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Frau vom Tierschutz droht Hundebesitzer

9.6.2019 Thema abonnieren
 Von 
Peter Franz
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Frau vom Tierschutz droht Hundebesitzer

Hallo,
und zwar folgende Situation: eine Gruppe Hundebesitzer sitzt im Biergarten mit ihren Hunden. Abends legt ein DJ lauschige Musik auf, die Biergartengäste können sich bei der Lautstärke noch angenehm unterhalten, die Musik läuft im Hintergrund. Eine Frau vom Tierschutz kommt auf die Hundegruppe zu und droht sofort mit dem Tierschutz, wenn sie die Gruppe das nächste mal „erwischt", wie Hunde bei der Lautstärke geschädigt werden.
Abgesehen davon, dass die Gruppe die Frau für völlig dabeben hält, interessiert sie die Frage, zu was so eine Spinnerei im dümmsten Fall führen könnte? Kann der Tierschutz tatsächlich Anzeige wegen Tierquälerei erstatten? Der Gruppe die Hunde entziehen? Welche Rechte hat der Tierschutz, welche Rechte haben Privatpersonen, die sich so ein Blödsinn anmaßen?

Viele Grüße,
Peter

-- Editiert von Peter Franz am 09.06.2019 00:49

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hiphappy
Status:
Bachelor
(3793 Beiträge, 2019x hilfreich)

Zitat (von Peter Franz):
Kann der Tierschutz tatsächlich Anzeige wegen Tierquälerei erstatten?

Ja

Zitat (von Peter Franz):
Der Gruppe die Hunde entziehen?

Nicht der Tierschutz, aber die zuständigen Behörden.

Zitat (von Peter Franz):
Welche Rechte hat der Tierschutz, welche Rechte haben Privatpersonen, die sich so ein Blödsinn anmaßen?

Welcher Blödsinn? Der Tierschutz hat das Recht, Verstöße zu dokumentieren und zur Anzeige zu bringen.

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(67551 Beiträge, 31689x hilfreich)

Zitat (von Peter Franz):
zu was so eine Spinnerei im dümmsten Fall führen könnte?

Der dümmste Fall den ich mir vorstellen kann: Verurteilung wegen Tierquälerei, in Folge würde die Bewährung widerrufen und man muss alles absitzen.



Zitat (von Peter Franz):
Welche Rechte hat der Tierschutz, welche Rechte haben Privatpersonen, die sich so ein Blödsinn anmaßen?

Der "Tierschutz" hat genau die gleichen Rechte wie Privatpersonen: sie können Sachverhalte anzeigen.

Allerdings sollte man -bevor man da Blödsinn unterstellt - berücksichtigen, dass Tiere ein wesentlich besseres Gehör haben als Menschen - was wir noch als Zimmerlautstärke empfinden, kann für Tiere schon so laut wie das starten eines Flugzeugs sein.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#3
 Von 
daxus
Status:
Schüler
(203 Beiträge, 46x hilfreich)

Zitat (von Peter Franz):

Allerdings sollte man -bevor man da Blödsinn unterstellt - berücksichtigen, dass Tiere ein wesentlich besseres Gehör haben als Menschen - was wir noch als Zimmerlautstärke empfinden, kann für Tiere schon so laut wie das starten eines Flugzeugs sein.

Und wie laut ist dann das Starten eines Flugzeugs?

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(67551 Beiträge, 31689x hilfreich)

Zitat (von daxus):
Und wie laut ist dann das Starten eines Flugzeugs?

Im Durchschnitt so um die 120 Dezibel.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#5
 Von 
FareakyThunder
Status:
Praktikant
(788 Beiträge, 496x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Im Durchschnitt so um die 120 Dezibel.

:augenroll: Eine messtechnisch total sinnfreie Angabe. Erstens fehlt hier die Vergleichsgrösse, zweitens der Abstand zur Schallquelle.

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#6
 Von 
eh1960
Status:
Lehrling
(1899 Beiträge, 694x hilfreich)

Zitat (von Peter Franz):

und zwar folgende Situation: eine Gruppe Hundebesitzer sitzt im Biergarten mit ihren Hunden. Abends legt ein DJ lauschige Musik auf, die Biergartengäste können sich bei der Lautstärke noch angenehm unterhalten, die Musik läuft im Hintergrund. Eine Frau vom Tierschutz kommt auf die Hundegruppe zu und droht sofort mit dem Tierschutz, wenn sie die Gruppe das nächste mal „erwischt", wie Hunde bei der Lautstärke geschädigt werden.

Tierschutz ist eine gute Sache, aber Tierschützer haben nicht so selten einfach einen an der Waffel.
Zitat:

Abgesehen davon, dass die Gruppe die Frau für völlig dabeben hält, interessiert sie die Frage, zu was so eine Spinnerei im dümmsten Fall führen könnte? Kann der Tierschutz tatsächlich Anzeige wegen Tierquälerei erstatten?

Ja. Das käme dann in die Rundablage P (wie: Papierkorb), weil niemand nachträglich feststellen kann

- wie laute die Musik war
- ob die Lautstärke so hoch war, daß der Tatbestand der Tierquälerei erfüllt ist

Man wird im Gegenteil davon ausgehen, daß die Musik normale, weder für Mensch noch Tier schädigende Lautstärke hatte.
(Bei Hardrock-Konzert den Hund direkt neben die Bassboxen zu setzen wird man anders beurteilen können - aber da bleibt auch kein Hund sitzen...)

Zitat:
Welche Rechte hat der Tierschutz, welche Rechte haben Privatpersonen, die sich so ein Blödsinn anmaßen?

Dieselben wie alle Bürger auch. Sie können vermutete Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten bei der zuständigen Behörde anzeigen.

Die prüft das dann, und die kennt auch das Phänomen der selbsternannten Hilfspolizisten.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#7
 Von 
eh1960
Status:
Lehrling
(1899 Beiträge, 694x hilfreich)

Zitat (von FareakyThunder):
Zitat (von Harry van Sell):
Im Durchschnitt so um die 120 Dezibel.

:augenroll: Eine messtechnisch total sinnfreie Angabe. Erstens fehlt hier die Vergleichsgrösse, zweitens der Abstand zur Schallquelle.

So ist es.

Im übrigen sind schreiende Kleinkinder aus der Entfernung, aus der man ihnen üblicherweise ausgesetzt ist, lauter als startende Düsenflugzeuge aus der Entfernung, an die man üblicherweise an sie herankommt. (In Räumen von Kitas liegt der durchschnittliche Lärmpegel bei über 80 dB. Kurzfristige Lärmspitzen von über 110 dB.)

Also: Hund in Haushalt mit Kleinkind = Tierquälerei?

-- Editiert von eh1960 am 13.06.2019 11:58

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#8
 Von 
FareakyThunder
Status:
Praktikant
(788 Beiträge, 496x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
n Räumen von Kitas liegt der durchschnittliche Lärmpegel bei über 80 dB. Kurzfristige Lärmspitzen von über 110 dB

:augenroll: Wirklich? Es ist doch zum in den Himmel schreien. Schon wieder fehlt die bei Dezibelangaben so wichtige Vergleichsgrösse! Sapperlot :zoff:

Gemeint ist wohl dB(A), der A-bewertet Schalldruck Pegel, wobei 0 dB(A) einen bewerteten Schalldruck von 20 µPa entsprechen. Warum eine Angabe in dB(A) bei einem Hund relativ sinnfrei sind, lasse ich mal als Rechercheaufgabe offen.

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#9
 Von 
eh1960
Status:
Lehrling
(1899 Beiträge, 694x hilfreich)

Zitat (von FareakyThunder):

Gemeint ist wohl dB(A), der A-bewertet Schalldruck Pegel, wobei 0 dB(A) einen bewerteten Schalldruck von 20 µPa entsprechen. Warum eine Angabe in dB(A) bei einem Hund relativ sinnfrei sind, lasse ich mal als Rechercheaufgabe offen.

Und warum sollte die Angabe bei einem bellenden Hund sinnlos sein?

Es geht bei diesen Angaben um den Vergleich verschiedener Schallquellen. Und der Vergleich macht hier durchaus Sinn.

-- Editiert von eh1960 am 15.06.2019 00:23

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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