Anwalts- oder Verfahrensrecht

25. Oktober 2023 Thema abonnieren
 Von 
Brit2
Status:
Schüler
(292 Beiträge, 10x hilfreich)
Anwalts- oder Verfahrensrecht

Laufendes Verfahren - lt Richterbeschluss soll ein weiteres Gutachten erstellt werden. Dem Gutachter werden Papiere übersandt - ich darf nicht erfahren, welche. Das Gutachten wird am Schreibtisch erstellt ohne Ortsbesichtigung.
Der Gutachter wird bewusst einige Fotos und Aussagen der beiden Parteien für die Erstellung des Gutachtens NICHT erhalten und trotz wiederholter Aufforderung (weil wichtig) weigert sich der Anwalt, zwei bestimmte Fotos NICHT zur Gerichtsakte und somit auch nicht zum Gutachter zu geben.
Ich forderte folglich den (eigenen) Anwalt auf - diesen Gutachter anschließend als Zeuge in der nächsten Verhandlung laden zu lassen -. denn nur der Anwalt darf solchen Antrag stellen. Der Richter wiederum möchte das nicht. Antwort des Anwalts heute per Email: nein, ich stelle den Antrag nicht. Wir können ja notfalls anschließend schriftlich Fragen stellen ---- d.h mit wird aktiv untersagt, selbst Fragen zum Gutachten zu stellen.

Weil ja postwendend wieder der Schrei nach Details folgt:
Unfall nachts - Fotos der Ermittlungsakte lange nach Sonnenaufgang.
Kritik an fehlender Scheinwerferbeleuchtung - die linke Front wurde zerstört - keine Spuren/Datensicherung.
Vergleich der protokollierten Aussagen Fahrer mit Beifahrer in 4 verschiedenen Verfahren komplett widersprüchlich (bzw der Beifahrer übernahm die Lügen des Fahrers komplett in seiner letzten Aussage --- irrelevant, "menschlich natürlich, nicht verwerflich" lt Anwalt - mal kam das Auto von links, mal von vorne, mal wurde es erst 2m vor dem Crash erstmals gesehen, jetzt plötzlich 25m früher aus der Ferne in Ruhe ... = es passt von vorne bis hinten nichts zusammen. Anwalt über neuen Gutachter: "ach, unwichtig, das findet der schon alleine raus und kann es sich denken". - Ich nenne sowas Mobbing ggü Mandant UND Gutachter.

Selbst die in der Ermittlungsakte abgeheftete Diagnose der behandelnden Ärzte stimmt nicht mit den Aussagen überein! - irrelevant, menschliche Erinnerungslücken ...

Muss man sich Prozesspartei damit abfinden? Der Anwalt wählt aus, welche Fragen und mit welcher Formulierung überhaupt an Zeuge und Gutachter gestellt werden DÜRFEN?
Wenn ich meinen eigenen Anwalt auffordere, schlichtweg die Aussagen der Gegenseite zu bestreiten und einen Gutachter als zeuge laden zu lassen - und der antwortet mit "nein!" - wo bleibt das angebliche Weisungsrecht des Mandanten?

Meine Bedenken haben einen Grund - saublöde Fragen an den letzten geladenen Zeugen - die lediglich bewiesen haben, dass sich jener Anwalt in keinster Weise auf den Termin vorbereitet hatte. Die Antworten waren entsprechend irrelevant gefolgt vom Kommentar Anwalt über Zeuge) "der hat wirklich von Nichts Ahnung".
Das Gegenteil war der Fall - nur gefielen die Aussagen eben nicht. Wenn Blicke (eines Juristen) töten könnten ...
Die Gegenseite war deutlich besser vorbereitet und benahm sich professioneller.

Nein, an dieser Stelle ist kein Anwaltswechsel möglich. Seitdem die Gebühren in Höhe Streitwert von mir bezahlt wurden, ist sämtliches Engagement vorbei - im Gegenteil - ich soll jetzt plötzlich auf Ansprüche verzichten - damit "mein" Anwalt seine zusätzlichen Vergleichsgebühren obendrauf kassieren kann und nie wieder einen Termin wahrnehmen muss.

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2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118838 Beiträge, 39640x hilfreich)

Zitat (von Brit2):
Der Anwalt wählt aus, welche Fragen und mit welcher Formulierung überhaupt an Zeuge und Gutachter gestellt werden DÜRFEN?

Kurz und knapp: der Anwalt is Herr des Verfahrens.
Seine Aufgabe ist es, entsprechend vorzutragen und unwichtiges vom Gericht und Verfahren fernzuhalten



Zitat (von Brit2):
Wenn ich meinen eigenen Anwalt auffordere, schlichtweg die Aussagen der Gegenseite zu bestreiten und einen Gutachter als zeuge laden zu lassen - und der antwortet mit "nein!" - wo bleibt das angebliche Weisungsrecht des Mandanten?

Der Anwalt hat auch die Aufgabe den Mandanten zu schützen.
Er wird auch keine unsinnigen Verfahrenstaktiken anwenden, nur weil ein juristisch Unkundiger das für eine tolle Idee und wichtig hält
Notfalls legt er einfach das Mandat wegen unüberbrückbarer Differenzen nieder.


Und sollte man tatsächlich an einen "faulen Apfel" gelangt sein und ein Wexhsel zu einem andren Anwalt nicht gewünscht sein, hilft es nur, in Vorbereitung auf möglichen Schadenersatz alles möglichst gerichtsfest zu dokumenieren.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31693 Beiträge, 5593x hilfreich)

Zitat (von Brit2):
Laufendes Verfahren
...und trotzdem wieder ein neuer Thread? Du strapazierst die User...

Ja, das Gericht/der Richter kann das beschließen.
Zitat (von Brit2):
d.h mir wird aktiv untersagt, selbst Fragen zum Gutachten zu stellen.
Richtig. JETZT soll erst ein vom Gericht beauftragter Gutachter tätig werden. Das Gericht wird für ihn die Beweisfragen formulieren, die Beteiligten müssen nicht dazu befragt werden.
Zitat (von Brit2):
Weil ja postwendend wieder der Schrei nach Details folgt:
Das behauptest du. Inzwischen dürften Details zur Genüge lesbar gesammelt sein, so dass niemand danach schreien muss. Im übrigen werden dir die Beweisfragen gar nicht bekanntgegeben.

Es bringt hier vor allem nichts, wieder und wieder deine Ansichten herzuschreiben.
Zitat (von Brit2):
Ich nenne sowas Mobbing ggü Mandant UND Gutachter.
Das bleibt dir unbenommen.

Bisher hat das Gericht etwas beschlossen, damit das hässliche Verfahren seinen Fortgang und hoffentlich bald ein Ende nimmt. Das haben alle Beteiligten zunächst zu akzeptieren und das Gutachten des G-Gutachters abzuwarten.
uU können Anwalt und Mandant später wieder mit Gegenargumenten, Fragen, Anträgen auflaufen.

Weisungsrecht des Mandanten?? Das hat ganz sicher Grenzen. Denn vom Grundsatz darf abgewichen werden, wenn...

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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