Gegnerische Kosten

26. Mai 2008 Thema abonnieren
 Von 
europe
Status:
Beginner
(98 Beiträge, 5x hilfreich)
Gegnerische Kosten

Ich hoffe, hier kann mir jemand mit Rat und Tat zur Seite stehen.Ich hoffe, ich bin im richtigen Forum gelandet.

Im vergangenen Jahr hat mein Gartennachbar seinen Schrebergarten aufgegeben. Er bot mir damals übrig gebliebenes Baumaterial (Holz) an.
Wir einigten uns darauf, dass ich ihm hierfür 70 Euro gebe.

Da seine Frau sehr krank war, verließ er dann sehr plötzlich den Garten. Das Baumaterial legte er damals in unseren Garten, und verschwand.
dann habe ich ihn sehr lange nicht mehr gesehen. Irgendwann stand er vor unserer Haustür. Ich ließ ihn auch rein, und er klagte über finanzielle Probleme. Er bat mich, ihm die 70 Euro zu geben. Die hatte ich aber nicht im Haus, also gab ich ihm erst mal 50 Euro.
Damit war er auch zufrieden, und er meldete sich wieder sehr lange zeit nicht bei mir.

Nun hat er allerdings einen Rechtsanwalt eingeschaltet, was ich wirklich sehr ungerecht finde.
Plötzlich verlangt er einen Gesamtbetrag in Höhe von 100,00€ für das Baumaterial und bestreitet weiterhin, 50,00€ erhalten zu haben.

Es folgte ein reger Schriftverkehr. Ich habe die Forderung bestritten, und immer wieder auf die Zahlung in Höhe von 50,00€ hingewiesen.

Nun habe ich erneut ein Schreiben vom Gericht erhalten.
Wenn ich die Zahlung in Höhe von 50,00 € nicht nachweisen kann, wird davon ausgegangen, das ich diese tatsächlich nicht geleistet habe.
Dem Kläger wird aber auch ohne Nachweise geglaubt, das ihm ein Gesamtbetrag in Höhe von 100,00 € zusteht.

Gut, nachweisen kann ich das nicht, und ich bin inzwischen soweit, die Forderung anzuerkennen.
Wenn ich das mache, bin ich dann auch für seine Kosten (rechtsanwalt, Gericht) zuständig?

Danke für Eure Hilfe
Nicki

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Mareike123
Status:
Unparteiischer
(9585 Beiträge, 1699x hilfreich)

>> Wenn ich das mache, bin ich dann auch für seine Kosten (rechtsanwalt, Gericht) zuständig? <<

Anerkenntnis geht in der Regel mit einer Verliererrolle, d.h. voller Kostenübernahme einher.

Im übrigen ist es in der Tat so, daß dann, wenn der Verkauf selbst unstrittig war, als Preis das Marktübliche für vereinbart gilt und jede Seite für eine für sie günstigerere Vereinbarung beweispflichtig wäre (hier: der K dafür, weniger als die marktüblichen 100 EUR zu schulden).

Und da der K die Übergabe der 50 EUR nicht beweisen kann, schuldet er nach wie vor die vollen 100 EUR.

Das nur zur Erklärung, wieso hier scheinbar eine 'Schieflage' zugunsten des VK (Klägers) besteht, obwohl die Beweislage für beide Seiten gleich schlecht erscheinen mag.

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#2
 Von 
Eidechse
Status:
Senior-Partner
(6990 Beiträge, 3901x hilfreich)

Im übrigen ist es in der Tat so, daß dann, wenn der Verkauf selbst unstrittig war, als Preis das Marktübliche für vereinbart gilt und jede Seite für eine für sie günstigerere Vereinbarung beweispflichtig wäre (hier: der K dafür, weniger als die marktüblichen 100 EUR zu schulden).

Eine Vorschrift im Kaufrecht, die dieses besagen würde, ist mir nicht bekannt. Woraus soll das dann bitte sehr folgen.

Nach meinem Kenntnisstand muss der Verkäufer im Streitfall nach wie vor beweisen, dass der von ihm behauptete Kaufpreis auch tatsächlich vereinbart wurde. Ich frage mich, ob europe den Kaufpreis auch genügend bestritten hat. Man muss nämlich schon an das Gericht schreiben, dass nicht ein Kaufpreis von 100 € sondern von 70 € vereinbart wurde. Je nachdem wie dier Kläger seinen Vortrag ausschmückt, auch noch mehr zum Hergang der Verkaufsgespräche.

Für die Zahlung ist jedoch der Käufer beweispflichtig. War denn vielleicht ein Zeuge bei der Zahlung zugegen?

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#3
 Von 
Potzblitz
Status:
Praktikant
(813 Beiträge, 296x hilfreich)

Naja so ist das eben wenn man unter Nachbarn etwas mündlich statt schriftlich macht.

Wenn Du bestreitest, dass ein Preis von EUR 100,00 ausgemacht wurde, sondern nur EUR 70,00 muss das eventuell in der Beweisaufnahme geklärt werden. Das wird nicht automatisch geglaubt wenn der Beklagte diese Position angreift.

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