vorsätzliche Körperverletzung - Was soll ich machen und womit kann ich rechnen??

27. Juli 2012 Thema abonnieren
 Von 
lexlegis123
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 1x hilfreich)
vorsätzliche Körperverletzung - Was soll ich machen und womit kann ich rechnen??

Hallo,
ich suche Rat zu folgendem Sachverhalt. Bitte um eure Hilfe. Vielen Dank dafür im Voraus.

Ich bin als Taxifahrer beschäftigt. Vor ca. 4 Wochen habe ich einen Fahrgast von einer Kneipe abgeholt. Diese befindet sich an einer lebhaften Verkehrskreuzung in einem Eckhaus. Wegen der Verkehrssituation und der beschriebenen Lage der Kneipe, habe ich unmittelbar direkt vor der Kneipe auf dem Bürgersteig angehalten, wobei ich mich dadurch quasi bereits auf der separaten, durch eine Verkehrsinsel abgetrennten Rechts-Abbieger-Spur eingeordnet habe. Ich habe dann in der Kneipe bescheid gegeben, dass das Taxi da ist und der Fahrgast kam nach einigen Minuten. Er nannte mir das Fahrtziel, welches sich ausgerechnet genau in anderer Fahrtrichtung befand (nämlich Links-Abbieger-Spur). Da es verkehrstechnisch nicht anders ging, fuhr ich also erst einmal in die rechte Richtung los, um an der nächsten Möglichkeit einen U-Turn zu vollziehen, aber kaum losgefahren fing der ganze Ärger schon an. Der Fahrgast, alkoholisiert, schnauzte mich sogleich an. O-Ton:" Hör mal machste ne Rundreise mit mir? Ich wollte nach Meerbusch, nicht nach Neuss! Ich erklärte ihm, dass es nicht anders machbar sei und bei der nächsten Möglichkeit gleich wenden werde. Zudem forderte ich ihn noch auf sich anzuschnallen. Dem kam er auch nach mehrmaligem auffordern nicht nach. Daraufhin sagte ich ihm, dass ich ihn nicht weiter befördern brauche, wenn er es weiterhin ablehnt. Der Straßenverkehr war zu diesem Zeitpunkt stockend und ich kam mit dem Taxi zum stehen, als er dann sagte:" Ich will eh nicht mehr mit dir weiterfahren." Er stieg aus dem Taxi. Ich forderte von ihm noch die bereits entstandenen Fahrtkosten von 2,70 € ein.
Antwort:" Von mir kriegst Du nichts, Du *********."
Ich bin dann auch ausgestiegen, um ihn zu stellen und nochmals aufzufordern zu bezahlen. Er ignorierte mich, schob mich bei Seite und setzte seinen Weg unbeirrt fort. Ich bin ihm dann nachgegangen und habe ihn an seiner Kleidung (Weste) festgehalten und ihn vor die Wahl gestellt zu zahlen oder die Polizei hinzukommen zu lassen. Er hat währenddessen mehrmals versucht sich loszureißen, was ich verhindert habe. Bis er dann einen 10€-Schein rauszog. Ich habe dann abkassiert und das Restgeld zurückgegeben. Für mich war die Sache damit erledigt. Er sagte aber noch, dass er mich dafür anzeigen würde, was ich (zu unrecht) nicht ernst genommen habe.
Ich habe nun ein Ermittlungsverfahren wegen vorsätzlicher Körperverletzung am Hals und soll in einigen Tagen zur Vernehmung bei der Polizei erscheinen. Zudem ist mir gegenüber eine erkennungsdienstliche Behandlung nach Paragraf 81b 1.Alt. Stopp angeordnet worden.
Zu meiner Handlung noch:
Ich habe weder geschlagen, getreten, gewürgt oder ähnliches.
Lediglich ihn am Kleidungsstück festgehalten und ihn beim weggehen verhindert.

Ich hoffe, Ihr verzeiht mir meine (vielleicht zu) ausführlichen Schilderungen.

Ich habe keinen Anwalt, kann mir auch einen nicht so einfach leisten( 700,-€) und der Rechtschutz des Taxiunternehmers kommt dafür höchstwahrscheinlich auch nicht auf.
Was soll ich machen und womit kann ich rechnen :???:

Vielen Dank!

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3 Antworten
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#1
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9514x hilfreich)

Der Beschreibung nach haben Sie keine KV begangen. Möglicherwiese hat vielmehr der Fahrgast eine falsche Verdächtigung begangen, aber das kommt auf den genauen Inhalt seiner Aussage an, die man nur über Akteneinsicht bekommt. DAs Problem ist, dass Ihnen die Anwaltskosten niemand ersetzt, wenn das Verfahren gegen Sie eingestellt werden sollte. Allenfalls wenn wirklich eine falsche Verdächtigung des Fahrgastes nachweislich(!!) vorliegen würde, könnte man versuchen(!!) die Kosten von diesem zurückzubekommen. Alles in allem sehr unwahrscheinlich.

Es gibt im groben 2 Möglichkeiten:

a) zur Sache schweigen und warten, was draus wird. Wirds eingestellt ist alles o.k. Wenn Anklage erhoben wird, kann man immer noch einen Anwalt nehmen. Wird man dann (nach Anklageerhebung) freigesprochen, zahlt der Staat den Anwalt.

b) die Sache schildern, wie sie war und abwarten.


Oft "überlegen" es sich solche Suffköppe auch noch mal, wenn sie in einer Zeugenvernehmung auf die Strafbarkeit einer falschen Verdächtigung hingewiesen werden und "finden plötzlich zur Wahrheit".

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"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
lexlegis123
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 1x hilfreich)

Dankeschön für Ihren Beitrag und die aufgewendete Zeit dafür. Das gibt mir ein wenig Mut und Hoffnung.

Ich denke, ich werde mich für b) entscheiden, da ich mir wirklich nichts vorzuwerfen habe.

Andererseits wurde mir von Dritten zugetragen, dass ich glücklicherweise nicht zusätzlich mit dem Vorwurf der Freiheitsberaubung konfrontiert worden bin.

Ist so etwas möglich?


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1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9514x hilfreich)

quote:
Vorwurf der Freiheitsberaubung konfrontiert worden bin.

Ist so etwas möglich?


Blödsinn in dem Fall.

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"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

1x Hilfreiche Antwort

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