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1,4microg/l THC-Konzentration nach 3Wochen Abstinenz

11.1.2019 Thema abonnieren
 Von 
go506818-52
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
1,4microg/l THC-Konzentration nach 3Wochen Abstinenz

Bei einer Verkehrskontrolle wurde bei mir ein Drogentest(Bluttest) durchgeführt. Letzter Cannabiskonsum liegt ca. 3Wochen vor dem Blutentnahme zurück.
Heute habe ich einen Brief von der Polizei, wobei ich mich schriftlich äußern solle.
Mir wird vorgeworfen unter Drogeneinfluss gefahren zu sein und ich es somit auch bessesen haben müsste. Und es wurde eine THC-Konzentration von 1,4microg/l festgestellt. Nur kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie dieser Wert zustande kommen kann, wenn mein letzter Konsum 3Wochen zurück liegt. Auf diversen Internetseiten liegt ein richtwert von maximal 24h bei dem THC(ncht die Abbauprodukte) nachweisbar sind.
Wie sollte ich mich verhalten? Ein Grund für die Abstinenz war eine Hausdurchsuchung 3Wochen vor der Blutentnahme, bei der 0,5g Cannabis und 3Ecstasy Tabletten beschlagnahmt worden sind. Für diesen Besitz habe ich bereits einen Strafbefehl erhalten.

-- Editiert von go506818-52 am 11.01.2019 14:22

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
3113
Status:
Schüler
(306 Beiträge, 72x hilfreich)

Cannabis kann im Einzelfall auch nach 60 Tagen oder mehr im Blut nachgewiesen werden.
THC lagert sich in der Fettzellen des Körpers ein.
Schrumpfen die Fettzellen geben Sie gespeichert Abbauprodukte von THC wieder frei.

Signatur:3113
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#2
 Von 
go496816-32
Status:
Frischling
(44 Beiträge, 12x hilfreich)

Er spricht doch ausdrücklich vom aktiven Wert und nicht vom Abbauprodukt.

Zitat (von go506818-52):
Wie sollte ich mich verhalten?

Drei Wochen wäre schon sehr ungewöhnlich. Aber egal, dir wird die Fahrerlaubnis entzogen werden. Man könnte schonmal mit Abstinenznachweisen anfangen, um die führerscheinfreie Zeit so kurz wie möglich zu halten.
MDMA ist definitiv nicht gefunden worden?

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#3
 Von 
go506818-52
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Kann ich irgendwie beantragen, dass ich auch den Aubbauprodukt (THC-TCOOH) Wert wissen möchte, da ich stark der Meinung bin, dass da die Werte vertauscht worden sind. Das ist einfach unglaublich unrealistisch nach 3Wochen Abstinenz einen positiven THC-Wert zu haben wahrscheinlich handelt es ich dabei um den THC-TCOOH Wert nicht den THC Wert. Als würde man noch nach 3 Wochen unter Drogeneinfluss stehen, dass sind ja wissenschfltiche Maßstäbe.

-- Editiert von go506818-52 am 11.01.2019 16:15

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#4
 Von 
Demonio
Status:
Schüler
(348 Beiträge, 61x hilfreich)

Zitat (von go506818-52):
Mir wird vorgeworfen unter Drogeneinfluss gefahren zu sein und ich es somit auch bessesen haben müsste.
Und beide Tatvorwürfe sollen in ein und demselben Schreiben erhoben werden? Das wäre doch sehr ungewöhnlich, da es sich doch um zwei komplett unabhängige Verfahren handeln würde.

Zitat (von go506818-52):
Und es wurde eine THC-Konzentration von 1,4microg/l festgestellt. Nur kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie dieser Wert zustande kommen kann, wenn mein letzter Konsum 3Wochen zurück liegt.
Kann ich mir auch nicht vorstellen. Eine Woche wäre schon ungewöhnlich, aber je nach Konsumform nicht auszuschließen. Nach 3 Wochen Abstinenz noch mehr als 1 mg/l wäre ein neuer Rekord.

Zitat (von go506818-52):
Auf diversen Internetseiten liegt ein richtwert von maximal 24h bei dem THC(ncht die Abbauprodukte) nachweisbar sind.
Keine Ahnung welche Kifferseiten das behaupten. Richtig ist das jedenfalls nicht. Es gibt etliche Fälle, in denen auch nach mehreren Tagen noch mehr als 1mg/l aktives THC, und somit eine berauschte Fahrt festgestellt wurden.

Zitat (von go506818-52):
Ein Grund für die Abstinenz war eine Hausdurchsuchung 3Wochen vor der Blutentnahme, bei der 0,5g Cannabis und 3Ecstasy Tabletten beschlagnahmt worden sind. Für diesen Besitz habe ich bereits einen Strafbefehl erhalten.
Gibt es eine Drogenvorgeschichte oder einschlägige Vorstrafen?

Wie ist der ungefähre zeitliche Ablauf von
1.) Hausdurchsuchung
2.) Verkehrskontrolle
3.) Strafbefehl
4.) dem aktuellen Schreiben?

Zitat (von go506818-52):
Wie sollte ich mich verhalten?
Das kann (und darf) Dir hier im Forum Niemand wirklich sagen. Auf jeden Fall solltest Du keine Aussagen machen. Du kannst das Schreiben mal anonymisiert hochladen und hier verlinken, dann sieht man vielleicht etwas klarer. Ansonsten kannst Du Dir überlegen, ob Du einen Anwalt konsultieren möchtest. Aber der kostet Geld und kann an den Tatsachen auch nichts ändern.

Zitat (von 3113):
THC lagert sich in der Fettzellen des Körpers ein.
Schrumpfen die Fettzellen geben Sie gespeichert Abbauprodukte von THC wieder frei.
Ja, aber um die Abbauprodukte geht es hier ja (angeblich) nicht.

Zitat (von go496816-32):
Aber egal, dir wird die Fahrerlaubnis entzogen werden.
Ohne genaue Kenntnisse der Zusammenhänge, der Vorgeschichte des Bundeslandes etc eine sehr gewagte Behauptung. Nicht jeder Cannabiskonsum und auch nicht jede Fahrt unter dem Einfluss von Cannabis führt zum Entzug der Faherlaubnis. Wenngleich das natürlich passieren kann.

Zitat (von go496816-32):
Man könnte schonmal mit Abstinenznachweisen anfangen, um die führerscheinfreie Zeit so kurz wie möglich zu halten.
Konnte man, aber muss man nicht unbedingt. Zum einen, weil es aktuell noch viel zu viele Unklarheiten gibt, und zum anderen, weil man die Abstinenz auch rückwirkend mit Hilfe einer Haaranalyse belegen kann.

Abstinent zu leben ist aber auf jeden Fall der richtige Weg, wenn man seine Fahrerlaubnis behalten oder neu erteilt bekommen möchte.

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#5
 Von 
Demonio
Status:
Schüler
(348 Beiträge, 61x hilfreich)

Zitat (von go506818-52):
Kann ich irgendwie beantragen, dass ich auch den Aubbauprodukt (THC-TCOOH) Wert wissen möchte
Einen förmlichen Antrag bedarf es nicht. Du kannst den Sachbearbeiter bei der Polizei anrufen und die Werte erfragen. Gibt er Dir am Telefon keine Auskunft (wegen Datenschutz), dann kannst Du mit ihm einen Termin für einen Besuch auf dem Polizeirevier vereinbaren. Du solltest dabei aber keinerlei Angaben zu Deinem Konsum oder zum Tatvorwurf machen. Alles was Du sagst kann gegen Dich verwendet werden.

Sollte es tatsächlich zu einem Bußgeldverfahren oder einem Bußgeldbescheid kommen, dann kannst Du mit der Bußgeldstelle einen Termin zur Akteneinsicht in den Räumen der Bußgeldstelle (in einigen wenigen Bundesländern auch in der nächstgelegenen Polizeidienststelle) vereinbaren.

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#6
 Von 
go506818-52
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich fasse nocheinmal zusammen: Bundesland Bayern
Am 06.11.18 wurden bei einer Hausdurchsuchung 0,42g Marihuana und 3 Ecstasy-Tabletten gefunden.
Am 28.11.18 wurde mir Blut abgenommen, da ich den Urintest verweigerte.
Am 14.12.18 hab ich den Strafbefehl für die am 06.11.18 beschlagnahmten Drogen erhalten.
Am 11.01.19 Habe ich jetzt diesen Brief erhalten.

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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(65267 Beiträge, 31205x hilfreich)

Zitat (von Demonio):
Und beide Tatvorwürfe sollen in ein und demselben Schreiben erhoben werden?

Ja, warum nicht?
Das mehrere Straftaten in einem Verfahren abgehandelt werde ist jetzt nicht ungewöhnlich.



Ansonsten würde ich Akteneinsicht zum Pauschalpreis empfehlen:
http://www.123recht.net/rechtshop.asp?Keyword=akteneinsicht
Da setzt man sich nicht der Gefahr aus, das man anfängt zu plaudern.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#8
 Von 
Demonio
Status:
Schüler
(348 Beiträge, 61x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Ja, warum nicht?
Das mehrere Straftaten in einem Verfahren abgehandelt werde ist jetzt nicht ungewöhnlich.
Das ist richtig. Aber hier geht es um eine Straftat und eine Ordnungswidrigkeit, die nicht in Tateinheit zuenander stehen. Sofern sich der Beschuldigte nicht verplappert ist ihm der Besitz illegaler Drogen in der Regel auch nicht nachweisbar. Daher werden diese Strafverfahren regelmäßig engestellt. Dann bleibt nur noch die Owi übrig, für deren Verfolgung dann aber die Bußgeldstelle und nicht die Staatsanwaltschaft zuständig ist. Und bei dieser Konstellation ist es doch ungewöhnlich, dass beide Tatbestände in einem Verfahren abgehandelt werden sollen.

Der Tipp mit dem Rechtsanwalt ist sicherlch nicht verkehrt. Nur kostet der halt auch Geld.

Es fällt mir in der Tat schwer zu glauben, dass man nach 3 Wochen Abstinenz noch auf einen Aktivwert über 1ng/ml kommt. Selbst mit Passivkonsum ist das imho nicht zu erklären. Meiner Meinung nach musst entweder doch vorher konsumiert worden sein, oder es gab einen Fehler bei der Analyse.

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