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LKW fuhr mir im Stau hinten auf

 Von 
A.Hoffmann
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)
LKW fuhr mir im Stau hinten auf

Hallo,
ich hatte im März auf der Autobahn einen Autounfall. Es war zähfliessender Verkehr (20-50kmh). Ich fuhr links und ordnete mich dann nach rechts in eine 50m grosse Lücke ganz vorne ein. Die Autos dort wollten alle die Autobahn runterfahren, so wie ich auch. Der Verkehr dort hatte eine Geschwindigkeit von knapp 20kmh. Die Lücke hinter mir schloss sich dann sehr schnell, denn der LKW der ca 40m hinter mir war, fuhr voll in mich hinten rein.

Er behauptet, die Lücke hatte nur 10meter betragen, er sei 50kmh gefahren und als ich mich dann in die lücke quetschte, musste ich stark bremsen, da der verkehr zum stillstand kam. Somit hatte er keine Chance.

Mein Anwalt sagt, ich habe keine Chance Recht zu bekommen, denn der der sich einordnet hat immer zu 100% Schuld. Er meint auch, dass ich 100% Schuldzusprechung bekommen werde.

Alle Zeugen vom Stau sind leider weitergefahren, keiner hat gehalten. Tolles Deutschland, Danke :(

Aber kann das denn echt sein? Selbst seine Aussage ist doch crass, er hatte 10meter Abstand und ist 50kmh gefahren, und dann der stillstand im Verkehr vor ihm. Das würde doch heisen, er hätte das nie und nimmer debremsen können, selbst wenn ich da nicht gewesen wäre, und selbst wenn das stimmen würde was er behauptet.

100% Schuld für mich, wirklich?

Danke für die Antworten schon mal im Voraus.

MFG
Hoffmann

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Autobahn Autounfall Deutschland Recht


2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Hank
Status:
Praktikant
(919 Beiträge, 224x hilfreich)

Hi!
Also, 100 Prozent Schuldzuweisung finde ich auch irgendwie seltsam... Bei zähfliessendem Verkehr in der Nähe einer Ausfahrt muß man doch mit Spurwechsel rechnen, da Fahrer auf der linken Spur mitunter abfahren wollen... Ich bin kein Verkehrsrechtfuchs, aber "der der sich einordnet hat immer zu 100% Schuld"? Was ist mit dem Grundsatz Vorausschaubarkeit, und daß man mit diversen Aktionen anderer verkehrsteilnehmer rechnen muß? M.E. müsste man die Schuld irgendwie quoteln.
Problematisch ist aber wohl tatsächlich die Beweisbarkeit deiner Aussage, da kein Zeuge vorhanden ist.

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#2
 Von 
Scharnhorst
Status:
Praktikant
(827 Beiträge, 103x hilfreich)

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

wie Hank würde ich vorliegend eine Quotelung für angemessen halten.

Ersteinmal jedoch sollte man außergerichtlich sich darauf berufen, daß Ihr Spurwechsel lange vor dem Auffahrunfall abgeschlossen und die Lücke ausreichend groß war. Folglich könnte man zunächst 100 % Ihres Schadens vom Auffahrenden einfordern.
Ausgehend von dieser Verhandlungsmasse kann dann immer noch eine Quote festgelegt werden, wobei Berücksichtigung finden sollte, daß den LKW generell eine höhere Betriebsgefahr trifft. Im übrigen ist ein Abstand von 10m bei 50 km/h vollkommen unzureichend.

Mit freundlichen Grüßen

Scharnhorst
Rechtsanwalt

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