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finde für Berufung keinen Anwalt

10.11.2020 Thema abonnieren Zum Thema: Antrag Frist Berufung
 Von 
kinkel
Status:
Frischling
(48 Beiträge, 1x hilfreich)
finde für Berufung keinen Anwalt


Angenommen A verliert in erster Instanz vor dem AG als Naturalpartei. Bisher gibt es nur einen vorläufigen Streitwert, dieser lässt die Berufung zu.

Die Berufungsfrist läuft und er bemüht sich um einen Anwalt zum einlegen der Berufung vor dem LG.

Bedingung von A war, nur nach die erstattungsfähigen Gebühren zu berechnen.

A hat mehr als 20 Anwälte angeschrieben, keiner ist bereit das Mandat zu übernehmen.

Nun steht das Ende der Berufungsfrist an.


1) Muß A nun vor dem Ende der Frist einen Antrag auf Beiordnung stellen, wenn ja wie lange?

2) Oder kann A nun selbst Berufung einlegen und gleichzeitig einen Antrag auf Beiordnung stellen?

3) Gibt bereits eine zumutbare Menge an Versuchen einen Rechtsbeistand zu mandatieren?


Vielen Dank für eine Diskussion

Signatur:

Es handelt sich bei allen Äußerungen von mir ausschließlich um meine Meinung und stellt keinesfalls

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Antrag Frist Berufung


10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(83381 Beiträge, 34332x hilfreich)

Zitat (von kinkel):
Bedingung von A war, nur nach die erstattungsfähigen Gebühren zu berechnen.

A sollte die Strategie seiner Motivationsversuche bezüglich der Anwälte grundlegend überdenken.
Oder glaubt A tatsächlich das ein "Zwangsanwalt" für einen Mindestlohn mehr als das mindeste an Engagement an den Tag legt?



Zitat (von kinkel):
keiner ist bereit das Mandat zu übernehmen.

Und wie genau haben die 20 Anwälte das jeweils begründet?


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
kinkel
Status:
Frischling
(48 Beiträge, 1x hilfreich)


Mir ist völlig egal welche Motivation der Anwalt hat. Letztlich muß er die Anträge stellen die notwendig sind und die mit denen ich ihn beauftrage. Die gesetzlichen Mindestgebühren gibt es nicht grundlos.
Der Beruf des Rechtsanwalts ist an gesellschaftliche Verpflichtungen gebunden. Diese ist er mit der Berufswahl eingegangen.

Aber das war ja nicht die Frage.

Im telefonischen Gespräch wird natürlich mit wirtschaftlichen Gründen argumentiert. In der schriftlichen Absage immer aus Kapazitätsgründen.

Aber das war ja nicht die Frage.


Signatur:Es handelt sich bei allen Äußerungen von mir ausschließlich um meine Meinung und stellt keinesfalls
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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(83381 Beiträge, 34332x hilfreich)

Zitat (von kinkel):
Letztlich muß er die Anträge stellen die notwendig sind und die mit denen ich ihn beauftrage.

Das ist ein Irrtum.
Letztlich muß er die Anträge stellen die notwendig sind, richtig.
Allerdings ist der Anwalt der Herr des Verfahrens und nicht an die "Aufträge" des Mandanten gebunden.

Und es ist schon ein Unterschied, was der Inhalt eines Antrages ist, hier zählt durchaus die Güte der Argumente.
Und nein, der Anwalt ist auch nicht verpflichtet die Vorlage des Mandanten 1:1 zu übernehmen.



Zitat (von kinkel):
Der Beruf des Rechtsanwalts ist an gesellschaftliche Verpflichtungen gebunden.

Das ist leider eine Fehlinterpretation.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#4
 Von 
Solan196
Status:
Lehrling
(1237 Beiträge, 105x hilfreich)

Zitat (von kinkel):
Der Beruf des Rechtsanwalts ist an gesellschaftliche Verpflichtungen gebunden.

Sagt wer?

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#5
 Von 
Rechtsanwalt Thomas Bohle
Status:
Schüler
(419 Beiträge, 381x hilfreich)

"Mir ist völlig egal welche Motivation der Anwalt hat....Aber das war ja nicht die Frage.......Aber das war ja nicht die Frage."

@kinkel

Wenn Sie bei den Anfragen bei den Kollegen ebenso "freundlich" gewesen sind .., warum wundern Sie sich dann über Ablehnungen der Mandatübernahme? ;)

Übrigens: Im Rahmen der Vertragsfreiheit kann ich selbst entscheiden, welche Mandate ich annehme und welche nicht (Ausnahmen bei Beratungshilfe und Pflichtverteidigung möglich) - und begründen muss ich das auch nicht.

MfG

RA Thomas Bohle

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#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(31550 Beiträge, 12509x hilfreich)

Es gibt noch den sog. Notanwalt. Den kann das Gericht beiordnen, wenn der Betroffene darlegt, dass er trotz intensiver Bemühungen keinen Anwalt gefunden hat und die Mandatsablehnungen nicht von ihm zu vertreten ist. Bei der Haltung, die der Fragesteller zumindest hier an den Tag legt, muss man allerdings davon ausgehen, dass die Ablehnungen von ihm zu vertreten sind.

wirdwerden

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#7
 Von 
Rechtsanwalt Thomas Bohle
Status:
Schüler
(419 Beiträge, 381x hilfreich)

@wirdwerden
Aber dann lesen Sie einmal § 78c (2) ZPO und die Bedingung, die Kinkel für die Vertretung stellt (...erstattungsfähige Gebühren...) - könnte Probleme geben, einen Anwalt zuweisen zu können. :banana:

(Und zwar unabhängig von der Frage nach Mutwilligkeit oder Aussichtslosigkeit)

MfG

RA Thomas Bohle.

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#8
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(31550 Beiträge, 12509x hilfreich)

Ich habe diese Option doch nur der Vollständigkeit halber angeführt, und auch geschrieben, dass es Probleme geben wird. Außerdem habe ich bewußt von "Haltung" geschrieben. Dazu gehört auch die Bereitschaft, zu zahlen.

wirdwerden

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#9
 Von 
kinkel
Status:
Frischling
(48 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von Rechtsanwalt Thomas Bohle):

Wenn Sie bei den Anfragen bei den Kollegen ebenso "freundlich" gewesen sind .., warum wundern Sie sich dann über Ablehnungen der Mandatübernahme? ;)

Übrigens: Im Rahmen der Vertragsfreiheit kann ich selbst entscheiden, welche Mandate ich annehme und welche nicht (Ausnahmen bei Beratungshilfe und Pflichtverteidigung möglich) - und begründen muss ich das auch nicht.

MfG

RA Thomas Bohle

Selbstverständlich sind allle Anfragen in der gebotenen Höflichkeit gemacht worden. In der Regel kam die Absage nach der Streitwertnennung. Der entsprechende Beschluss kam auch erst 10 Tage vor dem Ende der Berufungsfrist. Mehrere Anwälte haben sich gegen eine gesonderte wesentlich höhere Vereinbarung bereit erklärt. Da es sich um ein Feststellungsverfahren bezüglich Beschlüssen im Vereinsrecht handelt, habe ich auch kein monetäres Interesse. Aber natürlich auch nicht mehr Mittel als nötig aufzuwenden.

Somit setze ich natürlich auf den Anwalt als Organ der Rechtspflege durch Beiordnung. Sollte sich überraschend doch ohne Beiordnung jemand finden, dann um so besser.

Ich glaube "meine Haltung" wurde hier wohl mit meiner Antwort auf das Posting von Harry van Sell verwechselt:

Zitat (von Harry van Sell):

Oder glaubt A tatsächlich das ein "Zwangsanwalt" für einen Mindestlohn mehr als das mindeste an Engagement an den Tag legt?

In einem solchen Fall werde ich wohl die entsprechende Zuarbeit liefern müssen und zudem die Arbeit dokumentieren. Aber auf die Eingangsfrage hat scheinbar niemand eine Antwort: Welche Zahl von nachgewiesenen Absagen erachten die Gerichte i.d.R. für ausreichend um beizuordnen. Auch wäre interessant wann der Antrag frühestens gestellt werden sollte.

Signatur:Es handelt sich bei allen Äußerungen von mir ausschließlich um meine Meinung und stellt keinesfalls
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#10
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(31550 Beiträge, 12509x hilfreich)

Auch der in so Fällen beigeordnete Anwalt ist in seiner Gebührengestaltung frei.

wirdwerden

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