strafmaß bei (großer)Dumheit

17. Februar 2005 Thema abonnieren
 Von 
Silo51
Status:
Schüler
(164 Beiträge, 43x hilfreich)
strafmaß bei (großer)Dumheit

Hallo,

ich habe mal eine (sehr große) Dummheit begangen und meinen Namen als GF hergegeben.

Es handelte sich um eine Firma welche angeblich Kapitalanlagegeschäfte vermittelte. Ich hatt in diesem Bereich 0,0 Erfahrung und wurde auch nicht mit dem Tagesgeschäft betraut.

Ich hatte ein eigenes Büro, von wo aus ich Daten aus dem Internet heraussuchte, Logos für die Brieflöpfe entwarf und mich später um die Vermittlung von Mietwohnungen kümmerte.

Nach langer Zeit bemerkte ich nach und nach, dass offensichtlich Kundengelder nicht ordnungsgemäß plaziert wurden. Ich habe jedoch aus Angst vor Strafverfolgung nichts unternommen.

Bald daruf stand dann (natürlich) irgendwann die Kripo nebst Staatsanwaltschaft vor der Tür und beschlagnahmte alle Akten.

Die Ermittlungen dauerten über 6 Jahre. Bald kommt es zur Verhandlung.

Der tatsächlich Drahtzieher hat immer behauptet, es wäre alles meine Idee und Firma gewesen und er wäre erst später hinzgekommen. Tatsächlich ist der Ermittlungsstand inzwischen wahrheitsgemäß und es ist jedem klar, dass ich nur die Marionette war. Nichts desto trotz habe ich die betrügereien billigend im Kauf genommen.

Der Schaden beziffert sich auf immerhin rund 4,0 Mio. Euro und verteilt sich auf ca. 450 geschädigte.

Wie könnte die Sache erfahrungsgemäß für mich ausgehen ?

Ich hatte bis dahin und auch danach nie wieder etwas mit dieser "Branche" zu tun und bin bis dato nicht vorbestraft.

Wär über Erfahrungen oder auch bloße Vermutungen dankbar.

-- Editiert von Silo51 am 17.02.2005 10:41:40

Notfall oder generelle Fragen?

Notfall oder generelle Fragen?

Ein erfahrener Anwalt gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
RQ
Status:
Schüler
(182 Beiträge, 17x hilfreich)

Hallo Silo51
ich hoffe mal für dich das du einem Anwalt hast. bei 4 Mio und 450 geprellten Personen hast du den wohl dringend nötig.

rq

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
JuR
Status:
Unparteiischer
(9878 Beiträge, 1432x hilfreich)

Guten Tag,

bei einem so komplexen Sachverhalt ist eine Prognose von hier aus nicht möglich.

In besonders schweren Fällen des Betruges ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Neben Betrug können auch noch andere Straftaten gegeben sein. Mittäter werden gleich dem Täter behandelt. Bei Gehilfen wird die Strafe gemildert.


Mit freundlichen Grüßen,

- J. Roenner -


---

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Silo51
Status:
Schüler
(164 Beiträge, 43x hilfreich)

Hmmm...

1) ja klar habe ich einen Anwalt...

2) Frage ist, wo kann man mich einstufen ??

Ist man Mittäter, wenn man selbst niemals persönlich Geld von Kunden angenommen hat und auch nie persönlichen oder telefonischen Kontakt zu Kunden hatte ?

Ist man Gehilfe, wenn man es billigend in Kauf genommen hat ??

Meine Bezahlung in der Zeit war übrigens auf ganz normalen Kaufmannsniveau und nicht abstrakt hoch.

Wirkt sich sowas positiv aus ???

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Bewährungshelfer
Status:
Lehrling
(1938 Beiträge, 363x hilfreich)

Wirklich sehr schwer zu sagen, was da rauskommen wird. Erscheint mir aber eher unwahrscheinlich, daß es eine Strafe unter 2 Jahren wird und damit noch eine Bewährung in Betracht käme. Meiner Meinung nach wirst Du wohl mit einer Inhaftierung rechnen müssen, weil die Schadenssumme einfach zu hoch ist.

-----------------
"Gruß
Jens Wilke
Bewährungshelfer"

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
JuR
Status:
Unparteiischer
(9878 Beiträge, 1432x hilfreich)

Guten Tag,

ob Sie Mittäter waren oder Gehilfe lässt sich auch nicht von hier aus beurteilen, da man dazu den genauen Sachverhalt kennen müsste.


Mit freundlichen Grüßen,

- J. Roenner -


---

-- Editiert von J. Roenner (Bobo) am 17.02.2005 19:10:40

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9531x hilfreich)

Das denke ich auch. Unter 2 Jahren zu bleiben wird bei 4,0 Mio Schaden und der großen Anzahl Geschädigter wohl nicht einfach. Waren Sie (anfangs) mal in U-Haft wegen der Sache?

Da Sie ja als GF offensichtlich Vertragspartner der Geschädigten waren, wird hier sicherlich eine Mittäterschaft herauskommen (denke ich), denn um eine seröse Aussage dazu zu treffen, müßte man die Akte kennen, wie Kollege Roenner schon sagte.

Sind Sie denn bereits angeklagt? Wenn ja, wegen "Beihilfe zum..." oder wegen "Verstoßes gegen..." Dann wissen Sie näml. zumindest schon mal, ob die StA sie als Teilnehmer oder Gehilfen sieht.

-----------------
"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Silo51
Status:
Schüler
(164 Beiträge, 43x hilfreich)

Na super...

Nein, in U-Haft war ich nicht. Lag aber wohl eher daran, dass ich nicht anwesend war.

Anschliessend bestand keine Flucht o. Verducnkelungsgefahr daher keine U-Haft.

Die Anklageschrift muss ich mal einsehen, wie es dort formuliert ist.

Aber Danke schon mal für die Einschätzungen - Auch wenn es mir jetzt nicht gerade besser geht

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Silo51
Status:
Schüler
(164 Beiträge, 43x hilfreich)

Noch was:

Angenommen ich bekomme eine Strafe höheren Maßes z.B. 4,5 Jahre.

Wie würde so etwas in etwa aussehen?
Gibt es die mögl. des offenen Vollzugs ?
Kann ich meine Arbeit behalten und weiter arbeiten gehen ?

Was wird aus meiner Familie?
Meine Frau ist im Erz. Urlaub. Wir haben 2 Kleinkinder. Sie kann also nicht arbeiten gehen. Was passiert mit den laufenden Kosten ?

Die Frage dazu lautet: Gibt es eine Art Förderhilfe o.ä. die man später zurückzahlen kann?

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9531x hilfreich)

Wenn Sie draußen arbeiten, ist es grundsätzlich möglich, daß sie "Freigänger" werden (offener Vollzug ist etwas anderes, bzw. im offenen Vollzug zu sein bedeutet noch nicht automatisch "draußen" arbeiten zu dürfen, sondern nur, daß man sich innerhalb der JVA frei bewegen kann und die Zellen den größten Teil der Zeit "offen" sind), wenn nicht das Sicherheitsinteresse der Allgemeinheit entgegensteht.

<small> § 39 StVollzG

[Freies Beschäftigungsverhältnis, Selbstbeschäftigung]
(1) Dem Gefangenen soll gestattet werden, einer Arbeit, oder beruflichen Weiterbildung auf der Grundlage eines freien Beschäftigungsverhältnisses außerhalb der Anstalt nachzugehen, wenn dies im Rahmen des Vollzugsplanes dem Ziel dient, Fähigkeiten für eine Erwerbstätigkeit nach der Entlassung zu vermitteln, zu erhalten oder zu fördern und nicht überwiegende Gründe des Vollzuges entgegenstehen. § 11 Abs.1 Nr.1, Abs.2 und § 14 bleiben unberührt.

(2) Dem Gefangenen kann gestattet werden, sich selbst zu beschäftigen.

(3) Die Vollzugsbehörde kann verlangen, daß ihr das Entgelt zur Gutschrift für den Gefangenen überwiesen wird </small>

Nähere Infos zur Strafvollstreckung liefern die StVollstrO und das StVollzG

Mit einer hohen Strafe sofort "Freigänger" zu werden ist allerdings in der Regel m.W.(!!) nicht möglich, da erst eine gründliche Eignungsprüfung für den Freigang stattfindet. Man kann aber auch keine pauschale Aussage darüber treffen, da es zum einen auf den Vollstreckungsplan des jeweiligen Bundeslandes ankommt, und auch auf die individuelle Vollzugsplanung die zum Anfang des Vollzuges mit Ihnen/für Sie erstellt wird, und letztlich natürl. auch auf die JVA in der sie untergebracht werden.

In der JVA die beruflich mitbetreue (bzw. in ihren offenen Teilanstalten) wäre Einstufung als Freigänger iaR. nur mit einer Strafe möglich, die 2 Jahre nicht übersteigt.

Aber wie gesagt, in Ihrem Fall kann das anders sein, da es halt auf die konkreten Gegebenheiten ankommt.

Ihre Frau hat ganz normal die Möglichkeit Sozialleistungen nach dem SGB XII zu beantragen, wenn das Einkommen nicht mehr ausreicht. Die müssen idR. auch nicht zurückgezahlt werden.

-- Editiert von !streetworker! am 18.02.2005 12:59:25

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 272.730 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
110.135 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen