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Amtsdauer des Vorstandes nach Gründung

26.12.2018 Thema abonnieren
 Von 
E.Schneider
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 0x hilfreich)
Amtsdauer des Vorstandes nach Gründung

Guten Abend, wir haben Anfang Dezember einen Verein gegründet, die Unterlagen liegen nun beim Amtsgericht zur Eintragung.
In der Satzung steht zur Mitgliederversammlung:

Zitat:
Im ersten Halbjahr eines jeden Geschäftsjahres findet eine ordentliche Mitgliederversammlung statt.

Zum Vorstand steht in der Satzung:
Zitat:
Der Vorstand wird für die Dauer von zwei Jahren gewählt, er bleibt solange im Amt, bis eine Neuwahl erfolgt ist.
Den Vorstand haben wir natürlich bei Gründung Anfang Dezember gewählt, muss die erste Neuwahl dann im ersten Halbjahr 2020 (höchstens 18 Monate Amtszeit) oder im ersten Halbjahr 2021 (mindestens 25 Monate Amtszeit, höchstens 30 Monate) statt finden?
Liebe Grüße
E. Schneider

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Spezi-2
Status:
Master
(4156 Beiträge, 1982x hilfreich)

Wenn die Amtszeit des Vorstandes 2 Jahre beträgt und der Beginn der Amtszeit Anfang Dez. 2018 war, endet die Amtszeit 2 Jahre später, also Anfang Dez. 2020.
Der Vorstand kann bei Notwendigkeit jederzeit zu einer Mitgliederversammlung einladen.( § 36BGB)
Die Satzung schließt weitere Versammlungen nicht aus. Der Ablauf der Amtszeit des Vorstandes ist eine solche Notwendigkeit.

-- Editiert von Spezi-2 am 26.12.2018 22:41

Signatur:Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen.
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#2
 Von 
E.Schneider
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für Ihre Antwort. Aber dann müssten ja alle zwei Jahre eine zusätzliche MV einberufen werden, nur für die Wahlen. Das würden wir gerne umgehen. Ist es rechtlich nicht möglich, schon vor Ablauf der zwei Jahre den Vorstand neu zu wählen oder ihn etwas länger als die zwei Jahre im Amt zu lassen, damit man nur eine MV im Jahr machen muss?
Liebe Grüße
E. Schneider

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#3
 Von 
Daggi40
Status:
Schüler
(184 Beiträge, 48x hilfreich)

Wurde der Vorstand Anfang Dezember bei einer Mitgliederversammlung gewählt? Oder nur durch die Gründungsmitglieder namentlich benannt? Also: wurde der jetzige Vorstand schon durch die Mitgliederversammlung bestätigt?

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#4
 Von 
Spezi-2
Status:
Master
(4156 Beiträge, 1982x hilfreich)

Zitat:
Aber dann müssten ja alle zwei Jahre eine zusätzliche MV einberufen werden, nur für die Wahlen. Das würden wir gerne umgehen.

Das wird sich nicht grundsätzlich umgehen lassen, z.B. wenn ein Vorstandsmitglied vorzeitig zurück ritt.

Man könnte Wahlen in der Zeit des ersten Halbjahres aber erreichen, denn die Amtszeiten immer nach 2 Jahren im ersten Halbjahr enden.
Dazu müßten alle Vorstandsmitglieder vorzeitig so rechtzeitig zurücktreten, dass in einer Versammlung im ersten Halbjahr 2020 noch Wahlen stattfinden können. Die Amtszeit liefe dann immer im ersten Halbjahr ab. ( z.B. vom 1.4.2020 - 31.3.2022.
Wenn ein Vorstandsmitglied dann aber vorzeitig zurücktritt führt auch diese Lösung zu unterschiedlichen Amtszeiten.
Um auch dieses auszuschließen müßte man in der Satzung regeln dass die Amtszeit des Nachfolgers eines vorzeitig ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedes nicht 2 Jahre beträgt, sondern nur für die restliche Zeit der Amtsdauer des ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedes.

Signatur:Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen.
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#5
 Von 
E.Schneider
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Daggi40):
Wurde der Vorstand Anfang Dezember bei einer Mitgliederversammlung gewählt? Oder nur durch die Gründungsmitglieder namentlich benannt? Also: wurde der jetzige Vorstand schon durch die Mitgliederversammlung bestätigt?
Der Vorstand wurde bei der Gründungsversammlung (1. MV) gewählt, nicht nur namentlich benannt.

Zitat (von Spezi-2):
Das wird sich nicht grundsätzlich umgehen lassen, z.B. wenn ein Vorstandsmitglied vorzeitig zurück ritt.
Wenn ein Vorstandsmitglied dann aber vorzeitig zurücktritt führt auch diese Lösung zu unterschiedlichen Amtszeiten.
Um auch dieses auszuschließen müßte man in der Satzung regeln dass die Amtszeit des Nachfolgers eines vorzeitig ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedes nicht 2 Jahre beträgt, sondern nur für die restliche Zeit der Amtsdauer des ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedes.
Für den Fall eines vorzeitigen Rücktritts haben wir dies in unserer Satzung:
Zitat:
Scheidet ein Vorstandsmitglied vorzeitig aus dem Vorstand aus, wählt der Restvorstand in dessen Amt ein Ersatzmitglied für die restliche Amtsdauer der Ausgeschiedenen. Der / Die Vorsitzende ist bei vorzeitigem Ausscheiden bei der nächsten Mitgliederversammlung direkt zu wählen.

Zitat (von Spezi-2):
Man könnte Wahlen in der Zeit des ersten Halbjahres aber erreichen, denn die Amtszeiten immer nach 2 Jahren im ersten Halbjahr enden.
Dazu müßten alle Vorstandsmitglieder vorzeitig so rechtzeitig zurücktreten, dass in einer Versammlung im ersten Halbjahr 2020 noch Wahlen stattfinden können. Die Amtszeit liefe dann immer im ersten Halbjahr ab. ( z.B. vom 1.4.2020 - 31.3.2022.
Wir haben die Sorge, dass wenn der ganze Vorstand zurück tritt, das eine sehr schlechte Außenwirkung hätte. Könnte man auf der MV 2020 nicht zur Abstimmung bringen, ob die Amtsdauer des aktuellen Vorstands einmalig um z.B. 5 Monate verlängert wird? Dann wäre das Ende der Amtszeit im ersten Halbjahr 2021.

Liebe Grüße
E. Schneider

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#6
 Von 
Spezi-2
Status:
Master
(4156 Beiträge, 1982x hilfreich)

Zitat:
Könnte man auf der MV 2020 nicht zur Abstimmung bringen, ob die Amtsdauer des aktuellen Vorstands einmalig um z.B. 5 Monate verlängert wird? Dann wäre das Ende der Amtszeit im ersten Halbjahr 2021.

Nur fehlt dafür die erforderliche Satzungsgrundlage. Auch wird das Vereinsregister eine solche einseitig veränderte Amtszeit nicht anerkennen.

Zitat:
Wir haben die Sorge, dass wenn der ganze Vorstand zurück tritt, das eine sehr schlechte Außenwirkung hätte.
.
Erstens muss der Rücktritt ja erst in der entsprechenden Versammlung (vor der Neuwahl) erklärt werden und kann dann ja ausführlich begründet werden.
Zweitens kann der Vorstand doch jederzeit ein Vertrauensvotum erbitten, sich also neu wählen lassen.
Drittens, wenn dem jetzigen Vorstand das Thema (Mitgliederversammlungen nur im ersten Halbjahr) so wichtig ist, wird er die Mitglieder von der Wichtigkeit der Verschiebung der Amtszeiten auch überzeugen können.

Ich halte die Satzungsregelung (MV immer im ersten Halbjahr) ohnehin für unnötig.
Es würde genügen dass die Satzung vorschreibt, dass jedes Jahr eine MV abzuhalten ist.
Den Termin bestimmt ohnehin der Vorstand und er kann ihn dann frei wählen.

Zu bedenken ist übrigens auch der Ablauf der Amtszeit der Kassenprüfer/Revisoren !!



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#7
 Von 
Daggi40
Status:
Schüler
(184 Beiträge, 48x hilfreich)

Verlängern der Amtszeit widerspricht ja der Satzung.
Wie sieht es mit einer Verkürzung aus? Ich würde die Wahl in das erste Halbjahr 2020 legen. Dann ist die erste Amtszeit kürzer und wenn das nicht eurer Satzung widerspricht, seid ihr danach im richtigen Rhythmus.

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#8
 Von 
Spezi-2
Status:
Master
(4156 Beiträge, 1982x hilfreich)

Hätte ich oben längst vorgeschlagen. Neuwahl bedeutet aber vorherigen Rücktritt.

-- Editiert von Spezi-2 am 29.12.2018 22:11

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#9
 Von 
Daggi40
Status:
Schüler
(184 Beiträge, 48x hilfreich)

Ich denke, das lässt sich terminlich machen. Rücktritt zum 31.5. und MV mit Neuwahl am 31.5 Oder? Diesen Vorgang würde ich in der Mitgliederversammlung erklären und das versteht sicher jeder. Außenwirkung hat das nicht, denn das betrifft ja nur den Verein.
Wichtig ist, dass der geschäftsführende Vorstand arbeitsfähig ist, also keine Lücke entsteht.

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