicht auf der Arbeit begannen hat


Nein, nein und nochmals nein. Es ist wichtig und kein Unsinn! Beamte haben gewisse Pflichten. . Art 33 (4) GG iVm zum Beispiel Paragraph 60, 61 BBG beschreiben diese.

Eine Verurteilung wird ein Disziplinarverfahren nach sich ziehen. Bzw. Bei Kenntnis/Mistra gem Paragraph 17BDG in oben genanntem Falle.

Fazit : Immer noch nicht empfehlenswert, da je nach Beamtenstatus weitere Folgen drohen können

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
guest-12309.03.2016 21:32:27
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 32x hilfreich)

Zitat (von Situla):
1. Stellt dies eine Ordnungswidrigkeit gem . Paragraph 111 OwiG dar


Was den meisten Leuten so gut wie egal ist um den Job zu retten von dem in den meisten Fällen eine Existens abhängt.... Vor allem Schrecken Sie vor einer Ordnungswidrigkeit kaum zurück, wenn Sie schon nicht vor Straftaten zurückschrecken.


-- Editiert von blatt235 am 29.10.2015 22:16

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 264.949 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
107.194 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen