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Foto ohne Nutzungsrecht genutzt und Fotograf nicht genannt

1.7.2019 Thema abonnieren
 Von 
schluf
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 1x hilfreich)
Foto ohne Nutzungsrecht genutzt und Fotograf nicht genannt

Guten Tag zusammen,

eine Internetseite hat ohne jegliche Nutzungsrechte meine und die Bilder anderer Fotografen für einen "Wettbewerb" genutzt, für den sich keiner angemeldet hat. Welche Summe ich nun für die Nutzung fordern kann, weiß ich dank mfm. Allerdings wurden am Anfang auch keine Urheber genannt, was dann nach etwa zwei Tagen nachgeholt wurde.

Kann ich in dem Fall einen Aufschlag von 100% verlangen, weil der Urheber nicht genannt wurde oder ist das nicht möglich, weil es nach zwei Tagen korrigiert wurde?

Vor der Abmahnung habe ich übrigens darum gebeten, mein Bild zu löschen aber es wurde nicht reagiert.

Grüße,

Lars

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1 Antwort
Sortierung:
#1
 Von 
eh1960
Status:
Student
(2187 Beiträge, 749x hilfreich)

Zitat (von schluf):

eine Internetseite hat ohne jegliche Nutzungsrechte meine und die Bilder anderer Fotografen für einen "Wettbewerb" genutzt, für den sich keiner angemeldet hat. Welche Summe ich nun für die Nutzung fordern kann, weiß ich dank mfm.

Es besteht Anspruch auf das "marktübliche Entgelt" im Sinne der "Lizenzanalogie". Honorarsätze aus der "MfM-Liste" dürfen nicht ungeprüft herangezogen werden (BGH Az. I ZR 68/08 ).

Das ist auch nachvollziehbar, denn die "MfM-Liste" enthält überwiegend "Mondpreise", die auf dem Markt so nicht erzielbar sind und übrigens auch von Bildagenturen nur selten so erzielt werden.
Zitat:

Allerdings wurden am Anfang auch keine Urheber genannt, was dann nach etwa zwei Tagen nachgeholt wurde.

Kann ich in dem Fall einen Aufschlag von 100% verlangen, weil der Urheber nicht genannt wurde oder ist das nicht möglich, weil es nach zwei Tagen korrigiert wurde?

Es gibt keinen pauschalen Anspruch auf einen 100%-Aufschlag bei fehlender Urhebernennung. Eine entsprechende Initiative auf EU-Ebene ist übrigens vor einigen Jahren gescheitert.

Die deutsche Rechtsprechung hat einen Honoraraufschlag als Ausgleich für "fehlende Werbewirkung" in einer Größenordnung von ca. 80 bis 100 Prozent entwickelt. Dieser Aufschlag setzt aber immer voraus, daß tatsächlich von einer solchen fehlenden Werbewirkung ausgegangen werden kann. Für Fotos, die widerrechtlich als Illustration von Ebay-Auktionen genutzt wurden, haben Gerichte diesen Aufschlag abgelehnt, mit der nachvollziehbaren Begründung, daß es keinen Markt für solche Fotos gäbe, auf dem sich überhaupt eine Werbewirkung entfalten könnte...
Zitat:

Vor der Abmahnung habe ich übrigens darum gebeten, mein Bild zu löschen aber es wurde nicht reagiert.

Was für eine Abmahnung? Wurde ein Anwalt eingeschaltet?

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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