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Radfahrer verliert Versicherungsschutz bei Unfall wegen ausweichen auf Straße?

 Von 
Pseudonym_
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Radfahrer verliert Versicherungsschutz bei Unfall wegen ausweichen auf Straße?

Soweit mir bekannt, darf man den benutzungspflichtigen Radweg verlassen und auf die Straße ausweichen, wenn er nicht nutzbar ist.

Es geht um die Aussage in diesem Video: https://youtu.be/YkZuT5R6r8g?t=56

Die Polizistin in dem Video behauptet, dass in einem bestimmten Fall der Versicherungsschutz verfällt: Der Radfahrer darf gar nicht in den Fließverkehr, wenn der benutzungspflichtige Randstreifen von einem Auto blockiert wird.

Stimmt diese Aussage?

-- Editiert von Pseudonym_ am 10.10.2018 14:42

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Radfahrer Aussage Versicherungsschutz


5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Bachelor
(3739 Beiträge, 1420x hilfreich)

Wie so oft in rechtlichen Angelegenheiten, hat die Polizei hier Unrecht.

In der VwV-StVO zu § 2 StVO steht u.a. :

"Ist aus Verkehrssicherheitsgründen die Anordnung der Radwegebenutzungspflicht mit den Zeichen 237, 240 oder 241 erforderlich, so ist sie, wenn nachfolgende Voraussetzungen erfüllt sind, vorzunehmen.
[...]
die Benutzung des Radweges nach der Beschaffenheit und dem Zustand zumutbar sowie die Linienführung eindeutig, stetig und sicher ist
"

Das sehen auch Sekundärquellen so:

"Sind als benutzungspflichtig ausgewiesene Radwege faktisch nicht benutzbar, beispielsweise wegen Vereisung, parkenden Fahrzeugen, wuchernden Pflanzen oder Ähnlichem, so besteht eine Ausnahme von der Radwegebenutzungspflicht. In derartigen Fällen darf die Fahrbahn für Autos benutzt werden." (https://www.bussgeld-info.de/radwegebenutzungspflicht/)

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#2
 Von 
reckoner
Status:
Unparteiischer
(9297 Beiträge, 3581x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
dass in einem bestimmten Fall der Versicherungsschutz verfällt
Von welchem Versicherungsschutz ist denn da die Rede?

Die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners haftet jedenfalls schon mal aus Betriebsgefahr, wahrscheinlich sogar mehr (weil auch ein illegal auf der Straße fahrender Radfahrer nicht umgefahren werden darf).
Weiterhin kommt die Krankenversicherung für die Behandlung möglicher Verletzungen auf, also auch da besteht Schutz (sogar zu fast 100%), Und wenn der Radfahrer eine Unfallversicherung abgeschlossen hat dann dürfte die wahrscheinlich auch haften.

Stefan

PS: Konnte das Video jetzt noch nicht anschauen, vielleicht später.

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#3
 Von 
fm89
Status:
Lehrling
(1620 Beiträge, 647x hilfreich)

Und selbst wenn der Radfahrer widerrechtlich auf der Fahrbahn unterwegs wäre, wäre die Aussage der Polizistin Unfug.

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#4
 Von 
Pseudonym_
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Zwecks Versicherungsschutz kommt es wahrscheinlich noch darauf an, wie der Radfahrer sich in den Fließverkehr einfädelt.
Ob er wartet, bis die Fahrbahn frei ist. Oder ob Handzeichen gegeben wird, um stur die Fahrbahn zu wechselt, weil man denkt, die Autofahrer können ja bremsen, da sie das Hindernis sehen und mit der Aktion des Radfahrers rechnen müssen.

@BigiBigiBigi: Danke für die ausführliche Antwort. Damit ist die Frage im Eingangspost für mich gelöst.


@reckoner: Die Polizistin der Berliner Fahrradstaffel meint generell jede Versicherung.

Zitat:
Das ist ja auch gefährlicher für den Radfahrer auszuweichen, denn er darf nur den Radweg benutzen. Das ist ein benutzungspflichtiger Radweg. Er darf gar nicht in den Fließverkehr. Er weicht aus in den Fließverkehr, da kommt es zum Unfall - bezahlt keine Versicherung, bezahlt dann tatsächlich er.

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#5
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(34760 Beiträge, 12432x hilfreich)

Zitat:
Zwecks Versicherungsschutz kommt es wahrscheinlich noch darauf an, wie der Radfahrer sich in den Fließverkehr einfädelt.

Nein, darauf kommt es nicht an. Mir fällt gerade kein Umstand ein, bei dem der Versicherungsschutz in so einer Verkehrssituation entfallen könnte.

Ich schließe mich daher @fm89 an, d.h. die Aussage der Polizistin ist Unfug.

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