Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
586.891
Registrierte
Nutzer

Kaufvertrag Hund - Nachzuchtverbot / Zuchtverbot

22.12.2020 Thema abonnieren
 Von 
Butterbrot
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Kaufvertrag Hund - Nachzuchtverbot / Zuchtverbot

Hallo,

ich habe vor 2 Jahren einen Rassehund des VDH mit Papieren von einem Hobbyzüchter (Privatperson) gekauft. Mein Hund hat alle erforderlichen Untersuchungen bestanden und ich möchte ihn nun offiziell über den Verein zur Zucht einsetzen. Nun steht in meinem Kaufvertrag jedoch folgendes:

§3

Der Käfer erklärt, dass er kein Mitglied einer der Interessen des VDH entgegen gerichteten Organisation ist. Zusätzlich erklärt der Käufer, dass es keine sogenannte "Unfallverpaarungen" jeglicher Art geben wird, denn er hat und muss seiner Sorgfaltspflicht mit einem intakten Rüden nachkommen. Der Rüde wird als reiner Familienhund abgegeben und wird nicht in der Zucht eingesetzt, auch nicht außerhalb des VDH. Desweiteren wird der Rüde nur aus medizinischer Sicht kastriert. Vor einer Kastration ist unbedingt Rücksprache mit der Züchterin zu halten, bzw. die Züchterin wird im Vorfeld darüber informiert.

Es wurde eine Vertragsstrafe von 3.000 € vereinbart.

Der Kaufpreis für meinen Hund wurde jedoch nicht gemindert, weil er als Familienhund verkauft wurde.

Die Frage ist nun, hält das einer gerichtlichen Entscheidung stand? Es ist doch mein Hund (Eigentum), und ich kann mit ihm machen "was ich will"?

Verstoß melden



13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
radfahrer999
Status:
Richter
(8819 Beiträge, 4783x hilfreich)

:forum: Verschiebungsangrag bei Administrative gestellt.

Zitat (von Butterbrot):
§3
Ich halte solche Klauseln für total nichtig. Das OLG Hamm bspw (wie viele andere gerichte) auch.. OLG Hamm, Urteil vom 02.05.2016 - 2 U 12/16

Zitat (von Butterbrot):
ich möchte ihn nun offiziell über den Verein zur Zucht einsetzen.
Feuer frei

Signatur:

Wenn dir die Antwort nicht gefällt, solltest du die Frage nicht stellen... ;-)

2x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
-Laie-
Status:
Philosoph
(13320 Beiträge, 5303x hilfreich)

Zitat (von Butterbrot):
Die Frage ist nun, hält das einer gerichtlichen Entscheidung stand?
Meiner Meinung nach: Nie und nimmer!
Derartige einschneidende Beeinträchtigungen einer Kaufsache sind meiner Meinung nach nicht vertraglich durchsetzbar.
Es gibt durchaus einige gerichtliche Entscheidungen, die das in anderen Fällen ebenfalls so gesehen haben.

Zitat (von radfahrer999):
Feuer frei
Rechtlich gesehen schließe ich mich dieser Meinung an. Menschlich gesehen verabscheue ich es Hunde zu züchten. Es gibt bereits genügend Hunde in Tierheimen die nur darauf warten, ein eigenes Zuhause zu bekommen.

Signatur:

Folgende Nutzer werden von mir blockiert und ich kann deren Beiträge nicht lesen: Xipolis; Jule28

3x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(90321 Beiträge, 35521x hilfreich)

Zitat (von Butterbrot):
Desweiteren wird der Rüde nur aus medizinischer Sicht kastriert.

Wie soll man ihn denn sonst kastrieren?



Zitat (von Butterbrot):
§3

Wurde der vom Verkäufer vorgegeben und es wurde nicht darüber verhandelt?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#4
 Von 
Butterbrot
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)


Zitat (von Butterbrot):
§3

Wurde der vom Verkäufer vorgegeben und es wurde nicht darüber verhandelt?

Ja. Verhandelt wurde nix, der Vertrag war fertig als wir den Hund geholt haben und wurde allen Welpenkäufern so "vorgesetzt".

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(90321 Beiträge, 35521x hilfreich)

Zitat (von Butterbrot):
Verhandelt wurde nix, der Vertrag war fertig als wir den Hund geholt haben und wurde allen Welpenkäufern so "vorgesetzt".

Dann dürften das AGB sein und $3 wäre wohl wegen unangemessener Benachteiligung nichtig.
Kann aber gut sein, das man das dem Verkäufer erst mal per Gericht beibringen müsste.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#6
 Von 
Butterbrot
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die Antworten. Ich habe es mir fast schon gedacht, dass das mit dem Vertrag so nicht geht.

Sollte ich den Züchter darüber informieren, dass ich den Vertrag für nichtig sehe und somit den Hund in die Zucht bringen werde oder sollte ich das "einfach machen"?

Liebe Grüße und einen guten Rutsch ins neue Jahr

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(90321 Beiträge, 35521x hilfreich)

Zitat (von Butterbrot):
Sollte ich den Züchter darüber informieren, dass ich den Vertrag für nichtig sehe und somit den Hund in die Zucht bringen werde

Das dürfte dann dazu führen, das der Verkäufer Stress mit Anwalt etc. macht.



Zitat (von Butterbrot):
sollte ich das "einfach machen"?

Würde ich machen. Verlagert den Stress mit dem Verkäufer vermutlich nur in die Zukunft, aber da müsste er es erst mal merken.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#8
 Von 
Butterbrot
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):

Würde ich machen. Verlagert den Stress mit dem Verkäufer vermutlich nur in die Zukunft, aber da müsste er es erst mal merken.


Das merkt der sofort nach der Zuchtzulassungsprüfung. Stress wird es so oder so geben, aber vielleicht ist es nach der Prüfung besser.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#9
 Von 
Solan196
Status:
Student
(2650 Beiträge, 265x hilfreich)

Zitat (von Butterbrot):
Sollte ich den Züchter darüber informieren, dass ich den Vertrag für nichtig sehe und somit den Hund in die Zucht bringen werde oder sollte ich das "einfach machen"?


Der Züchter erfährt schon über den Verband davon ... wäre interessant zu erfahren, ob er dich auf den Vertrag festnagelt und vor Gericht zerrt. Update wäre schön.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#10
 Von 
Butterbrot
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Solan196):
Der Züchter erfährt schon über den Verband davon ... wäre interessant zu erfahren, ob er dich auf den Vertrag festnagelt und vor Gericht zerrt. Update wäre schön.


Mein Hund kommt leider doch nicht für die Zucht in Frage, sodass ich leider kein Update geben kann.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#11
 Von 
radfahrer999
Status:
Richter
(8819 Beiträge, 4783x hilfreich)

Zitat (von Butterbrot):
sodass ich leider kein Update geben kann.
Auch das ist doch schon ein Update. Danke dafür

Signatur:

Wenn dir die Antwort nicht gefällt, solltest du die Frage nicht stellen... ;-)

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#12
 Von 
reckoner
Status:
Gelehrter
(11597 Beiträge, 3948x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Der Züchter erfährt schon über den Verband davon ...
Kannst du das mal erklären?

Insbesondere, sind denn die ganzen Datenschutzgesetze an diesen Verbänden vorbei gegangen? :augenroll:

Stefan

Signatur:

Auf einem Schiff befinden sich 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän?

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#13
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(33013 Beiträge, 12856x hilfreich)

Stefan, die Sache läuft anders rum. Der Verband ist erforderlich, um mit Züchtungen Erfolg zu haben, an Wettbewerben teilzunehmen u.s.w. Und wenn man das will, dann muss man eben alles darlegen, darüber erfährt dann der Verband auch alles.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 214.941 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 25
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
89.333 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. Zzgl. 2€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen