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Jura-Studium trotz Vorstrafe möglich ???

19.2.2003 Thema abonnieren
 Von 
gobelin
Status:
Frischling
(38 Beiträge, 60x hilfreich)
Jura-Studium trotz Vorstrafe möglich ???

Hallo,
ich wurde vor dreieinhalb Jahren wegen Einfuhr von Hasch in nicht geringer Menge zu 6 Monaten Freiheitsstrafe ausgesetzt zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Diese zwei Jahre sind längst vergangen und die 6 Monate wurden mir erlassen. Jedoch bin ich ja nun vorbestraft.
Ich habe jetzt einen Studienplatz für Rechtswissenschaft erhalten. Nun stellt sich die Frage, ob es sich überhaupt lohnt, diesen anzutreten, da ich nicht weiß, ob ich überhaupt zum 2. Staatsexamen zugelassen werde.
Soweit mir aus bisherigen Recherchen bekannt ist, ist die Zulassung zum 1. Staatsexamen mit Vorstrafe kein Problem.
So wie ich das mitbekommen habe, steht dieser Eintrag 10 Jahre im BZR. Ich habe mir weiter nichts zu Schulden kommen lass und und habe auch vor, dies weiter so zu halten.
Ich wollte noch anmerken, dass die Verurteilung nach dem Erwachsenenstrafrecht zustande kam. Ich war zum Zeitpunkt des Vergehens 19 Jahre alt, was aber hierbei keine Rolle spielen dürfte.
Kann mir jemand weiterhelfen ???

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19 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Blössl
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 15x hilfreich)

Was ist es denn jetzt daraus geworden? Kannst du Jura studieren?

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#2
 Von 
aline
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 20x hilfreich)

Wie das mit der Zulassung zu den Examina aussieht, kann ich nicht genau sagen.
Ich musste aber zum Antritt des Referendariats einen BZR- Auszug vorlegen. Könnte sein, daß das für Dich Probleme bereitet.

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#3
 Von 
mounty
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 3x hilfreich)

mich würde der ausgang dieser diskussion brennend interessieren....

-----------------
"Mounty "

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#4
 Von 
Goldenberg
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 2x hilfreich)
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#5
 Von 
Nabifski
Status:
Frischling
(42 Beiträge, 16x hilfreich)

Mehr als ein jährchen darfs auf keinen Falls sein ! drunter gehts glaube ich aber !

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#6
 Von 
Nabifski
Status:
Frischling
(42 Beiträge, 16x hilfreich)

Aach ja, hats wenigstens ordentlich gekickt, das Zeug ?!

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#7
 Von 
Brigitta
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 1x hilfreich)

Weiß jemand von Euch, was im BRZ O steht ??? (Diesen Auszug muss man vor Antritt zum Referendariat vorlegen. ) Wäre nett, wenn sich da jemand auskennen würde.

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#8
 Von 
gobelin
Status:
Frischling
(38 Beiträge, 60x hilfreich)

So ziemlich genau ein Jahr ist es nun her, dass ich die Frage gestellt habe.

Im Bundeszentralregister O - das Führungszeugnis für Behörden - stehen sämtliche strafrechtlichen Verurteilungen. Im "normalen" Führungszeugnis werden diese Einträge schon früher gelöscht. Im BZR-Auszug O werden diese Einträge nach einer längeren Frist getilgt. Sie beträgt in den meisten Fällen zwischen 10 und 15 Jahren.

P.S. Ich studiere jetzt "glücklich" Jura. Dieser Eintrag ist zum Glück kein Hindernis. Zudem gibt es die Möglichkeit einen Antrag auf Vorablöschung eines solchen Eintrages zu stellen.

-- Editiert von I.Quuu am 18.02.2004 17:34:12

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#9
 Von 
Studienberater
Status:
Frischling
(37 Beiträge, 12x hilfreich)

hier noch eine Entscheidung zum Thema:
OVG Lüneburg
27.11.2002 5 LB 114/02
Versagung der Aufnahme in den Vorbereitungsdienst wegen Vorbestrafung Aufnahme: Vorbereitungsdienst; Eignung: Vorbereitungsdienst; Einstellung: Vorbereitungsdienst; Vorbereitungsdienst, juristischer; Vorbestrafung: Vorbereitungsdienst

Bei der persönlichen Ungeeignetheit, die nach § 5 Abs. 1 Satz 2 NJAG der Aufnahme in den juristischen Vorbereitungsdienst entgegensteht, handelt es sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff, der der verwaltungsgerichtlichen Kontrolle unterliegt.

Unter welchen Voraussetzungen eine durch die Begehung von Straftaten bedingte Ungeeignetheit im Sinne des § 5 Abs. 1 Satz 2 NJAG anzunehmen ist, ist unter Berücksichtigung von Sinn und Zweck der niedersächsischen Juristenausbildung zu bestimmen.

Aus einem bestimmten Umfang der Vorbestrafung, etwa der Beurteilung zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr wegen vorsätzlich begangener Straftat (vgl.: §§ 24 Nr. 1 DRiG , 43 Nr. 1 NBG, 24 Abs. 1 Nr. 1 BRRG, 48 Nr. 1 BBG) ergibt sich nicht zwingend, dass der Betroffene persönlich ungeeignet im Sinne des § 5 Abs.1 Satz 2 NJAG ist. Maßgeblich sind die Umstände des Einzelfalles.
DRiG § 24 Nr 1 DRiG § 5 b GG § 12 I NJAG § 5 I 2

Aktenzeichen: 5LB114/02 Paragraphen: DRiG§24 DRiG§5b GGArt.12 NJAG§5 Datum: 2002-11-27

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#10
 Von 
gobelin
Status:
Frischling
(38 Beiträge, 60x hilfreich)

Ich habe hier noch den Link zum genauen Wortlaut des Urteils. Ist ein bischen lang, einfach kopieren und in die Browserzeile einfügen:

http://www.oberverwaltungsgericht.niedersachsen.de/Entscheidung/LawDisplayHP.asp?IND=0500020020001145+LB

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#11
 Von 
erisedviv
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 2x hilfreich)

Hat Magnus G. sich nicht sogar im Gefängnis auf die mündliche Prüfung vorbereitet!?

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#12
 Von 
gobelin
Status:
Frischling
(38 Beiträge, 60x hilfreich)

Der saß zu diesem Zeitpunkt noch in Untersuchungshaft. Er war noch nicht verurteilt und somit auch noch nicht vorbestraft. Er hat seine mündliche Prüfung sogar im Gefängnis abgeleistet.

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#13
 Von 
gobelin
Status:
Frischling
(38 Beiträge, 60x hilfreich)

Und wieder sind zwei Jahre ins Land gezogen. Wie die Zeit doch vergeht. Stehe nun kurz vor dem Abschluss meines Studiums und bald wird sich zeigen, welche Auswirkung meine ursprünglich gestellte Frage tatsächlich haben wird.

Ich werde euch hier natürlich auf dem Laufenden halten.

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#14
 Von 
waldprophet
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 1x hilfreich)

Hallo, mich interessiert auch wie es bei dir nun weiterläuft und welche Auswirkungen deine "Vorstafe" haben.
Mir selbst hängt ein Vergehen nach § 316 StGB an, und ich befinde mich nun kurz vor dem 1. Examen.
Können sich für mich Probleme dadurch ergeben, ich denke schon!
Vor allem im Referendariat?

Bitte um Antwort. Danke

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#15
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9517 Beiträge, 2174x hilfreich)

quote:
Mir selbst hängt ein Vergehen nach § 316 StGB an

Es geht also um eine Trunkenheitsfahrt. Wenn es eine einmalige bzw erstmalige Tat war, dann haben Sie mit einer Geldstrafe von weniger als 90 TS zu rechnen. Damit sind Sie nicht vorbestraft.

Eine Einstellung ins Referandariat dürfte daher kein Problem sein.

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#16
 Von 
Tschopline
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 3x hilfreich)

Hallo,
auch ich hoffe auf Antwort bezüglich einiger drückenden Fragen. Meine Tochter (23 J.) hat eine Verurteilung im Jugendstrafrecht mit BZR auf 10 Jahre. In ihrem nunmehr zweiten Leben hat sie eine abgeschlossene Ausbildung und macht derzeit mit Bestnoten das Fach-Abi, um ein Jurastudium mit späterer Zulassung für den gehobenen Dienst zu erlangen. Wir wüssten nun dringend gern:
1. Kann Sie das Jurastudium aufnehmen?
2. Wenn ja, bekäme sie später ggf. die
Zulassung?
3. Welcher Weg ist der schnellste, um mit
Fach-Abi an einer Universität zu
studieren?
Für ernstgemeinte Anworten wären wir sehr dankbar.


-----------------
"Vielen Dank für die Info.
MfG.
Tschopline
"

-- Editiert von Tschopline am 19.02.2007 11:34:43

-- Editiert von Tschopline am 19.02.2007 11:36:23

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#17
 Von 
Tschopline
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 3x hilfreich)

Hallo,
als Ergänzung zu meinen "drückenden Fragen" vom 19.02.07 muss ich ein wenig ändern, denn meine Tochter hat den BZR-Eintrag (10 Jahre) im "Führungszeugnis für Erwachsene" -Jugendstrafrecht findet hier also keine Anwendung mehr. Bleiben also die Fragen:
1. Kann sie mit dem Führungszeugnis in den
gehobenen Polizeidienst kommen?
2. Kann sie Jura mit dem Fach-Abi studieren?
Über ernstgemeinte Anworten würden wir uns freuen!




-----------------
"Vielen Dank für die Info.
MfG.
Tschopline
"

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#18
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9517 Beiträge, 2174x hilfreich)

quote:
Meine Tochter (23 J.) hat eine Verurteilung im Jugendstrafrecht mit BZR auf 10 Jahre.

Ja was denn nun? Schildern Sie doch bitte mal die genau die Straftat und die Höhe des Urteils.

Ansonsten:

quote:
Kann Sie das Jurastudium aufnehmen?

Mit dem Fach-Abi kann man nicht an einer Uni Jura studieren. Dazu braucht man das richtige Abi. Mit dem Fachabi kann man lediglich Wirtschaftsjura oder sowas an einer Fachholschule studiren. Mit diesem Abschluß wird sie aber kein Volljurist (also Richter, Anwalt, Staatsanwalt usw.) werden können.

Die Vorstrafe ist nicht entscheidend für das Studium an sich, sondern allenfalls später. Insbesondere im Polizeidienst (warum eigentlich Jura-Studium für Polizei ?? )könnte die Vorstrafe einer Einstellung entgegen stehen. Aber das hängt von der genauen Verurteilung ab.

Bei einem richtigen Jura-Studium könnte es Probleme im Referendariat geben, aber mit Fachabi kann sie diesen Weg ohnehin nicht einschlagen.

Gruß Justice


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#19
 Von 
Morgoth81
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 18x hilfreich)

hallo

ich finde das ganze thema auch sehr interessant, da ich auch gerade mit einem jurastudium angefangen habe und auch dummerweise eine 12 monatige strafe aufgebrummt bekommen habe wegen unterschlagung.

jetzt mache ich mir sorgen ob und in wie weit das mein studium bzw eine weitere z.b. anwaltliche karriere beeinflussen könnte.... kann mir da jemand auskunft geben?

ich weiss nur soviel, dass der eintrag ca. 5 jahre plus haftstrafe ausm dem bzr gelöscht wird.

wo kann man eine vorablöschung beantragen?

über spontane und hilfreiche kommentare würd ich mich freuen.

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