Rechtslage Schnittberichte von Filmen

14. Mai 2024 Thema abonnieren
 Von 
Jan96
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Rechtslage Schnittberichte von Filmen

Hallo zusammen,

auf welcher Rechtsgrundlage ist die Veröffentlichung von sogenannten Schnittberichten von Filmen zulässig?
Hier ein Beispiel: https://www.schnittberichte.com/schnittbericht.php?ID=149783

Die aufgeführte Seite führt etliche dieser Schnittberichte – mit österreichischem Impressum. Ist die Rechtslage dort möglicherweise eine andere?

Denn für mich kommt nur § 51 UrhG (https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html) in Betracht.
Ein Zitat muss allerdings immer eine Nebensache zum besseren Verständnis des Textes, der Hauptsache, sein.
Das ist hier meiner Meinung nach nicht der Fall.

Wie seht Ihr das?

Viele Grüße
Jan

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121211 Beiträge, 39994x hilfreich)

Zitat (von Jan96):
Ist die Rechtslage dort möglicherweise eine andere?

Eventuell ja.



Zitat (von Jan96):
Denn für mich kommt nur § 51 UrhG (https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html) in Betracht.

Dem würde ich zustimmen wollen.



Zitat (von Jan96):
Ein Zitat muss allerdings immer eine Nebensache zum besseren Verständnis des Textes, der Hauptsache, sein.

Sehe ich hier erfüllt - die visuelle Darstellung sorgt für ein besseres Verständnis des Textes.



Oder die haben einfach und banal eine Erlaubnis der Rechteinhaber ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
eh1960
Status:
Senior-Partner
(6299 Beiträge, 1507x hilfreich)

Zitat (von Jan96):
Denn für mich kommt nur § 51 UrhG (https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html) in Betracht.
Ein Zitat muss allerdings immer eine Nebensache zum besseren Verständnis des Textes, der Hauptsache, sein.
Das ist hier meiner Meinung nach nicht der Fall.

Wenn ich es richtig sehe, werden hier Standbilder (Einzelbilder) aus einem Filmwerk wiedergegeben, um damit bestimmte Schnitt-Maßnahmen zu erläutern und verständlich zu machen.

Das ist m.E. ein klassischer Fall von erlaubtem Zitat, denn die zitierten Standbilder dienen zur Erläuterung des Berichtes über die Schnittmaßnahmen.

(Für die Ansicht, Zitate dürften nur "Nebensache" sein, gibt es keine rechtliche Grundlage. Ein Zitat darf grundsätzlich sogar länger sein als der Text, der sich mit dem zitierten Werk auseinandersetzt.)

§51 UrhG sagt ganz eindeutig:

"wenn die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. Zulässig ist dies insbesondere, wenn

1. einzelne Werke nach der Veröffentlichung in ein selbständiges wissenschaftliches Werk zur Erläuterung des Inhalts aufgenommen werden,
2.Stellen eines Werkes nach der Veröffentlichung in einem selbständigen Sprachwerk angeführt werden,
3.einzelne Stellen eines erschienenen Werkes der Musik in einem selbständigen Werk der Musik angeführt werden."

"Insbesondere" bedeutet: es gilt nicht ausschließlich, es gibt auch noch weitere Möglichkeiten. Die genannten Möglichkeiten gelten eben nur ganz besonders.

Aber vor allem gilt: der Umfang muss durch den Zweck gerechtfertigt sein. Wenn man 100 Stellen in einem Film, an denen (heraus-)geschnitten wurde, erklären will, um damit zu zeigen, wie der Film verändert wurde - dann muss man und darf man diese 100 Stellen zeigen. Und ganz besonders dann, wenn das nicht mal mittels kurzem Bewegtbildausschnitt erfolgt, sondern durch jeweils einige wenige Standbilder.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Jan96
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Super, danke.
Das macht es etwas klarer.

Abschließend noch eine Frage:
Wie schätzt Du das bei unkommentierten Einzelbildern ein, die einen Schnitt zeigen sollen?
Also der Film ist geschnitten: Siehe Vergleich Einzelbilder geschnittene Fassung / ungeschnittenen Fassung. Ohne auf die, auf den Einzelbildern erkennbare, Handlung einzugehen ...

0x Hilfreiche Antwort

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