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Verein Gründen, um darüber Outdoor Veranstaltungen als 'Vereinsfeier' zu veranstalten

14.2.2019 Thema abonnieren
 Von 
go508965-12
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Verein Gründen, um darüber Outdoor Veranstaltungen als 'Vereinsfeier' zu veranstalten

Hallo! Vorab: Ich habe gesehen, dass es hier zu dem Thema schon ein paar Fragen gab, da diese aber meist nicht ganz für diese Situation gepasst haben, hier nochmal einen neuen Post!

Bei mir in der Stadt wird im Uni-Umfeld jährlich ein kleines Festival organisiert. Das ganze hat auf einem gemieten Gelände stattgefunden, aber da die Veranstaltung quasi non-profit ist (zwar nicht nach strikten Auflagen, aber nicht profitorientiert), wurden bisher jeweils nur 500 Tickets verkauft, um keine Auflagen einer Großveranstaltung erfüllen zu müssen. Des Weiteren werden ab und an kleinere Open Air Veranstaltungen (~100 Leute) mit ähnlichem Konzept organisiert, die dann aber immer um Punkt 10 vorbei sein müssen, weil sich der Aufwand einer Anmeldung nicht lohnen würde.

Nun habe ich überlegt, ob es Sinn machen würde hierfür einen Verein zu gründen. Statt Tickets zu verkaufen, melden sich die Leuten im Verein an, statt Eintritt, zahlen sie dann eine "Jahresgebühr". Hier wäre dann erstmal die Frage, geht das ohne weiteres? Gibt es hier haftungstechnisch etc viel zu beachten?
Und natürlich die wichtigste Frage: Wie finde ich raus, welche Auflagen es für Open-Air Vereinsfeiern gibt? Kann ich davon ausgehen, dass hier mehr als 500 Leute kommen könnten, ohne komplizierte Zusatzauflagen zu erfüllen?

Vielen Dank und Beste Grüße!

-- Editiert von go508965-12 am 14.02.2019 14:41

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hiphappy
Status:
Bachelor
(3961 Beiträge, 2065x hilfreich)

Zitat (von go508965-12):
Kann ich davon ausgehen, dass hier mehr als 500 Leute kommen könnten, ohne komplizierte Zusatzauflagen zu erfüllen?

Du kannst davon ausgehen, dass IMMER Auflagen erfüllt werden müssen, wenn mehr als 500 Leute kommen.
Man kann ggfls. einen Verein gründen, der als Veranstalter für solche Festivals auftritt und dadurch auch die Haftung etwas beschränken. Aber um die Auflagen wird man nicht drum herum kommen.

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#2
 Von 
Daggi40
Status:
Schüler
(232 Beiträge, 54x hilfreich)

Frag doch mal die untere Immissionsschutzbehörde beim Landkreis. Die sitzt wahrscheinlich im Umweltamt und hat viel Erfahrung mit Open Air Veranstaltungen. Es gibt immer Regeln einzuhalten. Guck mal in die TA Lärm und die Freizeitlärm-Richtlinie. Schau mal ins BImSchG unter § 22. Was sagt die Stadtordnung aus zum Lärm? Dass ab 22:00 Uhr Ruhe sein muss, hat immissionsschutzrechtliche Gründe, denn da beginnt die Nachtzeit und die Immissionsrichtwerte nachts sind bei einer Musikveranstaltung im Freien nicht einzuhalten.
Die Auflagen haben nicht nur was damit zu tun, ob 100 oder 500 Leute kommen. Den meisten Lärm macht die Band/der DJ.
Als erstes solltest du dich informieren, was der Verein für Auflagen erfüllen muss, was das für einen Aufwand bedeutet und was das für Kosten verursacht. Bspw. müssen auch tags Lärmrichtwerte eingehalten werden und würde die Behörde ein Schallschutzgutachten fordern, würde das schon ca. 1500,- kosten.
Dann musst du dich informieren, wie ein Verein zu gründen ist.

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#3
 Von 
go508965-12
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die Antworten! Dann scheint das das Problem erstmal noch nicht zu lösen, wäre vielleicht auch etwas zu einfach gewesen! Aber ich werde mal prüfen, inwiefern es dennoch Sinn machen könnte einen Verein für die Verstaltung zu gründen!

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#4
 Von 
eh1960
Status:
Student
(2069 Beiträge, 724x hilfreich)

Zitat (von go508965-12):

Nun habe ich überlegt, ob es Sinn machen würde hierfür einen Verein zu gründen. Statt Tickets zu verkaufen, melden sich die Leuten im Verein an, statt Eintritt, zahlen sie dann eine "Jahresgebühr".

Dann wäre wirtschaftliches Handeln Vereinszweck. Geht ohne weiteres, ist aber genauso steuerpflichtig wie das wirtschaftliche Handeln eines Gewerbetreibenden. Und "gemeinnützig" geht dann natürlich nicht.
Zitat:

Hier wäre dann erstmal die Frage, geht das ohne weiteres? Gibt es hier haftungstechnisch etc viel zu beachten?

Haftungstechnisch hat der Verein genau dasselbe zu beachten wie der gewerbliche Veranstalter.
Zitat:
Und natürlich die wichtigste Frage: Wie finde ich raus, welche Auflagen es für Open-Air Vereinsfeiern gibt?

In einem Gespräch mit der Ordnungsbehörde.
Zitat:
Kann ich davon ausgehen, dass hier mehr als 500 Leute kommen könnten, ohne komplizierte Zusatzauflagen zu erfüllen?/quote]
Ich bezweilfe, daß man auch nur 400 Besucher haben kann, ohne die üblichen Auflagen zu erfüllen.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#5
 Von 
eh1960
Status:
Student
(2069 Beiträge, 724x hilfreich)

Zitat (von hiphappy):
Zitat (von go508965-12):

Man kann ggfls. einen Verein gründen, der als Veranstalter für solche Festivals auftritt und dadurch auch die Haftung etwas beschränken. Aber um die Auflagen wird man nicht drum herum kommen.

Dann haftet der Verein, und damit haften Vorstandsmitglieder dafür, daß der Verein die einschlägigen Vorschriften einhält.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#6
 Von 
fb524208-57
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Zitat (von go508965-12):

Nun habe ich überlegt, ob es Sinn machen würde hierfür einen Verein zu gründen. Statt Tickets zu verkaufen, melden sich die Leuten im Verein an, statt Eintritt, zahlen sie dann eine "Jahresgebühr".

Dann wäre wirtschaftliches Handeln Vereinszweck. Geht ohne weiteres, ist aber genauso steuerpflichtig wie das wirtschaftliche Handeln eines Gewerbetreibenden. Und "gemeinnützig" geht dann natürlich nicht.

Nur dadurch, dass der Verein (u.A.) eine Veranstaltung abhält und dafür Eintritt verlangt, liegt noch lange kein wirtschaftliches Handeln vor. Solch eine Veranstaltung hat Kosten, die gedeckt werden müssen. Selbst wenn Helfer & DJs kostenfrei arbeiten würden, kosten Absperrungen, Bühne, Tonanlage etc. auch Geld. Wie man aus dem Kontext herauslesen kann, geht es dem Threadersteller nicht darum, Geld durch diese Veranstaltungen zu verdienen. Erst dann, würde ein "wirtschaftliches Handeln" vorliegen. Wobei man eher zwischen gewinnorientiertem Handeln und "non-profit-Handeln" unterscheiden sollte, was auch bei der Einschätzung des Finanzamts zu Grunde gelegt wird. Wichtig ist, dass das Handeln des Vereins u.A. AO § 52 entspricht.

Allerdings würde ich ohnehin gut überlegen, ob du dir diesen Aufwand antun möchtest. Mein Tipp: Gründe gemeinsam mit einem Freund oder Kommilitone eine GbR oder melde ein Einzelunternehmen (jeweils im Nebenerwerb an) und nutze die Kleinunternehmerregelung, wenn die Kosten eures Festivals 17.500 € nicht übersteigen. So müsst ihr keine USt. abführen, da euer Festival ja non-profit ist und somit wohl oftmals ziemlich 0 auf 0 endet, musst du dir auch keine großen Gedanken in Sachen ESt. machen. Allerdings solltest du (und dein Partner) die letztlich resultierenden Einnahmen dennoch in der EStE. angeben. An den Auflagen ändert sich i.d.R. nichts, ein offenes Gespräch mit dem Ordnungsamt solltest du dennoch führen.

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