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Mandatierung von Anwalt am BGH (direkt oder über Anwalt der Vorinstanzen)

4.6.2021 Thema abonnieren
 Von 
Stefan65123
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Mandatierung von Anwalt am BGH (direkt oder über Anwalt der Vorinstanzen)

Hallo,

ich habe als Anleger in einem geschlossenen Fonds die Gründungsgesellschafter (Initiatoren) aufgrund von Prospektmängeln verklagt und in den ersten zwei Instanzen gewonnen.

Die Beklagten haben Nichtzulassungsbeschwerde am BGH eingelegt. Mein Anwalt hat mir erläutert, mich hierbei nicht vertreten zu können und einen Anwalt am BGH vorgeschlagen, der ihm geeignet erscheint. Er bat um Erlaubnis den Anwalt am BGH beauftragen zu dürfen. Er scheint aber wenig interessiert zu sein, mich hierzu weitergehend zu beraten und meine Fragen hierzu zu beantworten; obgleich er mir im gesamten Verfahren bislang bei der Beantwortung meiner Fragen sehr entgegenkommend erschienen war. Mir scheint es, er hat sich von dem Fall gedanklich bereits verabschiedet.

Im Gespräch mit dem Anwalt beim BGH kam nun zum Vorschein, dass ich diesen entweder selbst direkt oder über den Anwalt der Vorinstanzen mandatieren kann.

Es bleibt jedoch vollkommen unklar welche Vor- und Nachteile das jeweilige Vorgehen hat. Es wurde lediglich vage von Vorteilen bei der Koordinierung von Schriftsätzen gesprochen. Auch ob zusätzliche Kosten bei einer Mandatierung über den Anwalt der Vorinstanzen entstehen bleibt unklar.

Kann mir hier jemand raten? Vielen Dank bereits im Voraus.

Viele Grüße
Stefan

-- Editiert von Stefan65123 am 04.06.2021 18:35

-- Editiert von Stefan65123 am 04.06.2021 18:36

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2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(32691 Beiträge, 12792x hilfreich)

Ob Du den BGH-Anwalt direkt mandatierst oder aber das über Deinen bisherigen Anwalt läuft, das ist einerlei. Denn auch Letzterer handelt ja in Deinem Auftrag. Eine ganz andere Frage ist, wie eine weitere Tätigkeit Deines bisherigen Anwalts zu bewerten ist. Normalerweise endet ein Mandat mit der Beendigung eines Gerichtsverfahrens, dann bedarf es einer neuen Mandatierung für die neue Instanz. Es sei denn, man hat was anderes vereinbart, was wir hier nicht wissen. Wenn nicht, dann verstehe ich die Unlust Deines bisherigen Anwalts durchaus. Also, entweder ein neues (Beratungs)Mandat vereinbaren, oder aber direkt mit dem BGH-Anwalt verhandeln. Letzteres ist vielleicht auch vorteilhaft, weil direkter Kontakt zwischen Anwalt/Mandant immer sinnvoll ist.

wirdwerden

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#2
 Von 
spatenklopper
Status:
Richter
(8782 Beiträge, 3803x hilfreich)

Zitat (von Stefan65123):
Mir scheint es, er hat sich von dem Fall gedanklich bereits verabschiedet.


Damit liegst Du vermutlich richtig, denn der Anwalt kann/darf Dich am BGH wohl schlicht nicht vertreten, da er keine Zulassung dafür hat.

Zitat (von Stefan65123):
Auch ob zusätzliche Kosten bei einer Mandatierung über den Anwalt der Vorinstanzen entstehen bleibt unklar.

Davon ist auszugehen, Dein altes Mandat ist schlicht mit dem jeweiligen Urteil erloschen und diesen nochmals für etwas zu mandatieren, was er nicht machen darf (keine Zulassung am BGH) oder Du selbst erledigen kannst (BGH Anwalt direkt mandatieren), macht wirtschaftlich keinen Sinn.

Zitat (von Stefan65123):
Es wurde lediglich vage von Vorteilen bei der Koordinierung von Schriftsätzen gesprochen.


Welche Koordinierung von Schriftsätzen? Da muss nichts wirklich koordiniert werden.
Letztendlich ist das ein Schreiben des BGH Anwalts an Deinen alten Anwalt, mit der Bitte um Übersendung der bisherigen Akten.

Also mein Rat, mandatiere den Anwalt direkt.


-- Editiert von spatenklopper am 09.06.2021 11:00

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