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Katzenzüchter in den Niederlanden auf Schadensersatz/ Zahlung der vereinbarten Kosten verklagen

12.4.2018 Thema abonnieren
 Von 
Iliane
Status:
Beginner
(81 Beiträge, 7x hilfreich)
Katzenzüchter in den Niederlanden auf Schadensersatz/ Zahlung der vereinbarten Kosten verklagen

Hallo Zusammen,
Zu folgendem Fall würde mich interessieren, welche Schritte man unternehmen könnte.

Katzen Züchter A in DE kauft einen Zuchtkater aus Australien.
Züchter A gibt Züchter B ( in den Niederlanden) den Kater mit der Absprache (per Mail) das der Kater ihre drei Katzen decken darf. Wohnen sollte der Kater in der Zeit in der Wohnung der Tochter der Züchterin.
Züchterin B zahlt Züchterin A bei Übergabe 300€.
Abgemacht ist, das wenn der Kater erfolgreich deckt, Züchterin B ein kostenloses Kitten davon bekommt. Der Kater darf dann kastriert werden und im Haus der Tochter der Züchterin als Kastrat leben (dafür die 300€, die einem Kastratenpreis bei der Rasse entsprechen).
Es wird weiter vereinbart, das der Kater bis zur Kastration im Besitz von Züchter A verbleibt. Es wird kein Eigentumstransfer beantragt und Züchterin A bleibt im Stammbaum und auf allen Besitzurkunden Besitzer des Katers. Die Transferpapiere aus Australien sperren den Stammbaum für einen weiteren Transfer.
Statt ihre eigenen Katzen decken zu lassen und den Kater artgerecht bei ihrer Tochter unter zu bringen, gibt Züchterin B den Kater an Züchterin C in den Niederlanden weiter. Dort verbringt der Kater 6 Monate in einem Gartenhaus/Badezimmer (das ist unklar) und deckt für je 500€ erfolgreich drei Katzen von drei weiteren Züchterin in den Niederlanden. Züchterin B und C teilen sich die Deckgebühr.
Züchterin B teilt Züchterin A regelmäßig mit, das es dem Kater gut geht und er noch nicht erfolgreich gedeckt hat.
Als Züchterin A über Anzeigen von den Würfen zufällig erfährt, fährt sie sofort nach Holland und holt den völlig verstörten Kater zurück nach Hause.
Züchterin A zeigt den Fall beim Zuchtverein in den Niederlanden an. Dieser teilt mit, das Züchterin B als Katerbesitzer unterschrieben hat. Das dies aber in den Niederlanden völlig ok wäre, da dort angeblich Besitzer ist wer den Kater im Haus hat.
Der Hinweis, das der Kater ja im Haus bzw. Garten von Züchterin C gewohnt hat, bleibt unbeantwortet.
Züchterin B teilt auf nachfragen mit, sie sei der Meinung, sie könne tun und lassen was sie will.
Da Züchterin A Auflagen von der Züchterin des Katers in Australien hat, möchte sie nun irgendwie durchsetzen, das aus den drei unerlaubten Würfen keine Katze und vor allem kein Kater weiter zur Zucht eingesetzt wird.

Welche Möglichkeiten hat sie?
Gilt in dem Fall Niederländisches oder Deutsches Recht?
Muss der Anwalt aus DE oder den Niederlanden sein?

Vielen Dank Vorweg,



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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71568 Beiträge, 32448x hilfreich)

Zitat (von Iliane):
Das dies aber in den Niederlanden völlig ok wäre, da dort angeblich Besitzer ist wer den Kater im Haus hat.

Das ist im übrigen auch in Deutschland so.

Von daher wäre dann das

Zitat (von Iliane):
Züchterin A bleibt im Stammbaum und auf allen Besitzurkunden Besitzer des Katers.

ein Falscheintrag in den Dokumenten - sofern es wirklich um den Besitzer geht und nicht um den Eigentümer.



Zitat (von Iliane):
Welche Möglichkeiten hat sie?

Kommt ganz darauf an, was ihre Ziele sind.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
fb367463-2
Status:
Senior-Partner
(6668 Beiträge, 2752x hilfreich)

Zitat (von Iliane):
Da Züchterin A Auflagen von der Züchterin des Katers in Australien hat, möchte sie nun irgendwie durchsetzen, das aus den drei unerlaubten Würfen keine Katze und vor allem kein Kater weiter zur Zucht eingesetzt wird.

Heißt das, dass der Kater schon vom Grundsatz her nicht in die Niederlande an Züchter B verliehen werden durfte? Wenn dem so ist und gegen die Auflagen gehandelt wurde, dann wäre es ziemlich bigott, nun daraus irgendwelche Verbote stricken zu wollen.

Signatur:Wenn mein Beitrag hilfreich ist, freue ich mich über einen Klick auf "hilfreich" unten. Danke :)
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#3
 Von 
Iliane
Status:
Beginner
(81 Beiträge, 7x hilfreich)

Vielen Dank für die Antworten,

Was bedeutet jetzt Eigentümer oder Besitzer? ... es war ja eher ein Verleihen. Daraus geht ein Eigentumswechsel einher? .. also z.B. wenn sich mein Nachbar meinen Rasenmäher ausleiht, gehört der dann ihm?
..bzw. in dem Fall, wenn mein Nachbar den Rasenmäher seinem Bekannten weiter gibt, dann dem?
Oder gilt es nur für Tiere?
Wie lang darf man ein Tier denn 'Verleihen' ohne, das man nicht mehr Besitzer ist?
..wenn ich meine Katze zur Kastration beim TA lasse, ist der TA dann Besitzer?
Wenn ich meinen Hund von einer Hundesitterin ausführen lasse und diese ihn mit nach Hause nimmt, ist sie dann Besitzer?
..wenn auch Platzgründen ein Züchter einen Zuchtkater für 3 Tage ausleiht und bei sich eine Katze decken lässt - ist er dann schon Besitzer und muss die vereinbarte Deckgebühr nicht mehr zahlen?
Und wenn ein Preis für eine Leistung (erfolgreiches decken durch den Kater) vereinbart wurde (ein Kitten zurück) ... ist das auch irrelevant?

In dem Fall ist die Absprache mit der Züchterin in Australien:
Der Kater deckt nur nach Absprache Katzen aus anderen Zuchten.
Der Kater wurde Züchter B für die 3 eigenen Katzen geliehen. Das war abgesprochen, also erlaubt. Insbesondere weil ein Kitten von dem Kater und einem der Katzen von Züchterin B ja in die Zucht von Züchterin A gehen sollte. Auch die Art der Unterbringung war abgesprochen (also die ursprüngliche, das der Kater in der Wohnung der Tochter lebt).
Das der Kater bei Züchter C wohnt und dort nochmal fremde Katzen von ganz anderen Züchtern deckt, war nicht abgesprochen, also nicht erlaubt.
Jetzt steht natürlich Züchterin A in der Pflicht, den Schaden zu begrenzen und die weitere unkontrollierte Verbreitung der Linie zu verhindern.
Absprache 2 bestand darin, das Züchterin A der Züchterin in Australien zugesichert hat, das der Kater immer in menschlicher Gesellschaft, immer im Haus, immer mit Gesellschaft von anderen Katzen und immer mit ausreichend Platz leben wird. -rechtlich wahrscheinlich wenig durchsetzbar, sondern eher eine Sache des Anstandes dieses einzuhalten.
Es handelt sich um eine Katzenrasse ohne Unterwolle, die für eine Haltung im Freien vor allem im Winter gar nicht geeignet ist. Es war also nicht nur das seelische Wohl, sondern auch die Gesundheit des Katers bedroht.

Viele Grüße




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#4
 Von 
Iliane
Status:
Beginner
(81 Beiträge, 7x hilfreich)

ok, Eigentümer vs. Besitzer verstanden,

Eigentümer war nach wie vor Züchter A,
Züchter B war Besitzer,
bzw. dann Züchter C,
d.h. die Unterschrift als Kater-'Besitzer' von Züchter B für die drei unerlaubten Würfe war auf jeden Fall falsch, weil Züchter B weder Besitzer noch Eigentümer des Katers zu dem Zeitpunkt war.

Es gilt aber, das der Besitzer nicht tun kann was er will, sondern nur was der Eigentümer ihm erlaubt.
Den Kater an Züchter C weiter zu geben war nicht erlaubt.
Den Kater so unter zu bringen war nicht erlaubt.
Den Kater die drei fremden Katzen decken zu lassen war nicht erlaubt.

..also zurück zu der Frage, wo kann Züchter A ansetzen?
Kann Züchter A einen Schadensersatz geltend machen? ... immerhin hat Züchter C und/ oder B mit dem Kater unerlaubt 1500€ verdient.




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#5
 Von 
Sir Berry
Status:
Schlichter
(7366 Beiträge, 2571x hilfreich)

Zitat (von Iliane):
Es gilt aber, das der Besitzer nicht tun kann was er will, sondern nur was der Eigentümer ihm erlaubt.

Könnte man im Allgemeinen so sagen, wobei es wohl eher darauf hinausläuft, er darf alles was nicht verboten wurde.



Zitat (von Iliane):
Den Kater an Züchter C weiter zu geben war nicht erlaubt.
Fremdunterbringung war nicht vorgesehen?

Zitat (von Iliane):
Den Kater so unter zu bringen war nicht erlaubt.
Wir kennen den diesbezüglichen Wortlaut des Vertrages nicht.

Zitat (von Iliane):
Den Kater die drei fremden Katzen decken zu lassen war nicht erlaubt.
Wir kennen den diesbezüglichen Wortlaut des Vertrages nicht. Und: auch Kater entwickeln schon mal ein Eigenleben. Ist wie im echten Menschenleben. Fremdgehen ist ja auch nicht wirklich verboten.

Zitat (von Iliane):
Kann Züchter A einen Schadensersatz geltend machen?
Welchen Schaden hat Züchter A erlitten?

Zitat (von Iliane):
In dem Fall ist die Absprache mit der Züchterin in Australien:
Die Absprache mit der Züchterin in Australien ist nur für Züchter A verbindlich. Alle anderen interessiert das nicht.

Zusammengefasst:
Ohne das gesammte Vertragswerk zu kennen, lässt sich nicht verlässlich darüber diskutieren ob etwas und ggf. was falsch gelaufen ist.

Wenn es aber weitere Formulierungen wie diese
Zitat (von Iliane):
Es wird weiter vereinbart, das der Kater bis zur Kastration im Besitz von Züchter A verbleibt.

in dem Vertrag gibt, werden aus ihm vermutlich kaum irgendwelche Rechte/Ansprüche abzuleiten sein.

Zitat (von Iliane):
Gilt in dem Fall Niederländisches oder Deutsches Recht?
Wenn der Vertrag dazu keine Vereinbarung enthält, und sich diese auch nicht aus der Handlung z.B. der Vertragsunterzeichnung hier oder dort ergibt, müsste der jeweilige Kläger das Recht des anderen anwenden.

Zitat (von Iliane):
Muss der Anwalt aus DE oder den Niederlanden sein?
Beides ist möglich.

Berry

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#6
 Von 
Iliane
Status:
Beginner
(81 Beiträge, 7x hilfreich)



Danke für die Antworten,

Einen Vertrag gab es nicht. Alles wurde per Mail besprochen.
...z.B. Wortlaut: if XX mate successfully, a kitten will go back to you
3 Würfe mit je 6 Kitten, sind ja eindeutig "mate successfully "
Damit wäre das "back kitten" fällig gewesen

Oder : "there will be no stud service" ist auch eigentlich eindeutig,

aber wie gesagt, nur in Mails und ohne Vertrag.

Ein Schaden entsteht schon.
In einer seltenen Katzenrasse, schmälert jeder Nachkomme in der Zucht den Wert der Linie.










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#7
 Von 
fb367463-2
Status:
Senior-Partner
(6668 Beiträge, 2752x hilfreich)

Zitat (von Iliane):
Ein Schaden entsteht schon.
In einer seltenen Katzenrasse, schmälert jeder Nachkomme in der Zucht den Wert der Linie.

Das ist aber eher ideell statt konkret. Wenn man nicht ganz konkret beziffern kann, um wieviel genau der Wert folgender Kitten sinkt (also dieses zwangsläufig gutachterlich herausfinden und bewerten lassen), dann seh ich schwarz.


Signatur:Wenn mein Beitrag hilfreich ist, freue ich mich über einen Klick auf "hilfreich" unten. Danke :)
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#8
 Von 
Iliane
Status:
Beginner
(81 Beiträge, 7x hilfreich)

Danke für die Antworten,

Rechtlich scheint es ja eher aussichtslos zu sein, weil es nur Absprachen per Mail gab und keinen Vertrag. Ein konkreter Schaden bzgl. der Linie wird schwer zu beziffern sein. Außer halt, das nicht erhaltene Rückkitten.

Zum Glück gibt es ja soziale Netzwerke und eine Communitys, wo gerade von seltenen Rassen inzwischen die Züchter weltweit vernetzt sind und ein Verhalten wie von Züchter B, diesem zwar kurzfristig einen Vorteil verschafft, aber langfristig zur Isolation führt.
Viele Absprachen werden sogar nur mündlich getroffen und trotzdem erwarten alle, das sie eingehalten werden. Auch Vereinbarungen über Rück-Kitten, Nachdeckungen oder Austausch-Deckungen sind ziemlich verbreitet.

Der Hauptirrtum von Züchter A scheint wohl gewesen zu sein, das er dachte, wenn der Kater sein Eigentum bleibt, wäre das eine Rückversicherung.
Weil normalerweise braucht man, um Stammbäume für Kitten zu beantragen die Unterschrift des Katereigentümers. Züchterin B hat sich aber als soche einfach ausgegeben und dem holländischen Zuchtverein ist es egal. .. selbst das Züchter B nicht mal mehr Besitzer war, weil der Kater ja schon längst bei Züchter C saß, ist denen egal. Normalweise muß man auch durch ein Transferpapier des Vereins, der den Stammbaum des Kater ausgestellt hat, den Eigentumsübergang nachweisen. Im Stammbaum des Katers ist dann der Besitzer/Eigentümer ( ist auf Englisch: Owner) eingetragen. Das war zu jeder Zeit Züchter A.
Zumindest erklärt das, warum viele Rassekatzenzüchter auf ihren Linien sitzen und gar kein Kitten mehr unkastriert aus dem Haus geben.
















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#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71568 Beiträge, 32448x hilfreich)

Zitat (von Iliane):
weil es nur Absprachen per Mail gab und keinen Vertrag

Auch Absprachen per Mail sind vertragliche Vereinbarungen ...


Das Problem dürfte sein, ob und wie diese dann auch in NL gelten würden.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#10
 Von 
Iliane
Status:
Beginner
(81 Beiträge, 7x hilfreich)

Ja, scheint recht kompliziert, danke für die Antwort.
Wenn ich das richtig verstanden habe, ist eine Absprache "der Kater soll im Haus der Tochter leben und ein Kitten als Gesellschaft bekommen" gar nichts wert, wenn man nicht ausgeschlossen hat, das der Kater nicht bei Züchter C einsam im kleinen, kalten Gartenhaus leben darf bzw. ergänzt hat "alles andere ist verboten" oder ähnliches. Zumindest rechtlich.
Und es ist schwierig, weil 4 Parteien betroffen sind. Züchter B der den Kater weiter gegeben hat, Züchter C der ihn einfach ohne Rücksprache mit dem Eigentümer in Besitz genommen hat, der Zuchtverein der als "Owner" für die Stammbäume der Kitten die Unterschrift von Züchter B akzeptiert hat und die 3 Züchter, die dort ihre Katzen decken lassen haben und nicht hinterfragt haben, warum als "Owner" Züchter A in den Papieren steht und auf der Deckbestätigung Züchter B. ... ist wohl auch das Problem bei den kleinen Vereinen. Alle großen Zuchtverbände verlangen Eigentumsnachweise sowohl vom Kater- als auch vom Katzenbesitzer.

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