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Ausschluss aus Verein wegen Anfrage von Kosten

5.11.2014 Thema abonnieren
 Von 
go399839-12
Status:
Beginner
(89 Beiträge, 53x hilfreich)
Ausschluss aus Verein wegen Anfrage von Kosten

Ich habe Informatik studiert und bot unserem Verein an, die sehr einfache Homepage kostenlos zu erneuern.

Nun kam ein arbeitsloses Vorstandsmitglied auf die Idee, selbst die Homepage auf einem neuen Server zu bauen. Dazu gab es aus der Vereinskasse 60 Euro aus (jedes Jahr fällig).

Über die Kosten informierte der Verein nicht, erst auf meine Nachfrage hin.

Daraufhin schrieb ich alle Mitglieder an (Emailliste des Vereins, welches ggf. noch andere Personen im CC hatte) um diesen Punkt auf der nächsten Mitgliederversammlung zu diskutieren.

Nun ein Schreiben des Vorstandes, dass ich aus dem verein zwecks meiner Email ausgeschlossen bin.

Was sagt ihr dazu?

Hier mein Brief:


Liebe Vereinsmitglieder,

Ich möchte euch kurz zum Thema:
"In 10 Jahren kostet uns die neue Homepage 600 Euro, und das obwohl jeder Cent für den Verein zählt" ansprechen.

Danke für die hervorragende Arbeit, die wir sehr zu schätzen wissen!

Nun müssen wir aber doch einen Punkt kritisch hinterfragen.

Aus meiner Sicht sind 60 Euro pro Jahr / 600 Euro in 10 Jahren viel Geld für den Verein. Uns sind unsere 2 * 20 Euro Vereinsgebühr pro Jahr zu schade für die neue Webseiten-Lösung des Vereins.



Einige Anmerkungen dazu:

1. Die Vereinsmitglieder und nicht der Vorstand entscheiden über die Ausgaben (http://dejure.org/gesetze/BGB/32.html ) - ist hier etwas an uns vorbeigegangen, wurde über die Mehrkosten von 60 Euro pro Jahr in der Mitgliederversammlung abgestimmt?

2. Wurden verschiedene Alternativen gegenübergestellt und die Preise verglichen - wie viel kostete die "alte" Lösung und warum kann die Homepage nicht auf der alten Seite "nur" erneuert werden?

3. Sind die geschlossenen Verträge kündbar, d.h. wir Mitglieder sollten entscheiden, ob wir weiterhin 60 Euro pro Jahr oder nur 24 Euro pro Jahr oder auch gar kein Geld für die Homepage ausgeben, das könnte jedes Jahr von uns neu beschlossen werden.

Wir sollten auf jeden Fall auf der nächsten Mitgliederversammlung über dieses Thema reden.

Ich würde dem Verein andere Alternativen aufzeigen, die ggf. kostengünstiger sind und am Ende sollten die Mitglieder über die Preis-Leistung abstimmen.

Aber wir sollten das analysieren - schließlich geht es im Verein immer um jeden Cent und um jedes Mitglied!


Liebe Grüße von einem großen Schlossliebhaber

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34 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Spezi-2
Status:
Junior-Partner
(5198 Beiträge, 2163x hilfreich)

Was steht in der Satzung zum Thema Vereinsausschluss ?
Wer darf das beschießen ? Welche Gründe müssen vorliegen ?
Außerdem, vor einem Vereinsausschluss muss dem Mitglied mitgeteilt werden, dass ein Vereinsausschluss erfolgen soll und aus welchen Gründen. dem Mitglied muss Gelegenheit gegeben werden, sich dazu zu äußern. (Anspruch auf rechtliches Gehör !) Ist eine solche "Anhörung" erfolgt ?

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"Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen."

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(92722 Beiträge, 35903x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Die Vereinsmitglieder und nicht der Vorstand entscheiden über die Ausgaben (http://dejure.org/gesetze/BGB/32.html ) <hr size=1 noshade>

Diese Schlussfolgerung ist schlicht falsch - was ironischerweise sogar in dem genanntn § steht ...



quote:<hr size=1 noshade>Ausschluss aus Verein wegen Anfrage von Kosten <hr size=1 noshade>

Der Ausschluss aus dem Verein erfolgte offenbar gar nicht wegen der Anfrage von Kosten sondern wegen der Art und Weise ...





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

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#3
 Von 
go399839-12
Status:
Beginner
(89 Beiträge, 53x hilfreich)

Mich rief ein guter Bekannter aus dem Vorstand an und sagte mir, dass mir die Entscheidung des Vorstandes schriftlich zugeht. er konnte die anderen 3 Vorstände nicht von deren dummheit überzeugen.

Das Mitglied des Vorstandes, welcher die Website erstellt hat, übernimmt nun selbst die Kosten von 60 Euro pro Jahr, weil kein Beschluss für die Bezahlung zusätzlicher Internetkosten vorlag.

In der Satzung steht, das der Ausschluss bei vereinsschädigendem Verhalten auf Beschluss des Vorstandes erfolgen kann.
und, dass
"Die Mitgliederversammlung .. den Finanzplan des Vorstandes bestätigen muss."

Im Falle der neuen Internetpräsenz waren die Kosten eben nicht bestätigt.

Man muss bedenken, die Stadt stellt dem Verein kostenlos die Internetpräsenz zur Verfügung, nun gibt Herr X aus dem Vorstand einfach mal 60 Euro aus.
(Der verein bettelt um Mitglieder, damit wenigstens pro Mitglied 20 Euro in den Verein kommen, er bettelt Firmen an, um 50 Euro zu bekommen.)

Die nächste Frage:
"Einzuberufen sind Außerordentliche Mitgliederversammlungen dann, wenn es ein
Drittel der Mitglieder unter Angabe der Gründe verlangt."

D.h. wie kommt man denn zu 1/3 dieser Stimmen?

Man muss doch dazu ein Recht haben die Mitglieder anzuschreiben und seine Meinung rechtlich zu fundieren um eben dieses 1/3 der Stimmen zu gewinnen?









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#4
 Von 
Hardy DD
Status:
Schüler
(264 Beiträge, 403x hilfreich)

Hallo go39839-12,

1. zum Ausschluss:
Wenn der Vorstand ohne Beschluss das kann, ist jedoch vorher eine Anhörung nötig. Rolle mal nach Deinen letzten Beitrag weiter. Da gibt es einen Beitrag von Spezi 2 am 14.11.2011, 16:03 Uhr zum Thema "Anhörung bei Vereinsausschluss"
2. zum Finanzplan:
Dann stelle doch für das neue Jahr den Antrag, dass der Vorstand in der MV diese Kosten für die HP des Vereins aufnimmt.
3. zur außerordentlichen MV:
Da braucht man natürlich die Mitgliederliste. Die bekommt man vom Vorstand. Ob Du die Mitglieder über die HP des Vereins selbst einladen kannst, muß aus der Vereinssatzung oder diversen Beschlüssen hervorgehen.

Meine Meinung zur aMV: wenn Dir es nur um die Kosten der HP geht, dazu braucht man keine Extra-MV. Sieh Dir deshalb mal Titel aus dem Vereinsrecht über IT - Suchmaschinen zu solchen aMV (Minderheitsbegehren nach § 37 BGB )an.

Hardy DD


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#5
 Von 
Spezi-2
Status:
Junior-Partner
(5198 Beiträge, 2163x hilfreich)

quote:
Daraufhin schrieb ich alle Mitglieder an (Emailliste des Vereins, welches ggf. noch andere Personen im CC hatte)

Wie ist der Vereinsausschluss begründet ?
Mit den Inhalt des Antrages ? Oder damit dass ohne Ermächtigung auf die E-Mailliste des Vereins zugegriffen wurde ?

Die Frage ob es eine vorherige Anhörung gab ist nicht begründet.
Ferner fehlen Angaben dazu wer über einen Vereinsausschluss nach der Satzung beschließen darf ?
Steht in der Satzung etwas über einen Widerspruch gegen den Ausschluss ?

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"Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen."

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#6
 Von 
go399839-12
Status:
Beginner
(89 Beiträge, 53x hilfreich)

Verein hat bereits eine Homepage mit Inhalt X auf Server S mit Kosten = 0

Nun, ohne Beschluss wurde eine neue Homepage mit Inhalt X mit Kosten 60 Euro/Jahr gekauft (kein Mehrwert)

Wir sind ein sehr kleiner Verein, da sind 60 Euro sehr viel Geld.

Zumal hatte ich jedes Jahr dem Verein angeboten, die 5 bis 6 Seiten selbst neuzugestalten, da ich beruflich auch Webseiten baue.

Muss der Verein nicht auch das Wirtschaftlichkeitsgesetz beachten? Was braucht ein Verein 2 Homepages mit identischem Inhalt?

Das habe ich den Mitgliedern geschrieben. Habe hierfür eine Email genommen, die vom Verein kam und bin auf Antworten an alle gegangen.

(Es kam bisher nur der Anruf eines Bekannten, der im Vorstand sitzt, noch nichts Schriftliches)

Begründung: das ich den Kauf der 2. Homepage in Frage gestellt habe.
(nochmal:
Homepage 1 = kostet dem Verein nichts
Homepage 2 = kostet dem Verein 60 Euro

Der Verein besitzt jetzt 2 HP. Das habe ich hinterfragt und dafür soll ich ausgeschlossen werden.


-- Editiert go399839-12 am 06.11.2014 13:14

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#7
 Von 
go399839-12
Status:
Beginner
(89 Beiträge, 53x hilfreich)

Anders gesagt: Aus meiner Sicht hat der Vorstand ohne Ermächtigung der MV gehandelt, indem er noch eine 2. Homepage kaufte (Es sollte dort irgendeine zusätzliche Kalenderfunktion geben, die die Laien aber nicht zum laufen brachten, also, kein Mehrwert auf der 2. Homepage)

Da der Vorstand die Mitglieder nicht über die Kosten benachrichtigen wollte, schrieb ich den Mitgliedern.
Ich habe wie gesagt, die Mitglieder informiert, dass ich bei Wunsch eines neuen Designs, dass auch kostenlos machen könnte, statt das Schloss zu wischen. (ich bin vom Fach, angestellt, keine eigen Firma).


Wird denn ein Richter zustimmen, dass ein Verein 2 Webseiten auf 2 Hosts braucht?

http://de.wikipedia.org/wiki/Meinungsfreiheit
Darf man hier nicht fre jederman seine Meinung äußern, wenn der Verein Geld verschwendet?
Könnte ich nicht sogar, wenn ich wollte die Presse informieren, dass ein verein, der ständig nur am bettlern ist, so viel Geld hat sich 2 Homepages zu leisten?

Bewahre ich dem Verein nicht sogar vor Schaden, wenn ich den Mitgleidern sage, wie der Vorstand das Geld sinnlos zum Fenster raushaut?

-- Editiert go399839-12 am 06.11.2014 13:17

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#8
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(12796 Beiträge, 8197x hilfreich)


Was ist denn jetzt genau deine Frage?

a) Ob ein Verein 2 Homepages haben darf?
b) Ob der Verein Geld verschwendet?
c) Ob der Verein dich rauswerfen durfte?

a) Es gibt kein Gesetz, dass das verbietet. Ob es sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt. Das ist aber dann keine Frage für ein Rechtsforum.

b) Geldverschwendung ist auch erstmal nicht verboten. Man muss halt nur mit den Konsequenzen (z.B. dass man dann weniger Geld für andere Sachen hat) leben können. Falls jemand vom Vorstand im Namen des Vereins Geld verschwendet, ohne dazu berechtigt zu sein, dann könnte sich der Vorstand schadensersatzpflichtig machen. Es kommt aber auf die Satzung an.

c) Dass kommt wieder auf die Satzung an.



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"
Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB ."

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#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(92722 Beiträge, 35903x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Nun, ohne Beschluss wurde eine neue Homepage mit Inhalt X mit Kosten 60 Euro/Jahr gekauft <hr size=1 noshade>

Fraglich, ob so ein Beschluss überhaupt notwendig wäre.
Denn das kann auch eine Angelegenheiten des Vereins sein, welche von dem Vorstand oder einem anderen Vereinsorgan zu besorgen wäre.





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

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#10
 Von 
go399839-12
Status:
Beginner
(89 Beiträge, 53x hilfreich)

Heute kam die Begründung vom Vorstand:

Ich hätte den Vorstand beleidigt, weil ich dem Vorstand schrieb: Die Website ist auf dem Smartphone nicht richtig darstellbar. Man sieht, das ein Anfänger am Fummeln ist.
Und der Verein ist ein Zwei-Klassenverein, indem nur auserwählte Leute etwas machen dürfen und andere eben nicht.

Und: Ich hätte gegen das Datenschutzgesetz verstoßen, weil ich allen Mitgliedern eine Email geschrieben habe.
Ich kann doch als Mitglied auf "Allen Antworten" gehen und frei meine Meinung äußern, solange ich niemanden beleidige?


Ich versteh die Welt nicht:
Wenn der Vorstand allen Mitgliedern eine Email schickt mit allen Emailadressen im CC, dann verstößt der Vorstand nicht gegen das Datenschutzgesetz.

Wenn ein Mitglied aber darauf vertraut, dass der Vorstand das Einverständnis für die Emailadressen hat, weil er sie veröffentlicht, dann verstößt das Mitglied gegen den Datenschutz?

Aber, alle anderen Mitglieder kannten doch die Emailadressen bereits durch den Vorstand?


-- Editiert go399839-12 am 11.11.2014 15:42

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#11
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(92722 Beiträge, 35903x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Ich hätte den Vorstand beleidigt, weil ich dem Vorstand schrieb: <hr size=1 noshade>

Wenn das
quote:<hr size=1 noshade>Die Website ist auf dem Smartphone nicht richtig darstellbar. Man sieht, das ein Anfänger am Fummeln ist. <hr size=1 noshade>

der genaue Wortlaut ist, erschließt sich mir nicht wie da eine Beleidigung des Vorstandes zustandegekommen sein soll.



quote:<hr size=1 noshade>Wenn ein Mitglied aber darauf vertraut, dass der Vorstand das Einverständnis für die Emailadressen hat, weil er sie veröffentlicht, dann verstößt das Mitglied gegen den Datenschutz? <hr size=1 noshade>

Ist das Mitglied denn Mitgleid des Vorstandes?

Ansonsten hat das Mitglied durchaus ein Problem, denn es hatte schlicht keine Erlaubnis zur Verwendung der E-Mail-Adressen.





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#12
 Von 
Spezi-2
Status:
Junior-Partner
(5198 Beiträge, 2163x hilfreich)

quote:
Ich hätte den Vorstand beleidigt, weil ich dem Vorstand schrieb: Die Website ist auf dem Smartphone nicht richtig darstellbar. Man sieht, das ein Anfänger am Fummeln ist.
Und der Verein ist ein Zwei-Klassenverein, indem nur auserwählte Leute etwas machen dürfen und andere eben nicht.

Wenn alles stimmt, kann es eine reine Meinungsäußerung sein. Natürlich kann es der Vorstand als mehr ansehen. Ob es für einen Ausschluss reicht ?
Es ist immer noch unklar, ob die Satzung einen Einspruch/Widerspruch gegen den Ausschluss zulässt und wer darüber entscheidet. Eigentlich die MV. Die entschiedet dann auch ob des als Beleidigung anzusehen ist, und ob die Ausschluss nichtig ist weil keine Anhörung stattfand. Dann könnte er aber nach einer Anhörung erneut erfolgen.
Wenn es keinen Einspruch/Widerspruch gibt, muss man den Vereinsausschluss vor einem ordentlichen Gericht anfechten.
Man sollte sich dann aber auch überlegen, ob man diesem Verein noch angehören möchte.

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#13
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(12796 Beiträge, 8197x hilfreich)


Für einen Vereinsausschluss erscheint mir das auch etwas mager.

Aber wie man es dreht und wendet:
Ohne die Vereinssatzung kann man nichts konkretes sagen und alle Antworten stochern im Nebel.

Wenn der Verein nicht nur eine, sondern sogar zwei Homepages hat, dann wird da auch eien Satzung zu finden sein. Und da wird auch was zu den Modalitäten eines Ausschlusses zu lesen sein.
Der Fragesteller könnte ja mal die Satzung hier mitteilen.


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Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB ."

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#14
 Von 
go399839-12
Status:
Beginner
(89 Beiträge, 53x hilfreich)

Eine Frage: Wenn ich euch jetzt den Link des Vereins sende, agiere ich da gegen den Verein oder
zählt das alles zur "freien Meinungsäußerung"?

Gibt es ein Gesetz, der die Benutzung von Email-Adressen untersagt?

Nachvollziehbar ist für mich, dass ich als Verein, keine Email-Adressen versenden darf, wenn die Erlaubnis des Mitglieds nicht vorliegt, da der Verein sonst einen Verstoß gegen den Datenschutz durchführt.

Wenn er aber die Email-Adressen versendet und ich dien verteiler nicht erweitere, dann darf ich darauf vertrauen, dass die Einwilligung der Mitglieder zur Versendung im CC vorliegt?

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#15
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(12796 Beiträge, 8197x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Eine Frage: Wenn ich euch jetzt den Link des Vereins sende, agiere ich da gegen den Verein oder
zählt das alles zur "freien Meinungsäußerung"? <hr size=1 noshade>

Wer eine Homepage betreibt (oder sogar zwei) muss damit leben, dass die Homepage auch im Internet gefunden wird und verlinkt wird.

quote:<hr size=1 noshade>Gibt es ein Gesetz, der die Benutzung von Email-Adressen untersagt? <hr size=1 noshade>

Nein. Aber es gibt ein Gesetz, dass es verbietet personenbezogene Daten (und das sind Mailadressen) ohne Einverständnis an andere weiterzugeben. Und wenn man so mailt, dass jeder Empfänger auch die Mailadressen der anderen Empfänger sehen kann, dann ist das ein Datenschutzverstoß.

quote:<hr size=1 noshade>Wenn er aber die Email-Adressen versendet und ich dien verteiler nicht erweitere, dann darf ich darauf vertrauen, dass die Einwilligung der Mitglieder zur Versendung im CC vorliegt? <hr size=1 noshade>

Nein.


Nachtrag:
Bei einem Verein, der so merkwürdig agiert, würde ich gar nicht mehr Mitglied sein wollen.





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Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB ."

-- Editiert drkabo am 11.11.2014 17:35

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#16
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(92722 Beiträge, 35903x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Gibt es ein Gesetz, der die Benutzung von Email-Adressen untersagt? <hr size=1 noshade>

Bundes- und Landesdatenschutzgesetze
E-Mail-Adressen gelten als personenbezogene Daten



quote:<hr size=1 noshade>Wenn er aber die Email-Adressen versendet und ich dien verteiler nicht erweitere, dann darf ich darauf vertrauen, dass die Einwilligung der Mitglieder zur Versendung im CC vorliegt? <hr size=1 noshade>

Nein, bei personenbezogenen Daten sollte man immer eine Einwilligung haben.





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#17
 Von 
Spezi-2
Status:
Junior-Partner
(5198 Beiträge, 2163x hilfreich)

quote:
Gibt es ein Gesetz, der die Benutzung von Email-Adressen untersagt?

Die Benutzung bekannter E-Mailadressen nicht.
Die Frage ist, wie sie bekannt werden und wer sie bekannt macht.
Wenn Jedermann auf die Adressen Zugriff hat, ist der verantwortlich, der den Zugriff ermöglich.
Dazu ist bisher zu wenig bekannt, d.h. ich habe nicht verstanden, wie "öffentlich " die E-Mailadressen waren.

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#18
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(92722 Beiträge, 35903x hilfreich)

Der IT-technisch unversierte Vorstand hat die Rundmail mit den E-Mail-Adressen im CC statt wenigstens im BCC versendet.



Gibt es eine Mitgliederliste, die für jedes Mitglied einsehbar ist und die jeweiligen E-Mail-Adressen enthält?





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#19
 Von 
go399839-12
Status:
Beginner
(89 Beiträge, 53x hilfreich)



Ich habe auch mal selbst recherchiert.

Im Verein sind fast alle über 70, die wissen teilweise weder was das Internet ist, noch haben diese eine Email.
Angenommen, die Mitglieder stimmen gegen mich

Einige Auszüge aus der Rechtssprechung: Soeinfach kann man also kein Mitglied los werden ...

http://openjur.de/u/617663.html

"Ebenso fehlt es an einer hinreichend ermittelten Tatsachengrundlage hinsichtlich des Vorwurfs, der Kläger weise eine auf die Zerstörung des Ansehens des Vereins gerichtete Einstellung auf. So hat der Kläger erklärt, eine Verbesserung der Zustände innerhalb des Vereins bewirken und die vereinsinterne Willensbildung fördern zu wollen. Die Annahme solch vereinsfördernder Zwecke ist jedenfalls nicht schon deshalb ausgeschlossen, weil Vereinsorgane kritisiert werden, wenn die Kritik, wie hier, der Aufdeckung und Beseitigung von Missständen dient (vgl BGH, Urt. v. 19.11.1976, I ZR 46/75 ,GRUR 1977, 229 , 230).

Der Ausschluss war im Hinblick auf die beiden zuletzt genannten Aspekte zudem auch offenbar unbillig. Ob eine Vereinsstrafe grob unbillig ist, hängt davon ab, ob sachliche Gründe die Verhängung gerade dieser Vereinsstrafe rechtfertigen. Eine offenbare Unbilligkeit wird angenommen, wenn das Mitglied wegen einer Äußerung bestraft wird, die es in Wahrnehmung berechtigter Interessen aufstellen durfte (Schöpflin in BeckOK BGB, 2012, § 25 Rn. 69; BGH NJW 1967, 1657 )."


"Es kommt in einer pluralistischen Gesellschaft oft vor, dass verschiedene Meinungen und Anschauungen vertreten werden. Es kann daher gerade Sinn einer Wahl durch eine MV sein, die im Verein vorhandenen unterschiedlichen Auffassungen und Strömungen auch im VS vertreten sehen zu wollen. Es ist dann urdemokratische Aufgabe der gewählten VS-Mitglieder diese Unterschiede zu ertragen und ggf. zu einem Ausgleich zu bringen. Dieses würde vollkommen unterlaufen, wenn eine Mehrheitsströmung in einem Vereinsvorstand die Möglichkeit hätte, die Minderheit einfach auszuschließen.

Aus: AG Düsseldorf, Urt. v. 27.01.2009 – 52 C 10352/08 NZG 2009, 795 = NJW-RR 2009, 1045 = NJW-Spezial 2009, 449 = juris (JURE 090032916)"

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#20
 Von 
go399839-12
Status:
Beginner
(89 Beiträge, 53x hilfreich)

Danke, liebe Mitglieder,

Ja, der Vorstand selbst hat die Email-Adressen versendet.


https://www.bfdi.bund.de/bfdi_forum/showthread.php?t=2426

"In folgenden Fällen besteht kein besonderer Schutzbedarf einer E-Mail-Adresse und es bestehen damit auch keine weitergehenden Anforderungen an die Vertraulichkeit der E-Mail-Adresse:

Verteilerlisten, deren Empfänger alle untereinander bereits sichtbare Kommunikationsbeziehungen auf diese Ebene miteinander pflegen."



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#21
 Von 
Spezi-2
Status:
Junior-Partner
(5198 Beiträge, 2163x hilfreich)

Realität, also Stand der Sache ist, der Ausschluss ist erfolgt und der Vorstand/Verein wird das Exmitglied als ausgeschlossen behandeln.
go399839-12 muss sich daher entscheiden, ob und wie er gegen den Ausschluss vorgehen will und ob dies Sinn macht oder ob er den Verein verlässt.
Genügend "Verbündete" scheint es nicht zu geben.

Lohnt sich ein Streit nur um nachzuweisen, dass man im Recht ist ?



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#22
 Von 
go399839-12
Status:
Beginner
(89 Beiträge, 53x hilfreich)

Hallo Zusammen,

ich wollte euch nochmal fragen - unabhängig von der rechtlichen Seite:

Wenn ihr in einem kleinen Verein wärt (ca. 100 Mitglieder), der aus öffentlichen Geldern gefördert wird und auch so auf Spenden angewiesen ist,
wie hättet ihr dann reagiert, wenn ihr wüsstet,
dass der Verein eine kostenlose Homepage und
eine Homepage ohne Abstimmung des Vereins , für die er jährlich 60 Euro zahlen muss (ohne inhaltlichen Mehrwert) geordert hat?





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#23
 Von 
NinaONina
Status:
Lehrling
(1506 Beiträge, 1222x hilfreich)

quote:
wie hättet ihr dann reagiert, wenn ihr wüsstet,
dass der Verein eine kostenlose Homepage und
eine Homepage ohne Abstimmung des Vereins , für die er jährlich 60 Euro zahlen muss (ohne inhaltlichen Mehrwert) geordert hat?


Ich hätte erst mal beim Vorstand nachgefragt, bevor ich sowas vereinsschädigend an die große Glocke gehängt hätte.

Ich lese aus dem "hätte ich dem Verein auch kostenlos gemacht" auch viel verletztes Ego heraus. Immerhin muß immer noch der Verein entscheiden, was er nun genau will und wen er beauftragt.
Eine bezahlte Firma etwa haftet für ihr Werk (Erreichbarkeit, Fehlerfreiheit etc.), ein das für lau machendes Vereinsmitglied nicht. Und man spart sich die hier auch oft gesehenen Spielchen wie "Ich bin ausgetreten/ausgeschlossen, kann ich dem Verein jetzt die Nutzung untersagen? ". Da sind 5 EUR/Monat (!) deutlich billiger als sich auch nur mit einem klagewilligen "Helfer" auseinandersetzen zu müssen, der die Seiten "kostenlos" auf seinem Server hostet und einen Tag nach Austritt den Auftritt zu macht und alle Zugangsdaten abklemmt.
Habe ich hier im Forum schon so oft erlebt, da würde ich als Vereinsvorstand niemals so eine Konstellation erlauben.

quote:
(ohne inhaltlichen Mehrwert)


Deine Meinung, nicht zwingend die objektive Wahrheit. Schon sowas simples wie "bessere Verfügbarkeit" ist was wert. Bei uns sagt man "Wat nix koss, iss auch nix".


-- Editiert NinaONina am 13.11.2014 18:10

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#24
 Von 
go399839-12
Status:
Beginner
(89 Beiträge, 53x hilfreich)

Die Webseite wurde von einem anderen Vereinsmitglied, der als Mauerer tätig ist, mit Jimbo selbst erstellt.

Die Firma, die für die Stadt tätig ist, hätte für die Layout Änderung einmalig 75 Euro genommen.

Das war dem Verein zu teuer, dass die Firma für 75 Euro tätig wird.

Die Winseln um jedes Mitglied, weil sie die 20 Euro brauchen.

Nun haben wir zwei Webseiten/ Domains.

Der Verein wird aus öffentlichen Mitteln und der Stadt gesponsort, wenn der Fussballverein für die Kinder mal 60 Euro braucht, ist kein Geld da.

Ich hätte dem Verin das Layout entworfen und ihnen ein Kostenloses Tool zum Ändern bereitgestellt.

-- Editiert go399839-12 am 13.11.2014 19:46

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#25
 Von 
NinaONina
Status:
Lehrling
(1506 Beiträge, 1222x hilfreich)

Juristisch ist die Frage doch jetzt geklärt, oder? Alles weitere ist persönliche Meinung zu eurem Kleinkrieg, da bin ich raus. ;)

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#26
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(12796 Beiträge, 8197x hilfreich)


quote:<hr size=1 noshade>Juristisch ist die Frage doch jetzt geklärt, oder? <hr size=1 noshade>

Welche denn?
Die Frage ob ein Vereinsausschluss rechtens ist, wurde noch nicht geklärt, weil der Fragesteller die Satzung nicht rausrücken möchte.
Die Frage, ob der Vorstand eine zweite, kostenpflichtige Homepage in Auftrag geben durfte, obwohl es kostenlose Alternativen gab, wurde auch noch nicht geklärt, weil man auch dazu die Satzung des Vereins und wahrscheinlich noch die Geschäftsordnung des Vorstand (wenn vorhanden) kennen müsste.
Die Frage ob es sinnvoll ist, eine zweite, kostenpflichtige Homepage in Auftrag zu geben, obwohl es kostenlose Alternativen gab, ist keine für ein Rechtsforum. Das könnte man im Unterforum "Plauderecke" diskutieren ...





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#27
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(92722 Beiträge, 35903x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>wie hättet ihr dann reagiert, <hr size=1 noshade>

Ich hätte mir erst mal einen "Schlachtplan" zurecht gelegt (informieren, selektieren, verifizieren) und dann losgelegt.





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

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#28
 Von 
Spezi-2
Status:
Junior-Partner
(5198 Beiträge, 2163x hilfreich)

Vorweg steht doch die Frage, ob es sich lohnt in diesem Verein (mit solchem Rückhalt/ solcher Sympathie) noch Mitglied zu sein, also um seine Rechte zu kämpfen.

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#29
 Von 
go399839-12
Status:
Beginner
(89 Beiträge, 53x hilfreich)

"In der Anlage übersenden wir Ihnen als letzten Kompromiss eine Vereinbarung zwischen Verein und Ihnen, die Sie bei Einverständnis unterzeichnen und mir bis zum 19.11.14 um 18°°Uhr zukommen lassen sollten.

Sollte dies nicht geschehen, wird es zur Information der Mitglieder in der Versammlung am 20.11.14 eine Änderung der Tagesordnung geben, beginnend mit einer Beamer-Präsentation der aktuellen Web-Side und des von Ihnen seit dem 29.09.2014
"losgetretenen’’ E-Mail- Verkehrs.
Im Anschluss an die Präsentation werden die anwesenden Mitglieder zur Abstimmung über Ihren Vereinsausschluss aufgerufen, um endlich wieder zu einer unserem Vereinsziel dienenden Vereinsarbeit zurückzukehren "

Kompromiss: ich trete freiwillig aus, dann spricht der Verein nicht über den vorfall.

Was haltet ihr davon?


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#30
 Von 
hiphappy
Status:
Master
(4977 Beiträge, 2336x hilfreich)

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