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Katze meiner Bekannten wurde angefahren, und vom Finder zum Tierarzt gebracht! Wer trägt diese Koste

19.11.2021 Thema abonnieren
 Von 
kalm persoon
Status:
Frischling
(39 Beiträge, 1x hilfreich)
Katze meiner Bekannten wurde angefahren, und vom Finder zum Tierarzt gebracht! Wer trägt diese Koste

Hoffe, das ich in der richtigen Rubrik gepostet habe, ansonsten bitte passend verschieben.


Hallo, ich stelle die Frage für eine gute Bekannte ein!
Ihre Katze war Freigänger, und wurde in der Nacht zu Sonntag durch einen Pkw schwer verletzt. Die Katze war 8 Jahre alt, und war mit der Gegend bestens vertraut, auch den beiden Straßen in der Nähe, daher vermuten wir, das sie vor irgendetwas die Flucht ergriffen hat, und so auf die Straße kam.
Der Fahrer hat sich wohl nicht gekümmert, denn ein Mann fand dass schwer verletzte Tier am Vormittag, und brachte es sofort zu dem ca. 25 km entfernten tierärztlichen Notdienst. Dort wurde sie operiert, da ihr gesamter Bauch offen gerissen war, und wohl auch einzelne Organe verletzt waren. Sie bekam Infusionen, allerdings ist sie dann doch an den Folgen des Unfalls verstorben.

Die Tierärztin hatte im Vorfeld über Tasso (u.a. Suchzentrale für vermisste Tiere) versucht die Besitzerin ausfindig zu machen, da die Katze gechipt war. Allerdings hatte meine Bekannte vor wenigen Wochen ihr Handy nebst Nummer getauscht, und bei Tasso war lediglich ihre alte Nummer bekannt.
Sie hatte die Suchanzeige über Facebook eingestellt, und darauf hatte sich Tasso bei ihr gemeldet, daher wusste sie dann erst davon.

Meine Bekannte ist aus gesundheitlichen Gründen nur in einer geringbeschäftigung,bekommt aufstockende Leistungen, also finanziell nich so gut gestellt, und hat jetzt Panik vor den Arztkosten. Das Tiert war nicht versichert. Der Tierschutzbund sagte ihr zwar, das sie die Rechnung erst einmal abwarten sollte, und dann bei Tasso mal anfragen.

Jetzt habe ich mich mal umgehört, undf jemand meinte, das sie Anzeige gegen Unbekannt erstatten solle! Aber was soll das bringen? Das Tier ist ja vor dem Gesetz lediglich eine Sache, und sie hat auch keine Versicherung, wie vielleicht eine Hapftpflicht oder Rechtschutz, obwohl ich nicht einmal weiß, ob diese Art Versicherungen überhaupt eine Rolle spielen würde, wenn sie sie hätte.

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19 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Heiliger
(20952 Beiträge, 4282x hilfreich)

Zitat (von kalm persoon):
Der Tierschutzbund sagte ihr zwar, das sie die Rechnung erst einmal abwarten sollte, und dann bei Tasso mal anfragen.
Richtiger Hinweis. Erstmal abwarten.

Signatur:

ist nur meine Meinung.

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(94070 Beiträge, 36082x hilfreich)

Zitat (von kalm persoon):
Der Fahrer hat sich wohl nicht gekümmert,

Sachbeschädigung und Tierquälerei.



Zitat (von kalm persoon):
Aber was soll das bringen?

Wenn der Täter gefunden werden sollte, dann kann man von ihm die Kosten ersetzt verlangen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

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#3
 Von 
Zuckerberg
Status:
Praktikant
(955 Beiträge, 855x hilfreich)

Zitat:
Sachbeschädigung und Tierquälerei.
Das sind beides Vorsatzdelikte. Den Vorsatz muss man dem Schädiger dann vor Gericht nachweisen können. Da wäre ich skeptisch. Insbesondere wo die Katze doch anscheinend auf einer Straße gefunden wurde und Katzen dort naturgemäß nich so lange herumsitzen und nur auf das herannahende Auto warten.

Zitat:
jemand meinte, das sie Anzeige gegen Unbekannt erstatten solle! Aber was soll das bringen?
Das frage ich mich auch. Von so einer Anzeige würde ich mir nichts versprechen.

Zitat:
Der Tierschutzbund sagte ihr zwar, das sie die Rechnung erst einmal abwarten sollte, und dann bei Tasso mal anfragen.
Ich würde auch die Rechnung abwarten. Mit Glück wird diese gar nicht gestellt. Oder an die Kommune gerichtet.

Ich würde mich aber auf die Rechnugn einstellen. Und ich würde vermuten, das hier eine Kostentragungspflicht besteht. Dann kann man ggf. Ratenzahlung vereinbaren. Oder man weigert sich und lässt die Kostentragungspflicht einen Rechtsanwalt prüfen. Bei dem schwachen Einkommen kann die Bekannte vielleicht Beratungshilfe in Anspruch nehmen.

Von rechtlichen Gesichtspunkten ganz abgesehen: Wer sonst sollte die Kosten denn tragen? Sollen die Tierärzte kostenlos arbeiten? Oder hätte die Bekannte die Katze gar nicht zum Tierarzt bringen wollen?

Solche Ksten sind Teil des Risikos, das man als Tierhälter trägt. Gegen diese könnte man sich vielleicht versichern. Abe eine entsprechende Versicherung wurde offenbar nicht abgeschlossen.

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#4
 Von 
kalm persoon
Status:
Frischling
(39 Beiträge, 1x hilfreich)

Danke für die hilfreichen Antworten, und ich habe meine Bekannte darüber in Kentniss gesetzt.
Größtenteil wird mein Denken bestätigt, aber warten wir mal ab, wenn oder ob eine Rechnung kommt.

Werde das "Neue" dann hier posten, und vielleicht bedarf es dann ja auch wieder Antworten :-)

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#5
 Von 
-Laie-
Status:
Philosoph
(13537 Beiträge, 5343x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Sachbeschädigung und Tierquälerei.
Nein.

Zitat (von kalm persoon):
Wer trägt diese Koste
Derjenige, der den Tierarzt mit der Leistungserbringung beauftragt hat.

Signatur:

Folgende Nutzer werden von mir blockiert und ich kann deren Beiträge nicht lesen: Xipolis; Jule28

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#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(33720 Beiträge, 12992x hilfreich)

Im Außenverhältnis möglicherweise, es gibt aber auch die Geschäftsführung ohne Auftrag.

wirdwerden

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#7
 Von 
-Laie-
Status:
Philosoph
(13537 Beiträge, 5343x hilfreich)

Das ist korrekt, aber der Tierarzt wird sich zunächst einmal an den Auftraggeber halten.

Signatur:

Folgende Nutzer werden von mir blockiert und ich kann deren Beiträge nicht lesen: Xipolis; Jule28

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#8
 Von 
Alter Sack
Status:
Lehrling
(1071 Beiträge, 136x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Das ist korrekt, aber der Tierarzt wird sich zunächst einmal an den Auftraggeber halten.


Das wäre aber fatal, wenn dies stimmen würde sollte man sich gut überlegen ob man eine verletzt aufgefundene Katze überhaupt zum Tierarzt bringt.

Deshalb zahlt die Kommune in der das Tier verletzt aufgefunden wurde die Kosten der Tierarztbehandlung wenn Halter und Unfallverursacher nicht ermittelt werden können. Kann der Halter ermittelt werden muss dieser für die Kosten aufkommen. Kann auch der Unfallverursacher ermittelt werden muss dieser zahlen.

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#9
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(33720 Beiträge, 12992x hilfreich)

Dass der Unfallverursacher zahlen muss, das ist doch eher unwahrscheinlich. Wobei ich davon ausgehe, dass den "Täter" keine strafrechtliche Verantwortung trifft, sondern es sich um einen tragischen Vorfall handelt.

wirdwerden

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#10
 Von 
Dirrly
Status:
Lehrling
(1000 Beiträge, 341x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Wobei ich davon ausgehe, dass den "Täter" keine strafrechtliche Verantwortung trifft, sondern es sich um einen tragischen Vorfall handelt.


Hab im Hinterkopf, dass wenn es z.B. eine teure Rassekatze war, eine Fahrerflucht in Betracht kommen kann.
(So makaber es mMn auch ist, dass das rein vom finanziellen Wert abhängig gemacht wird.)

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#11
 Von 
Dirrly
Status:
Lehrling
(1000 Beiträge, 341x hilfreich)

Zitat (von Alter Sack):
Kann auch der Unfallverursacher ermittelt werden muss dieser zahlen.


Eher nicht. Der Autofahrer ist nicht zu Schadensersatz für die getötete Katze verpflichtet. Eigentlich sogar andersherum. Der Fahrer kann für Schäden am Auto durch den Unfall Schadensersatz vom Tierhalter verlangen.

Stichwort: Verschuldensunabhängige Tierhalterhaftung.

Es könnte hochstens eine Mitschuld festgestellt werden, wenn der Autofahrer z.B. die zulässige Höchstgeschwindigkeit erheblich überschritten hat o. ä. - aber das ist im vorliegenden Fall, wenn niemand den Unfall beobachtet hat, eher unwahrscheinlich.

-- Editiert von Dirrly am 25.11.2021 11:10

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#12
 Von 
Alter Sack
Status:
Lehrling
(1071 Beiträge, 136x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Dass der Unfallverursacher zahlen muss, das ist doch eher unwahrscheinlich.


Warum? Unfallverursacher heißt ja nicht zwingend der Autofahrer, wenn denn überhaupt ein Autofahrer daran beteiligt war.

-- Editiert von Alter Sack am 25.11.2021 16:38

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#13
 Von 
Alter Sack
Status:
Lehrling
(1071 Beiträge, 136x hilfreich)

Zitat (von Dirrly):
Eher nicht. Der Autofahrer ist nicht zu Schadensersatz für die getötete Katze verpflichtet.


Deshalb hatte ich auch nicht Autofahrer sondern Unfallverursacher geschrieben. Wobei es im gegebenen Fall sehr unwahrscheinlich ist das überhaupt ein Unfallverursacher ermittelt werden kann.

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#14
 Von 
Dirrly
Status:
Lehrling
(1000 Beiträge, 341x hilfreich)

Zitat (von Alter Sack):
Deshalb hatte ich auch nicht Autofahrer sondern Unfallverursacher geschrieben.


Ich verstehe die Unterscheidung nicht. Bei so ziemlich jedem Unfall, an dem eine Katze oder Hund beteiligt ist, gibt es die verschuldensunabhängige Tierhalterhaftung.

Es wird (fast) immer auf den Tierhalter zurück fallen.

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#15
 Von 
Alter Sack
Status:
Lehrling
(1071 Beiträge, 136x hilfreich)

@Dirrly

Der Tierhalter unterliegt einer verschuldensunabhängigen Haftung, das ist richtig. Allerdings zieht diese Haftung doch nur wenn Tierhalter und Autofahrer kein Verschulden zugerechnet werden kann.

Trifft den Autofahrer eine Teil- oder gar die volle Schuld am Unfall, so muss er sich entsprechend auch am Schaden beteiligen.

Beispiel: eine Katze sitzt ruhig und zufrieden am Straßenrand (läuft also nicht auf die Straße, sitzt einfach auf dem Bürgersteig). Ein Auto kommt von der Fahrband ab und überfährt die Katze. In diesem Fall wird wohl der Autofahrer der alleinige Unfallverursacher sein und muss folglich auch den vollen Schaden, einschließlich eventueller Tierarztkosten für die Katze bezahlen.

Anders wäre es wenn eine Freigängerkatze auf die Straße läuft und somit einen Unfall auslöst. Dem Tierhalter trifft keine Schuld, die Katze ist ohnehin nicht schuldfähig, daher muss der Tierhalter hier im Sinne der verschuldensunabhängigen Haltung für die Unfallkosten eintreten.

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#16
 Von 
Dirrly
Status:
Lehrling
(1000 Beiträge, 341x hilfreich)

Zitat (von Alter Sack):
Allerdings zieht diese Haftung doch nur wenn Tierhalter und Autofahrer kein Verschulden zugerechnet werden kann. [...] Trifft den Autofahrer eine Teil- oder gar die volle Schuld am Unfall, so muss er sich entsprechend auch am Schaden beteiligen.


Nein, eben nicht. "Verschuldensunabhängig" sagt, dass es egal ist, wer schuld hat, der Tierhalter haftet. Weil die Haltung selbst (und der Freilauf der Katze) so ein Risiko beinhaltet, das man dann in Kauf nehmen muss, wenn man es "macht".

Beim Auto oder sonstigen Anlagen o. ä. nennt man das "Betriebsgefahr"; beim Tierhalter... keine Ahnung "Halterrisiko" vielleicht sowas.

-- Editiert von Dirrly am 25.11.2021 19:44

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#17
 Von 
Alter Sack
Status:
Lehrling
(1071 Beiträge, 136x hilfreich)

Zitat (von Dirrly):
Nein, eben nicht. "Verschuldensunabhängig" sagt, dass es egal ist, wer schuld hat, der Tierhalter haftet.


So muss es sein! Wenn ein Blumentopf von einem Balkon in der zweiten Etage auf eine auf dem Bürgersteig sitzende Katze fällt weil Tante Erna beim Blumengießen nicht aufgepasst hat, so muss deiner Meinung nach der Tierhalter die Tierarztkosten selber bezahlen und obendrein auch noch Tante Erna den Blumentopf ersetzen?

Glaubst Du das wirklich?

Zitat (von Dirrly):
Beim Auto oder sonstigen Anlagen o. ä. nennt man das "Betriebsgefahr";


So nennt man das wohl, Betriebsgefahr.

Und das bedeutet das der Betreiber eines PKW auch für Schäden haftet für die er keine rechtliche Schuld trägt. Löst sich z.B. vom fahrenden PKW trotz aller eingehaltener Vorsichts- und Wartungserfordernissen ein Teil ab und verletzt einen Menschen, so hat der Betreiber zwar keine rechtliche Schuld am Zustandekommen des Vorfalls, schließlich hat der alle notwendigen Vorkehrungen zur Vermeidung solcher Vorfälle getroffen und der Vorfall war letztendlich für ihn auch unvorhersehbar, dennoch muss der im Rahmen der verschuldensunabhängigen Haftung für den Schaden einstehen.

... und dies auch wenn statt einem Menschen eine Katze verletzt wurde!

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#18
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(94070 Beiträge, 36082x hilfreich)

Zitat (von Alter Sack):
Glaubst Du das wirklich?

Einfach mal "Halterhaftung, Tier" googlen ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

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#19
 Von 
Alter Sack
Status:
Lehrling
(1071 Beiträge, 136x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Einfach mal "Halterhaftung, Tier" googlen ...


Oder auch einmal mal "Grenzen der Tierhalterhaftung"

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