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Frau vom Tierschutz droht Hundebesitzer

9.6.2019 Thema abonnieren
 Von 
Peter Franz
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Frau vom Tierschutz droht Hundebesitzer

Hallo,
und zwar folgende Situation: eine Gruppe Hundebesitzer sitzt im Biergarten mit ihren Hunden. Abends legt ein DJ lauschige Musik auf, die Biergartengäste können sich bei der Lautstärke noch angenehm unterhalten, die Musik läuft im Hintergrund. Eine Frau vom Tierschutz kommt auf die Hundegruppe zu und droht sofort mit dem Tierschutz, wenn sie die Gruppe das nächste mal „erwischt", wie Hunde bei der Lautstärke geschädigt werden.
Abgesehen davon, dass die Gruppe die Frau für völlig dabeben hält, interessiert sie die Frage, zu was so eine Spinnerei im dümmsten Fall führen könnte? Kann der Tierschutz tatsächlich Anzeige wegen Tierquälerei erstatten? Der Gruppe die Hunde entziehen? Welche Rechte hat der Tierschutz, welche Rechte haben Privatpersonen, die sich so ein Blödsinn anmaßen?

Viele Grüße,
Peter

-- Editiert von Peter Franz am 09.06.2019 00:49

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hiphappy
Status:
Bachelor
(3971 Beiträge, 2070x hilfreich)

Zitat (von Peter Franz):
Kann der Tierschutz tatsächlich Anzeige wegen Tierquälerei erstatten?

Ja

Zitat (von Peter Franz):
Der Gruppe die Hunde entziehen?

Nicht der Tierschutz, aber die zuständigen Behörden.

Zitat (von Peter Franz):
Welche Rechte hat der Tierschutz, welche Rechte haben Privatpersonen, die sich so ein Blödsinn anmaßen?

Welcher Blödsinn? Der Tierschutz hat das Recht, Verstöße zu dokumentieren und zur Anzeige zu bringen.

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(69851 Beiträge, 32128x hilfreich)

Zitat (von Peter Franz):
zu was so eine Spinnerei im dümmsten Fall führen könnte?

Der dümmste Fall den ich mir vorstellen kann: Verurteilung wegen Tierquälerei, in Folge würde die Bewährung widerrufen und man muss alles absitzen.



Zitat (von Peter Franz):
Welche Rechte hat der Tierschutz, welche Rechte haben Privatpersonen, die sich so ein Blödsinn anmaßen?

Der "Tierschutz" hat genau die gleichen Rechte wie Privatpersonen: sie können Sachverhalte anzeigen.

Allerdings sollte man -bevor man da Blödsinn unterstellt - berücksichtigen, dass Tiere ein wesentlich besseres Gehör haben als Menschen - was wir noch als Zimmerlautstärke empfinden, kann für Tiere schon so laut wie das starten eines Flugzeugs sein.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#3
 Von 
daxus
Status:
Schüler
(207 Beiträge, 46x hilfreich)

Zitat (von Peter Franz):

Allerdings sollte man -bevor man da Blödsinn unterstellt - berücksichtigen, dass Tiere ein wesentlich besseres Gehör haben als Menschen - was wir noch als Zimmerlautstärke empfinden, kann für Tiere schon so laut wie das starten eines Flugzeugs sein.

Und wie laut ist dann das Starten eines Flugzeugs?

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(69851 Beiträge, 32128x hilfreich)

Zitat (von daxus):
Und wie laut ist dann das Starten eines Flugzeugs?

Im Durchschnitt so um die 120 Dezibel.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#5
 Von 
FareakyThunder
Status:
Praktikant
(872 Beiträge, 520x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Im Durchschnitt so um die 120 Dezibel.

:augenroll: Eine messtechnisch total sinnfreie Angabe. Erstens fehlt hier die Vergleichsgrösse, zweitens der Abstand zur Schallquelle.

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#6
 Von 
eh1960
Status:
Student
(2089 Beiträge, 731x hilfreich)

Zitat (von Peter Franz):

und zwar folgende Situation: eine Gruppe Hundebesitzer sitzt im Biergarten mit ihren Hunden. Abends legt ein DJ lauschige Musik auf, die Biergartengäste können sich bei der Lautstärke noch angenehm unterhalten, die Musik läuft im Hintergrund. Eine Frau vom Tierschutz kommt auf die Hundegruppe zu und droht sofort mit dem Tierschutz, wenn sie die Gruppe das nächste mal „erwischt", wie Hunde bei der Lautstärke geschädigt werden.

Tierschutz ist eine gute Sache, aber Tierschützer haben nicht so selten einfach einen an der Waffel.
Zitat:

Abgesehen davon, dass die Gruppe die Frau für völlig dabeben hält, interessiert sie die Frage, zu was so eine Spinnerei im dümmsten Fall führen könnte? Kann der Tierschutz tatsächlich Anzeige wegen Tierquälerei erstatten?

Ja. Das käme dann in die Rundablage P (wie: Papierkorb), weil niemand nachträglich feststellen kann

- wie laute die Musik war
- ob die Lautstärke so hoch war, daß der Tatbestand der Tierquälerei erfüllt ist

Man wird im Gegenteil davon ausgehen, daß die Musik normale, weder für Mensch noch Tier schädigende Lautstärke hatte.
(Bei Hardrock-Konzert den Hund direkt neben die Bassboxen zu setzen wird man anders beurteilen können - aber da bleibt auch kein Hund sitzen...)

Zitat:
Welche Rechte hat der Tierschutz, welche Rechte haben Privatpersonen, die sich so ein Blödsinn anmaßen?

Dieselben wie alle Bürger auch. Sie können vermutete Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten bei der zuständigen Behörde anzeigen.

Die prüft das dann, und die kennt auch das Phänomen der selbsternannten Hilfspolizisten.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#7
 Von 
eh1960
Status:
Student
(2089 Beiträge, 731x hilfreich)

Zitat (von FareakyThunder):
Zitat (von Harry van Sell):
Im Durchschnitt so um die 120 Dezibel.

:augenroll: Eine messtechnisch total sinnfreie Angabe. Erstens fehlt hier die Vergleichsgrösse, zweitens der Abstand zur Schallquelle.

So ist es.

Im übrigen sind schreiende Kleinkinder aus der Entfernung, aus der man ihnen üblicherweise ausgesetzt ist, lauter als startende Düsenflugzeuge aus der Entfernung, an die man üblicherweise an sie herankommt. (In Räumen von Kitas liegt der durchschnittliche Lärmpegel bei über 80 dB. Kurzfristige Lärmspitzen von über 110 dB.)

Also: Hund in Haushalt mit Kleinkind = Tierquälerei?

-- Editiert von eh1960 am 13.06.2019 11:58

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#8
 Von 
FareakyThunder
Status:
Praktikant
(872 Beiträge, 520x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
n Räumen von Kitas liegt der durchschnittliche Lärmpegel bei über 80 dB. Kurzfristige Lärmspitzen von über 110 dB

:augenroll: Wirklich? Es ist doch zum in den Himmel schreien. Schon wieder fehlt die bei Dezibelangaben so wichtige Vergleichsgrösse! Sapperlot :zoff:

Gemeint ist wohl dB(A), der A-bewertet Schalldruck Pegel, wobei 0 dB(A) einen bewerteten Schalldruck von 20 µPa entsprechen. Warum eine Angabe in dB(A) bei einem Hund relativ sinnfrei sind, lasse ich mal als Rechercheaufgabe offen.

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#9
 Von 
eh1960
Status:
Student
(2089 Beiträge, 731x hilfreich)

Zitat (von FareakyThunder):

Gemeint ist wohl dB(A), der A-bewertet Schalldruck Pegel, wobei 0 dB(A) einen bewerteten Schalldruck von 20 µPa entsprechen. Warum eine Angabe in dB(A) bei einem Hund relativ sinnfrei sind, lasse ich mal als Rechercheaufgabe offen.

Und warum sollte die Angabe bei einem bellenden Hund sinnlos sein?

Es geht bei diesen Angaben um den Vergleich verschiedener Schallquellen. Und der Vergleich macht hier durchaus Sinn.

-- Editiert von eh1960 am 15.06.2019 00:23

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#10
 Von 
FareakyThunder
Status:
Praktikant
(872 Beiträge, 520x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Und warum sollte die Angabe bei einem bellenden Hund sinnlos sein?

Es geht nicht um den bellenden Hunden, sondern um welchen Geräuschpegel für einen Hund erträglich ist. Wie man ja selber schreibt:
Zitat (von eh1960):
Also: Hund in Haushalt mit Kleinkind = Tierquälerei?

Die Lösung des Rätsels findet man, wenn man weis wie viele dB(A) eine Hundepfeife hat. Tipp: Nicht sehr viele trotzdem ist die Pfeife für den Hund recht laut.

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#11
 Von 
Momo1972
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo zusammen, bin neu hier und hatte bereits Berührungspunkte bei dem Thema. Ich bin Linedancerin und ab und zu mal bei Livebands, die Countrymucke spielen. Ab und zu nehme auch ich meinen Hund mit. Um sicherzustellen, dass ihm die Musik nichts ausmacht, hab ich ihn immer nur dann mitgenommen, wenn ich die Location kannte (also mit Platz zum Ausweichen bzw. Rausgehen), und wenn ein guter Freund von mir mitgeht. So kann immer einer von uns mit dem Kurzen rausgehen, wenn er mal Lust dazu hat oder wenns mal zu laut wird.

Auch ich wurde bereits mehrfach von selbsternannten Tierschützern auf übelste Art angegiftet. Wären das wirklich Tierschützer, dann würden sie den Hund anschauen und sofort sehen, dass es ihm absolut gut geht und er völlig ruhig und gechilled ist. Soviel also dazu.

Was die Hundepfeifen angeht, ich gehe mal davon aus, dass eine sog. Hochfrequenzpfeife gemeint ist. Leider verwechseln immer noch (vor allem besagte selbsternannte Tierschützer) die Begriffe Lautstärke und Frequenz. Die Frequenz gibt die Anzahl der Schwingungen eines Tons wieder. Je öfter ein Ton schwingt, umso höher (nicht lauter!) wird er wahrgenommen. Menschen hören Frequenzen zwischen 20 und 20,000 Hertz (1 Hertz = 1 Schwingung pro Sekunde), im Alter noch bis zu 10,000 Hertz, Hunde hingegen können Töne bis zu 50,000 Hertz wahrnehmen.

Sie hören keineswegs lauter als wir Menschen, das wäre ja fatal. Da müssten ja sämtliche Hunde im Umkreis von lauten Geräuschquellen völlig am Rad drehen.

Und Hunde können selektiv hören (ich wünschte, ich könnte das). Meiner schläft spätestens nach 3 Stunden Livemucke tief und fest und selig ein. Wenn ich zu Hause selber singe oder Instrumente spiele, schläft er direkt neben mir liegend selig ein.

Die Schmerzgrenze von Hunden, was die Lautstärke angeht, ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Es kommt auch auf die Beschaffenheit der Ohren an. Schlappohren dämpfen mehr als aufgestellte Ohren.

Ich hab den Personen, die mich anmachten, immer freundlich versucht zu erklären, wie das mit der Frequenz und Lautstärke ist und dass mein Hund das kennt und ich sofort mit ihm den Raum verlasse, wenn es wirklich mal zu laut wird (das hatten wir allerdings erst 2x und jedes Mal war das dann auch über meiner persönlichen Schmerzgrenze). Und wenn das nichts hilft, dann bitte ich drum, sofort die Polizei zu rufen, damit sie den Kurzen gleich an Ort und Stelle anschauen können. Dann können sie mit eigenen Augen sehen, dass es ihm gut geht. Bisher hat aber nie jemand die Polizei gerufen.

Es wäre zu wünschen, dass diese selbsternannten Tierschützer mal da hinschauen würden, wo es wirklich nötig ist.

Liebe Grüße in die Runde aus Frankfurt :-)

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#12
 Von 
CyberJoe73
Status:
Frischling
(20 Beiträge, 0x hilfreich)

Wie hören Hunde?

Der Aufbau des Hundeohrs unterscheidet sich nicht wesentlich von dem des menschlichen Ohres. Es lässt sich in das Außen-, Mittel- und Innenohr einteilen. Trotzdem gibt es, was die Fähigkeiten des Gehörs betrifft drei wesentliche Unterschiede.

1. Hunde hören auch höhere Frequenzen, die für das menschliche Gehör nicht mehr wahrnehmbar sind (Mensch: 20 bis 20.000 HZ, Hund: 15 bis 50.000 HZ).
Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Hundepfeife.
Diese ist für den Menschen nicht hörbar, für den Hund hingegen schon.

2. Zudem können Hunde ihre Ohrmuscheln sogar unabhängig voneinander wie ein Radar bewegen.
Somit können sie Geräuschquellen besser orten und „einfangen". Hunde mit Stehohren haben diese Fähigkeit geradezu perfektioniert. Mit dieser Fähigkeit lassen sich Beutetiere besonders gut lokalisieren.

3. Hunde besitzen zudem die Fähigkeit selektiv zu hören d.h. Geräusche werden nach Bedarf ausgeblendet.
So können sie z.B. bei lauter Musik ruhig schlafen, das Geräusch der Kühlschranktür jedoch macht sie hellwach.

Der Gehörgang des Hundes ist im Gegensatz zum Menschen relativ lang und weist einen Knick auf, der bis zu 90 ° betragen kann.
Im Gehörgang selbst befinden sich bestimmte Drüsen, die den Ohrschmalz („Cerumen") produzieren.
Ein gesundes Hundeohr reinigt sich in der Regel von selbst.

Sollten Sie einmal Veränderungen an den Ohren wie vermehrtes Sekret oder einen unangenehmen Geruch feststellen, hilft nur der Gang zum Tierarzt um die Ursache abzuklären.

Auf jeden Fall ist es wichtig das Hundegehör zu schützen.
Ständiger Lärm und laute Geräusche können, wie beim Menschen auch, das Gehör des Hundes nachhaltig schädigen.

Quelle

-- Editiert von CyberJoe73 am 27.08.2019 21:49

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