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Mit 1,5 Promille Auto gefahren

25.3.2020 Thema abonnieren
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 Von 
mathim
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Mit 1,5 Promille Auto gefahren

Hallo liebe Community,

Ich wurde mit 1,5 Promille (Bluttest) von der Polizei angehalten. Keiner ist zu Schaden gekommen.

Nun habe ich ein Schreiben vom Staatsanwalt bekommen:
Ich muss ab jetzt, für 10 Monate meinen Führerschein abgeben (Tat war vor 2 Monaten und seitdem habe ich auch schon keinen Führerschein) und 900€ Strafe zahlen.

Zu mir:
- ich bin eine 23 Studentin (habe kein Einkommen, außer aus einem Praktikum das ich gerade für 6 Monate absolviere - 1.500€ brutto) - kein Bafög etc.
- ich bin Ersttäterin, bis jetzt nicht auffällig gewesen und bis auf, dass ich geblitzt wurde auch kein Vergehen im Straßenverkehr (keine Punkte)
- ich habe meinen Führerschein seitdem ich 17,5 Jahre alt bin (also seit 5,5 Jahren)
- da mein Praktikum Ende September endet und ich danach einen richtigen Job anfangen wollte (mein Studium ist beendet) wäre ich ab diesem Zeitpunkt sehr auf meinen Führerschein angewiesen, da ich auf einem kleinen Dorf wohne und ich bei meiner Jobwahl auch nicht wählerisch sein kann (ich suche im Umkreis von 50 km und die Busanbindung ist sehr schlecht)

Deshalb meine Frage:
Lohnt es sich Einspruch zu erheben um Kosten und Monate zu verringern oder bin ich da chancenlos?
Kann es sein, dass ich nach der Verhandlung schlechter dastehe?

Mir ist bewusst, dass es kein kleines Vergehen war und ich bereue es auch sehr. Mir ist auch bewusst, dass die Strafe gerechtfertigt ist. Es war nach einer Dorffeier und ich habe in diesem Moment nicht über die Konsequenzen nachgedacht.

Wir haben einen Rechtsschutz aber ich weiß nicht, ob Verkehrsdelikte da inbegriffen sind.

LG

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13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(27407 Beiträge, 14977x hilfreich)

Nun habe ich ein Schreiben vom Staatsanwalt bekommen: Nein, vom Amtsgericht - Staatsanwälte sprechen keine Urteile.
Lohnt es sich Einspruch zu erheben um Kosten und Monate zu verringern Um das zu beantworten, müßten Sie mal mitteilen, zu was Sie eigentlich verurteilt wurden: 30 TS zu 30 Euro oder 45 TS zu 20 Euro oder wie setzen sich die 900 Euro zusammen? Bei einem aktuellen Einkommen von 1.100 Euro im Monat (denn relevant ist natürlich der Netto- und nicht der Bruttolohn) dürfte da aber kaum was zu machen sein...
habe kein Einkommen Niemand hat "kein Einkommen".
Kann es sein, dass ich nach der Verhandlung schlechter dastehe? Kann es - das kann man aber durch Beschränkung des Einspruchs auf z. B. die Tagessatzhöhe vermeiden.

-- Editiert von muemmel am 25.03.2020 12:05

-- Editiert von muemmel am 25.03.2020 12:26

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#2
 Von 
Demonio
Status:
Lehrling
(1604 Beiträge, 395x hilfreich)

Ein Einspruch dürfte nicht sehr erfolgversprechend sein. Die Fakten stehen ja fest. Warum sollte das Gericht also nun seine Meinung ändern? Es gibt je keine neuen Erkenntnisse, die für einen minderschweren Fall, und somit eine Reduzierung der Strafe sprechen.

Es gibt aber die Möglichkeit, die Sperrfrist nachträglich um 1-3 Monate zu reduzieren. Die Möglichkeiten unterscheiden sich allerdings je nach Bundesland. Daher kann man hier keine allgemingültigen Infos geben. Für weitere Informationen kann man aber die Suchmaschine der Wahl mit Begriffen wie "Sperrfristverkürzung" oder "Mainz 77" füttern.

Für eine Sperrfristverkürzung muss der Strafbefehl aber bereits rechtskräftig sein. Ein Einspruch wäre da also eher hinderlich, weil er die Rechtskraft des Strafbefehls verhindern würde.

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#3
 Von 
mathim
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Um das zu beantworten, müßten Sie mal mitteilen, zu was Sie eigentlich verurteilt wurden: 30 TS zu 30 Euro oder 45 TS zu 20 Euro oder wie setzen sich die 900 Euro zusammen? Bei einem aktuellen Einkommen von 1.100 Euro im Monat (denn relevant ist natürlich der Netto- und nicht der Bruttolohn) dürfte da aber kaum was zu machen sein...

Es sind 45 TS zu 20 Euro

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#4
 Von 
mathim
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Ein Einspruch dürfte nicht sehr erfolgversprechend sein. Die Fakten stehen ja fest. Warum sollte das Gericht also nun seine Meinung ändern? Es gibt je keine neuen Erkenntnisse, die für einen minderschweren Fall, und somit eine Reduzierung der Strafe sprechen.

Weil ich mich zu dem Fall selbst noch nicht äußern drufte. Das Gericht hat ja eigentlich keine Ahnung über mich als Person oder wie meine wirtschaftliche Lage ist.

Es gibt aber die Möglichkeit, die Sperrfrist nachträglich um 1-3 Monate zu reduzieren. Die Möglichkeiten unterscheiden sich allerdings je nach Bundesland. Daher kann man hier keine allgemingültigen Infos geben. Für weitere Informationen kann man aber die Suchmaschine der Wahl mit Begriffen wie "Sperrfristverkürzung" oder "Mainz 77" füttern.

Danke für den Tipp. Ich wohne in Bayern.

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(75375 Beiträge, 33052x hilfreich)

Zitat (von mathim):
Weil ich mich zu dem Fall selbst noch nicht äußern drufte.

Natürlich durfte man das. Das man es nicht gemacht hat, steht auf einem anderen Blatt,


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#6
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(27407 Beiträge, 14977x hilfreich)

oder wie meine wirtschaftliche Lage ist. Nach Ihrer wirtschaftlichen Lage wären Tagessätze von je 35 Euro angemessen (1/30 von 1.100 Euro Nettolohn). Insofern sollten Sie froh sein, dass das Gericht Ihre wirtschaftliche Lage nicht kennt - mit einem Einspruch könnten Sie sich durchaus noch verschlechtern.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#7
 Von 
Demonio
Status:
Lehrling
(1604 Beiträge, 395x hilfreich)

Wobei 45 TS selbst in Bayern relativ viel ist. 40 TS wären in Bayern aber normal. Weniger TS gibt es in nördlicheren Bundesländer.

Auch in Bayern ist aber eine Sperrfristverkürzung möglich. Infos gibt es z.B. beim TÜV (Internet oder auch telefonisch).

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#8
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(27407 Beiträge, 14977x hilfreich)

Wobei 45 TS selbst in Bayern relativ viel ist. 40 TS wären in Bayern aber normal. Weniger TS gibt es in nördlicheren Bundesländer. Das mag ja sein - dann wäre es aber sinnvoll, den Einspruch auf die Zahl der TS zu beschränken. Sonst sitzt die TE danach mit 30 TS zu 35 Euro da, plus den 70 Euro, welche die Verhandlung kostet...

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#9
 Von 
Demonio
Status:
Lehrling
(1604 Beiträge, 395x hilfreich)

Ich wollte mit meinen Ausführungen auch nicht zum Einspruch raten.

Vielleicht gibt es ja auch einen Grund für die 45 TS. Wir kennen ja nicht die Gesamtumstände der Trunkenheitsfahrt.

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#10
 Von 
mathim
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Also meint ihr, falls ich Einspruch erheben sollte, dann nur auf die Anzahl der TS.

Sonst sollte ich eine Sperrfristverkürzung beantragen (was wären gute Argumente hierfür?). Der TÜV-Süd gibt ein bestimmtes Seminar für Sperrfristverkürzungen. Kann ich in meinen Antrag angeben, dass ich daran teilnehmen werde um die Kürzung erfolgreich genehmigt zu bekommen?

Glaubt ihr ich kann beim Gericht anrufen und da mal nachfragen? Oder kommt das nicht so gut an?

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#11
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(27407 Beiträge, 14977x hilfreich)

Also meint ihr, falls ich Einspruch erheben sollte, dann nur auf die Anzahl der TS. Meine ich.
Glaubt ihr ich kann beim Gericht anrufen und da mal nachfragen? Wonach denn bitte? Das Gericht ist keine Rechtsberatung...

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#12
 Von 
mathim
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Wonach denn bitte? Das Gericht ist keine Rechtsberatung... Ob mir der Test zur Sperrfristkürzung etwas bringt z.B.? Oder warum ich so viele TS habe? Wie sich das zusammensetzt...

Sorry das ich Frage ich habe keine Ahnung davon und bin bisher auch nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Da kommen viele Fragen auf und wenn ihr die Plattform nur nutzt um andere niederzumachen, ist das auch nicht der Sinn der Sache.

Ich weiß, dass ich einen großen Fehler begangen habe und möchte den Schaden jetzt minimieren.

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#13
 Von 
Moderator9
Status:
Schüler
(481 Beiträge, 403x hilfreich)

Da kommen viele Fragen auf und wenn ihr die Plattform nur nutzt um andere niederzumachen, ist das auch nicht der Sinn der Sache. Sowas von Undankbarkeit hatten wir hier lange nicht mehr - daher geschlossen. Gehen Sie doch bitte zum Anwalt. Und vergessen Sie nicht, den zu bepöbeln, falls er Rückfragen hat...

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