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Mit 1,6 Promille auf dem Fahrrad

 Von 
ChrisM0310
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Mit 1,6 Promille auf dem Fahrrad

Hallo,

ich bin gestern Nacht nach einer Party mit dem Fahrrad nach Hause gefahren.Getrunken habe ich 3 Cocktails und 2 Kurze über einen Zeitraum von 4 1/2 Stunden. Ich bin 1,90m groß und wiege 100 Kilo. Ich wurde von der Polizei angehalten und habe gepustet. 1,6 Promille. Danach ging es auf die Wache zum Bluttest. Ich habe ca. 40 Minuten vor der Kontrolle den letzten Kurzen getrunken. Ich bin nicht aufgefallen, konnte noch normal fahren und habe beim Gespräch mit der Polizei auch nicht genuschelt oder ähnliches. Ich war früher starker Trinker und habe deshalb eine recht hohe Toleranzgrenze, seit einigen Jahren trinke ich allerdings sehr selten (1-2 mal im Jahr). Ich bin noch nie polizeilich aufgefallen.

Womit muss ich jetzt bestenfalls und schlimmstenfalls rechnen? Ich habe mich während der ganzen Kontrolle so kooperativ wie möglich verhalten und war freundlich und habe mich für die Umstände entschuldigt und mich reumühtig gezeigt. Als ich wieder mit dem Taxi bei meínem Fahrrad war war ich gefühlt wieder nüchtern, geschoben habe ich natürlich trotzdem.

Ich habe einfach nicht gedacht, dass ich tatsächlich schon 1,6 Promille haben würde, das hat mich sehr überrascht, vor allem weil ich beim fahren wirklich nicht eingeschränkt war und auf Nachfrage meinten auch die Polizisten ich sei nicht aufgefallen sondern es sei wirklich nur eine Routinekontrolle.

Weiß jemand aus Erfahrung ob der Bluttest wahrscheinlich eher höher oder niedriger ausfallen wird? Und ist eine MPU unausweichlich? Was kommt nun auf mich zu und wie soll ich mich verhalten?

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MPU Polizei Fahrrad verhalten


8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(27021 Beiträge, 14789x hilfreich)

Ich habe einfach nicht gedacht, dass ich tatsächlich schon 1,6 Promille haben würde Das war nur die Atemalkoholkonzentration - die Blutalkoholkonzentration wird vermutlich noch viel höher sein und könnte durchaus bei ca. 3 Promille liegen.
Womit muss ich jetzt bestenfalls und schlimmstenfalls rechnen? Sie sind 21 oder älter? Dann mit schätzungsweise 30 Tagessätzen Geldstrafe (also schätzungsweise einem Monatseinkommen) plus die Verfahrenskosten (wozu die Kosten der Blutentnahme gehören).
Und ist eine MPU unausweichlich? D. h., Sie haben einen Führerschein?

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#2
 Von 
ChrisM0310
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Ich habe einfach nicht gedacht, dass ich tatsächlich schon 1,6 Promille haben würde Das war nur die Atemalkoholkonzentration - die Blutalkoholkonzentration wird vermutlich noch viel höher sein und könnte durchaus bei ca. 3 Promille liegen.
Womit muss ich jetzt bestenfalls und schlimmstenfalls rechnen? Sie sind 21 oder älter? Dann mit schätzungsweise 30 Tagessätzen Geldstrafe (also schätzungsweise einem Monatseinkommen) plus die Verfahrenskosten (wozu die Kosten der Blutentnahme gehören).
Und ist eine MPU unausweichlich? D. h., Sie haben einen Führerschein?

Ja habe ich, ich habe aber kein Auto und fahre auch sonst nicht.
Ich habe gelesen dass die Alkoholkonzentration durchaus auch niedriger sein könnte wenn mein Körper bereits angefangen hat Alkohol abzubauen. Darum frage ich wie wahrscheinlich das ist wenn ich ca. 40 Minuten nach dem letzten Getränk pusten musste. Ich hoffe natürlich, dass der Alkohol auf dem Weg zur Polizeiwache noch abgebaut hat, und wenn es nur 0,1 Promille wären. Ich werde morgen definitiv erstmal einen Anwalt kontaktieren.

Und wenn wir annehmen, dass am Ende doch die 1,6 auch beim Bluttest herauskommen würden, was hätte ich dann als koorperativer Ersttäter zu befürchten? Ich bin wie bereits geschrieben nicht negativ aufgefallen und bin nur durch Zufall überhaupt getestet worden, weil die Polizei Samstag Nachts Routinekontrollen durchführt. Ich hatte das Fahrrad noch komplett unter Kontrolle, auch wenn ich natürlich davon ausgehe, dass alkoholbedingt meine Reaktionszeit natürlich eingeschränkt war. Ich scheine aus meiner Trinker Vergangenheit einfach noch sehr viel zu vertragen...

Ich weiß, was das Gesetz bzgl. des Strafmaßes sagt, ich weiß aber auch, dass Richter Menschen sind und Ersttäter oft noch etwas glimpflicher davon kommen, vor allem wenn Sie Reue zeigen und kooperieren. Wäre evtl. auch eine Bewährungsstrafe möglich?

-- Editiert von ChrisM0310 am 20.10.2019 19:17

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#3
 Von 
ChrisM0310
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Oh, und nein, 3 Promille waren es mit Sicherheit nicht. Die Motorischen Tests der Polizei waren zwar nicht perfekt aber ich konnte noch auf eine Linie laufen und meine Nase habe ich auch noch mit rechts und links gefunden. Ich glaube nicht, dass ich sowas mit 3 Promille hinkriegen würde. Ich war sicherlich angetrunken, ich weiß aber durchaus wie es ist BEtrunken zu sein und den Punkt hatte ich mit Sicherheit noch nicht erreicht. Ich kam von einer Tanzparty und tanzen konnte ich auch noch ohne Einschränkungen und meinen Tanzpartnerinnen ist höchstens durch meine gute Laune überhaupt aufgefallen, dass ich was getrunken habe.

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#4
 Von 
go496816-32
Status:
Beginner
(98 Beiträge, 18x hilfreich)

Zitat (von ChrisM0310):
Weiß jemand aus Erfahrung ob der Bluttest wahrscheinlich eher höher oder niedriger ausfallen wird? Und ist eine MPU unausweichlich? Was kommt nun auf mich zu und wie soll ich mich verhalten?
Bei 40 Min. nach Trinkende würde ich mal auf einen etwas höheren Wert tippen. Kann aber genau so gut fallen. Da musst du einfach abwarten.
1,6 Promille sind halt genau der Grenzwert. Liegt die BAK bei 1,6 oder höher, gibts Strafe, Entzug der Fahrerlaubnis und MPU zur Neuerteilung.
Liegt die BAK bei 1,59 oder niedriger, passiert gar nichts.


-- Editiert von Moderator am 21.10.2019 18:28

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#5
 Von 
Demonio
Status:
Lehrling
(1410 Beiträge, 338x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Das war nur die Atemalkoholkonzentration - die Blutalkoholkonzentration wird vermutlich noch viel höher sein und könnte durchaus bei ca. 3 Promille liegen.
Das würde aber nicht zur angegebenen Trinkmenge passen. Daher denke ich mal, dass die Atemalkoholkontrolle tatsächlich den umgerechneten Wert in Promille angezeigt hat, oder das die Polizisten das umgerechnet haben.

Zitat (von muemmel):
Dann mit schätzungsweise 30 Tagessätzen Geldstrafe
Das dürfte zu hoch angesetzt sein. Radfahrer zahlen in der Regel nur die Hälfte. Es dürfte also auf 15-20 Tagessätze hinauslaufen. Hinzu kommen noch 3 Treuepunkte und die Kosten des Verfahrens. Das gilt allerdings nur, wenn die BAK tatsächlich mindestens 1,6‰ ergeben sollte. Sollte die BAK niedriger ausfallen, dann ist das Verfahren einzustellen.

Zitat (von go496816-32):
Liegt die BAK bei 1,6 oder höher, gibts Strafe, Entzug der Fahrerlaubnis und MPU zur Neuerteilung.
Nein, bei Radfahrern wird die Fahrerlaubnis im Rahmen des Strafverfahens nicht entzogen. Allerdings muss man als Fahrerlaubnisinhaber ab 1,6‰ zur MPU. Besteht man die dann nicht fristgerecht, dann wird auf dem Verwaltungswege die Fahrerlaubnis entzogen.

Die BAK kann nach ca. 1-2 Wochen bei der Polizei erfragt werden.

-- Editiert von Demonio am 21.10.2019 09:58

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#6
 Von 
go496816-32
Status:
Beginner
(98 Beiträge, 18x hilfreich)

Zitat (von Demonio):
Nein, bei Radfahrern wird die Fahrerlaubnis im Rahmen des Strafverfahens nicht entzogen.
Das hat auch niemand behauptet. EdF erfolgt durch die Führerscheinsstelle, da der TE es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht schaffen wird, mind. sechs Monate Verhaltensänderung glaubhaft zu machen.

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#7
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(27021 Beiträge, 14789x hilfreich)

Wäre evtl. auch eine Bewährungsstrafe möglich? Sie meinen eine zur Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe? Da das eine viel härtere Strafe ist, auch wenn Sie das evtl. anders sehen, ist die hier definitiv nicht möglich. Die gäbe es so schätzungsweise bei der 3. Verurteilung wegen Trunkenheit im Verkehr, aber jetzt bleibt es 100%ig bei einer Geldstrafe (oder gar keiner Strafe, falls die 1,6 Promille bei der BAK nicht erreicht werden - siehe Antwort Nr. 5).

-- Editiert von muemmel am 22.10.2019 14:45

-- Editiert von muemmel am 22.10.2019 14:46

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#8
 Von 
Demonio
Status:
Lehrling
(1410 Beiträge, 338x hilfreich)

Zitat (von go496816-32):
Das hat auch niemand behauptet.
Du hast behauptet, dass die Fahrerlaubnis entzogen wird. Das hast Du im selben Atemzug mit dem Hinweis, dass ab1,6‰ eine Strafe zu erwarten ist erwähnt. Weiterhin hast Du behauptet, dass die MPU dann vor Neuerteilung kommen würde, dabei die Aufforderung zur MPU vor der etwaigen Entziehung der Fahrerlaubnis gefordert werden. Daraufhin habe ich darauf hingewiesen, dass bei Radfahrern die Fahrerlaubnis nicht im Rahmen des Strafverfahrens entzogen wird. Wo ist jetzt Dein Problem?

Zitat (von go496816-32):
EdF erfolgt durch die Führerscheinsstelle, da der TE es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht schaffen wird, mind. sechs Monate Verhaltensänderung glaubhaft zu machen.
Wie kommt man zu dieser Behauptung?

1.) Ist gar nicht klar, wann die Aufforderung zur MPU kommt.
2.) Ist eine 6-monatige Verhaltensänderung nicht zwingend erforderlich.

-- Editiert von Demonio am 22.10.2019 08:11

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