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Kostüme mit Eigenanteil bezahlt

13.5.2019 Thema abonnieren
 Von 
kronic
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Kostüme mit Eigenanteil bezahlt

Hallo ich hab da mal eine Frage, ich hoffe ihr könnt mir helfen.

Wir haben als komplette Abteilung unseren alten Verein verlassen und einen neuen/eigenen Verein gegründet.
Wem gehören nun die Kostüme?
Zitat 1. Vorstizender: wenn eine Abteilung den Verein verlässt, verlässt er ihn nackt :-)
Soweit auch alles richtig...
Nur wurden die Kostüme zum Teil vom Verein bezahlt und zum Teil von den Tänzern privat.

Materialkosten über Verein bestellt und die Schneiderin von uns Privat bezahlt* (90€ Verein pro Tänzer und 100€ privat pro Tänzer)

Jetzt will der alte Verein das wir als neuer Verein einen Vertrag unterschreiben, das er uns die Kostüme überlässt und wir im Gegenzug an den Veranstaltungen vom alten Verein tanzen!
Wir werden definitiv keinen Vertrag mit unserem alten Verein abschließen....

Könnte der alte Verein wirklich unsere Kostüme komplett einbehalten auch wenn wir die hälfte Privat finanziert haben?

LG





-- Editiert von kronic am 13.05.2019 15:06

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Spezi-2
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1995x hilfreich)

Da es keine Infos darüber gibt, welche Vereinbarungen bei der Anschaffung der Kostüme konkret getroffen wurden bleibt meine Glaskugel blind.
Steht ein Vereinsname oder ein ähnliches Indiz auf den Kostümen ?
Regelt die Vereinssatzung etwas zur Nutzung der Kostüme ?

Signatur:Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen.
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#2
 Von 
kronic
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

In der Satzung ist das nicht geregelt, es steht auch kein Logo oder sonst etwas auf den Kostümen.
Die ganzen Jahre durften die Tänzerinnen ihre Kostüme behalten und dem Verein war es egal was damit passiert. Nur jetzt machen sie sich Gedanken darüber.... laut 1. VORSITZENDER wollen sie die Kostüme eigentlich nicht....Was sollen wir damit, wir haben dafür keine Verwendung.

Sie wollen das wir uns Vertraglich an sie binden... denn ohne die Tanzgruppe kann die Veranstaltung des alten Vereins nicht statt finden und die ist eine große Einnahmequelle des Vereins.
Ist kompliziert, ich weiß....

Die Tanzgruppe war die ganze Zeit nur ein Anhängsel des Fußball vereins.

Was man noch hinzu fügen kann, wir veranstalteten mit unserer Abteilung immer einen Showtanzabend, der Gewinn wurde uns für die Kostüme zur Verfügung gestellt.
Das wurde mündlich vereinbart.
Das reichte aber bei weitem nicht aus um die Kosten zu decken...
Deshalb wurde der Rest immer von den Eltern übernommen.

Lg
-- Editiert von kronic am 13.05.2019 19:58

-- Editiert von kronic am 13.05.2019 20:03

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(68930 Beiträge, 31963x hilfreich)

Zitat (von kronic):
und die Schneiderin von uns Privat bezahlt

Korrekt mit Rechnung und allem? Oder eher so "nebenbei unter der Theke"?


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#4
 Von 
kronic
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Korrekt mit Rechnung.

Rechnungsanschrift war aber nicht der alte Verein.

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#5
 Von 
hiphappy
Status:
Bachelor
(3916 Beiträge, 2055x hilfreich)

Zitat (von kronic):
Nur wurden die Kostüme zum Teil vom Verein bezahlt und zum Teil von den Tänzern privat.

Materialkosten über Verein bestellt und die Schneiderin von uns Privat bezahlt* (90€ Verein pro Tänzer und 100€ privat pro Tänzer)

Daraus lese ich, dass die Kostüme dem Verein gehören, und die jeweilige Anpassung an die Tänzer privat gezahlt wurde.
Damit gehören die Kostüme anscheinend dem Verein.

Zitat (von kronic):
Könnte der alte Verein wirklich unsere Kostüme komplett einbehalten auch wenn wir die hälfte Privat finanziert haben?

Dem neuen Verein gehören die Kostüme ganz gewiss nicht. Wenn überhaupt könnten die Einzelpersonen einen Teilanspruch haben.

Am ehesten haben die Tänzer gegen den alten Verein einen Erstattungsanspruch in Höhe der 100 EUR, wenn die Kosten auch für das Nähen waren und nicht nur für das Anpassen. Da könnte aber auch Verjährung eine Rolle spielen. Kommt halt auf die nachweislichen Vereinbarungen an.

Zitat (von kronic):
laut 1. VORSITZENDER wollen sie die Kostüme eigentlich nicht....Was sollen wir damit, wir haben dafür keine Verwendung.

Das könnte eine äußerst gute Verhandlungsposition sein.

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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(68930 Beiträge, 31963x hilfreich)

Der Verein hat wohl nur einen Zuschuss gegeben ...

Die ganz Mutigen würden die Kostüme mitnehmen und abwarten was der Verein macht ...


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#7
 Von 
kronic
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Ja das ist es worüber wir uns den Kopf zerbrechen, können bzw. ist es rechtens das die Tänzerinnen (als Einzelperson) ihren Eigenanteil von 100€ einfordern können wenn der Verein wirklich sagt wenn ihr nicht tanzt wollen wir die Kostüme.

Das der neue Verein da nichts machen kann ist klar.

Entschuldigt bitte die vielen Fragen aber wir wissen nicht so recht was wir machen sollen und haben damit absolut nicht gerechnet.

Lg

-- Editiert von kronic am 13.05.2019 22:49

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#8
 Von 
kronic
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Die 100€ waren fürs nähen, nicht fürs Anpassen. Der Verein hat lediglich das Material in Rechnung gestellt bekommen.

Lg

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#9
 Von 
essey
Status:
Schüler
(172 Beiträge, 48x hilfreich)

Dann wäre die einfachste Möglichkeit, wenn die Materialkosten dem Verein zurückgegeben werden.
Da in der Satzung des Vereins nichts steht, gehören dann die Kostüme euch.

Oder dem Verein die Kostüme in zerlegtem Zustand wieder geben :-) , falls der Verein nicht darauf eingeht.

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#10
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(28234 Beiträge, 11715x hilfreich)

Für mich ist das noch etwas widersprüchlich. Einerseits hat der neue Verein kein Interesse an den Kostümen, andererseits will er sie doch auf Auftritten tragen, also mitnehmen? Watt denn nu? Das wär schon wichtig zu wissen.

Ich gehe einfach davon aus, ganz vorsichtig, weil hier ja noch eine wesentliche Info fehlt, dass der alte Verein Eigentümer der Kostüme ist, es einen Vertrag eigener Art mit den Trägern der Kostüme zustande gekommen ist. So, wenn der neue Verein die Kostüme einfach zurücklassen will, dann ist damit alles klar. Kostüme bleiben beim Eigentümer und gut ist. Kein Ersatz von irgendwas. Ist nicht geregelt, ich sehe keine Anspruchsgrundlage. Und selbst wenn, dann bestimmt nicht die seinerzeitige Investition den Wert, sondern der Zeitwert. Und der tendiert bei gebrauchten Kostümen wahrscheinlich in Richtung null.

Wenn der neue Verein die Klamotten mitnehmen will, okay, dann müssen sie abgekauft werden. Und da ist es dann verhandlungssache, auch hier gelten meine Überlegungen hinsichtlich des Zeitwertes.

wirdwerden

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#11
 Von 
so475670-44
Status:
Praktikant
(533 Beiträge, 161x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Für mich ist das noch etwas widersprüchlich. Einerseits hat der neue Verein kein Interesse an den Kostümen, andererseits will er sie doch auf Auftritten tragen, also mitnehmen?

Missverständnis. Der alte Verein hat kein Interesse mehr an den Kostümen. Insofern würde ich - soweit es die Materialkosten betrifft - von einem Verzicht auf das Eigentum ausgehen, als ob sie die Kostüme in den Müll geworfen hätten, und einer Begründung des Eigentums durch den neuen Verein, der im Übrigen durch die Übernahme der Schneiderkosten bereits Miteigentum an den Sachen erworben hat (oder war das nur ein einzelnes Mitglied?).

Geltend machen könnte der alte Verein allenfalls die Materialkosten, die er ja getragen hat, aber diese Forderung scheint mir verwirkt, sie haben ja auf das Eigentum ausdrücklich verzichtet. Jahaa, in der Praxis Beweisproblem bei der Rechtsdurchsetzung. Aber, wo kein Kläger... und als Beklagte muss man einfach nur bestreiten, diese Rechtsposition ist immer bequemer als die des Klägers.

Fazit: Kostüme behalten, schlimmstenfalls wird man verklagt, die Klage wird abgewiesen und der alte Verein zahlt drauf. Irgendwelche "Dienstverpflichtungen" ergeben sich aus diesem Eigentumsstreit schon mal gar nicht.

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#12
 Von 
Sir Berry
Status:
Senior-Partner
(6841 Beiträge, 2471x hilfreich)

Zitat (von so475670-44):
Missverständnis. Der alte Verein hat kein Interesse mehr an den Kostümen.
Das stimmt rein faktisch nicht.

Zitat (von so475670-44):
Insofern würde ich - soweit es die Materialkosten betrifft - von einem Verzicht auf das Eigentum ausgehen, als ob sie die Kostüme in den Müll geworfen hätten, und einer Begründung des Eigentums durch den neuen Verein, der im Übrigen durch die Übernahme der Schneiderkosten bereits Miteigentum an den Sachen erworben hat (oder war das nur ein einzelnes Mitglied?).

Weder noch. Durch eine Veränderung einer Sache erwirbt man kein Eigentum(santeil).
Der alte Verein ist Eigentümer des Stoffes und war mit einer Veränderung durch den Schneider einverstanden. Ohne dieses Einverständnis wäre es Sachbeschädigung.

Das Eigentum wurde auch nicht aufgegeben. Im gegenteil, die Aussage des Vereinsvorsitzenden ist deutlich.


Zitat (von so475670-44):
Fazit: Kostüme behalten, schlimmstenfalls wird man verklagt, die Klage wird abgewiesen und der alte Verein zahlt drauf. Irgendwelche "Dienstverpflichtungen" ergeben sich aus diesem Eigentumsstreit schon mal gar nicht.


Das einzig richtige an der Aussage ist der Teil, dass sich keine Dienstverpflichtungen ergeben.
Aber die Dienstverpflichtung ist auch nur ein Angebot als Gegenleistung für die Übereignung der Kostüme.

Wenn die Klage schlüssig formuliert wird, kann sie garnicht abgewiesen werden.

Zitat (von wirdwerden):
Wenn der neue Verein die Klamotten mitnehmen will, okay, dann müssen sie abgekauft werden. Und da ist es dann verhandlungssache, auch hier gelten meine Überlegungen hinsichtlich des Zeitwertes.


Auf den Punkt gebracht, wobei sich jeder, der "sein" Kostüm behalten möchte, dann auch verpflichten sollte. Tritt hingegen der neue Verein als Aufkäufer auf, könnte es zu weiteren Problemen kommen, wenn der Vertrag nicht juristisch ausgearbeitet wird. Könnte, muss nicht.

Berry

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